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(Gitarre) MMGSGA

Gude Ihrs,

ich habe seit langem mal wieder das Vergnügen in die E-Gitarre reinzuhauen in einer Band und nicht den Bass, was so der Tätigkeitsschwerpunkt ist/war die letzten Jahre. Und entgegen dem Indie/SchrammelSchrängg mit pøpsicle damals gehts hier ordentlich Punk/skandinavienrockmässig zur Sache. Aaber: ich bin zur Zeit die einzige Gitarre. Und eigentlich klingt alles ziemlich geil, zum Setup komme ich gleich, aber, irgendwie ists nicht "fett" genug. So, jetzt weiss ich schon, dass man mit Delay, Reverb, Chorus da schon auch was machen kann, dass es raumfüllender klingt, aber irgendwie bin ich knöpfchendoof oder mir fehlt tatsächlich der Abstand um das beurteilen zu können, obs nun klingt oder nicht.

Der Grundsound ist: geil(tm). Eine P90 LP Junior in einen Orange Dual Terror - das ist schon "nackig" ohne Pedale sehr sehr schön. 
Für sich alleine etwas "unrund", der P90 näselt und sitzt mir zu mittig - aber sobald die Band dabei ist, bingo. Setzt sich schön durch. Mit Palmmute hat es auch schönen "oooomp" unnerrum. Der Sound ist nicht Higain, aber schön rotzig. Gain so auf 13h, Tone auch 13h, Volume 11h. Der Amp läuft auf der 30W Einstellung. 
Mit dem zweiten Kanal des Dual Terror hadere ich noch, der ist zwar "fat" gelabeled aber in meinen Ohren klingt er dünner als der "tiny terror" Kanal. Eigentlich wäre der (Fat) für die etwas cleaneren Sounds oder als Pedalplattform super geeignet, aber momentan taugt das für mich nicht. Mit Gain auf 10h muss man Volume auf 15h und mehr machen, damit er mit dem TinyTerror Level vergelichbar ist. Hm. Vielleicht sind auch die Vorstufenröhren runter. Aber egal, zurück zum Setup: Vor dem Amp sitzen, von der Gitarre aus gesehen: 

Tuner -> WhammyRicochet -> Phaser -> Tubescreamer -> (Chorus) -> Delay -> Reverb

(die ersten drei lasse ich mal raus, das Whammy und der Phaser sind nur da, weil es eine RATM Nummer in das Set geschafft hat.)
Der (Chorus) ist eigentlich kein richtiger, sondern ein EHX Memory Boy, der ist zwar als Chorus/Delay gelabel-t, macht aber lustige und weirde Sachen. Mit dem TS puste ich den Orange an für Solo, das ist aber eher noch mehr Mitten und komprimiert - es wird nicht wirklich "lauter".
Das Delay und das Reverb sind TC Electronic Flashback2 und HallOfFame2. Delaytyp momentan ist ein Analog-Delay und das Reverb ein Spring Reverb.
Mein Problem ist, dass ich da mit Delay und / oder Reverb das Gefühl habe, das Gegenteil von "Sound wird breiter" erreiche -- im Bandkontext geht es eher unter, und das, obwohl ich da keine ewig langen Delayzeiten habe und auch das Reverb ist eher so kaum wahrnehmbar.
Das, was den Sound tatsächlich "fetter" macht, ist der MemoryBoy - aber weil der so weirde Modulationen einbaut, ist das auch nicht überall einsetzbar.

Habe ich vielleicht das Problem, dass der DualTerror keinen Effektweg hat und mir die Delay/Reverb VOR der (Amp)zerre einen Streich spielen?
Was macht denn der rockende Gitarrist, wenn es irgendwie "zu dünn" klingt? Für eine 2 Amp Lösung ist mein Budget und der Rücken zu schwach und eigentlich klingt alles so wie es soll.
Danke für Eure Anregungen und MakeMyGuitarSoundGreatAgain :-)
Tom


Re: (Gitarre) MMGSGA

Moin Tom,

für "zu dünn" ist eigentlich Gerhard (Lothy) zuständig, ich werfe trotzdem mal meine 2ct in den Ring. Grundsätzlich würde ich Zerre immer an den Anfang der Kette stellen, Modulation an den Schluss. Nach meiner Erfahrung ist Delay für Rhythmus-Gitarre nur als Slapback brauchbar, mit längeren Delay-Zeiten säuft die Gitarre eher ab.

Ich habe alle Effekte vor dem Amp, ohne Einschleifweg, Delay setze ich nur für Solo (dann mit längeren, halligen Zeiten) ein. Nach allem, was ich selbst versucht habe und aus YT-Videos herausgehört habe, bekommst Du "breiter" mit zwei Maßnahmen: eher weniger Gain (also eher Booster als Overdrive/Distortion) und/oder mehr Mitten, beispielweise ein Tubescreamer mit wenig Gain. Wobei die Kombi aus LP Junior/P90 ja schon ziemlich mittig ist, wie Du auch schreibst.

Ein sehr geiler Booster ist der MXR MC-401, der macht breiter und räumt gleichzeitig den Sound auf.

Hope that helps, happy boosting,
Michael


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi Michl,
danke erstmal :-)
: Grundsätzlich würde ich Zerre immer an den Anfang der Kette stellen, Modulation an den Schluss.
Ja, habe ich auch so, der TS ist quasi nur Boost (kaum gain, viel Vol und eben den Tone). Eine (Pedal)zerre habe ich da momentan gar nicht drin, weil der Orange TinyTerror Kanal so schön knurrt. Ich habe auf dem anderen (Bass)Board noch nen TC Electronic Spark, vlt versuche ich den mal statt oder gestacked mit dem TS. Also wenn ich Dich richtig verstehe, sind Delay/Reverb da eher nicht für "machmal mehr" Dauereinsatz tauglich, sondern auch für "machmal situativ anders" aka Solo. Ok, das ist auch mein Eindruck, dann liegts nicht an knöppedrehdummheit oder Featureüberforderung bei den beiden TC Electronic Kistchen (die für stundenlangen Spaß sorgen mit rumprobieren, was da alles drin steckt).
viele grüße
Tom


Re: (Gitarre) MMGSGA

Moin Tom,

Ich habe auf dem anderen (Bass)Board noch nen TC Electronic Spark, vlt versuche ich den mal statt oder gestacked mit dem TS.

Den Spark habe ich schon in etlichen Videos bewundert, hätte ich nicht den Greer Lightspeed, der alles andere für mich schlägt, würde ich den Spark probieren. Stacken ist immer ein guter Weg, weil Du durch Reihenfolge und klangliche Ausrichtung der einzelnen Booster/Zerrer großen Einfluss auf EQ nehmen kannst.

Falks Vorschlag mit EQ-Pedal ist super, hier gibt es ein super Video dazu. Bei 2:50 geht es los.

Also wenn ich Dich richtig verstehe, sind Delay/Reverb da eher nicht für "machmal mehr" Dauereinsatz tauglich, sondern auch für "machmal situativ anders" aka Solo.

Ganz viele Demo-Videos haben fett Delay drauf. Das kling solo wunderbar, sobald die Band dazukommt, bist Du verloren. Da fällt mir ein, dazu hätte ich auch ein Video anzubieten ;-)

Viel Spaß beim Knöppedrehen,
Michael


Re: (Gitarre) MMGSGA

Moinsen,

darf ich mal das Stichwort "Compressor" in die Debatte werfen? Der von mir besessenen "Cocaine" vom OKKO zaubert jede Menge Fettaugen in die Suppe. Außerdem hat er noch einen Booster an Bord.

ne schöne Jrooß, Mathias


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi,

hm, ich habe dessen kleinen Bruder für den Akustikbass. Stimmt, den könnte ich auch mal mit in die Kette nehmen. Früher(tm) hatte ich mal nen CS-3 an Board, aber mit dem bin ich nie zurande gekommen, da klangs es (für mich) ohne immer besser als mit. Aber das war auch die Indie/Schrammel Welt

viele Grüße
Tom


Re: (Gitarre) MMGSGA

Moin
: für "zu dünn" ist eigentlich Gerhard (Lothy) zuständig, 

Röööchtöööch....

Delay und Reverb gehören hinter die zerrenden Klangerzeuger. Wenn alles vor den Amp muss, weil keine FX-Loop, dann sollte der Amp clean sein. Sonst wirds unschön, sprich matschig. Reverb geht vielleicht gerade noch so, aber bei Delay hört der Spaß dann wirklich sehr schnell auf. 

Und da kommt dann der Amp ins Spiel: Ne EL84 mag für Omas Küchenradio genug sein, für nen breiteren Wumms wird das eher schwierig. Die Dinger fahren ziemlich schnell in die Sättigung und das lässt sich auch mit Prügel (Zerrern, Boostern, Delays, Reverbs etc.) nicht mehr korrigieren (frei nach Gerhard Polt). Und da bringt es auch nix, wenn man 4, 6 oder 8 Stück von den Dingern betreibt, das wird zwar lauter, aber mehr Wumms kommt da einfach nicht.

Das Wichtigste fehlt eh in Deiner Setupliste: Die Box. Wenn da auch nur son einsamer Celestion Vintage 30 oder nen Greenback rumorgelt, wird da auch nicht der große Bassturbo rauskommen. Da müsste dann man schon eher 2 von den Teilen dran hängen. In einer wohl dimensionierten geschlossenen Box. Greenbacks bei dem Amp auch lieber nicht. Die komprimieren nochmal mehr, wenn sie gefordert werden. Vielleicht zu nem Greenback noch was strafferes.. Dann müsste eigentlich auch was raus kommen. Wie gesagt, bis zu nem gewissen Grad, dann macht aber die EL84 dicht und es wird nur noch mittig und komprimiert -> Brian May steht da drauf. Und auch die ganzen anderen Voxianer.

Ich würde an Deiner Stelle erst mal weniger davor schnallen, schauen dass ne gescheite Box dran hängt und mich freuen, wenns so schön cruncht.

Cheers

Gerhard


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi Tom,

mir ist das Problem noch nicht klar. Du schreibst, der Sound sei geil, andererseits sei er nicht fett genug.

"...skandinavienrockmässig ... einzige Gitarre ... irgendwie ists nicht "fett" genug ... Grundsound ist: geil"

Was denn nun? :) 

".... Setzt sich schön durch ... nicht Higain, aber schön rotzig. Gain so auf 13h, Tone auch 13h, Volume 11h ..."

Ohne den Sound im Bandkontext zu hören, ist die Ferndiagnose schwierig. Ich versuche es trotzdem mal, auf die Gefahr, völlig daneben zu liegen.

Mein Verdacht: Du willst mit dem Gitarrensound als einziger Gitarrist ein Klangideal erreichen (und ich denke gerade an Bands wie Hellacopters oder Gluecifer), das in der Regel auf zwei verzerrten Gitarren basiert. Wenn dieser Verdacht stimmt, dann erschwert das die Sache ein wenig, aber versuch doch mal folgenden unglaublichen Supertrick.

Mehr Bässe, mehr Höhen reinschrauben. Nicht so extrem, wie es die Thrashbands der 1980er gemacht haben, aber doch etwas.

Meine Erfahrung ist, dass man als einziger Gitarrist - im Vergleich zur 2-Gitarren-Band - mehr Bässe und Höhen im Sound haben darf und einen Tick weniger Mitten. Denn Du musst Dich klanglich nicht neben einem weiteren Instrument im selben Frequenzbereich differenziert hörbar machen (was i.d.R. am Besten über Mitten geht und über ein Zurücknehmen der Verzerrung). 

Lieben Gruß, Klaus


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi Lothy,

danke :) Stimmt, die Böx habe ich nicht erwähnt - das ist ne Orange PPC 412 mit, öhm, ich glaube G12T 75W drin. Die ist "unnerum" ordentlich weichgekloppt, weil ich bei Motörblock da auch den Bass drüber spiele (mit dem OR120 und Diablo davor).

Ok ich ziehe hier mal ein Zwischenfazit - wenn ich den dreckigen Sound des Amps mag, dann wirds schwierig mit dem Hall/Reverb davor. Wenn ich Hall/Reverb gerne hätte, dann den Dreck lieber davor mit Pedalen machen und den Amp mit möglichst viel Headroom laufen lassen. Dafür ist der aber eigentlich nicht gemacht und dann wäre ich ja eigentlich mit meinem alten OR120 (abgesehen vom Rücken) besser bedient.

Ich danke bis hierhin mal allen für die Anregungen und experimentiere mal weiter. :-)

: und mich freuen, wenns so schön cruncht.
ja genau, weil das klingt echt sehr sehr gut mit dem Ding.
Viele Grüße
Tom


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi Klaus,

danke. 
: Du schreibst, der Sound sei geil, andererseits sei er nicht fett genug.'
: Was denn nun? :) 

Ja also, der Sound an sich ist super. Das ist genau, wie ich es mag. Es kam nur während der Probe die Anmerkung der Rhythm-Fraktion (Drums und Bass), dass es nicht "fett" genug wäre.
Wahrscheinlich genau das, was Du schreibst -- das, was mindestens zwei Gitarren so treiben, als akustische Erwartungshaltung, weil "so klingst da ja auch" prallt auf, ok da steht der Tom mit einer 4x12 und das ist n bisschen dünn :-)
Vielleicht "hören" die auch im Kopf 2 Marshall Fullstacks mit Humbuckern, was halt auch latent anders ist, als mein P90 in den Orange.
Ich mache einfach LAUTER bei der nächsten Probe. So. Pfft. Ha.
gruss
Tom


Re: (Gitarre) MMGSGA


: danke :) Stimmt, die Böx habe ich nicht erwähnt - das ist ne Orange PPC 412 mit, öhm, ich glaube G12T 75W drin. Die ist "unnerum" ordentlich weichgekloppt, weil ich bei Motörblock da auch den Bass drüber spiele (mit dem OR120 und Diablo davor).

Das müsste eigentlich ordentlich Fett auf die Kette geben...


: Ok ich ziehe hier mal ein Zwischenfazit - wenn ich den dreckigen Sound des Amps mag, dann wirds schwierig mit dem Hall/Reverb davor. Wenn ich Hall/Reverb gerne hätte, dann den Dreck lieber davor mit Pedalen machen und den Amp mit möglichst viel Headroom laufen lassen. Dafür ist der aber eigentlich nicht gemacht und dann wäre ich ja eigentlich mit meinem alten OR120 (abgesehen vom Rücken) besser bedient.

Ja, das wäre dann die empfohlene Maßnahme. Ne 412er schiebst Du ja auch schon rum, da kommts auf den Amp auch nicht mehr an. So'n Hall vor nem angecrunchten Amp kann auch ganz interessant sein. Das ist dann aber eher ein Effekt, den man mal einsetzt. Durchgängig ist das genau so nervig wie immer Chorus an in den 80ern.

: ja genau, weil das klingt echt sehr sehr gut mit dem Ding.

So machst Dus.

Cheers

Gerhard


Re: (Gitarre) MMGSGA

Hi Tom,

: MakeMyGuitarSoundGreatAgain 

erst mal verleihe ich dir den olyvgrünen Bembel am Band für diese schöne Wortschöpfung. 

Die anderen haben schon alles gesagt und alle haben Recht. Deshalb sag ich jetzt noch zwei Sachen, die sich zwar vielleicht ein µ widersprechen, aber die noch kein anderer gesagt hat:

Für Fett ist der Bass zuständig. Die Gitarre wirkt fetter, wenn der Bass dazu passt.

Fett klingen kann es auch, wenn man fett spielt. Beispiel C-Dur: wenn du das im 3. Bund als Barré nach A-Dur-Muster greifst und die tiefe G-Saite mitspielst, klingt es gleich fetter. Oder so: Zweiter Finger im 8. Bund auf die dicke E-Saite für das C, erster Finger auf die A-Saite im 7. Bund für das E als Dur-Terz, vierter Finger im 10. Bund auf die D-Saite für noch ein C. Das G sparst du dir und der dritte Finger hat Pause. Kommt aufgrund der Dur-Terz auch besonders gut als Anteaser, wenn danach ein Akkordwechsel auf F-Dur kommt. Leitton heißt das glaub ich, aber ich bin kein Theoretiker. 

Apropos und weil ein Thread ohne thematisches Entgleisen nicht Aussensaiter-würdig wäre: ist euch schon mal aufgefallen, wie oft Leute disclaimen "ich bin kein Jurist, aber ...", bevor sie sich zu juristischen Themen äußern oder "ich bin kein Arzt, aber ..." vor einer medizinischen Anmerkung, und wie selten hingegen jemand sagt "ich bin kein Informatiker, aber ...", bevor er sich zu Computer-Themen äußert oder einem erklärt, wie das Internet funktioniert? Ich frage für einen Freund.

Keep rockin'
Friedlieb