Re: (Philosophie) Smoke
[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]
Beitrag von michael vom März 02. 2007 um 13:14:32:
Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Smoke geschrieben von manuel am Februar 28. 2007 um 21:23:19:
: Ok du willst es nicht anders, Du outest Dich als trockenen Alkoholiker, und sofern es Dir selber dabei wohl ist, gratuliere ich Dir zum Trockensein. Aber Du erzählst Müll. : : Ich selber komme aus einer Familie wo Suchtprobleme (Alkohol und Opiate) mehr als bekannt sind. : : Also hören wir auf zu beschönigen; Suchtmittel sind ein Problem. Irgendwie sind alle einbezogen und alle versuchen sich damit zurechtzufinden. Opfer oder sonstwie Betroffene. Die legalen wie Alkohol, Nikotin, von mir aus auch Sex und schnelle Autos. Die gesellschaftlichen nicht akzeptierten und damit illegalen wie Opiate bis hin zu Pädophylie (ich meine das genau so wie es hier steht). : : Hier macht niemand auf Gesundheitsapostel. Es gibt nicht EIN (in Zahlen 1) Argument für den Gebrauch von Suchtmitteln die zum Unvorteil der Umwelt und der Mitmenschen führt. : : Mir ist klar, es gibt qualitative Unterschiede, meine Freunde die rauchen (tun sie und habe ich auch), mein Bruder der fixt ( hat er, tut er nicht mehr dafür hat er Aids) oder mein Vater der kleine Mädchen missbraucht ( hat er nicht, dafür hat er gesoffen) kann man nicht in den gleichen Top werfen und haben sie auch nicht verdient. : : Aber wenn mich irgendjemand mit seiner Sucht belästigt dann soll er sich gefälligst nicht moralisch rechtfertigen. : : Ich habe Verständniss für alles, nur mir zusätlich noch die Probleme anderer aufladen, nee, da geht nicht. : : Nachdenklicher Gruss Manuel
Das kann ich leider nicht unkommentiert stehen lassen...
Rolli frug in seinem Posting, ob es wohl noch etwas Schlimmeres gäbe als die Raucherei. Darauf musste ich antworten. Es gibt nämlich Schlimmeres. Die volkwirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums sind immens und liegen höher als die durchs Rauchen verursachten Kosten. In der EU werden sie auf rund 125 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Es ist vorhersehbar, dass wir in einigen Jahrzehnten diesbezüglich eine ähnliche Diskussion haben werden, wie wir sie jetzt mit dem Thema "Rauchen und seinen Folgen" erleben. Vor 25 Jahren noch hätte wohl niemand damit gerechnet, dass ein allgemeines Rauchverbot überhaupt jemals zur Debatte stehen und von der Mehrheit befürwortet würde. Leider ist das Thema "Alkohol und seine Folgen" noch zu stark tabuisiert und wird in sträflicher Weise bagatellisiert. Die zweistelligen Zuwachsraten, die die deutschen Krankenhäuser jährlich bei zu behandelnden Vollräuschen von Kids unter 15 Jahren verzeichnen, sind schon alarmierend. Solange aber immer noch ein hoher Alkoholkonsum bei jeder Art von Festivität (wie früher übrigens auch der starke Nikotingenuss) gesellschaftlich akzeptierte Norm ist, sind wir wir von einer ernsthaften Diskussion über das Thema noch weit entfernt. Es hat sich zumindest eines in den letzten Jahren gebessert: noch vor 10 Jahren musste man begründen, ja sich quasi rechtfertigen, warum man keinen Alkohol trinkt. Das wird heute ohne Probleme akzeptiert. Es geht auch nicht darum, "alkoholfreie Zonen" zu errichten oder es mal wieder mit Prohibition zu versuchen. Ich bin mir aber sicher, dass es in einigen Jahren sehr wohl ein Thema sein wird, ob ein paar hundert Liter Bier für eine handvoll Leute in nicht ganz 2 Tagen wirklich nötig sind. Auch wollte ich erwähnen, dass nicht nur Exraucher mit ihrer Umwelt problematische Erfahrungen machen. Bei uns ist das fast noch etwas heftiger, wenn man sich mal vor Augen führt, wo das Zeugs überall drin ist: Arzneimittel, Backwaren, Saucen, als Konservierungsmittel wirds auch häufig eingesetzt,etc.
"und sofern es Dir selber dabei wohl ist, gratuliere ich Dir zum Trockensein" "Aber wenn mich irgendjemand mit seiner Sucht belästigt" "nur mir zusätlich noch die Probleme anderer aufladen" Was soll das denn ? Ich leide an einer vorwiegend genetisch bedingten chronischen Krankheit, die leider nicht heilbar ist. Warum sollte ich das nicht erwähnen ? Mit Exrauchern, die rauchfreie Zonen einfordern, hast Du merkwürdigerweise keine Probleme. Das "belästigt" Dich nicht. Würdest Du z.B. einen Diabetiker, der sich als chronisch Kranken "outet" und anmerkt, dass er Sahnetorten und ähnliches Zuckergebäck zeit deines Lebens meiden muss, ebenso anmassend antworten ? Es gibt gesellschaftlich akzeptierte Krankheiten und welche, die tabuisiert und mit einem Redeverbot belegt sind. Die Erwähnung dieser Krankheiten "belästigt", der Gegenüber hat den Eindruck, dass allein diese Erwähnung ihm "Probleme aufläd". Nicht ich habe mit der Sache ein Problem, sondern Du. Dass Du in Deinem familiären Umfeld Erfahrungen mit der Suchtproblematik machen musstet, ist sicher nicht sehr angenehm gewesen. Es gibt Dir aber in keinster Weise das Recht, so mich herzuziehen. Solange dieses Redeverbot - und das ist die eigentliche Kernaussage Deines Postings- eingefordert wird, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Schade eigentlich...
verfasste Antworten:
Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.
|