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der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

Liebe Gemeinde!

Yo, zur Zeit besitze ich ausgerechnet sechs (!) Gitarren. Aber -ebay sei Dank!- sind es demnächst dann ja acht an der Zahl...

Eine meiner neuen alten Archtops macht mir Kummer. Ab dem zwölften Bund sind die Bundstäbchen höher als in den unteren Lagen und die letzten drei Bünde sind sogar noch mal erheblich höher. Sozusagen der klassische "Spoiler". Damit die Saiten nicht auf den höchsten Bünden aufliegen, ist eine wirklich ekelhaft hohe Saitenlage erforderlich. Slide könnte ich dadrauf absolut problemlos spielen... Sattel bzw. Nullbund ist in Ordnung. Die Halskrümmung ist zwischen dem ersten und ungefähr dem vierzehnten Bund ziemlich gut. Ich möchte eigentlich nicht an den Stahlstab, der darüber hinaus auch noch in eine uralte Mutter mündet, für die ich im Moment eh keinen Schlüssel zur Hand habe.

Was nun? Erst einmal werde ich mit dem Präzisionshämmerchen die Bundstäbchen in den hohen Lagen vorsichtig nachhämmern. Was tue ich aber, wenn das nicht reicht? Sollte ich vorsichtig die Bundstäbchen in den höchsten Lagen runterschleifen? Die Gitarre hat kein Cutaway, daher habe ich da oben eh wenig verloren.

Hat jemand eine andere Idee?

Mein nächstes Problem für die demnächst hoffentlich ankommende Gitarre nennt sich Kent Armstrong. Der junge Mann stellt nämlich Pickups her, die man bei einer Archtop ans Griffbrettende schrauben kann. Hat jemand deren Sound im Ohr? Anzerren möglich? Sonst müsste ein Loch in die Decke, autsch, und ein Seymour Duncan PAF SH-1 an den Start. Oder hat jemand andere Vorschläge?

Mit viel Spaß habe ich auch Manuels Lapsteel-Rezept gelesen. Falls es jemand nachmachen möchte, habe ich (Gitarre Nr. 6) hier noch eine No-Name-Archtop liegen, die dazu auch umgebaut werden könnte. Steg, Sattel, Mechaniken und Bünde sind ziemlich fertig, die Rückseite ist mit Nägel (!!) befestigt. Kurz, ein Haufen Schrott. Eine Stimmgabel auf den Korpus gehalten sorgt aber für eine Überraschung, das Teil reagiert ganz gut. Falls jemand die Kiste als Lapsteelgrundlage für lau haben möchte, bitte bei mir melden!

Soviel an diesem lauen Sommerabend. Im Hintergrund spielt leise Kenny Burrell und soviel soll´s erst mal gewesen sein!

Wiedergesehn

Matthias

Re: der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

: Liebe Gemeinde!

Pah, denn...

: Yo, zur Zeit besitze ich ausgerechnet sechs (!) Gitarren. Aber -ebay sei Dank!- sind es demnächst dann ja acht an der Zahl...

Matthias, ich möchte Dich freundlich aber bestimmt darauf hinweisen, daß DU der GAS-Beauftragte bist. Du bist uns allen ein mehr als schlechtes Vorbild. Du treibst es mit Deinen Kompetenzen wirklich auf die Spitze. So langsam glaube ich, daß Dir der Status als "GAS-Papa" entzogen gehört. ;-))) Oder sollen wir Dir aus Deiner misslichen Lage helfen? Du musst es nur sagen, bring' den Mut auf und sag': "Hallo, ich bin der Matthias und ich habe GAS:" Nur wenn Du es vor Dir selbst zugibst kann Dir auch geholfen werden ;-)


: Falls jemand die Kiste als Lapsteelgrundlage für lau haben möchte, bitte bei mir melden!

Vertick' sie doch wieder bei eBay!

Schönen aber besorgten Gruß
Felix

Re: der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

Moin Matthias

Erstmal gratulation zu den Ebays, ich hab zumindest eine live verfolgt und Dir feste die Daumen gedrückt. Scheint genützt zu haben :-))

Zum zweiten; Bist Du sicher dass der Hals in Ordnung ist? Eine beliebte Kinderkrankheit dieser Archtop ist eine sog "Sprungschanze". Das Ende des Einstellstabes und der Halsübergang zum Korpus befinden sich auf gleicher Höhe, nämlich im Halsfuss.

Nimm ein Stahllinial oder sonst eine gerade Lehre und halte es auf den Hals. Wenn er einen Knick in Höhe des 14 Bundes aufweist hast Du den Übeltäter. Der Hals hat sich minim in seiner Halterung gelöst, wurde durch den Saitenzug ein bisschen nach oben gezogen während das überhängende Stück über dem Korpus "stehen" geblieben ist.

Lösung 1: man löst den Hals und setzt ihn neu ein.

Lösung 2: man sägt vorsichtig zwischen Korpus und Griffbrettüberhang einen Spalt und biegt dann das ganze nach unten bis es sich in einer Flucht mit dem restlichen Griffbrett befindet. Anschliessen mit Knochen- oder Weissleim fixieren.

Lösung 3: Abschleifen der Bünde die, richtig erkannt, praktisch niemand benutzt. Ärgerlich ist nur, dass bei einer vernünftigen Saitenlage das Scheppern schon ab dem 10 Bund anfängt, und da spielen sogar Hardcore Jazzbegleiter wie Freddie "solo kenn ich nicht" Green. Ist daher nur ein Kompromiss.

Lösung 4: Neu bundieren und vorher das Griffbrett absolut plan schleifen resp. mit einer leichten negativ Krümmung.

Hals lösen kommt ja wohl nicht in Frage, Bünde abrichten ein erster Versuch der vermutlich noch kein befriedigendes Ergebniss liefert, Bundieren ist trainingssache aber durchaus machbar, die Halsverlängerung lösen und neu fixieren ist, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, auch ein Möglichkeit.

Es wird Dir eh nix anderes übrig bleiben als selbst dran zu gehen, weil all diesen Reparaturen an Archtops beim Fachmann berechtigterweise schweineteuer sind. Wenn Du einen günstigen hast, will ich sofort die Adresse :-)))

Kent Armstrongs haben vor allem den Vorteil klein, günstig (stewmac), und Jazzy zu tönen. Feedbackattacken im Stil eines Ted "Nugat" Nugent werden eher nicht funktionieren.

Gruss und viel Spass, Manuel

Re: der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

Hallo Manuel!

Gerade auf Deine Antwort hatte ich gewartet!

: Zum zweiten; Bist Du sicher dass der Hals in Ordnung ist?
Gute und berechtigte Frage. Beim Nachprüfen der Halskrümmung bin ich eher sogar der Meinung, dass der Hals gerader sein müsste. Aber dann scheppert es doch erst recht? Hmmm...

: Eine beliebte Kinderkrankheit dieser Archtop ist eine sog "Sprungschanze"....
: Nimm ein Stahllinial oder sonst eine gerade Lehre und halte es auf den Hals. Wenn er einen Knick in Höhe des 14 Bundes aufweist hast Du den Übeltäter.

Naja, ein Knick ist es nicht, aber wohl das, was Du meinst, nämlich eine tendenziell recht starke plötzliche Steigung. Deine Kur-Vorschläge klingen in meinen Ohren alle zwar vernünftig, logisch und nachvollziehbar, aber auch ziemlich kompliziert. Schließlich habe ich nur einen abgenudelten Kreuzschlitzschraubenzieher, ein gebrauchtes Taschentuch und einen defekten Toaster als Werkzeug zur Verfügung. ;-)

Bis zum ölften Bund lässt sich die Gitarre jetzt schon spielen. Die Saitenlage ist zwar wirklich heftig, aber das übt ja auch. Außerdem ist das definitiv keine Bühnen- oder Studiogitarre, die Klampfe ist nur für das Wohnzimmer. Um ehrlich zu sein, ist der Sound zwar "interessant" aber nicht wirklich gut.

Bei dieser Gitarre handelt es sich übrigens um eine Framus Hobby ("Damenschlaggitarre"), hergestellt im Januar 1964. Die gesamte Gitarre ist in einem hübschen honeyburst lackiert, die (gesperrte) Decke leicht geriegelt. Wunderschön! Weil diese Gitarre so schön und so alt ist, möchte ich sie auch nicht vermurksen.

Ich werde erst einmal den Gitarrenbauer meines Vertrauens fragen, was der Spaß kosten würde. Als alter Kunde macht er vielleicht einen vernünftigen Preis. Normalerweise ruft er für eine Neubundierung rund DM 200,00 auf.

Aber es kommt ja noch eine Jatzketarre, die als reine "Spielgitarre" gedacht ist. An der kann ich dann kräftig schrauben, feilen, einstellen, drehen, polieren etc.

Fotos folgen, versprochen!

Gruß

Matthias

G.A.S und viele kleine Probleme

Hi Felix!

Nö, ich habe nicht mal die Grundsymptome von G.A.S.

Klar, im Moment ersteigere ich munter Gitarren. Ja, und? Ich ersteigere Gitarren im besten Bewußtsein, dass ich sie absolut nicht brauche.

Meine Hauptbaustelle ist zur Zeit mein Akustikduo. Bis zum nächsten Auftritt brauche ich zum Üben _eine_ vernünftige Flattop. Ich habe zwei gute. Beim Gig brauche ich _eine_ Flattop mit Pickup. Ich habe eine gute und eine mehr als brauchbare. Nö, weder für das tägliche Arbeiten, für die Proben oder für Gigs brauche ich mehr.

Ich brauche auch keine weiteren Gitarren um ein besserer Musiker zu werden. Das wäre totaler Unsinn.

Die Archtops ersteigere ich nicht, um sofort darauf zu spielen - eine spielbare Archtop habe ich! Ich MAG die Dinger einfach, baue gerne wieder einen Steg drauf und andere Mechaniken dran. Ziehe neue Saiten auf und mache aus einem Dekostück wieder ein Instrument. Darum geht´s mir. Und das ist kein G.A.S.

: : Falls jemand die Kiste als Lapsteelgrundlage für lau haben möchte, bitte bei mir melden!
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: Vertick' sie doch wieder bei eBay!
:

Ja, schon. Aber vielleicht finde ich jemanden, den ich mag und dem ich damit eine Freude machen kann. Ich habe das Teil wirklich billig geschossen. Naja, bringe ich halt den Schrott mit zur nächsten Session!

Gruß

Matthias

Re: der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

Tach Matthias

Was Du erzählst scheint meinen Verdacht zu bestätigen. In diesem Fall offensichtlich nicht so schlimm.

Du kannst sie ja zur nächsten Session mitnehmen und wir schauen uns das Baby gemeinsam an und besprechen was du selbst und was Du nicht machen kannst. Man kann nämlich verdammt viel mehr mit ein bisschen Anleitung und viel Zeit als man so meint.

Mein Gitarrenbauer hier um die Ecke verlangt so rund 400-500 Sfr für die Neubundierung einer Archtop weil kompliziert und so. Das ist doch mächtig viel Geld. Wie auch immer, Du kannst ja an deiner Gurke (die mit den Nägeln) mal üben. Mit der Zeit geht das ganz gut. Und wie man es macht wird einem aufem Web immer mal wieder gezeigt.

Gruss Manuel

Re: der kleine Heimwerker ODER viele kleine Probleme

n´Abend!

: Was Du erzählst scheint meinen Verdacht zu bestätigen. In diesem Fall offensichtlich nicht so schlimm.

Absolut nicht schlimm. Wie gesagt, wunderschönes Dekostück und Gitarren zum Spielen sind genug da!

: Du kannst sie ja zur nächsten Session mitnehmen und wir schauen uns das Baby gemeinsam an und besprechen was du selbst und was Du nicht machen kannst. Man kann nämlich verdammt viel mehr mit ein bisschen Anleitung und viel Zeit als man so meint.

Auf das Angebot komme ich gerne zurück, vor allem, wenn ich mit der noch hier anzukommenden Gitarre Probleme haben sollte.

http://abacus.sj.ipixmedia.com/abc/M28/7bd0759ee7b7f627dd324ec1a5/i-1.JPG

(Ob das jetzt geklappt hat? Ich bin gespannt!)

: Mein Gitarrenbauer hier um die Ecke verlangt so rund 400-500 Sfr für die Neubundierung einer Archtop...

Da bin ich mit 200 deutschen Märkern doch gut bedient, was? Wie gesagt, ich lasse meinen Gitarrenbaue mal rüberschauen!

Bis dann!

Gruß

Matthias