Re: (Schafscheiße) Wer Schafscheiße in die Hand nimmt ...


[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]

Beitrag von Matthias vom Mai 15. 2003 um 21:04:22:

Als Antwort zu: Re: (Schafscheiße) Wer Schafscheiße in die Hand nimmt ... geschrieben von Kurt am Mai 15. 2003 um 14:55:47:

Hallo Kurt!

Schön, dass es aussieht, als wären wir unterschiedlicher Meinung, das gibt Bewegung. Wahrscheinlich ist es aber nur wieder ein Kommunikationsproblem.

Vorab möchte ich ganz offen zugeben, dass ich den Unterschied zwischen Modes und Kirchentonleitern bisher nicht kenne.

Nochmal meine Aussage im Originaltext:

:
: : Ich bin bis heute skeptisch, ob diese Modes nicht einfach nur sehr teuer gehandelte Schafscheiße sind.
: :
: : Das bezog sich damals nur auf Modes! Mittlerweile bin ich nicht mehr skeptisch, sondern sicher, dass Modes eben das sind, für das ich sie damals schon gehalten habe.
: :


Wichtig in diesem Zusammenhang ist "nur sehr teuer gehandelt". Jetzt kommen wir zu dem wesentlichen Punkt, über den ich schon seit Urzeiten mal schreiben wollte, es geht mir um die Relation von investierter Übungszeit zu dem praxisrrelevanten Ertrag.

Wenn ich mir vor Augen halte, dass wir im Zusammenhang mit Modes immer wieder über einen Teilaspekt des Themas Gitarrensolo diskutieren, frage ich mich, ob wir nicht an der falschen Stelle üben. Ich bin überzeugt, dass die wenigsten Gitarristen einen Großteil ihrer Zeit gelangweilt auf der Bühne herumlungern und auf ihr Solo warten. Einfach gefragt: Spielen wir nicht länger Rhythmus als Solo? Wäre es dann nicht konsequent, wenn wir uns auch mehr mit dem Thema Rhythmus/Harmonie/Begleitung auseinander setzen als mit dem Solo? (BTW: Mir ist klar, dass sich Modes/Kirchentonleitern schon auch im Harmoniebereich einsetzen lassen, meistens wird aber über die Einsatzmöglichkeiten im Solo gefachsimpelt.)

Jetzt zu der Frage der Herangehensweise und Woodys Tonleitern. Die letzteren basieren erst einmal auf der Pentatonik, also Material, dass recht weit bekannt ist. Nun den Tipp zu geben, einfach mal ein, zwei zusätzliche Töne zu probieren, ist eine Sache, die in ein paar Minuten erledigt ist. Diese Herangehensweise führt zu schnell greifbaren Ergebnissen. Hier stehen Aufwand und Ertrag in einem guten Verhältnis.

Darüber hinaus habe ich bei vielen Fragern zum Thema Modes das Gefühl, also wollten sie endlich myxohexadezimal spielen, weil Gitarrenheld XY das mal in einem Interview erwähnt hat. Und außerdem klingt es ja unglaublich wichtig, wenn man das an der Theke der Musikerkneipe - und sei es eine virtuelle - mal so fallenlässt, in welchem Mode man gerne soliert.

Der Begriff Schafscheiße soll auch nicht so hart klingen, wie er es in deinen Ohren vielleicht tut, sondern ist eine salopp-wörtliche Übersetzung von bullshit. Du kannst auch gerne statt dessen den Begriff Dummschwätzerei einsetzen.

Was deinen Hinweis auf Equipmentwahn angeht, bin ich völlig auf deiner Seite. Ob ich bei dem selten vorkommenden Sologefiedel irgendwo noch eine Quinte vermindere und das dann auf Latein benennen kann oder über "Boutique-Effekte mit True Bypass" rede, ist gleichermaßen wenig sinnvoll. Es wäre doch eine schöne Idee, mal darüber nachzudenken, was uns statt dieser Holzwege musikalisch wirklich weiterbringt.

: Ich will niemanden persönlich angreifen, nur für mehr Offenheit werben und vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregen.

Gerade an dieser Stelle nochmal: Ich bin wirklich froh über deinen Beitrag und insbesondere deinen letzten Satz unterschreibe ich absolut.

Dass wir beide jetzt nicht einer Meinung sind, ist doch prima, schließlich gibt es gerade in den Bereichen Meinung und Musik keine Sieger und Verlierer.

Gruß

Matthias


verfasste Antworten:



Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.