Aussensaiter Forum

Diskussionen mit neuen Beiträgen

Hier darf jeder frei heraus seine Meinung sagen, solange niemand beleidigt wird. Auf Postings von Vollidioten sinnvollerweise gar nicht erst antworten.
Extrem unerwünscht sind reine Werbe-Beiträge. Danke.

(-) Header verbergen



Übersicht

(Technik) Hören

Tja, ich kämpfe da mit einem Problem und komm irgendwie nicht weiter.

Ich spiele hauptsächlich Kontra und Frettless und bin daher was die Intonation betrifft mangels Bundierung auf meine Ohren angewiesen. Ich höre auch ganz prima Intervalle, nur eben und das ist das Problem; immer eine klitzekleine Spur zu hoch.

In der Praxis bin ich daher gezwungen immer mal wieder eine Leersaite anzuspielen um mich zu orientieren, weil ich mich sonst nach und nach bis zu einem 1/2-Ton vom Ursprung "entferne". Sehr unangenehm, gerade auf dem Kontra der in den Tiefen Lagen und gezupft eh schon die Tendenz hat zu "grummeln", was die Intonation auch nicht gerade einfacher macht.

Macht Ihr Hörtraining und wenn ja was, oder habt ihr alle ein POD der dieses Problem (und vieles anderes) automatisch korrigiert :-)

Im Ernst, bin ich der einzige?

Gruss Manuel

Re: (Technik) Hören

Hi Manuel!

Wenn ich für mich allein Fretless spiele, geht mir das so ähnlich - zischendurch muß man sich mit einer Leersaite wieder "einjustieren".

Wenn ich in der Band spiele ist ja eine Orientierung da. Die Intonation paßt dann (hoffe ich zumindest) , sofern das Bass zu hören ist.

Spezielles Training mach ich da nicht. Zeitweise hab ich mal mit einem Stimmgerät geübt, dabei allerdings festgestellt, daß mein Spiel sich "verkrampft" anhört, wenn ich bewußt nur auf Intonation achte.

Gruß
Bernd

Re: (Technik) Hören

Hallo Manuel
Habe genau dasselbe Problem! Beim Fretless habe ich Sidedots angebracht, sodass die Orientierung leichter fällt. Manche Leute machen (oder lassen machen) das laut Gitarrenbauer auch beim K- Bass, was ich jedoch nicht im Sinn habe. Deshalb bleibt nur: üben, üben, üben...
Ich habe auch festgestellt, dass man die Intonation beim Streichen besser hören kann, als beim Zupfen. Somit wären Intonationsübungen eventuell mit Streichen effektiver?
Gruss: Christoph


Re: (Technik) Hören

High, Manuel,

ich habe mal vor Jahren was in einer serioesen Publikation (der "SPIEGEL" war's glaube ich) von einer "Farm" in Frankreich gehoert, wo Du Dir fuer leider viel, viel geld, Deiner Ohren "bewusst" wirst. Ich fand das sehr geil, weil die nicht irgendwie deine Ohren aendern wollten, oder so'n Quark, sondern, mit 'ner menge wissenschaftlichem Geraet und ner fetten Portion Psychologie und Menschengefuehl eine Art besseres Verstaendnis fuer das, was Du hoerst, gebracht haben. Was wiederum nicht nur dafuer sorgt, dass Du wirklich viel besser und sicherer hoerst, sondern als Folge auch ein sonstwie sicherer und gesuenderer Mensch wurdest. Ist in meinen augen voellig logisch, aber viele Menschen finden natuerlich gleich wieder, dass das alles Esoteriker-Quatsch ist... Also, speziell unsere Ohren sind ja nicht so wirklich gehegt und gepflegt in unserer Form des taeglichen lebens, aber man muss sich mal klar machen, dass da zum beispiel der Gelichgewichtssinn drin ist. (Manchen Leuten wird das ja ploetzlich klar gemacht, ich hatte sowas mal "halb" und es hat mir voellig gereicht!) wenn man also seine Ohren ein bisschen ernst nimmt, hat man ganz viel davon. Unter anderem eine viel bessere Intonation.

So, ganz viel Quark, wo ist nun die adresse?
Ay, there's the rub!
Ich weiss es naemlich nicht, und suche jetzt schon seit Jahren. Habe keinen Zugang zum spiegel Archiv, und auch sonst ist archivsuche fuer studenten unerschwinglich.
Also, wer hat schon mal davon gehoert, und kann weiterhelfen???


Beisewei:
Als bloss E-Basser habe ich die voellig fertigmachende Wirkung von ploetzlicher verstaerkung erfahren.
Ich habe immer unverstaerkt geprobt, und ploetzlich, nach 'nem Jahr oder so, dann mal mit amp probiert. DS KLINGT ALLES voellig FEHLINTONIERT - vor allem: Auch auf dem Fretted!
Hat jemand dieselbe erfahrung gemacht? Habe seitdem nie mit Amp geprobt, was auf dauer ein bisschen sehr eingeschraenkt ist, aber es hat mich echt fertig gemacht, soviel Scheisse zu hoeren...

gut Ton!
ullli

Re: (Technik) Hören

: Ich weiss es naemlich nicht, und suche jetzt schon seit Jahren.
: Also, wer hat schon mal davon gehoert, und kann weiterhelfen???

hi Ullli,
habe mal geschaut im Spiegelarchiv...aber deinen Artikel hab ich nicht gefunden...leider :-( Ich sehe mal im Stern nach ok?

habe aber was anderes interessantes gefunden:
"Ich wollte leben wie Elvis"

Der amerikanische Popstar Bruce Springsteen über die Idole seiner
Jugend, seine Wandlung vom Rocker zum Familienvater und die
CD-Box "Tracks" mit bislang unveröffentlichten Songs aus den
vergangenen 25 Jahren

SPIEGEL: Mr. Springsteen, drei Jahre nach Ihrer letzten Platte
präsentieren Sie nun eine Vier-CD-Box mit den Resten vergangener
Jahrzehnte. So was erscheint gewöhnlich erst, wenn Musiker ihre
Karriere beendet haben oder gestorben sind. Muß man sich Sorgen
machen?

Springsteen: Keine Angst, ich lebe, und ich bin auch noch nicht in
Rente. Begreifen Sie die Box doch einfach als Moment der
Selbstreflexion. Mein erstes Album ist vor einem Vierteljahrhundert
erschienen, das Jahrtausend neigt sich dem Ende zu ­ ein guter
Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme. "Tracks" ist so was wie die
AlternativVersion meines Lebens.

SPIEGEL: Was haben Sie an der Originalversion auszusetzen? Ihre
Songs über die kleinen Leute haben Sie immerhin zu einem der
erfolgreichsten Musiker der Popgeschichte gemacht.

Springsteen: Vergessen Sie nicht, daß ich 35 war, als ich 1984 mit
"Born in the U.S.A." zum erstenmal wirklich großen Erfolg hat-

Das Gespräch führten Christoph Dallach und Lothar Gorris.

te. Mir war immer klar, daß es im Pop um Größe geht, darum, am
Himmel kratzen zu wollen. Als ich von einer einzigen Platte 20
Millionen Stück verkaufte, hat sich für mich ein Traum erfüllt.
Verkaufszahlen sind kein schlechter Maßstab, um Grenzen abstecken
zu können: Wie gewaltig kann sich eine Karriere noch entwickeln?
Und wieviel Karriere erträgt ein Künstler?

SPIEGEL: Haben sich nicht gerade die größten Stars der
Popgeschichte nie um diese Grenzen geschert?

Springsteen: Stimmt. Die Idole meiner Jugend hießen Frank Sinatra,
Bob Dylan, Elvis Presley. Ich habe als junger Bursche im Autoradio
Elvis gehört und ihn geliebt, weil seine Musik mir eine Vorstellung
davon gab, wie ein Leben aussehen kann ­ und das war auf jeden
Fall besser als das, was ich damals vor mir zu haben schien.

SPIEGEL: Ein Kleine-Leute-Leben. Und wodurch haben Sie es
geschafft, selbst ein Rock'n'Roll-Star zu werden?

Springsteen: Durch Arbeit ­ und durch meine Mutter. Während mein
Vater seine Jobs öfter wechselte als seine Hemden, hat sie ihr Leben
lang als Sekretärin gearbeitet und war nur einen Tag krank. Ein
mieser Job, den sie da hatte, trotzdem wollte sie ihn so gut machen,
wie es nur ging. Morgens, wenn sie sich für die Arbeit schön machte,
hörte ich immer die Geräusche aus dem Badezimmer: Parfümflaschen,
die auf den Waschtisch gestellt werden, das Wasser, das aus dem
Hahn fließt, und wenn sie dann zum Frühstück herunterkam, sah sie
wunderschön aus, duftete frisch und sprühte vor Energie. Das
rhythmische Klacken ihrer hohen Absätze auf dem Asphalt, wenn sie
das Haus verließ, habe ich heute noch in den Ohren, und es weckt in
mir auch jetzt ein Gefühl von Sicherheit, von Stolz und Stärke. Sie
hat mich vor der Verzweiflung meines Vaters gerettet. Und sie hat
mir auch meine erste elektrische Gitarre gekauft ­ für 60 Dollar, eine
Menge Geld für jemanden, der keins hat.

SPIEGEL: Warum mußte es ausgerechnet die Gitarre sein?

Springsteen: Weil eine Gitarre Macht und Magie hat. Da, wo ich in
New Jersey aufwuchs, gab es sehr heftige Rassenkonflikte. Unter der
Woche schlugen sich die Jungs in den Toilettenräumen der
High-School regelmäßig die Köpfe ein. Und genauso regelmäßig
tanzten sie Samstag nachts gemeinsam in den Clubs zur Musik von
Smokey Robinson, den Temptations und den Supremes. Diesem
Versprechen, daß Popmusik für alle da ist, konnte ich mich nicht
entziehen.

SPIEGEL: Und ein paar Jahre später, 1974, schrieb Ihr späterer
Manager Jon Landau, der damals noch als Musikjournalist arbeitete,
in einer Konzertkritik: "Ich habe die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen,
und ihr Name ist Bruce Springsteen." Wie denken Sie heute über
diesen legendären Satz?

Springsteen: Ich verdanke Jon sehr viel, vor allem für das, was er
als Freund für mich getan hat. Sein Spruch damals aber war schon
ein bißchen ärgerlich. Ich erinnere mich genau, wie ich 1975 zum
ersten- mal in London auftreten sollte. Überall in der Stadt hingen
Riesenplakate: "Die Zukunft des Rock'n'Roll". Und auch die Halle war
zuplakatiert. Ich bin so wütend geworden, daß ich eigenhändig alle
Poster abriß. Natürlich wollte ich die Zukunft des Rock'n'Roll sein,
aber mir wäre es lieber gewesen, die Leute schauen sich erst meine
Konzerte an und kommen dann von allein auf die Idee.

SPIEGEL: Damals waren Sie gleichzeitig auf dem Cover von "Time"
und "Newsweek".

Springsteen: Und hatte zum erstenmal Angst. Angst, vor einem
großen Publikum zu versagen; Angst, von der nächsten Mode
ausradiert zu werden. Aber ich war ein Junge mit Biß, und wenn die
beiden größten Magazine des Landes anrufen, weil ihnen gefällt, was
du da in New Jersey machst, dann sagst du nicht ab ­ oder du bist
falsch in diesem Job. Mein Vater sagte damals: "Besser du auf dem
Cover als der Präsident". Danach verlief meine Karriere wie eine
Achterbahn: Ich war die große Entdeckung, der Geheimtip, doch ein
früherer Manager sorgte dafür, daß ich erst mal keine Platten
produzieren konnte. Diesen Irrsinn übersteht man nur, in- dem man
sich mit Menschen umgibt, die einen in der Realität halten: Freunde
und Familie. Und meine Familie war damals die E-Street Band.

SPIEGEL: Die Band haben Sie vor ein paar Jahren entlassen. Gefällt
Ihnen Ihr Leben mit Ehefrau und Kindern?

Springsteen: Das ist auch ein sehr schöner Job, für den ich nun
endlich reif bin. Ich habe es lange nicht geschafft, zu Hause das
Rock'n'Roll-Leben abzustreifen. Ich wurde melancholisch und wütend,
weil ich das Gefühl hatte, eingesperrt zu sein. Das hat mich einiges
gekostet: meine erste Ehe, eine Menge Nerven und noch mehr
Therapiesitzungen für 200 Dollar die Stunde. Mit 25 glaubst du, dir
gehört die Welt, die Verantwortung müssen die alten Knacker über 30
tragen. Aber plötzlich bist du 40, und wenn man dann immer noch
keine Ordnung in sein Leben gebracht hat, dann sieht es böse aus.

SPIEGEL: Sind Sie deswegen Ende der achtziger Jahren nach Los
Angeles an die Westküste gezogen?

Springsteen: Zu Hause in New Jersey fühlte ich mich beobachtet,
ich brauchte ein wenig Ruhe zum Nachdenken. Los Angeles ist ein
perfekter Ort, um sich neu zu erfinden: glamourös und wunderbar
anonym. Eines Tages kam meine zweite Frau Patti von einem
Schönheitssalon nach Hause und erzählte, daß sie dort eine nette,
ältere Dame kennengelernt habe und wir zum Dinner eingeladen
seien. Ich hatte keine Lust, aber Patti hat mich trotzdem
mitgeschleppt. Wir kamen zu einem prachtvollen Haus, und Pattis
neue Freundin empfing uns. Wir wechselten ein paar Worte, bis mir
schließlich jemand auf die Schulter tippte. Ich drehte mich um, und
Frank Sinatra sagte zu mir: "Wurde auch langsam Zeit!"

SPIEGEL: Hat es Ihre Fans nicht irritiert, daß der Junge aus New
Jersey der Heimat den Rücken kehrt, um sich für viele Millionen Dollar
eine Villa in Beverly Hills zu kaufen?

Springsteen: Ich bin kein Heiliger. Außerdem: Wer anfängt, ein
Klischee zu leben, hat verloren. Den größten Teil meines Lebens war
ich pleite. Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie sich Luxus und
totale Verschwendung anfühlen. Solch einen Palast zu kaufen und
sich keine Gedanken um den Preis machen zu müssen ­ das ist ein
erhebendes Gefühl. Viel besser noch, als ein Auto zu kaufen.

SPIEGEL: Lange haben Sie es nicht ausgehalten.

Springsteen: Irgendwann bekam ich Depressionen, wenn ich vor die
Tür ging. Los Angeles ist voll mit alten Männern, die in ihrem Leben
viel Geld verdient, aber sonst nichts zustande gebracht haben. Wenn
sie nicht in ihren Häusern hocken und stumpf den Panoramablick
genießen, hängen sie traurig in Bars herum und starren 20jährigen
Mädchen auf den Hintern. Jugend ist nicht endlos dehnbar.
Nirgendwo kapiert man das so gründlich wie in Los Angeles.

SPIEGEL: Nun, mit 49, leben Sie wieder in New Jersey, über das Sie
Ihre berühmtesten Songs geschrieben haben ­ und haben für das
CD-Viererpack "Tracks" Inventur in Ihrem Lebenswerk gemacht.

Springsteen: Für "Tracks" habe ich nur einen Bruchteil der
Aufnahmen ausgewählt. Es sind immer noch fast 300 übrig, vielleicht
mehr. Aber die meisten davon sollten besser nie veröffentlicht
werden. Sie lagern gut versteckt in einem Bergwerk, das meine
Plattenfirma zum Archiv umgebaut hat.

SPIEGEL: Wann landet ein Song im Schacht statt auf Platte?

Springsteen: Die wenigsten Songs, die ich schreibe, nehme ich auch
auf. Wenn ich dann ein Album zusammenpuzzeln muß, beginnt die
Zeit der großen Zweifel: Singe ich gut genug? Was hat die Band da
bloß wieder verbrochen? Der letzte Vers ist doch Mist! Und schon
muß der Song ins Bergwerk.

SPIEGEL: Waren Sie überrascht von dem, was Sie im Archiv
aufstöberten?

Springsteen: Bei einigen Songs hätte ich auf die Bibel schwören
können, daß sie nicht von mir sind.

SPIEGEL: Auf "Tracks" findet sich auch eine frühe, sehr düstere
Version Ihres größten Hits "Born in the U.S.A.". Warum haben Sie sich
damals gegen diese Version entschieden?

Springsteen: "Born in the U.S.A." war mein erster Versuch, einen
Song über den Vietnamkrieg zu schreiben. Ich war so unsicher, daß
ich nicht nur mehrere Versionen aufnahm, sondern mich sogar
entschied, den Song überhaupt nicht zu veröffentlichen ­ doch dann
schickte ich meinem Manager eine Kassette, um ihn nach seiner
Meinung zu fragen.

SPIEGEL: Und so kam der Song doch heraus und war sensationell
erfolgreich, bescherte Ihnen aber auch viel Kritik. Hat es Sie
geärgert, daß Ihr Lied über die Schattenseiten des amerikanischen
Traums zur patriotischen Hymne umgedeutet wurde?

Springsteen: Eins habe ich gelernt: Ein Popsong steht und fällt mit
dem Refrain. Schon deshalb ist es immer schwierig, Pop und Politik zu
mischen ­ man begibt sich zwangsläufig aufs Glatteis. Daß ich in
"Born in the U.S.A." die Geschichte eines desillusionierten
Vietnam-Heimkehrers erzähle, hat kaum einer bemerkt, und, ehrlich
gesagt, für den Verkaufserfolg war das eher nützlich. Warum sollte
ich mich also ärgern?

SPIEGEL: Haben Sie sich deshalb in Ihrer langen Karriere so selten
über Politiker geäußert?

Springsteen: Meine Songs sind nur dann wirklich gut, wenn ich über
das schreibe, womit ich mich auskenne. Sie handeln von vergeudeten
Leben, von der Unwirtlichkeit dieser Welt und von Leuten, die 40
oder 50 Jahre ihres Lebens gearbeitet haben, bis schließlich jemand
kommt und ihnen sagt: Das war es. Und davon gibt es sehr viele in
diesem Land. Ich sehe keinen Politiker, der zu ihnen hält.

SPIEGEL: Auch der Wirbel um Bill Clinton kann Sie nicht aus der
Reserve locken?

Springsteen: Nein. Das ist mir alles zu dämlich.

SPIEGEL: Und auf Ihrer Farm in New Jersey führen Sie mit Ihrer
Familie das politikferne Leben eines zufriedenen Steuerzahlers?

Springsteen: Ich bin dort so eine Art Weihnachtsmann am Nordpol.
Wir wohnen nur wenige Meilen entfernt von dem Ort, in dem ich
aufgewachsen bin. Unsere ganze Familie ­ Eltern, Tanten, Onkel,
Cousinen, Großeltern ­ lebte dort in einer kleinen Straße. Das kann
anstrengend sein, auf Dauer aber ist es wunderschön, und natürlich
zeige ich meinen Kindern sooft wie möglich, wo ich herkomme. Wenn
ich

* Bei der Beerdigung von Frank Sinatra.

sie dann ins Auto packe, stöhnt Patti leise: "O Gott, schon wieder die
Two-Cents-Tour!"

SPIEGEL: Ihren Job als Musiker haben Sie auf ein Minimum reduziert.
Führen Sie statt dessen den Haushalt?

Springsteen: Das komplette Programm. Ich mache das Frühstück,
bringe die Kinder in die Schule, fahre samstags zum Einkaufen in den
Supermarkt. Glauben Sie mir, für einen Musiker ist es verdammt hart,
jeden Tag um sieben in der Früh aufzustehen. Aber meine Frau
zwingt mich dazu, obwohl wir eigentlich einen ganz anderen Deal
verabredet hatten. Ich als Nachtmensch sollte mich nachts um die
Babys kümmern, sie mußte morgens aufstehen. Aber das war wohl
etwas ungerecht geworden: Die Kinder schlafen schon lange durch.

SPIEGEL: Das Rock'n'Roll-Leben vermissen Sie nicht?

Springsteen: Weniger, als man annehmen könnte. Was die
Freizeitgestaltung betrifft, war ich nie der typische Rock'n'Roller.

SPIEGEL: Kein Sex, keine Drogen?

Springsteen: Okay, ein bißchen Sex, aber absolut keine Drogen.
Niemals. Ich weiß, daß mir das niemand glaubt, aber ich habe meinen
Job viel zu ernst genommen, um mit einem Kater auf die Bühne zu
gehen. Ich bin immer in Topform, und das ist die Garantie, die jeder
Fan von mir erwarten kann. Ich habe eine Chance bekommen und sie
genutzt. Und wenn irgendeiner meint "Glück gehabt, Bruce", werde
ich wirklich böse.

SPIEGEL: Mr. Springsteen, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Re: (Technik) Hören


: Beisewei:
: Als bloss E-Basser habe ich die voellig fertigmachende Wirkung von ploetzlicher verstaerkung erfahren.
: Ich habe immer unverstaerkt geprobt, und ploetzlich, nach 'nem Jahr oder so, dann mal mit amp probiert. DS KLINGT ALLES voellig FEHLINTONIERT - vor allem: Auch auf dem Fretted!

Hi ullli!

In dieser Form kannte ich das jetzt nicht. Es könnte damit zusammenhängen, daß Du beim akustischen Spiel, um Lautstärke zu erzielen, fester als normal anschlägst und dabei unwillkürlich auch mit der linken etwas verkrampfst. Wenn man "links" nicht locker ist, dann spielt man schonmal unbewußt Bendings.

Daß das schief klingt, hört man vielleicht wiederum verstärkt besser.

Gruß´
Bernd

Re: (Technik) Hören

high, bernd,

die Moeglichkeit habe ich natuerlich in Betracht gezogen, dass ich mich eben auf die falschen Toene so geeicht habe, dass die richtigen ploetzlich falsch klingen. Sicher zum Teil der Grund... Problemas: auch die Leersaiten spielen verruckt!! Ich glaube, dass ist wirklich eher den voelig verschiedenen Ober?Untertoenen geschuldet, den eigentlichen Grundton hoere ich ja trocken kaum... aber was da nun genau abgeht, begreife ich eben nicht!

gut Ton!
ullli

Re: (Technik) Hören


high, saidy,

das war a)

very interessant, (bin ja gerade in einer Unterrichtseinheit, werde es demnaext in Ruhe lesen!)

b)

auch very interessant, weil ich wirklich dachte, es waere im spiegel gewesen (ist auch echt schon Jahre her) aber es kann natuerlich (call me Mr. alzheimer) auch der Stern gewesen sein, und ausserdem weiss man ja wie sehr der Mensch in der erinnerung zur verklaerung neigt (jedenfalls, wenn er ullli heisst!...) - koenn6te a;lso sein, dass es letztlich ein bisschen anders war... ;-))

Allerding, wenn es im Stern war, muss ich natuerlich die definition mit dem "serioes" zurueckziehen!! ;-]]

wie kommst, dass Du da rein darfst?
Glueckliches, aber das ist bestimmt, wie immer, eine Sache es Standpunktes, gelle?

gut Ton!
ullli

mach mal nen Test

Wenn sich die Leersaiten schief anhören????

Überprüf doch mal die Tonhöhe dann wenn es nach Deinen Ohren stimmt mit einem Stimmgerät. Manchmal klingen Saiten auch falsch wenn sie kaputt sind. Dann stimmt vielleicht das A auf dem 5. Bund aber nicht die leere E-Saite.

was wir immerschon wußten aber nun schwarz auf weiß haben


Hi, Ullli

hab im Stern zwar auch nicht genau das was du meinst gefunden..aber dafür was anderes interessantes ;-))

Musik als Medizin

Klänge und Rhythmen heilen. Sie lindern Schmerzen auf dem Zahnarztstuhl,
entspannen vorm Narkoseschlaf, geben Neugeborenen in den ersten kritischen
Lebenstagen Kraft und bremsen den geistigen Verfall von Alzheimer-Patienten.
Forscher ergründen, wie das Gehirn auf Töne und Takte reagiert

Drei Jahre ist Nathalie alt. Zuckend liegt ihr kleiner Körper im Gitterbett. Nathalie wurde
mit einem Wasserkopf geboren, und der Druck in ihrem Schädel hat Teile des Gehirns
für immer zerstört. Ein paar Tage zuvor mußte ein Beatmungstubus gelegt werden, um
die Kleine vor dem Erstikken zu retten. Doch gegen den Fremdkörper in ihrer Luftröhre
wehrt sie sich mit Händen und Füßen. Natürlich könnte Nathalie mit starken
Medikamenten ruhiggestellt werden. Aber im New Yorker Beth Israel Medical Center
setzen die Ärzte statt dessen möglichst oft auf eine sanfte Alternative.

Trüge sie nicht einen weißen Kittel, könnte man Dr. Joanne Loewy bei ihrer Arbeit für
eine Schamanin halten. Ganz nah senkt sie ihren Kopf zu der zuckenden kleinen
Patientin herunter. Ab und zu schlägt die Therapeutin metallene Klangstäbe in ihren
Händen an und führt sie in langsam kreisenden Bewegungen über das Bett. Nathalie
taucht in ein Bad aus Tönen ein und beruhigt sich ein wenig, wenn der Klang von der
rechten unteren Ecke ihres Betts zu ihr strömt.

Dort stellt Joanne Loewy nun eine Holztrommel auf und schlägt sie mit wechselnden
Rhythmen. Plötzlich ist Nathalie wie umgewandelt. Ihre Muskeln entkrampfen sich, und
wie der Überwachungsmonitor zeigt, sinkt die Herzfrequenz. Ruhig atmend liegt die
Kleine in ihrem Bett und bleibt weiter vollkommen entspannt, nachdem die Therapeutin
sie zärtlich gestreichelt hat und aus dem Zimmer gegangen ist.

'Sieht aus wie Hexerei, nicht wahr?' sagt Joanne Loewy. Behandlungen und auch -
zumindest zeitweilige - Erfolge wie bei der kleinen Nathalie sind für die amerikanische
Musiktherapeutin zur täglichen Routine geworden. Drei Studien laufen unter ihrer
Leitung derzeit im Beth Israel Medical Center, um zu untersuchen, wie Kindern, die
unter Aids, Leukämie, Asthma oder schweren Hirnschäden leiden, das Leben im
Krankenhaus mit Musik leichter gemacht werden kann. Dabei geht es nicht nur um
eine Verbesserung ihres seelischen Befindens - und das wäre schon viel. Neuere
Forschungen beweisen, daß Rhythmen und Klänge - wie bei der kleinen Nathalie -
direkt auf das Gehirn wirken können und damit auch auf die Körperprozesse, die von
diesem Zentralorgan gesteuert werden.

In den USA, aber zunehmend auch in Deutschland, untersuchen Forschergruppen
derzeit intensiv die seit Jahrtausenden bekannte heilende Macht der Musik mit den
Methoden der modernen Forschung. Während die Musiktherapie lange vor allem als
Werkzeug der Psychologen gesehen wurde und nicht selten vom Nebel esoterischer
Spintisiererei umhüllt war, reicht das Spektrum therapeutischer Anwendungen von
Klängen und Rhythmen inzwischen von der Stabilisierung der kleinen Patienten auf
Frühgeborenen-Stationen per Wiegenlied aus dem Mini-Walkman über die
Schmerzunterdrückung im Zahnarztstuhl oder Kreißsaal bis hin zur Rehabilitation von
Schlaganfall-Patienten. Und selbst bei immer noch unheilbaren Leiden wie der
Alzheimerschen Krankheit kann die Musik offenbar helfen, den unaufhaltsamen
geistigen Verfall zu bremsen.

Einer der Pioniere des therapeutischen Einsatzes der Musik ist der Lüdenscheider
Anästhesist und Schmerzarzt Dr. Ralph Spintge vom Sportkrankenhaus Hellersen. Dort
sind inzwischen zum Beispiel nicht nur Krankenzimmer, sondern auch der gesamte
Operationstrakt ebenso selbstverständlich mit 'Musikstationen' wie mit
Sauerstoffanschlüssen ausgerüstet. Aus sechs Kanälen vom wummernden Techno
über swingenden Big-Band-Sound bis zur getragenen Klassik können die Patienten
wählen, welche Klänge sie etwa bei einer Operation mit lokaler Anästhesie hören
wollen. Denn auch im OP darf der Kopfhörer aufbehalten werden. Und die meisten
Chirurgen haben mittlerweile ebenfalls gemerkt, daß mit Musik alles bessergeht: Bei
einer Studie der State University of New York in Buffalo blieben die Operateure dann
am entspanntesten, wenn sie Musik nach eigenem Gusto hören konnten - Blutdruck
und Herzfrequenz stiegen trotz kniffliger Aufgaben kaum über den Ruhepegel.

'Nach nur vier Jahren hatten wir die Kosten für unsere Musikinvestitionen schon wieder
eingespart', sagt Ralph Spintge. So sank etwa die für die OP-Patienten erforderliche
Dosis von Beruhigungsmitteln vor einem Eingriff um bis zu 50 Prozent. Und da die
meisten Patienten mit Musik insgesamt entspannter sind und Untersuchungen wie
Eingriffe gelassener erdulden, kommt es zudem seltener zu Komplikationen nach
Operationen, und der Aufenthalt im Krankenhaus kann in vielen Fällen verkürzt werden.

Spintge, neben seiner Arbeit als Arzt in Lüdenscheid Gastprofessor am Institut für
Musikforschung der University of Texas in San Antonio, befaßt sich nicht nur als
Praktiker mit dem Einfluß der Musik auf den Menschen. 'Die entscheidende Frage ist
noch immer unbeantwortet', sagt der Mediziner. 'Warum ist Musik überhaupt im
therapeutischen Sinne wirksam?' Erst wenn klar ist, welche Eigenschaften der Musik
den menschlichen Organismus und dabei vor allem das Gehirn beeinflussen, wird es
möglich sein, sie noch gezielter als bisher gegen bestimmte Leiden einzusetzen.

Nach seinen bisherigen Forschungen und klinischen Beobachtungen vermutet Ralph
Spintge, daß der Rhythmus die entscheidende therapeutische Verbindung zwischen
Musik und Medizin schafft. 'Musik sehe ich als Folge der inneren Rhythmen des
Menschen vom Herzschlag über die Atmung bis hin zu den verschiedenen Zyklen der
Hirnaktivität. Umgekehrt ist es darum wohl auch der Rhythmus, der unseren
Organismus am nachhaltigsten von außen beeinflussen kann.' Obwohl die
Grundlagenforschung noch großen Nachholbedarf hat, gibt es schon Beispiele, wie
solche Rhythmus-Steuerungen eingesetzt werden können: So wurden für das Personal
in verbunkerten Raketensilos, auf Atom-U-Booten und auch für die Kosmonauten auf
der russischen Raumstation Mir spezielle Musikprogramme entworfen, die den
Schlaf-Wach-Rhythmus auf ein gesundes Maß regeln können. Zusammen mit
Mathematikern und Physikern versucht Spintge, aus seinen Meßdaten zu ergründen,
welche biologischen Metronome in uns tikken und wie sie die Medizin verstellen kann.

Als ein erstes Ergebnis komplizierter Compu terrechnungen - zur Beschreibung des
schlagenden menschlichen Herzens werden sogar von Astronomen entwickelte
mathematische Modelle für Pulsar-Sterne herangezogen - zeichnet sich dabei eine
ziemlich einfache Regel ab: Im entspannten und schmerzfreien Zustand eines
Patienten macht dessen Herzfrequenz über die Zeit einen sanften Wechsel durch. Bei
Angst, Schmerzen oder sonstigem Streß dagegen 'friert' der Herzrhythmus offenbar auf
eine feste Frequenz ein. Das hat wichtige Folgen für den Einsatz von
Entspannungsmusik: Wollte man die Herzfrequenz zum Beispiel bei einem
infarktgefährdeten Patienten durch ein gleichmäßig tickendes Metronom absenken,
könnte das erheblich schaden. Wird einem solchen Kranken dagegen ein speziell
zusammengestellter Musik-mix mit wechselnden Rhythmen angeboten, kann sich der
Herzschlag frei ankoppeln und insgesamt beruhigen.

Bei Imme Krämer ist die heilsame Wirkung einer so konzipierten Musiktherapie bereits
meßbar. Die Frankfurterin leidet an einer seltenen, schmerzhaften und bislang kaum
behandelbaren erblichen Bindegewebserschlaffung, die auch innere Organe wie das
Herz beeinträchtigt. Drei kleinere Infarkte hat Imme Krämer bereits hinter sich. Deshalb
ist tägliche Entspannung für die 48jährige überlebenswichtig. Als sie zur Behandlung in
das Schmerzzentrum von Ralph Spintge nach Lüdenscheid kam, zeigten Messungen
der Muskelaktivität, daß die Patientin noch nach 15 Minuten streßlösender Berieselung
aus dem Kopfhörer auf Hochtouren lief. Nach drei Wochen Behandlung mit Spintges
'anxioalgolytischer' (angst- und schmerzlösender) Musik kann sie sich nun schon nach
etwa fünf Minuten Musiktherapie vollkommen entspannen.

Daß der Rhythmus die entscheidende therapeutische Komponente der Musik ist,
vermutet auch Professor Michael Thaut. Der gebürtige Hamburger und Direktor des
Zentrums für biomedizinische Musikforschung und Neuro-Rehabilitation an der Colorado
State University in Fort Collins untersucht vor allem die Wirkung von vorgegebenen
Rhythmen auf den Bewegungsapparat. Tänzer haben immer gewußt, daß Musik 'in die
Beine gehen' kann.

Doch erst vor kurzem haben Wissenschaftler begonnen, die physiologischen
Mechanismen zu entschlüsseln, die das Gehör mit dem motorischen System des
Menschen verbinden. 'Erst ausgereifte Computertechnik, die es uns heute gestattet,
exakt definierte Töne und Rhythmen zu erzeugen und die Videoaufzeichnungen von
Bewegungen unserer Probanden noch auf kleinste Veränderungen zu untersuchen, hat
solche Messungen überhaupt möglich gemacht', sagt Thaut.

Der Gehörsinn ist beim Menschen besser noch als das Auge ausgebildet,
Informationen schnell aufzunehmen und zu analysieren. Denn zu Urzeiten sicherten vor
allem gute Ohren das Überleben, vermuten Evolutionsbiologen: Nur wer schon durch
Blätterrascheln und das Knacken von Zweigen auf einen heranschleichenden
Berglöwen oder Säbelzahntiger aufmerksam wurde und schnell genug orten konnte,
aus welcher Richtung die Gefahr drohte, hatte gute Chancen zu entkommen.

Eine der Grundfähigkeiten des Gehörs ist die Wahrnehmung von Rhythmen, beim
Embryo etwa des Herzschlags der Mutter. Michael Thauts Arbeitsgruppe in Fort Collins
entdeckte, daß das menschliche Gehirn extrem schnell in der Lage ist, einen von
außen vorgegebenen Rhythmus aufzunehmen und in Bewegung umzusetzen. So
mußten etwa gesunde Probanden ihre Hände zwischen zwei markierten Punkten
möglichst gleichmäßig hin und her bewegen. Durch elektrische Kontakte an Fingern
und Zielpunkten und eine Computeranalyse der per Video aufgenommenen
Bewegungen konnten die Rhythmus-Forscher aus Fort Collins kontrollieren, wie gut die
Versuchspersonen ihre Aufgabe erfüllten. Gab ein Metronom den Takt vor, paßte das
Gehirn die Bewegung der Probanden sofort an. Die Treffgenauigkeit stieg, und die
Bewegung zwischen den beiden Zielpunkten wurde erheblich gleichmäßiger. 'Ein
vorgegebener Rhythmus hat auf unsere vom Gehirn gesteuerte Motorik offenbar eine
sehr starke Anziehungskraft', sagt Michael Thaut.

Für einen Gesunden ist das nicht weiter wichtig, es sei denn, eine Kompanie Soldaten
soll per Tschingderassabumm zum Gleichschritt animiert werden. Aus medizinischer
Sicht war für Thaut jedoch die wichtigste Frage, ob dieser anregende Mechanismus
etwa auch bei Menschen mit Hirnschäden funktionieren würde. Vielen
Schlaganfall-Patienten oder auch Parkinson-Kranken bereitet es schon erhebliche
Probleme, die Füße Schritt für Schritt zu heben oder ihren Gang so zu koordinieren,
daß sie eine Kurve laufen können. Thauts Arbeitsgruppe kam zu erstaunlichen
Ergebnissen. Schlaganfall-Patienten zum Beispiel, die ihre Füße normalerweise nicht
mehr vom Boden hoch brachten, konnten bei Musik mit passendem Rhythmus fast
wieder so gut laufen wie vor ihrer Erkrankung. Die Messungen zeigen dabei, daß diese
Verbesserung des Gangs unmittelbar eintritt, so als hätte jemand einen unsichtbaren
Schalter umgelegt. 'Die Patienten lernen das Gehen demnach nicht wieder', erläutert
Thaut, 'sondern durch den vorgegebenen Rhythmus paßt sich ihr Gehirn sofort an und
verändert die Bewegung.'

So marschieren Schlaganfall-Patienten in US-Rehabilitations-Krankenhäusern
inzwischen zu Militärmusik vom Walkman, weil ein einfacher Zweiviertel- oder
Viervierteltakt das Gehirn erfahrungsgemäß besonders gut stimuliert. Ziel der
Behandlung ist es, daß die Kranken den Rhythmus 'internalisieren' und ihn dadurch
nach Bedarf für ihr inneres Ohr abrufen können. So können sie ihre Bewegungen nach
und nach auch ohne Musik normalisieren. Wie Folgeuntersuchungen zudem zeigten,
verbessert sich das motorische Koordinationsvermögen eines so trainierten Gehirns
auch auf Dauer.

W elche Wunder die Musik selbst bei unheilbar Kranken wirken kann, zeigt das
Beispiel einer inzwischen verstorbenen Patientin im New Yorker Beth Abraham
Pflegeheim. Als sie bereits so schwer an der Parkinsonschen Krankheit litt, daß sie
die meiste Zeit des Tages wie eingefroren völlig bewegungslos blieb, konnte sie
trotzdem noch Klavier spielen. Vor allem die Werke ihres Lieblingskomponisten
Frederic Chopin. Stundenlang saß sie am Klavier, während ihr Leiden wie ausgelöscht
schien. Und selbst wenn sie sich ihr Lieblingsstück, die Klavierfantasie in f-moll, nur
vorstellte, reagierte ihr Körper. 'Es reichte schließlich, ihr Opus 49 zuzurufen, um sie
sofort aus ihrer Lähmung zu lösen', erinnert sich Concetta Tomaino, die Direktorin des
musiktherapeutischen Programms am Beth Abraham Hospital. 'Die Musik scheint das
letzte zu sein, was einem Menschen bleibt.'

Aus ihrer klinischen Praxis fasziniert Concetta Tomaino besonders die Fähigkeit der
Musik, Erinnerungen in Patienten hervorzurufen, die ohne den Reiz von Melodien und
Rhythmen verschüttet bleiben. 'Wir beobachten zum Beispiel Alzheimer-Patienten,
deren Gedächtnis fast völlig verloren scheint. Aber dann spiele ich für sie ein
Musikstück, das sie etwa aus ihrer Jugend kennen, und plötzlich sind all die damit
verbundenen Erinnerungen an Orte und Menschen wieder wach.'

Noch sind solche Phänomene nicht völlig geklärt. Wichtig scheint aber zu sein, daß
die Musik fast das gesamte menschliche Gehirn aktivieren kann. Concetta Tomaino,
die mit Neurologen und Hirnforschern vom New Yorker Albert Einstein College of
Medicine zusammenarbeitet, vermutet, daß das Gehirn durch die musikalische
'Totalstimulation' selbst bei Alzheimer-Kranken in der Lage ist, die Funktion
geschädigter Regionen durch musikalisch aktivierte 'Umleitungen' zumindest teilweise
zu ersetzen.

Diese 'neuronale Plastizität' des Gehirns führt auch bei manchen
Schlaganfall-Patienten zu erstaunlichen Phänomenen. So können einige der Kranken
zwar nicht mehr sprechen, wohl aber noch einigermaßen singen. Denn Sprache und
Gesang werden über unterschiedliche Hirnregionen gesteuert. Dabei gelingt es in
Einzelfällen sogar, über den Gesang die Sprachfunktion nach und nach
wiederherzustellen. 'Auch wenn wir keine Wunder versprechen können, beschreiten wir
hier ein unglaublich faszinierendes Feld therapeutischer Möglichkeiten', sagt Concetta
Tomaino. 'Es scheint vor allem darauf anzukommen, ruhende Neuronen-Netze im
Gehirn durch eine passende Stimulation zu aktivieren. Und genau das kann die Musik
offenbar.'

Die kleine Nathalie taucht in ein Bad von Tönen. Dabei entkrampfen sich die Muskeln
des Kindes

Patienten und Ärzte suchen in der Musik Entspannung. Die Palette der Klänge reicht
von Techno bis zum Big-Band-Sound

Forscher untersuchen das biologische Geheimnis, wie Töne in die Beine gehen

Bei Annie wecken selbsterzeugte Töne die Lebensgeister - trotz Hirnverletzung



Re: (Technik) Hören

Mein Fretless hat Bundmarkierungen (Ahornstreifen - sehr dezent) beim Kontra bring ichs nicht übers Herz.

Ohne Bogen geht beim Kontra sowieso nichts, da hast Du absolut recht (meine Frau hasst gestrichenen Bass :-) ). Nur löst das nicht mein Problem wie ich effektiv das Problem angehen kann. "Üben" als Tipp ist doch ein bischen weitgefasst :-). Trotzdem Danke.

Gruss Manuel


hey, wow

ja, ich zumindest ahnte es immer schon! Sage mal, machen wir uns hier nicht gerade recht strafbar mit dem Abdruck fremder Urhebereine???

Trotxdem, sehr geil, sehr interessant (aber wo zum Teufel war dieser Artikel?)

gut Ton + Tipp!
ullli

alles geheim


: Trotxdem, sehr geil, sehr interessant (aber wo zum Teufel war dieser Artikel?)


: Hi,ullli
der Artikel war im Archiv vom Stern...Ausgabe vom 30.04.1998 Heft 19 ok?


strafbar machen wir uns nicht...ist alles öffentlich ok?

gruß Saidy
NP:Bon Jovi "Bitter Wine"

Re: (Technik) Hören

: Hast Du schon einmal einen Kontrabassisten während des Spielens lächeln gesehen? :-)) Das ist Schwerarbeit!

Ich überlege gerade, wann ich das letzte mal einen E-Bassisten auf der Bühne lächeln sah.....hm... ;-))))


Re: (Technik) Hören

na kommt, Kontrabaß kann super klingen...genau wie jedes andere Instrument...wenn der der das Instrument spielt selbst überzeugt davon ist, daß da nur schöne Töne drin sind...dann kommt das auch rüber...

ich war mal in einem Konzert, da war ein Solo für Kontrabaß drin... der Bassist hat das Stück mit so viel Begeisterung gespielt, daß der Funke sofort zum Publikum übergesprungen ist...der hat zum Schluß mehr Beifall bekommen wie die Sänger!

will sagen, wenn man sein Instrument liebt, bekommt man es auch dazu das es nur "schöne Töne" spielt, das Besondere daran ist..daß die anderen dieses "Gefiedel" sogar schön finden!

Gruß Saidy

Re: (Technik) Hören

Nee, war ja nicht ganz ernst gemeint...
Hier, als kleinen Ausgleich:
Neulich habe ich hier das Dieter Ilg Trio live gesehen: Dieter Ilg, Kontrabaß; Wolfgang Muthspiel, Gitarre; Steve Arguelles, Schlagzeug (fragt mich nicht, wie man den ausspricht). Und Dieter Ilg hat nicht nur wunderschön und virtuos gespielt, sondern die drei haben sich auch öfters angelächelt (manchmal auch gegrinst) - da sprang auch der Funke über, man hat deutlich gemerkt, wie viel Spaß die drei bei der Sache hatten. Und ja, auch der Kontrabassist hat gelächelt!

Johannes

voll durchgetestet

Auf die Saiten habe ich das nun nie geschoben, interessant, aber, ich will das nochmal kurz klarschieben, das Bassspielen war ja mal in meinem frueheren Leben, und als mir das Phaenomen damals deutlich wurde, habe ich wirklich ziemlich viel rumprobiert, auch mit neuen Saiten. Der Trick war ja, dass ich im Vergleich zum Keyboard oder was auch immer definitiv richtig lag, nur es anders empfunden habe!! Es muss tatsaechlich der Unterschied im Klanggefuege sein, der mich so raushaut...

Werde im naechsten Jahr vielleicht mal wieder einsteigen, und dann mal konsequent mit Amp ueben, mal schauen, wat passiert... Im uebrigen habe ich das Phaenomen auch im Studio ein bisschen gehabt, wenn man eine Bassspur ausnahmsweise mal mit Kopfhoerern und nicht mit Speakern abhoert!)

gut Ton!
ullli (PS, ich habe auch sehr selten gelaechelt...)


NP: Pixies!

Re: (Technik) Hören

Hallo Saidy
Da hast Du natürlich vollkommen recht! :-)) Ich hätte natürlich niemals mit Kontrabass angefangen, wenn da nicht hin und wieder auch schöne Töne rauskämen!
Aber im Ernst: Kontrabass spielen ist wirklich Schwerarbeit! Ich habe Ilg auch schon live gesehen und dessen spielerische Leichtigkeit bewundert (natürlich umsomehr weil ich selber weiss wie anstrengend das ist!)
Die CD's "Field Work" und "Folk Songs" des Dieter Ilg Trios sind übrigens ein sehr gutes Beispiel dafür, wie gut moderne Technik (eingesetzt von Muthspiel, Gitarre) mit traditionellen Instrumenten (Kontrabass, Schlagzeug) kombiniert werden können.
Gruss: Chrstoph

Re: (Technik) Hören

: Hallo Christoph
als ich vor langer langer langer Zeit (so vor 100 Jahren etwa...kann mich nicht mehr erinnern ;-)) anfing Cello zu spielen, dachte ich immer...iiiiih so'n dooves Teil, aber dann hat mich meine Mam ins Konzert mitgeschleppt und da hab ich Cello das erste mal so richtig live gehört...das hat mir sehr gefallen und mich angespornt, dieses Instrument zu erlernen.

Heute spiele ich nicht mehr...aber ins Konzert gehe ich immernoch ganz gerne...live ist eben live...ob klassisch oder rock.

Gruß Saidy

NP: Bon Jovi "Hey God"

Re: (Technik) Hören

Hallo Saidy,

bei "Cello" muß ich unweigerlich an Apocalyptica denken. Das ist ein finnisches Celloquartet. Sie haben bisher 2 (oder 3? - müßte ich mal nachsehen) CD's raus. Mir fallen wenigstens "Plays Metallica by Four Cellos" und "Inquisition Symphony" ein. Auf der 2. sind auch Songs von Metallica, Faith No More, Sepultura und Pantera. Sehr hörenswert, wie ich finde. Audio schrieb mal: "...wagen die mutigen Nordlichter erneut den Spagat zwischen Hammer- und Kammermusik" Habe sie mal durch Zufall in Holland live gesehen - war schon ziemlich klasse. Die rocken wirklich. :-)

Man muß sich das in etwa so vorstellen: 4 Stühle auf der Bühne, gute Lightshow und dann 4 Kerle (tw. in Rocker-outfit, tw. im Frack , die ihre Celli einfach mörderisch bearbeiten. Und im Publikum echte Heavy-Fans, die einfach nur abfeiern - hat wirklich Spaß gemacht. Die CD's sollten auch mittlerweile als Nice Price zu haben sein - wenigstens die Metallica-Scheibe.

Hörbeispiele habe ich auch zu bieten:
Hörbeispiel bei JPC

die Seite sieht etwas seltsam aus, es funktioniert aber. :-) Ansonsten einfach unter: http://www.jpc.de/ im Suchfeld "Apocalyptica" (ohne Anführungszeichen) eingeben.

und:
Hörbeispiel Plays Metallica

Hörbeispiel Inquisition Symphony

So...hoffentlich hat das mit den Links geklappt. :-)

Gruß Jochen

NP: Deep Purple - Child in time


Re: (Technik) Hören

: Ich überlege gerade, wann ich das letzte mal einen E-Bassisten auf der Bühne lächeln sah.....hm... ;-))))

Das war letztes Wochenende in Münster, als mich mitten in einem Lauf über's Griffbrett unser Sänger angefallen hat ...