Re: (Philosophie) Seid ihr als Musiker glücklich? Zufrieden?


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Beitrag von ferdi vom Juni 12. 2022 um 11:37:45:

Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Seid ihr als Musiker glücklich? Zufrieden? geschrieben von Friedlieb am Juni 12. 2022 um 10:05:16:

Hi,

Und das große Thema von Siddhartha Gautama war nach meiner Wahrnehmung das Vermeiden oder Ertragen von Leid, was selbstverständlich sehr viel mit dem Thema Glück zu tun hat. Überhaupt ist der Buddhismus eine hoch interessante Lehre, die meines Erachtens völlig zu Unrecht als Religion bezeichnet wird.

es ist reine Taxonomie, ob wir von "Religionen" oder "Ideologien" sprechen. Beide sind intersubjektive, nicht objektive Wahrheiten. Sie sind soziale Konstrukte aus Phantasie und Vorstellungskraft - und nicht etwa Teil physischer Realität. 


obwohl es keinen echten Konsens in der Begriffsbestimmung dafür gibt, dann ist es imho legitim, dieses Phänomen als Rätsel zu bezeichnen. Und zwar auch und gerade dann, wenn viele Menschen für sich selbst dieses Rätsel gelöst haben.

Die Kurzform ist doch, dass genau JEDER herausgefunden hat, dass es ein frustranes Unterfangen ist, zu versuchen, positive Gefühle herbeizuführen und negative zu vermeiden. Darauf fußend ist es irrig, "Glück" als ein hohes Maß von positiven und der relativen Abwesenheit von negativen Gefühlen aufzufassen.

Viele Menschen sind ständig innerlich damit beschäftigt, etwas zu befürchten oder zu hoffen, etwas zu bedauern, etwas nachzuhängen. Man muss das nicht. Wir haben Gefühle, ja. Manche gut, manche mittel, manche gar nicht gut. Aber wir "sind" sie nicht. Sie "sind" nicht wir. Sie sind wie der Wind, wie das Wetter: sie kommen, sie bleiben, sie gehen. Ob man sie herbeiführen oder vermeiden will, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wenn man nur dann glücklich ist, wenn man gerade ein angenehmes Gefühl hat, dann dürfte die Glücksbilanz eher schmal ausfallen. 

Gruß, Ferdi




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