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(Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hallo Leute!

Gerade ist mir doch Erics '66-Strat Bericht über die Augen marschiert. (Er hatte mit mir ja neulich schon online über den AIM gesprochen/gelesen). Ich gönne ihm das Teil auch wirklich. Nur für Eric: Ich finde jeder GIT-Abolvent sollte so ein Teil haben! ;-))) SCNR
Aber müssen das unbedingt diese Original-Teile sein? Muß so eine Strat Jahrzente lang bespielt worden sein, damit sie nach was klingt? Oder bekommen Pickups erst so richtig den Kick, wenn die Poles angerostet sind (Seymour Duncan hat doch auch so angerostete Vintage-PUs im Programm...)?

Wenn man eine Gitarre aus dem gleichen (ebenso hochwertigem) Holz baut, die gleichen Pickups wie beim damaligen Modell verwendet, gleiche Mechaniken und Materialien, gleiche Elektrik. Dann müßte das Ding doch auch relativ ähnlich klingen (mal abgesesehen von dem Holz, daß aufgrund seiner Struktur bei jeder Gitarre etwas anders ist), richtig? Und genau dafür gibt es doch diese Reissue-Serien oder wie das nochmal heißt. Damit müßte man doch genau die gleichen Sounds erreichen wie mit diesen 30-40 Jahre alten Teilen?!

Oder ist das Ganze einfach nur psychisch als akustisch?

Wir haben es zwar schon irgendwie tausendmal durch, aber ich frage mich das jedesmal aufs Neue! :-)

Gruß Benjamin

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hi Benjamin,

Nur für Eric: Ich finde jeder GIT-Abolvent sollte so ein Teil haben! ;-))) SCNR

Hehe.

: Aber müssen das unbedingt diese Original-Teile sein? Muß so eine Strat Jahrzente lang bespielt worden sein, damit sie nach was klingt?

Definiere Muß.

Muß eine Demo-Aufnahme einen Signal-Rauschabstand von 150 dB haben, muß das Aufnahmeverfahren einen linearen Frequenzgang zwischen 10 Hz und 100000 Hz haben? Muß auf der Gitarre der Namenszug eines bekannten Gitarristen stehen, und muß man die gleiche Gitarre haben wie sein Hero? Brauchen wir wirklich ein Monster-Kabel, ein auf 0,02% genaues Stimmgerät, drei unabhängige Kanäle, 256 Presets? Muß es immer eine Massiv-Holz-Gitarre sein oder darf auch mal Sperrholz verwendet werden? Muß der Hals aus einem Stück sein oder darf die Kopfplatte angeleimt sein? Muß es überhaupt ein Markeninstrument sein, oder gehts auch mit einer Herti-Gitarre für einen Hunderter? Muß der Steg mit dem sündteuren südafrikanischen Schwerzufindium(tm) beschichtet sein oder langt vielleicht auch schlichtes Gold? Und der Sattel, muß der Elfenbeinspender wirklich ein ausgewachsener Leitbulle im besten Mannesalter sein oder genügt ein handelsüblicher Elefant von der Stange?

Die (meine) Antwort: Es kommt drauf an. Wie immer. Es dürfte Einigkeit unter uns allen bestehen, daß am oberen Ende der Skala hinsichtlich Qualitätssteigerungen kein proportionales Preis-Leistungsverhältnis mehr zu finden ist. Vielmehr gilt dann das Motto, daß man für eine einprozentige Qualitätsverbesserung eine hundertprozentige Preiserhöhung in Kauf nehmen muß, und da ist es dann jedem selbst überlassen, ob sich das "lohnt" oder ob nicht.

Wenn eine Gitarre jahrzehntelang gespielt wird, nimmt sie natürlich den Geist all der Jahre, die Summe der Inspirationen aller Spieler etc. in sich auf. Wers glaubt... Aber abseits von diesem esoterischen Zeugs passiert noch ne ganze Menge mehr in der Zeit: Die Bundstäbchen und das Griffbrett werden ein bißchen abgeschliffen, und zwar mega-sanft. Das Holz altert in der Zeit weiter. Der Lack trocknet so richtig aus. Alles objektiv nachvollziehbare Dinge.

: Wenn man eine Gitarre aus dem gleichen (ebenso hochwertigem) Holz baut, die gleichen Pickups wie beim damaligen Modell verwendet, gleiche Mechaniken und Materialien, gleiche Elektrik. Dann müßte das Ding doch auch relativ ähnlich klingen (mal abgesesehen von dem Holz, daß aufgrund seiner Struktur bei jeder Gitarre etwas anders ist), richtig?

Es gibt teilweise die Herstellungsverfahren nicht mehr. Wenn bestimmte Pickups immer von klein Hänschen gewickelt wurden, der aufgrund seiner Linkshändigkeit oder was auch immer eine ganz spezielle Wickeltechnik hatte, dann ist das so und es ist nicht mehr zu reproduzieren. Nur ein Beispiel.
Und genau dafür gibt es doch diese Reissue-Serien oder wie das nochmal heißt. Damit müßte man doch genau die gleichen Sounds erreichen wie mit diesen 30-40 Jahre alten Teilen?!

: Oder ist das Ganze einfach nur psychisch als akustisch?

Es ist imho jede Menge Psyche dabei. Ein edler, 50 Jahre alter Wein wird als edel empfunden, selbst wenn er mehr nach Essig schmeckt als der aus der Tüte vom Aldi. Eine alte Klampfe ist was besonderes.

: Wir haben es zwar schon irgendwie tausendmal durch, aber ich frage mich das jedesmal aufs Neue! :-)

:-)

Keep rockin'
Friedlieb


Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

: Aber müssen das unbedingt diese Original-Teile sein? Muß so eine Strat Jahrzente lang bespielt worden sein, damit sie nach was klingt?

Ich glaube man muß hier zwei Dinge unterscheiden: Einerseits das "Psychische", wie Du selbst schreibst, andererseits ist es definitiv so, dass das Holz einer Gitarre "lebt" (auch wenn es im biologischen Sinne tot ist)
Wie sehr sich das bei elektrisch verstärkten Solid-Body Instrumenten auswirkt, weiß ich nicht, da gibt es sicher Dinge, die den Klang mehr beeinflussen. Wenn man aber ein akustisches Instrument wie z.B. einen Kontrabass länger nicht spielt hört man das sehr deutlich!!
Grüße,
Julian

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hi Benjamin,

: Gerade ist mir doch Erics '66-Strat Bericht über die Augen marschiert. (Er hatte mit mir ja neulich schon online über den AIM gesprochen/gelesen). Ich gönne ihm das Teil auch wirklich. Nur für Eric: Ich finde jeder GIT-Abolvent sollte so ein Teil haben! ;-))) SCNR
*grin* Ja, aber da werden uns vom Werk her nur spitz geformte Gitarren mit Floyd Rose eingebaut =)

: Aber müssen das unbedingt diese Original-Teile sein? Muß so eine Strat Jahrzente lang bespielt worden sein, damit sie nach was klingt?
Nee, gar nicht. Das wollte ich auch mit meinem Posting nicht sagen... hauptsaechlich habe ich moderne Gitarren, und die klingen und lassen sich gut bespielen. Wird auch so bleiben.
Dass Vintage nicht das einzig wahre ist, wollte ich nicht behaupten.,..

:Oder bekommen Pickups erst so richtig den Kick, wenn die Poles angerostet sind (Seymour Duncan hat doch auch so angerostete Vintage-PUs im Programm...)?
Die Antiquities, die habe ich in meiner anderen Strat. Klingen sehr gut, das angerostete ist aber wohl eher fuer den Status oder was auxch immer. Aber wichtig ist: sie klingen ausgezeichne.t
Un Djohnson hatte ja in seiner 54er auch DiMarzios drin =)

: Wenn man eine Gitarre aus dem gleichen (ebenso hochwertigem) Holz baut, die gleichen Pickups wie beim damaligen Modell verwendet, gleiche Mechaniken und Materialien, gleiche Elektrik. Dann müßte das Ding doch auch relativ ähnlich klingen (mal abgesesehen von dem Holz, daß aufgrund seiner Struktur bei jeder Gitarre etwas anders ist), richtig? Und genau dafür gibt es doch diese Reissue-Serien oder wie das nochmal heißt. Damit müßte man doch genau die gleichen Sounds erreichen wie mit diesen 30-40 Jahre alten Teilen?!
Ebven darueber habe ich auch nachgedacht. ZU Hendrix Zeiten waren die Dinger ja auch noch neu, also nicht Vintage. UInd auch heute noch werden tolle Instrumente gebaut.
Ich denke einfach mal, dass sich durch jahrelanges Bespielen der Klang aendert.
Uebrigens interessant: Jeder, der durch das Sammeln von Vintage-Gear versucht, dem Sound seiner Goetter naeherzukommen... also Johnson hat gesagt, dass das nicht moeglich ist, weil ueber die Jahr die alten DInger halt ihren Sound geaendert haben... das gilt es mal zu bedenken...

: Oder ist das Ganze einfach nur psychisch als akustisch?
Beides, glaube ich. Meien Freundin fasst sich auch immer an den Kopf, wenn ich vo abgenagten Vintage-Strats schwaerme. Der ist es ein raetsel, warum Gitarristen so auf diesen alten Look abfahren.

: Wir haben es zwar schon irgendwie tausendmal durch, aber ich frage mich das jedesmal aufs Neue! :-)
Ich auch =)

Alles Liebe
Eric

NP: Andy Timmons: Ear-X-Tacy
: Gruß Benjamin


Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hi!

In einem alten Schrank, sprich in einer Antiquität, kann man schlicht Dinge aufbewahren. Antiquitäten werden massenhaft nachgemacht und neue, auf alt getrimmte Schränke tun ihren Job auch. Dennoch sind die alten teurer und werden trotzdem gekauft.

Ich glaube schon, dass ein altes und gebrauchtes Objekt, sei es Auto, Schrank oder Gitarre einfach mehr Flair besitzt als ein fabrinkeues Pendant. Und dieses Flair ist auch durch "Relic" nicht zu ersetzen (was nicht heißt, dass das schlecht Gitarren wären!).

Ob man es wirklich hört? Leute, macht mal einen Blindtest mit Nichtmusikern, am besten im Bandkontext. Wenn es nur aufs Hören ankommen würde, wären Vintagegitarren nicht so teuer. Aber es kommt eben nicht nur aufs Hören an.

Langer Rede kurzer Sinn - Vintage hat imho "was". Problematisch finde ich die Verlustgefahr, da die Dinger kaum zu ersetzen sind. Und diese Gefahr hält viel zu häufig vorm Spielen ab...

knock on old wood

Matthias


Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion: Meine erste Tele

Vintage ist vielleicht doch nicht Vintage.

Meine erste Tele war eine 74er, aus schwerer Esche mit rosewood Griffbrett. Glücklicherweise Mitte 80er billig erstanden. Sie kalsng schlicht und ergreifend scheußlich, sie hatte penetrant ätzende Höhen und keine Dynamik, und auch die Versuche mit verschiedenen PUs blieben erfolglos. Konnte sie glücklicher weise vor ein paar Jahren für fast den doppelten Preis an einen 'Vintage-Fan' loswerden.
Eine zusammengebaute Tele mit ESP-Korpus, G&L-Hals und Seympour Duncan Broadcaster PUs für ca. 1000,- Mark klingt dagegen genau so, wie ich es von einer Tele erwarte.
Dann ein Besuch in einem Kölner Musikladen: Eine 53er Esquire: einstöpseln, loslegen und sich wohlfühlen. Eine unerfüllte Liebe auf den ersten Blick, denn 6 Scheine waren und sind jenseits meiner Reichweite. Der Verkäufer meinte noch: "dafür könnte man glatt 'ne Bank überfallen":

NP: Canned Heat, Rollin' and tumblin

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion: Meine erste Tele

Hi stooge -
scheinbar haben wir nicht nur einen ähnlichen Musikgeschmack sondern auch eine ähnliche "Vintage Leidensgeschichte"...

Meine erste "Vintage" Gitarre war eine 79'er Fender Stratocaster, vom diversen Ferienjobs zusammengespart 1979 neu gekauft. Die Gitarre war sauschwer, klang bescheiden, hatte noch das legendäre 3 Punkt-Neck"tremolo" und wurde im Laufe der Jahre mehrmals zersägt, umgebastelt, eingemottet, wieder ausgegraben und wieder eingemottet. Die Suche nach der "ultimativen" Strat gestaltete sich zu einem Matyrium sondergleichen. Zwar hab' ich jahrelang in Gitarren Shops gearbeitet, aber irgendwie war nie das richtige Baby dabei. Irgendwann hab' ich mir dann von Peter Werner eine Claim Strat bauen lassen und war hochzufrieden. Die einzige Fender, die mir im laufe der Jahre durch die Finger ging und meine Gear² weckte, war eine 59'er/60'er Strat, die Thomas Kretschmer damals für knapp unter 7.000,-- angeboten hat (schönes Teil, der Body war noch two tone Sunburst, aber der Neck schon Rosewood ... ob Bastelarbeit oder Model aus der Übergangszeit 59/60 war natürlich nicht mehr festzustellen. Aufjedenfall klang das Teil genial und 7.000,-- befanden sich gerade nicht auf meinem Konto und so wurde die Gitarren nach Dänemark verkauft).

Eines Tages kam dann ein Tanzmucker mit einer ungespielten FiestaRed Squier der frühen JV Serie rein und ich erwarb das Teil für leckere 300,-- Taler. Bis heute ist das für mich die "perfekte" Strat und mit knapp 20 Jahren auf dem Buckel ist sie ja nun auch fast "vintage".

slide on ...
bO²gie

NP: John Mooney | Dealin' with the devil


Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hallo Benjamin,

meine Meinung dazu: es kommt immer drauf an. ;-))

Nein, es muß nicht unbedingt eine Vintagegitarre sein, aber es kann sich durchaus eben doch lohnen. Btw. ernstgemeinte Glückwünsche an Eric zu seinem neuen Schatz.

Ich hab es ja bestimmt schonmal erzählt, vor 3 oder 4 Jahren habe ich mir von einem Ex-Kollegen (Gitarrist bei einer gut gebuchten Oldieband, jetzt Vorruhestandsler) seine alte '68er Strat gekauft, Olympic White übrigens, so "richtig" Hendrix-Woodstockmäßig also. ;-)) Sie hat halt einiges mitgemacht, da sie viel gespielt wurde, war aber eigentlich ziemlich gut in Schuß.

Ich dachte mir, "für 850,- Mark (nein, da fehlt keine Zahl) mit Flightcase, da kannse ja nix falsch machen", aber weit gefehlt, war nicht mein Ding, ich fand sie klang flach, läßt sich schlecht beschreiben, auch der Hals (es war einer von der schmalen Sorte) war nix für meine Pranken und die anderen Strats, die ich hatte, klangen alle besser (darunter meine heißgeliebte Tokai und auch eine Squier, wie bOOgie sie auch hat, nur in schwarz). Daraufhin hab ich sie dann auch wieder für den selben Preis verkauft, mehr war sie einfach nicht wert, wenigstens nicht für einen "Spieler". Leider stellte sich später heraus, daß der Käufer ein Betrüger war/ist und aus den Teilen dieser einen Gitarre mehrere "gemacht" hat und sie teuer verkaufte. Ich habe dazu mal was im Guitardome-Forum (und bestimmt auch hier) gepostet. Dagegen kann man sich kaum wehren, leider. Wenigstens weiß ich nicht wie.

Man kann aber auch verdammtes Glück haben mit einer Vintagegitarre (siehe wieder bei Eric, er hat vielleicht einfach Glück gehabt, warum sollten auch alle alten Gitarren schlecht oder gut sein?). Ähnlich erging es mir mit meiner MelodyMaker. Eigentlich ein recht schmuckloses Brett, aber sie klingt einfach soooo ausgereift und einfach nur geil, wenn ich mit ihr spiele, stimmt einfach alles, wenigstens das, was ich von ihr erwarte, aber das wahr halt wohl auch eher ein Glückstreffer.

Genausogut kann man aber auch mit einer "frischen" Gitarre Glück haben, ich meine damit meine Warmoth-Strat mit den alten Van Zandt Pickups. Sie klingt anders als die Tokai (ist ja eigentlich klar, es gibt wohl keine 2 Gitarren, die identisch klingen), aber sie "paßt" mir einfach.

Ich denke (nur meine Meinung), wenn eine Gitarre gut eingespielt ist/wird und zu einem paßt, dann isses gut, Vintage kann aber auch halt dieses besondere Flair haben, daß einen vielleicht auch einfach nur anspornt. Dann isses doch auch o.k., oder?

Gruß Jochen

immer noch ZZ Top, Cheap Sunglasses

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

: Wie sehr sich das bei elektrisch verstärkten Solid-Body Instrumenten auswirkt, weiß ich nicht, da gibt es sicher Dinge, die den Klang mehr beeinflussen. Wenn man aber ein akustisches Instrument wie z.B. einen Kontrabass länger nicht spielt hört man das sehr deutlich!!

Das war etwas, was ich auch in den Bereich "Abi's Esoterik-Stündchen" abgeschoben hatte. Bis ich dann meinen Jazz Bass fast ein Jahr nicht benutzt habe. Als ich wieder reumütig zu ihm zurückkehrte, schien der Klang etwas stumpf zu sein, trotz neuer Saiten. Erst nach ein paar Monaten stellte sich wieder der alte ProgRock-Twang ein, den ich bei allen anderen Bässen vermisste.

Es scheint tatsächlich auch mit Elektrik-Trick-Instrumenten etwas zu passieren, wenn sie längere Zeit nicht gespielt werden.

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

: Und der Sattel, muß der Elfenbeinspender wirklich ein ausgewachsener Leitbulle im besten Mannesalter sein oder genügt ein handelsüblicher Elefant von der Stange?

Oder darf es sogar ein Wallachs-Elefant sein? :-))

: Das Holz altert in der Zeit weiter. Der Lack trocknet so richtig aus. Alles objektiv nachvollziehbare Dinge.

Mit der Objektivität tue ich mich etwas schwer, Friedlieb.

Jahrzehnte lang hat man uns erzählt, Spinat sei gesund, weil er 50,6473930489578 mg Eisen pro 100g enthält, was sich dann als eine verschobene Komma-Stelle entpuppt hat. So täuschen 'objektive' Zahlen. Vor 100 Jahren war es objektiv Quatsch, dass jeder, wenn er denn möchte, sich mit einem Fahrzeug jenseits der 200km/h-Grenze fortbewegen kann. Schaffe ich heute schon mit einem Golf. Ich hätte mir das auch vor 25 Jahren mit meinem Ford 12M nicht vorstellen können, ein solches Auto zu besitzen.

Was is' denn nun, wenn es tatsächlich Rückwirkungen in den Micro-Zell-Strukturen gibt, wie es Abi mal als Hypothese aufgestellt hat, wenn die Restverharzung in den kristallinen Strukturen durch Spielen oder Nicht-Spielen verstärkt oder geschwächt wird? Nur, weil noch keiner ein paar Mille locker gemacht hat, um das Thema auf 120 Studenten als Doktor-Arbeit abzuladen, wissen wir es nicht.

Ich werde nie verstehen, wie ein paar Blättchen _frischer_ Oregano einem ganzen Riesentopf Sauce Bolognese einen so anderen Geschmack verleihen können. Oder warum mein Sohn nicht in der Lage ist, seinen Mantel richtig aufzuhängen ...

Re: (Philosophie) Vintage oder was... Die ewige Diskussion

Hi Rainer,

: : Das Holz altert in der Zeit weiter. Der Lack trocknet so richtig aus. Alles objektiv nachvollziehbare Dinge.

: Mit der Objektivität tue ich mich etwas schwer, Friedlieb.

Ich ja auch. Deshalb habe ich ein paar Dinge genannt, wie wirklich nicht angezweifelt werden können. Dachte ich. :-) Daß das Holz nicht jünger wird und der Lack tendenziell irgendwann einen ähnlichen Feuchtigkeitsgehalt wie die ihn umgebende Luft, läßt sich physikalisch nicht bezweifeln.
Fraglich ist allerdings, und da gebe ich Dir vollkommen recht, welche Rückschlüsse das dann auf den Ton zuläßt. Und da lautet meine Antwort dann natürlich salomonisch: Im Zweifelsfall keine.

: Jahrzehnte lang hat man uns erzählt, Spinat sei gesund, weil er 50,6473930489578 mg Eisen pro 100g enthält, was sich dann als eine verschobene Komma-Stelle entpuppt hat.

Ja, mit Fliegendreck. Die Story kenn ich auch und ich liebe sie.

: Vor 100 Jahren war es objektiv Quatsch, dass jeder, wenn er denn möchte, sich mit einem Fahrzeug jenseits der 200km/h-Grenze fortbewegen kann. Schaffe ich heute schon mit einem Golf.

Das schaffe ich objektiv nicht mit meinem Golf, und wenn ich noch so sehr möchte.

: Ich werde nie verstehen, wie ein paar Blättchen _frischer_ Oregano einem ganzen Riesentopf Sauce Bolognese einen so anderen Geschmack verleihen können. Oder warum mein Sohn nicht in der Lage ist, seinen Mantel richtig aufzuhängen ...

:-)

Keep rockin'
Friedlieb