(Technik) Musik und Sport


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Beitrag von Matthias vom Januar 03. 2004 um 17:59:41:

Liebe Gemeinde!

Aus gegebenem Anlass übe ich derzeit deutlich mehr als vor einigen Wochen und Monaten. Dabei lässt mich ein Gedanke nicht richtig los: Was wir mit unseren Fingern und Händen da an Saiten und Griffbrett betreiben ist doch quasi Gymnastik, Kraftakte verbunden mit Fingerakrobatik und schnellen Bewegungen. Kurz gesagt: Sport. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Genauigkeit sind dabei ja die Schlüsselbegriffe.

Wie sieht das Training von Sportlern eigentlich aus? Interessant dabei ist, dass Sportler nicht das ganze Jahr über "in Form" bleiben. Das liegt schlicht daran, dass erst Ausdauer und Kraft ausgebildet werden müssen, danach sind hohe Geschwindigkeiten und genaue Bewegungen erst möglich.

Man sehe sich mal Fußballer an: Während der Zeit von Kraft- und Ausdauertraining sind die Jungs ziemlich tapsig und alles andere als grazil. Technische Kabinettstückchen sind nach dem Wintertraining nicht drin. Dafür können die Herren aber vor Kraft kaum laufen. Was ist dagegen am Ende der Saison? Die Mannschaften sind eingespielt aber körperlich ausgebrannt. Jetzt sind wieder Kraft- und Ausdauertraining angesagt.

Ich frage mich jetzt, ob wir als Instrumentalisten nicht in ähnlicher Form regelmäßig mal eine Auszeit von Virtuosität, Geschwindigkeit und technisch anspruchsvollem Spiel nehmen sollten, um ausschließlich Kraft und Ausdauer zu trainieren. Hat da schonmal einer drüber nachgedacht?

Liebe Leute, dass Musizieren mehr ist als Fingerakrobatik, das ist mir klar. Es geht nur um den reinen Aspekt des Trainierens/Übens. Also bitte kein Aufschrei aus der Fraktion der "Hauptsache das Feeling stimmt"-Spieler, ja?

Jetzt bin ich mal gespannt.

Gruß

Matthias





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