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(Privat) Gitarre&Bass

Liebe Gemeinde,

ein leicht nieseliger Samstagnachmittag, eben gerade habe ich voller Vorfreude den Session-Termin notiert und (mal wieder) die Jochen-CD eingeworfen.

Seit zwei Tagen bin ich stolzer Besitzer der Ausgabe 12/2001 von Gitarre&Bass. Und wenigstens einmal habe ich mich bei der Lektüre richtig amüsiert, nämlich bei den Workshops, genauer gesagt, beim Workshop von M. Sagmeister. Ach, es ist soooo schön, dass ich das unbedingt zitieren muss: "Meines Erachtens werden in der meisten Literatur, die hierzu existiert, die Sachen auf eine nicht notwendige, schon fast als "Vokabularonamentik" zu bezeichnende Weise erklärt." Ende des Zitats. Ja, Herr Sagmeister, sehr schön. Kennen Sie das eigentlich mit den Steinen und dem Glashaus?

Noch schöner allerdings ist die regelrecht wütende Anklage danach, die ich uns allen jetzt mal erspare. Die "Schreiberlinge" mögen doch bitteschön wieder ordentlich üben und ihren Frust über die eigene Unfähigkeit nicht mit verbalem Schwachsinn, sondern auf dem Instrument lösen. Und man solle nur dann über etwas schreiben, von dem man auch in der Praxis etwas versteht.

Achja, da war mal dieses sehr langweilige Konzert dieses Jazzgitarristen, wie hieß der noch? Irgendwas mit M..., Martin, Matthias, Michael... Sag, Meister, wie hieß er nur? Das Konzert war jedenfalls sooo schlecht, dass diesem Herrn also der Mund verboten werden müßte. Noch ein Zitat: "Ich denke ich spreche aus, was viele Kollegen schon lange denken." (Ende des Zitats mit originalem Kommafehler).

Seit der Ausgabe 10/88 habe ich nicht ein Exemplar dieser Zeitung verpasst.Es ist zwar nicht das erste Mal, dass ich den Sinn der Ausgabe von DM 7,90 angezweifelt habe, dieses Mal aber besonders heftig. Das ist umso erstaunlicher, als doch an sich gerade dieses Mal interessante Sachen drinstehen. Schließlich ist diese olle Höfner schon lecker, auch die Synchromatic und die OLP haben ja was. Und diesen Yamaha AG-Stomp MUSS ich doch einfach probieren, oder? Nö. Bei Licht betrachtet, habe ich alles, was ich zu einem guten Sound brauche. Es staubt sogar noch deutlich mehr ein, was überflüssig ist.

Die Interviews und Stories habe ich irgendwie auch alle schon einmal gelesen. Die Fragen gleichen sich und die Antworten auch. Und seit Urzeiten nicht ein Interview mit Chris Jones, Bob Mould oder David Qualey.

Seit der Ausgabe 10/88 habe ich nicht ein Exemplar dieser Zeitung verpasst. Das dürfte erstmal reichen.

Für eine Zukunft mit deutlich weniger Altpapier!

Mahlzeit

Matthias

Re: (Privat) Gitarre&Bass

: : Und seit Urzeiten nicht ein Interview mit Chris Jones, Bob Mould oder David Qualey.
:
: Hi !
:
: Chris Jones ? Meinst Du den Lakewood mordenden, Slidenspielenden Chris Jones ?
:
: Schönen Gruß, Olli

Ich hab mal vor einigen Jahren Michael Sagmeister live in einem kleinen Club in Deutschland gesehen und werde das nicht vergessen. Es war eines der besten Konzerte, denen ich beiwohnen durfte. So sind eben die Geschmaeker verschieden. Schmerzhaft fand ich allein Sagmeisters Gitarrensound, der von einem Hughes & Kettner preamp kam (damit habe ich NICHTS zu tun). howard hughes

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hi Matthias!

Du vertrittst einen klaren Standpunkt - das finde ich gut.

Vor einigen jahren hab ich damit angefangen, mich mit den Dingen zu beschäftigen, die allgemein unter dem Thema "Jazz-Harmonielehre" abgehandelt werden. Ich war früher immer sehr frustriert, weil das Material, das es dazu gab, die Zusammenhänge eher verschleierte als erklärte. Es wurde häufig wie eine Geheimwissenschaft behandelt und sehr oft auch nicht um den Stoff zu vermitteln, sondern um sich selbst wichtig zu machen.

Ich hab mir dann irgendwann mal das Lehrbuch von Michael Sagmeister besorgt. Und da war es zum erstenmal ganz anders. Ja, ich fand, daß Sagmeister den kompliziert erscheinenden Stoff auf relative einfache Art erklärt. Wahrscheinlich kann man es noch einfacher machen, aber nach meinem Eindruck gehört Sagmeister nicht zu den Lehrern, die aus dem Jazz ein Hexenwerk für "Elite-Musiker" machen. Und ich finde, daß das auch für seine Workshops gilt. Ob er wie in der letzten Ausgabe von G&B auf so pauschal auf anderen Autoren rumhacken sollte, ist es anderes Thema. Ich finde sowas gehört nicht in einen Workshop.

Ob man jemanden den Mund verbieten müßte, weil sich jemand anders bei einem Konzert von ihm gelangweilt hat, ist auch wieder ein anderes Thema. Es ist letztlich Geschmackssache. Ich weiß auch nicht wie Sagmeister heute live ist. Ich hab ihn vor Jahren einige male im Konzert gesehen und war jedesmal beigeistert. Von den CDs die ich von ihm hab, bin ich es ebenfalls. Er gehört zu den Jazz-Gitarristen, die ich sehr gerne höre. Mir gefällt besonders, daß er nicht das übliche Standard-Gedudel abliefert sondern mit Phantasie komponiert. Am allerbesten gefällt er mir an der Akustik-Gitarre. Ja - ich oute mich als Fan von Michael Sagmeister.

Wo ich mit Dir übereinstimme - was in G& B so insgesamt drinsteht, interessiert mich immer weniger.



Grüße
Bernd

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hallo Bernd!

: Ob er wie in der letzten Ausgabe von G&B auf so pauschal auf anderen Autoren rumhacken sollte, ist es anderes Thema. Ich finde sowas gehört nicht in einen Workshop.

Exakt meine Meinung.

: Ob man jemanden den Mund verbieten müßte, weil sich jemand anders bei einem Konzert von ihm gelangweilt hat, ist auch wieder ein anderes Thema. Es ist letztlich Geschmackssache.

Genau das wollte ich ja sagen. Ich fand Sagmeister live total langweilig. Geschmackssache, sicher. Aber Sagmeister schreibt ja mehr oder weniger deutlich, dass jemand, der nicht "spielen" kann, auch nicht unterrichten sollte. Auch das empfinde ich als fehl am Platz. Nach diesem krummen Gedankengang dürfte er nämlich imho auch nichts mehr erklären dürfen.

Mahlzeit

Matthias

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hi Matthias!
:
:
: Genau das wollte ich ja sagen. Ich fand Sagmeister live total langweilig. Geschmackssache, sicher. Aber Sagmeister schreibt ja mehr oder weniger deutlich, dass jemand, der nicht "spielen" kann, auch nicht unterrichten sollte.

...gemeint ist wohl, daß einige von den selbsternannten Päpsten sich zwar (auf ihre Art) sehr gut in der Theorie auskennen und sich damit wichtig machen. Wenn die gleichen Leute dann tatsächlich Musik machen, merkt man, daß hinter der Wichtigtuerei wenig steckt.

Wie auch immer - wenn ich schonmal in Workshops lese und komme an solche Passagen, blättere ich gleich weiter, das muß nicht sein.

Grüße
Bernd

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Nun, ich mag da wenig widersprechen. Den Gipfel der Workshop-Unverschämtheiten besetzt aber a.m.S. eindeutig der Kollege von Hulst, der sich tatsächlich erdreistet einen im Internet altbekannten Strafzettel für Bassisten zu übersetzen und als Workshop zu titulieren. Von den vorherigen Artikeln aus seiner Tastatur ganz zu schweigen, das war schon peinlich. In diesem Sinne sollte man Merkwürden Sagmeister nicht ganz so feste hauen, denke ich. Und wie bei Sagmeister hat ja von Hulst auch einen Counterpart, die Artikel von Dirk Groll sind keine akademischen Glanzlichter, aber realitätsnah, anwendbar und einfacg ok. Wie zwei so unterscheidliche Autoren in einer Zeitschrift existieren dürfen? Das walte Lothar.

Nicht desto trotz, Friedlieb wird mich verstehen, würde ich ungern auf G&B verzichten. Erstens wegen der Marktübersicht, und zweitens habe ich mir TV-Movie auf der Toilette völlig abgewöhnt :-)



Re: (Privat) Gitarre&Bass

...gemeint ist wohl, daß einige von den selbsternannten Päpsten sich zwar (auf ihre Art) sehr gut in der Theorie auskennen und sich damit wichtig machen. Wenn die gleichen Leute dann tatsächlich Musik machen, merkt man, daß hinter der Wichtigtuerei wenig steckt.

Meinst Du damit jetzt bestimmte Personen? :-))


Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hi Matthias,

äääähhhh - meinen wir den gleichen Sagmeister? Was er macht, muß einem ja nicht gefallen - aber zu behaupten, daß er nicht Gitarre spielen kann, find ich ganz schön heftig.

Leider kenne ich den Artikel in der GB nicht, auf den du anspielst - aber die alten Sachen von ihm fand ich schon recht gut und es gibt IMHO einige andere Autoren auf denen seine Aussage von wegen "Vokabularonamentik" wesentlich mehr zutrifft als auf ihn selbst. Andererseits macht er ja auch keinen Anfängerworkshop - er kann ja nicht in jedem neuen Artikel 'ne Tritonussubstitution oder die Intervallbezeichnungen immer wieder auf's neue erklären.

Buysevai - ich weiß nicht mehr ob es vor Urzeiten hier oder im Grünen war - da postete jemand, daß ihm ein anderer Gitarrist ganz wichtig erklärte, daß er beim A-Dur Blues in erster Linie A-Dorisch ohne die große Sekunde und ohne die große Sexte spielen müßte - und das verstehe ich dann unter "Vokabularonamentik" :-))))

Gruß

Oly


Was heißt Onamentik auf deutsch??

Ich lese den Sag Meister WS im Supermarkt nie durch - zu kompliziert - für meinen Blues in G reicht ja schließlich 1 Akkord - wenn ich den substitionieren würde, dann hätte der Bassist Probleme... Tritonus?, Sachen gibts...

Früher habe ich G&B auch gekauft - heute lese ich die in 2 Mittagspausen durch.
Trotz Workshop kann ich immer noch nicht sliden und meine Garage wäre voll, würde ich alle die tollen Verstärker+Gitarren kaufen, die sie jeden Monat anpreisen.

Und außerdem habe ich G&B sowieso immer nur wegen IN VIVO GUITAR gekauft...

GRuZZ CB

P.S. Was die Testberichte betrifft: es fehlt den deutschen im allgemeinen die Art etwas kritisch und trotzdem fair ohne Eigenlob/Beweiräucherung zu beschreiben. Es kann nicht jeder Verstärker und jede Gitarre gut sein.
Sie können jeweils meist nur für eine bestimmte Anwendung genügen - und das wird nie vollständig herausgearbeitet.

Ich denke auch nicht, daß da irgendwie wg. Anzeigenkunden gefaked wird und irgendeine Bestechung abläuft - es ist warscheinlich schlicht die Unfähigkeit der Redakteure praxisgerechte, brauchbare Tests schreiben zu können.

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hallo Oly,

: ...aber zu behaupten, daß er nicht Gitarre spielen kann, find ich ganz schön heftig.

Hupps, wieder ein Fall für den Kommunikationsberater?

Was ich sagen wollte:

Sagmeister schreibt wörtlich: " Spätestens dann wird Euch klar, dass man nur über etwas schreiben sollte, von dem man auch etwas in der Praxis versteht." Zitat Ende.

Erstens bin ich der Ansicht, dass das so nicht stimmt. Es gibt viele gute Lehrer, die durchaus ihren Schülern etwas beibringen, auch wenn sie eben keine "Performer" oder studiotauglichen Musiker sind.

Wenn ich aber trotzdem zweitens diese These mal annehmen würde, dürfte ich mir von Sagmeister aber nichts beibringen lassen, weil Sagmeisters Spiel mir nicht gefällt.

So ist es weniger heftig, oder?

Gruß

Matthias

Re: (Privat) Gitarre&Bass

Hi Matthias,

: Hupps, wieder ein Fall für den Kommunikationsberater?

Kann schon sein :-)))


: Was ich sagen wollte:
:
: Sagmeister schreibt wörtlich: " Spätestens dann wird Euch klar, dass man nur über etwas schreiben sollte, von dem man auch etwas in der Praxis versteht." Zitat Ende.
:
: Erstens bin ich der Ansicht, dass das so nicht stimmt. Es gibt viele gute Lehrer, die durchaus ihren Schülern etwas beibringen, auch wenn sie eben keine "Performer" oder studiotauglichen Musiker sind.

Dazu gibts von mir ein eindeutiges klares: "Jein, vielleicht" :-))

Kommt ganz drauf an, was. Wenn irgendjemand den Haunschild verinnerlicht und verstanden hat und das ganz gut erklären kann, ist es sicherlich egal, ob dieser jemand jemals ein Instrument in den Händen gehalten hat - andererseits gibt es aber genug Dinge, die man definitiv erst durch Erfahrung "lernt" - ein Blick ins Grüne genügt doch. Da geben oftmals irgendwelche Leute "hochwichtige" Tips ums Live-Spielen oder zur Studioarbeit und dann merkt man meistens sofort, daß sie im Leben zweimal ein Live-Konzert vor der Omma gegeben haben und die "Studioarbeit" das Einspielen eines schiefen Solos in den Multimediacomputers des besten Freundes war :-)

:
: Wenn ich aber trotzdem zweitens diese These mal annehmen würde, dürfte ich mir von Sagmeister aber nichts beibringen lassen, weil Sagmeisters Spiel mir nicht gefällt.

Wobei ich bezweifel, daß Sagmeister dir beibringen würde, zu spielen wie er - zumindest rein von den Melodien her.

: So ist es weniger heftig, oder?

Jup.


Gruß

Oly