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ABR-1

Cheers,

 passend zur aktuellen Diskussion über Tonholz/Pickups etc. zb. Im YouTube Kanal SuperGain (interessant auch das Gespräch mit den Gitarrenbauern – wo der Prof. aus Regensburg mit seinem Messungen viele „Narrative“ zerstört s.u.) – will ich eine Anekdote beisteuern:

 vor ca. 1 Jahr habe ich die neue ABR-1 Brücke St. Helens von Schwarz Guitars gekauft. Für meine Les Paul. Geändert hat sich da nichts wesentliches und ich habe die Brücke wieder verkauft, weil sie optisch zu eckig war und schlechter ausgesehen hat als die originale ABR-1.

 Diesjahr habe ich mal wieder eine ES 335 gekauft und mit der bin sehr zufrieden – bis auf – naja etwas scharfe mittige Höhen ab dem 12. Bund.

Jetzt hatte ich aus Langeweile mal die ABR-1 von der Les Paul in die ES 335 reingetauscht und siehe da die 335 klang jetzt fast wie die Les Paul – auch der Sitar-Effekt auf Saite e war verschwunden. Also habe ich die St. Helens wieder neu gekauft – auch weil auf den Bildern zu sehen war das die neue nicht mehr so kantig ist und gleich aussieht wie eine Gibson.

Eingebaut und – Prima – funktioniert. Sitar Effekt weg – die unangenehmen hohen Mitten auch weg und bin zufrieden jetzt.

Das was ich jetzt höre und für mich verbessert habe, ist mit Sicherheit nicht messbar. Zufällig habe ich eine sehr gute Gibson ABR-1 auf der LP erwischt und die Handwerkich super gemachte St. Helens ist vom selben Niveau.

Ich habe nichts gegen Messungen – aber die verflixten E-Gitarren sind halt mal immer anders …

 GruZZ *

 PS https://www.youtube.com/watch?v=Nc6H2S8F6Pw zumindest 1 Bekannter sitzt auch dabei...


Re: ABR-1

Moin *,

es heißt nicht umsonst: "Wer mißt, mißt Mist." Ich habe, nachdem ich schon einiges an Gitarren rumgeschraubt und auch mal einen Korpus aus Weißbuche(!) selbst geschnitzt hatte, Ende der 90er/ Anfang der 2000er eine Testreihe von 4 Strats mit identischer Elektronik (Harry Häussel Blues PUs, Erle, Sumpfesche, chambered Erle, Ahornhälse mit und ohne Palisandergriffbrett) aufgelegt und die Komponenten auch munter untereinander getauscht. Schon aufgrund der unterschiedlichen Hölzer lagen zwischen den Gitarren ganze Welten. Mir braucht da schon lange keiner mehr "Leuschen un Riemels" über "Messungen" erzählen. :-) Letztendlich haben alle Komponenten mehr oder weniger Einfluß.

Gruß Falk


Re: ABR-1

Moin *,

das kann man. Da bin ich mir recht sicher. Es kommt darauf an, was man mißt und wie man mißt. Prof. A. v. Reumont z.B. hat die Wirksamkeit seiner Vibrationsentdämpfung (Emilisierung) durch Messungen nachweisen müssen, sonst hätte er dafür nicht in den 70ern sein Patent bekommen. Ich bin also mal so kühn und melde erhebliche Zweifel an den Meßmethoden des von Dir genannten Professors an. :-)

Gruß Falk


Re: ABR-1

Hi Claus,


:  passend zur aktuellen Diskussion über Tonholz/Pickups etc. zb. Im YouTube Kanal SuperGain (interessant auch das Gespräch mit den Gitarrenbauern – wo der Prof. aus Regensburg mit seinem Messungen viele „Narrative“ zerstört s.u.)

Ich kann mir diese ganzen Wichtigtuer nicht mehr antun. Der Zöllner hat ja ein paar ganz gute Ansätze gebracht und er hat sicher mit vielem auch recht. Ich glaube aber nicht, dass er wirklich alle Aspekte abdeckt. Das Ganzw wirkt auf mich etwas eindimensional und konstruiert.

Und seit er sich bei diesen Gitarrensnobs rumtreibt, die wirklich jede Sau der Halbwahrheiten durchs Dorf treiben, bin ich bei seinen ganzen Ergebnissen noch etwas skeptischer geworden. 

Emil könnte sicher dazu noch viel mehr sagen, der ist aber leider nicht mehr auf dieser Welt. Ein schwerer Verlust für unsere Kommune :-(

Gruß

Gerhard


Re: ABR-1

Moin Gerhard,

ja - mir gehts da ähnlich. Alle diese Messungen finde ich logisch wichtig - aber es bleibt schwierig, weil es eben diese spezielle "Physik" der E-Gitarre gibt.

Im YT gibts ein Interview mit Gary Moore - darauf angesprochen warum diese Gitarre - sagt er und spielt trocken paar Licks - sie hat Sustain und reagiert dynamisch und das hat sie dann auch verstärkt.

Mein reduzierten Gitarrenbestand ist inzwischen auch darauf optimiert - nur 1 Gitarre die Sustain hat taugt (für mich) was. 

Natürlich der Herr Prof. misst auch Sustain - ja - OK - wie mache ich das ? Im Geschäft...

Es fehlen für mich im ganzen Dialog brauchbare nachvollziehbare konkrete Massnahmen wie eine Gitarre testen ohne Labor - das wäre mal ein Hilfe !

GruZZ *


Re: ABR-1

Hallo ihr Lieben,

Letztendlich haben alle Komponenten mehr oder weniger Einfluß.

Das denke ich auch. Und mit meiner St. Helena-Bridge auf meiner ES 335 bin ich auch sehr zufrieden.

Aber inzwischen - nach einem Jahr mit sehr vielen Gigs - reicht es mir ehrlich gesagt schon, wenn die Gitarre ihre Stimmung hält, in sich gut intoniert und halbwegs unempfindlich ist mit Einstreuungen/Nebengeräuschen.

Ich habe ja in den letzten 20 Jahren ziemlich viele Strats ge- und verkauft, und tatsächlich sind jetzt zwei geblieben, die tagtäglich ihren Job machen und mir ab und an sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern. 

Schöne Weihnachten wünsche ich euch,

viele Grüße

Martin

P.S.: Ich habe keinen Webspace mehr um Bilder abzulegen und der Hack mit dem Friedlink-Tool klqppt anscheinend nicht mit einem Dropbox-Link. Vielleicht klappt es ja manuell:

https://www.dropbox.com/scl/fi/a056330uzc70qxhi8d8re/Strats-2025.jpg?rlkey=knl943d0ug1dezavhjyuowmxf&st=7uq9oml1&dl=0


Re: ABR-1

Oder dieser Link? Dropbox-freigaben für jedermann sind schwierig...


https://www.dropbox.com/scl/fo/c0muuxvwvkl2xzf04ntrn/AJASRpmLyOqxLHR1PmYrz68?rlkey=adz7x465g9c6zzs6b1wssqr13&st=y92x1xvz&dl=0


Re: ABR-1

Moin,

: Ich bin also mal so kühn und melde erhebliche Zweifel an den Meßmethoden des von Dir genannten Professors an. :-)

da sieht man mal wieder, wie einfach es ist, jemanden anzuzweifeln, nachdem er vorher falsch zitiert oder auch nur missverstanden wurde. :-)

Tatsächlich ist das von Claus beobachtete Phänomen exakt konform zu den Feststellungen, die der Professor Zollner getroffen hat: dass die beiden Punkte, an denen die Saite einer Solidbody aufliegt, den größten Einfluss auf das Sustain haben. 

Und wo ich gerade schon am Schreiben bin und die Hürde ist ja so hoch: ich mag eure Sachstandsberichte sehr. Wer weiß, vielleicht kann ich auch noch mal einen schreiben. :-)

Keep rockin'
Friedlieb


Re: ABR-1

Moin Friedlieb,

der Zöllner kommt halt oft sehr besserwisserisch und oberlehrerhaft rüber.

Seine Interpretationen übrt die Zitate aus Gitarre&Bass und Konsorten sind allerdings sehr witzig - Humor hat er schon - glaub ich.

Sicher kann man viel messen und Daten vergleichen - aber ich kann halt eine Gitarre weder im Shop noch zuhause für mich rausmessen - also bin ich auf subjektive Verfahren angewiesen.

Und das ist mein einziger Kritikpunkt - da kommt halt nix - kein Tip oder Hilfe.

Man braucht Jahre um rauszufinden welche Gitarre einem taugt und kauft viele Fehlversuche.

GruZZ *


Re: ABR-1

Hallo Gemeinde,

: Man braucht Jahre um rauszufinden welche Gitarre einem taugt und kauft viele Fehlversuche.

Oder man ist einfach mal zufrieden mit dem was man hat und konzentriert sich auf die wichtigen Dinge, kriegt den Arsch hoch und übt.

Cheers

Gerhard


Re: ABR-1

Moin,

: ...Feststellungen, die der Professor Zollner getroffen hat: dass die beiden Punkte, an denen die Saite einer Solidbody aufliegt, den größten Einfluss auf das Sustain haben.

Ah, ja. Na wenn das alles so einfach ist, hätte ich ja bloß meine Schaller-3D-Bridge am grabsteinschweren Weißbuchekorpus behalten brauchen. Hätte ich das doch nur schon vor 35 Jahren gewußt. ;-) Ich stolperte also jahrzehntelang auf einem Irrweg herum. ;-)

: ich mag eure Sachstandsberichte sehr. Wer weiß, vielleicht kann ich auch noch mal einen schreiben. :-)

Danke. Ja mach das mal.

Gruß Falk


Re: ABR-1

Moin Lothy,

: Oder man ist einfach mal zufrieden mit dem was man hat und konzentriert sich auf die wichtigen Dinge, kriegt den Arsch hoch und übt.

"Das Eine tun und das Andere nicht lassen." (Mt. 23,23) Ich denke, es spricht nichts dagegen, sich mit beidem zu befassen. Und daß ausgerechnet Clausi wenig übt, glaube ich eher nicht. :-)

Gruß Falk


Re: ABR-1

Lieber Friedlieb,

: da sieht man mal wieder, wie einfach es ist, jemanden anzuzweifeln, nachdem er vorher falsch zitiert oder auch nur missverstanden wurde. :-)

Nachtrag apropos "falsch zitiert" oder "mißverstanden": Wenn man den Behauptungen Herrn Zollners folgt (bei denen sich mir die Fußnägel hochrollen) wonach der Korpus keine Rolle spielt bzw. spielen soll, können wir auch wieder - wie schon in den 50ern postuliert - zu Spanplattenkorpi zurückkehren. :-) Sorry, aber das kann ich nicht ernst nehmen. Wer zu solchen Schlüssen kommt, darf sich seine "Meßmethoden" gerne gehackt legen. :-)

Das Gesamt-Schwingungssystem besteht im Übrigen aus wesentlich mehr als nur aus der Gitarre. Und resonante Gitarren reagieren auf Schalldruck anders als stocksteife Gitarren. Und das ist nur ein Aspekt...

Liebe Grüße
Falk


Re: ABR-1

Da sind wir wieder beim Missverstehen:

: wonach der Korpus keine Rolle spielt bzw. spielen soll,

das sagt er nirgends, oder falls doch, gib mir einen Link. Er sagt, dass das Holzmaterial kaum Einfluss auf Sustain und Sound hat, oder jedenfalls wesentlich weniger als das Material und die Beschaffenheit von Steg und Brücke. 

: können wir auch wieder - wie schon in den 50ern postuliert - zu Spanplattenkorpi zurückkehren.

Vom Sound und vom Sustain her könnten wir, ja, aber es gibt ja noch andere Aspekte, die allerdings überhaupt nicht zum Forschungsgebiet von Manfred Zollner gehören (was er auch immer wieder betont): wie sich das Holz für den Spieler anfühlt, wie lange das Material hält usw.

Und Spanplatten sind was anderes als Sperrholz, das muss ich vermutlich gerade dir erst gar nicht erklären.

: Und resonante Gitarren reagieren auf Schalldruck anders als stocksteife Gitarren.

Klar, aber das hat auch niemand irgendwo behauptet, auch wenn genau sowas dem guten Professor oft in den Mund gelegt wird.

Keep rockin'
Friedlieb


Re: ABR-1

Ja, genau,

: : Man braucht Jahre um rauszufinden welche Gitarre einem taugt und kauft viele Fehlversuche.

wahre Worte, Claus!

: Oder man ist einfach mal zufrieden mit dem was man hat und konzentriert sich auf die wichtigen Dinge, kriegt den Arsch hoch und übt.

Das, mein lieber Gerhard, sind sehr, sehr weise Worte!

Keep rockin'
Friedlieb


Re: ABR-1

Lieber Friedlieb,

: : wonach der Korpus keine Rolle spielt bzw. spielen soll,
: das sagt er nirgends, oder falls doch, gib mir einen Link.

Der Link ist hier gerade erst gepostet worden. Ich suche es aber gerne noch mal für Dich heraus: https://www.youtube.com/watch?v=Nc6H2S8F6Pw&t=1430s Danach macht er sich genau diese Aussage zu eigen. Berichtige mich bitte gerne, falls ich mich wider Erwarten irren sollte.

: : können wir auch wieder - wie schon in den 50ern postuliert - zu Spanplattenkorpi zurückkehren.
: Vom Sound und vom Sustain her könnten wir, ja, aber es gibt ja noch andere Aspekte, die allerdings überhaupt nicht zum Forschungsgebiet von Manfred Zollner gehören (was er auch immer wieder betont): wie sich das Holz für den Spieler anfühlt, wie lange das Material hält usw.

Es geht mir nicht um das "Anfühlen" etc. Und mich stört bei diesem Thema Zollners abwertender Unterton ("Esoterik, Psychologen" usw.). Ich befasse mich, seit ich ~15 bin, mit Modifizierung und Bau von E-Gitarren, und mehr als die Hälfte meiner nicht ganz unwesentlichen Ansammlung von Brettgitarren habe ich selbst gebaut. Ich kann Dir aus 45 Jahren Erfahrung versichern, das Holz hat sehr wohl einen wahrnehmbaren Einfluß nicht nur bzgl. Resonanzfähigkeit sondern auch auf Sound und Sustain. Schon als ich die ersten Male Korpi bei ansonsten gleichbleibender Hardware und Elektronik tauschte, lagen zwischen den Versionen jeweils Welten, die mir die Kinnlade runterklappen ließen. Daß man das bei Hi-Gain-Gematsche kaum bis nicht mehr wahrnimmt, steht dahin.

: Und Spanplatten sind was anderes als Sperrholz, das muss ich vermutlich gerade dir erst gar nicht erklären.

Gewiß, das mußt Du gerade einem Tischler und Diplom-Ingenieur für Holztechnik eher nicht erklären. :-) Trotzdem gab und gibt es durchaus auch Spanplattengitarren.

: : Und resonante Gitarren reagieren auf Schalldruck anders als stocksteife Gitarren.
: Klar, aber das hat auch niemand irgendwo behauptet, auch wenn genau sowas dem guten

Nicht? Siehe obiger Link.

Liebe Grüße
Falk


Re: ABR-1


: : Oder man ist einfach mal zufrieden mit dem was man hat und konzentriert sich auf die wichtigen Dinge, kriegt den Arsch hoch und übt.
: "Das Eine tun und das Andere nicht lassen." (Mt. 23,23) Ich denke, es spricht nichts dagegen, sich mit beidem zu befassen. Und daß ausgerechnet Clausi wenig übt, glaube ich eher nicht. :-)
: Gruß Falk

Ich habe keine Namen genannt, aber wenn sich jemand implizit angesprochen fühlt, kann er oder sie jetzt beleidigt sein, oder mal in sich gehen und darüber nachdenken. 

Ich wage sogar zu behaupten, dass 1 Stunde üben der Tonentfaltung auf der Gitarre mehr zuträglich ist, als jede noch so ausgefuchste Brücke oder sich eine Gitarre aus Mondholz bauen zu lassen. 

https://youtu.be/C4tiRhpliac?si=UKgN5wnv9q7siZiA

Ich sage daher, das eine kann man getrost lassen und dafür das andere tun. Das muss aber jeder für sich selber entscheiden, ob er willens ist, Zeit seines Lebens dem heiligen Gral hinterher zu rennen, oder an den Stellschrauben zu drehen, die man wirklich in der Hand hat. 


Re: ABR-1

Ein optimierte Gitarre macht dem Spieler mehr Freude als eine Gurke, und das hört das Publikum. Das ist eine Binse.

: Arsch hoch...

: Das muss aber jeder für sich selber entscheiden...

Eben. Alles kein Grund, hier derart rumzugranteln.

Ganz liebe Grüße


Re: ABR-1

Moin Gentlemen,

also zum Thema üben und passende Gitarre -  folgende Erfahrung von mir:

ich war schon immer ein leidenschaftlicher Über  - habe über die Jahre auch versucht die meisten Stilmittel wie Blues, Rock, Rockn Roll, Rockabilly, Kauntry etc.  (ausser Jazz) mir anzueignen. Auch Picking Stile wie Hybrid-Picking, Travis etc.

Alles gelingt nicht, weil zuwenig angewendet, aber für meine Bandaktivitäten war das immer hilfreich, weil ich damit schneller beim raushören bin, weil jeder klaut ja von jedem.

Auch Theorie habe ich gelernt - soweit ich es brauche und verstehe.

ABER - mein Ziel einmal annähernd so in etwa zu spielen wie SRV oder Gary Moore (nicht falsch verstehen - einfach das wesentliche davon zu erlernen) habe ich erst so für mich ausreichend durch den Fund von Strat und einer Les Paul die das können gepaart mit einem passenden Zerrer+Speaker erreicht.

Jahrelanges üben von SRV Licks haben erst ihre Früchte gezeigt als ich meine zZt #1 Strat gefunden habe.

Also zusammengefasst - auch hier - es ist denke ich eine Symbiose aus mehreren/vielen  Komponenten.

GruZZ *

PS: dabei komme ich aus der Zeit "wer übt hat kein Feeling" - " wer übt fällt seinen Kollegen in den Rücken" ...


Re: ABR-1

: Ein optimierte Gitarre macht dem Spieler mehr Freude als eine Gurke, und das hört das Publikum. Das ist eine Binse.

Es geht nicht um Gurke oder Custom Shop. Die meisten hier sind über die Gurkenzeit lange hinaus. 

: Eben. Alles kein Grund, hier derart rumzugranteln. 

Manche Dinge hört man nicht so gerne. Trotzdem sollten sie mal gesagt werden. 


Re: ABR-1

Hi Claus, 

Du bist ein geiler Gitarrist.

Meine Aussage ist allgemeiner Natur und auch ein großer Teil von Selbstreflexion. Was, zumindest für mich heißt, zuende geübt gibt's nicht. Der Weg ist das Ziel und das unterscheidet sich von vielen Dingen, die ich bisher so angestrebt habe

Gruß 

Gerhard 

: Moin Gentlemen,
: also zum Thema üben und passende Gitarre -  folgende Erfahrung von mir:
: ich war schon immer ein leidenschaftlicher Über  - habe über die Jahre auch versucht die meisten Stilmittel wie Blues, Rock, Rockn Roll, Rockabilly, Kauntry etc.  (ausser Jazz) mir anzueignen. Auch Picking Stile wie Hybrid-Picking, Travis etc.
: Alles gelingt nicht, weil zuwenig angewendet, aber für meine Bandaktivitäten war das immer hilfreich, weil ich damit schneller beim raushören bin, weil jeder klaut ja von jedem.
: Auch Theorie habe ich gelernt - soweit ich es brauche und verstehe.
: ABER - mein Ziel einmal annähernd so in etwa zu spielen wie SRV oder Gary Moore (nicht falsch verstehen - einfach das wesentliche davon zu erlernen) habe ich erst so für mich ausreichend durch den Fund von Strat und einer Les Paul die das können gepaart mit einem passenden Zerrer+Speaker erreicht.
: Jahrelanges üben von SRV Licks haben erst ihre Früchte gezeigt als ich meine zZt #1 Strat gefunden habe.
: Also zusammengefasst - auch hier - es ist denke ich eine Symbiose aus mehreren/vielen  Komponenten.
: GruZZ *
: PS: dabei komme ich aus der Zeit "wer übt hat kein Feeling" - " wer übt fällt seinen Kollegen in den Rücken" ...


Re: ABR-1

Hi Falk,

: Der Link ist hier gerade erst gepostet worden. Ich suche es aber gerne noch mal für Dich heraus: https://www.youtube.com/watch?v=Nc6H2S8F6Pw&t=1430s Danach macht er sich genau diese Aussage zu eigen. Berichtige mich bitte gerne, falls ich mich wider Erwarten irren sollte.

ja, da zitiert er den Holzspezialisten der Meisterschule, um seine These zu stützen. Er steht also nicht ganz allein da mit seinen Feststellungen. Aber auch in anderer Hinsicht sollte das nicht allein da stehen, denn wenn man nur diesen einen Satz zitiert und den ganzen relativierenden Rest drumherum, dann klingt das tatsächlich etwas zu eng.

Für den ganzen relativierenden Rest muss man sich allerdings ein bisschen mehr Zeit nehmen. Ich persönlich nehme mir die gern, denn ich baue mein Weltbild extrem gern auf belastbaren Fakten auf und bin insofern ein großer Anhänger der wissenschaftlichen Methodik.

Aber lassen wir das so kurz vor Weihnachten, ist ja schön, dass eine friedliche Kontroverse hier wieder für etwas Wind in der Bude sorgt, und letztlich will ich ja auch niemandem seinen Glauben nehmen.

: Und mich stört bei diesem Thema Zollners abwertender Unterton ("Esoterik, Psychologen" usw.).

Ich persönlich finde den Unterton total klasse (sowas in der Art hat ja auch Claus schon geschrieben). Denn mir geht viel von diesem Wischiwaschi-Gelaber auch gegen den Strich. Es gibt da ein Video, da liest der Zollner einfach nur Sätze aus der G&B vor, die sich jeweils komplett widersprechen, zB "Wie bekannt hat Erle mehr Höhen als Esche" vs. "Der Erlenbody hat naturgemäß weniger Höhen als Esche..." usw. Köstlich. 

: Ich befasse mich, seit ich ~15 bin, mit Modifizierung und Bau von E-Gitarren, und mehr als die Hälfte meiner nicht ganz unwesentlichen Ansammlung von Brettgitarren habe ich selbst gebaut. Ich kann Dir aus 45 Jahren Erfahrung versichern, das Holz hat sehr wohl einen wahrnehmbaren Einfluß nicht nur bzgl. Resonanzfähigkeit sondern auch auf Sound und Sustain.

Deine persönliche Expertise will ich dir da keinesfalls absprechen. Nur um das mal ganz klar zu sagen.

: Gewiß, das mußt Du gerade einem Tischler und Diplom-Ingenieur für Holztechnik eher nicht erklären. :-)

Klar, deshalb hatte ich das ja so geschrieben. :-)

: Trotzdem gab und gibt es durchaus auch Spanplattengitarren.

Das wiederum wusste ich nicht.

Keep rockin'
Friedlieb


Re: ABR-1

Moin Friedlieb,

: Aber lassen wir das so kurz vor Weihnachten, ist ja schön, dass eine friedliche Kontroverse hier wieder für etwas Wind in der Bude sorgt,

da sagste was. Ich bin auch sehr dankbar, wenn Diskussionen friedlich und respektvoll verlaufen - und das nicht nur zu Weihnachten.

Ein frohes und besinnliches Fest wünsche ich Euch allen und Euern lieben.

Gruß Falk


Re: sopal (war ABR-1)

Hi Falk,

: Spanplattenkorpi

letztens ist was Unglaubliches passiert. Youtube hat mir diesen Vergleichstest empfohlen. Auf was die immer kommen. Den hab ich angeschaut und angehört, und fand es spannend.

... und ich gestehe gern, mit dem Ergebnis hätte ich so nicht gerechnet.

Kommt gut rüber, auf eine Session im Jahr 2026, und überhaupt,

keep rockin'
Friedlieb


Re: sopal (war ABR-1)

Lieber Friedlieb,

vielen Dank für den Link. Der gute Mann hat einen sehr klugen Satz gesagt: Musik über's Handy ist ein No-Go. Recht hat er. Das gilt aber meiner bescheidenen Meinung nach auch für YT-Videos. :-) Das ist (für mich) etwas völlig anderes, als die Gitarre am Amp zu spielen und zu hören.

Hinzu kommt: Nicht alle Menschen sind gleich und hören auch nicht gleich. Wir wissen, daß z.B. Wale, Fledermäuse und Paderborner Lehrer anders hören als die breite Masse. ;-)

Ich hatte ja hier gerade erst von meiner Testreihe mit vier Strats mit identischer Hardware und Elektronik (sehr dynamische, "offene" Häussel SCs(!) - keine HBs) aber unterschiedlichen Hölzern geschrieben. Ich bleibe dabei: Die Unterschiede sind real, die bilde ich mir nicht ein. Und die waren (für mein Empfinden) teils frappierend. Daß das dem Auditorium egal ist, ist klar. Mir war das auf der Bühne nie egal.

Aber ich höre auch Unterschiede zwischen CD und Vinyl. Nicht über YT-Videos und PC-Lautsprecher aber über meine extrem fein auflösende Anlage (mit höchst empfindlichen Lautsprechern, die so alt sind wie ich und) die nach den Grundsätzen dieses Buches aufgebaut ist:

Willimzig/ Gysemberg: "Höchst empfindlich"

Ich hatte das große Glück ein Exemplar der zweiten Auflage ergattern zu können und bin dafür sehr dankbar. Ohne dieses Buch wären mir bemerkenswerte Hörerlebnisse verwehrt geblieben.

Ich wollte das eigentlich nicht tun, aber ich oute mich jetzt mal (auch auf die Gefahr von unqualifizierten Sprüchen und ahnungslosem Augenrollen): Ich bin unter anderem davon betroffen, wie ich jetzt im zarten Alter von 60 Jahren erfahren durfte. Das betrifft übrigens einen nicht ganz unerheblichen Teil der Bevölkerung. Es wäre schön gewesen, wenn ich's eher gewußt hätte.

Ich wünsche Dir und Euch allen einen guten Rutsch und ein sensationelles Jahr 2026.

Gruß Falk


Re: sopal (war ABR-1)

: Hi Falk,
: : Spanplattenkorpi
: letztens ist was Unglaubliches passiert. Youtube hat mir diesen Vergleichstest empfohlen. Auf was die immer kommen. Den hab ich angeschaut und angehört, und fand es spannend.

Es gibt einen Faktor bei Spanplatten, der es als Gitarrenmaterial direkt ins off schießt: Das Zeuch ist schwer wie Blei. Da bist Du ganz schnell bei 5++ Kilo. Deshalb hat seine Klampfe auch eher einen Ukulele Formfaktor. Und schön ist es auch nicht. Für unsere Relic-Freunde tut sich der Abgrund auf, wenn das Teil anfängt zu bröseln... :-). Über Feuchtigkeit haben wir da noch gar nicht gesprochen, da muss man dann schon gut versiegeln (Epoxy?) - noch mehr Gewicht.

Auch wenn die Klangeigenschaften ganz gut sein können, ist das dann doch eher was fürs Billy-Regal, welches man ein mal aufbaut und dann stehen lässt.

Dann lieber die Steinberger Variante mit Glasfaser.

Cheers

Gerhard


Re: sopal (war ABR-1)

Ja, genau,
: Es gibt einen Faktor bei Spanplatten, der es als Gitarrenmaterial direkt ins off schießt: Das Zeuch ist schwer wie Blei. Da bist Du ganz schnell bei 5++ Kilo. Deshalb hat seine Klampfe auch eher einen Ukulele Formfaktor. Und schön ist es auch nicht. Für unsere Relic-Freunde tut sich der Abgrund auf, wenn das Teil anfängt zu bröseln... :-). Über Feuchtigkeit haben wir da noch gar nicht gesprochen, da muss man dann schon gut versiegeln (Epoxy?) - noch mehr Gewicht.

volle Zustimmung. Die Faktoren Gewicht, Aussehen und Haltbarkeit sind extrem wichtig für die Gesamtbeurteilung und ich würde sie niemals vernachlässigen. 

In dem von mir verlinkten Video ging es allerdings nur um den Sound, und es ist ja auch guter naturwissenschaftlicher Standard, die verschiedenen Aspekte einzeln und isoliert zu untersuchen. 

Oder um das für mich persönlich auf den Punkt zu bringen: Wenn schon eine Gitarre mit Sperrholz-Body genau so klingt wie eine mit Esche-Body, mag sein, ich würde trotzdem die mit dem Esche-Body nehmen, allein schon weil sie ja jedenfalls nicht schlechter klingt. :-)

Keep rockin'
Friedlieb


Re: sopal (war ABR-1)

Lieber Falk,

: Ich bin unter anderem davon betroffen, wie ich jetzt im zarten Alter von 60 Jahren erfahren durfte. Das betrifft übrigens einen nicht ganz unerheblichen Teil der Bevölkerung.

herzlichen Glückwunsch, dass du es überhaupt erfahren hast. Ich drehe das ja gerne um: Die anderen sind nur abgestumpft.

Mein Bruder hat mit Mitte Vierzig erfahren, dass er Autist ist mit ADHS. Das ändert nichts an den Tatsachen, aber alles am Wohlbefinden. Der steckte einen Großteil seines Lebens in einem tiefen, schwarzen Loch. Jetzt geht es ihm endlich gut. Er versteht sich. Er ist zufrieden.

Zufriedenheit. Das ist doch ein schöner Wunsch für alle, nicht nur in diesem Jahr.

Liebe Grüße
Felix

PS: Deine Worte zu deiner extrem fein auflösenden Anlage haben mir eine Träne ins Gesicht geschoben. Die Anlage ist die eine Sache aus meinem im letzten Jahr verkauften Haus, die ich zutiefst vermisse.


Re: sopal (war ABR-1)

Danke für Deine Worte, Felix,

: ... Ich drehe das ja gerne um: Die anderen sind nur abgestumpft.

ich weiß, Du bist gerne mal deutlich. :-) Und ich möchte da mal vorsichtig relativieren: Letztendlich sind alle Menschen unterschiedlich - auch in ihren Wahrnehmungen. Die meisten nehmen tendenziell wahr, wie die meisten wahrnehmen. Das ist völlig in Ordnung und ganz wertfrei. Und etwa jeder 5. nimmt ungefilterter wahr, ohne bessere Sinnesorgane zu haben. Das ist Fluch und Segen zugleich und nicht zwingend zu beneiden. Vieles ist dadurch auch anstrengender, und das betrifft alle Lebensbereiche. Aber es ist hilfreich, das endlich zu wissen, denn es erklärt viele Merkwürdigkeiten des bisherigen Lebens. Und ja, es macht nach dem Schock der Erkenntnis auch zufriedener.

Liebe Grüße, Falk