(Philosophie) Smoke


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Beitrag von Bernd vom Februar 27. 2007 um 17:43:31:

Hi zusammen!

Nochmal was zum Thema Rauchen –aber nicht in Bezug auf die Session. Mich hat die Diskussion darüber nur nochmal zum Nachdenken gebracht.

Mir geht es wie Lothy – ich habe es auch noch nicht geschafft mit dem Rauchen anzufangen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine Dosis als Passivraucher meinen Nikotin- und Teerbedarf bis lange nach meinem Ableben decken wird. Und wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich meine Dosis hauptsächlich über mein Hobby: Live-Musik. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass unter den Leuten die Musik machen und Musik lieben überdurchschnittlich viele starke Raucher sind.

Es fängt an in meiner Band. Wir sind 7 und davon rauchen 3. Die allerdings soviel, dass es normalerweise für eine komplette Feuerwehrkapelle reichen würde. Und geraucht wird vor allem auch auf der Probe. Geraucht wird auch bei den Gigs – von den Bandrauchern und vor allem auch im Publikum. Bei Auftritten drinnen ist es einfach der Wahnsinn – selbst mir als geübtem Passivraucher fällt es schwer, keine Kopfschmerzen zu bekommen. Wenn ich von Proben oder Gigs nach Hause komme, dann rieche ich (bzw. meine Klamotten) nicht wie ein Musiker, sondern eher wie der Oberheizer auf der Titanic am Ende der Nachtschicht. (Und wie sieht es erst in meiner Lunge aus?)

Wenn man so ein Konzert mal unter dem Gesichtspunkt des Arbeitsschutzes betrachten würde – dürfte es dann überhaupt stattfinden? Überall sonst wo kleinste Spuren von Schadstoffen auftreten könnten, muss mit Atemschutz gearbeitet werden oder es gibt Arbeitszeitbeschränkungen. Bei Live-Konzerten (am besten bei Umweltschutz-Benefiz-Konzerten) darf dagegen "giftmäßig" aus dem Vollen geschöpft werden.

Es geht weiter als Zuhörer in meiner Lieblings-Live-Kneipe. Je besser die jeweilige Band spielt, umso mehr wird gequarzt. So behalte ich jedes gute Konzert nicht nur musikalisch in guter Erinnerung. (Inzwischen habe ich kaum noch Lust dahin zu gehen).

Ironie einmal beiseite. Ich will nicht jammern. Bei meiner Band habe nach der ersten Probe gewusst worauf ich mich einlasse. Und ich habe auch gewusst, wie es bei den Auftritten sein wird. Ich hätte nicht einsteigen müssen, aber ich wollte und will es – trotz der Qualmerei. Der Spaß den ich habe ist immer noch größer als meine Abneigung gegen (übermäßiges) Rauchen. Damit man mich nicht falsch versteht – ich hab kein Problem damit, wenn die Leute sich bei etwas Tabakqualm entspannen. Ich find es auch absolut ok wenn jemand Live-Musik mit einer Flasche Bier in der einen und einer Kippe in der anderen Hand genießen will. Ich sehe es nur als Problem an, wenn bei solchen Veranstaltungen fast jeder ständig die Kippe anhat.

Mit etwas weniger Qualm hätte ich jedenfalls noch mehr Spaß an der Live-Musik, ob als Musiker oder im Publikum.

Wenn es jetzt tastsächlich ein Rauchverbot für öffentliche Veranstaltungen geben sollte – kommt dann niemand mehr zu Rockkonzerten?

Nachdenkliche Grüße
Bernd



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