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Equipment...

Tag.

Bevor ich frage, erst ein Hinweis: Nein, ich will sowas im Moment nicht kaufen! Aber immer wenn ich beim Durchblättern von Katalogen auf dieses Zeug stoße, tauchen diese Fragen auf. Zur Sache.

Hat jemand von Euch schon einmal eine Midi-Gitarre bzw. einen Gitarrensynthesizer gespielt? Oder jemanden live gesehen, der das gespielt hat? Hat Euch das auch nur ansatzweise gefallen? Gibt es das Zeug in freier Wildbahn überhaupt? Was sagt die Gewerkschaft der Keyboarder dazu?

Fragen über Fragen

Matthias

Re: Equipment...


:
: Hat jemand von Euch schon einmal eine Midi-Gitarre bzw. einen Gitarrensynthesizer gespielt?

Selbst gespielt? Nein.

: Oder jemanden live gesehen, der das gespielt hat?

Ja, ein paarmal.

: Hat Euch das auch nur ansatzweise gefallen?

Jein. Bei Edeka Meola fand ich es überflüssig (aber das war eigentlich sein ganzes Gitarrenspiel an dem Abend). Er hatte sowas an seiner Akustikgitarre dranhängen und er hat meistens seinen Akustikton mit Synthi gedoppelt, um irgendwelche Weichspülflächen drunterzulegen.
In einem ähnlichen Kontext bei John McLaughlin gefällt es mir hingegen, wie z.B. auf der "Live At The Royal Festival Hall" zu hören ist.
Und dann gibt es Leute wie Robert Fripp, bei denen zum Teil auf einer kompletten Platte kein "richtiger" Gitarrenton mehr zu hören ist. In seinem Fall mag ich das recht gern, weil es in musikalische Konzept paßt. "Pie Jesu" auf meinem Nashorn-Sampler ist ein Beispiel für so was.
Es kommt halt mal wieder drauf an, wie man die Dinger einsetzt. Es kann billig und peinlich wirken, richtig eingesetzt aber auch göttlich :-)

Johannes
(der noch keinen Midi-Pickup an seinem Stick hat)

Re: Equipment...

Tach Matthias

Ich hab einen Freund, der besitzt dieses Roland-Gerät der ersten Generation, da hab ich ein bisschen rumgespielt. Gesteuert wird es - bitte nicht steinigen - über eine Gibson 175 die als Zusatz eine Hexa-PU drauf hat.

Was soll ich sagen? Es gibt zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Er benutzt es als Multieffektgerät, simuliert quasi andere Gitarrentypen damit. Inzwischen gibt es günstigere und einfachere Methoden das gleiche zu erreichen.

Die andere Möglichkeit sind echte Synth-Anwendungen, wo die Gitarre nur noch Steuergerät ist, ähnlich einer k-board Tastatur. Da muss man allerdings schon ein bisschen was über Frequenzen und Sägezahnwellen und andere Scherze wissen. Sonst klingt es schnell nach nix Gescheitem. Ausserdem sind da noch die Tracking-Probleme bei tiefen Tönen. Wenn mann mal ein Blasinstrument gespielt hat, kennt man diesen kleinen Vorhalt den man mit einberrechnen muss. Wenn mann sich schon beim POD über lahmen Attack ärgert - wie ich :-) - dann ist das nix für Vatters Sohn.

Ach ja, und teuer sind sie alle :-)

Gruss Manuel




Re: Equipment...

Hallo Matthias
Vor x Jahren suchten wir in unserer damaligen Blues- Band einen Gitarillo. Einer der "Bewerber" brachte so eine Semiacoustic mit Hex- PU und einen Git. Synthi mit (frag mich nicht, was der bei uns wollte:-)). Damals war das absolut grässlich für mich, da gab es nur meinen Non- Master- Volume- Marshall und die Tele :-)) Mittlerweile sehe ich das anders! Wenn man den Gitarrensynthie als Bereicherung der Klangpalette benutzt, indem man damit eigenständige Sounds kreiert, finde ich das interessant. Mit Trompete- spielenden Gitarren kann ich hingegen so wenig anfangen wie mit Kontrabass- spielenden Keyboards.
Ich hab auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir so einen Synthie zuzulegen. Schlussendlich wollte ich aber nicht meine Gitarre mit einem zusätzlichen PU "verhunzen" und kaufte mir als "Methadonprogramm" einen Electro Harmonix Micro Synthesizer. :-)) Und den benutze ich ziemlich häufig.
Gruss: Christoph

Re: Equipment...

Moinmoin !

: Hat jemand von Euch schon einmal eine Midi-Gitarre bzw. einen Gitarrensynthesizer gespielt? Oder jemanden live gesehen, der das gespielt hat? Hat Euch das auch nur ansatzweise gefallen? Gibt es das Zeug in freier Wildbahn überhaupt?

Eigene Erfahrungen = 0.
Steve Morse benutzt sowas live und ich find's durchaus gut, was er damit macht. Flaechige Sounds unter den Gitarrensound geleget - hat was.
Weiss jemand, wie das Tracking der aktuellen ( gibt's da ueberhaupt was ? ) Systeme aussieht ? Frueher (tm) konnte man bei den tiefen Saiten ja erst 'nen Kaffee kochen bevor ein Ton kam...

: Was sagt die Gewerkschaft der Keyboarder dazu?

Jehova ? Zu Poden mit dem Purchen...

Cheers, O//i

Re: Equipment...

Auch Tach :-))

Jup Matthias, ich hab' mal so'n Teil gehabt (Roland mmmhhh GR-8, oder so) - die Gitarre hat quasi als Midi-Ansteuergerät fungiert. (Nicht zu verwechseln mit diesem VG-8 - das is ja 'n ganz anderes Prinzip).

Genervt ham mich eigentlich zwei Sachen: einmal die Tracking-Zeit (bei langsamen Sachen kann ich ja noch einigermaßen vor dem Beat spielen, aber wenn's schneller wird isses vorbei)und das andere (und dieses Problem haben IMHO auch sehr viele Keyboarder): was nutzt es mir, wenn ich den Sound vonner Mundharmonika habe, aber das ganze auf 'ner Gitarre (bzw. Keyboard) spielen muß? Das hört sich dann eher nach Anfänger-der-Harp-mit-asthmatischen-Aussetzern an. Oder auch Klaviervoicings - da brichste dir auffer Klampfe die Finger.

Klar - es gibt auch Leute, die wollen, daß es sich "komisch" anhört - war aber nicht so mein Ding.

Was halt ganz gut kommt, sind Flächensounds - aber da find ichs bequemer, die auf 'nem Keyboard zu spielen - dazu reichts bei mir grad noch.

Um nicht nur zu mosern: Klasse ist natürlich, daß man mit der midifizierten Gitarre in einen Sequenzer einspielen kann - sei es für die Notation oder zum kompostieren - da kann man mit nachträglichen quantisieren das Trackingproblem ganz gut in den Griff bekommen oder notfalls falsche Töne wieder hinbiegen :-))

Fazit (das gilt für mich): Als Multi-Instrument is die midifizierte Gitarre nix für mich - als "Einspielgerät" für 'nen Sequenzer find ich sie klasse, aber dann zuuuu teuer.

Gruß

Oly

Re: Equipment...

Ja, ich hab vor 11 Jahren mal eine Ibanez mit eingebautem Casio-Teil (Wuääääää!!!) gespielt. Preis ca. 2200,- DM

Vorteil: Es hat in mir einen extremen Kreativitätsschub ausgelöst. Ich hatte nach 3 Stunden probieren 5 neue Lieder für meine damalige Band geschrieben. Hab sie dann aber später mit 'ner normalen Gitarre gespielt, ging auch ;-)

Nachteil: Das Tracking war besch... . Wenn man auch nur einen Tick zu schnell gespielt hat, kam die Klampfe nicht mehr nach. Das ist bei modernen Systemen aber sicher besser.
Wenn's sogar die Gitarre von Al DiMeola mitmacht...

Gruß

Karsten

Re: Jehova, Jehova ;-)))

Hallo Matthias,

es ist so, wie Johannes schon sacht: "Es kommt halt mal wieder drauf an, wie man die Dinger einsetzt."

Ich hab mal eine Midi-Gitarre von Casio durch allerhand 19" Equipmentteufelszeug gejagt und die damit erzeugten Geräusche irgendswie digitalisiert auf Band gebracht.
Name und Funktion der eingesetzten Kisten war mir dabei nur in allergröbsten Umrißen klar. Je nach Peripherie, eingesetzter Software und/oder Spielvermögen/Imagination reichten die Ergebnisse von verblüffend über phänomenal bis abscheulich.

Here are the results:
Für flächige Sounds hervorragend einsetzbar. New Age Sounds ohne Ende, wir sind alle gaaanz tief entspannt. Kann´ze Geld mit machen, wenn´ze wirklich wills. Und ´nen Volumenpedal brauchse auch nichmer.

Hammerharte funky Klavinet-Sounds. Ich sach nur: wie Hohner dammals, einsame Klasse. Klingt, als könntest Du den Text auf Stevie Wonder´s Mohnbrötchen lesen. Der absolute Bringer. Tja, Klavinett(t)öne (ich hasse die RR) haben halt ein dem Gitarrenton ganz ähnliches Ein- und Ausschwingverhalten, daher keine Umstellung der gewohnten Spielweise nötig.

Mit einer Kleinigkeit mehr Gefühl lassen sich auch genauso tolle, sämige bis vollfette Hammondsounds erzielen. Komplett mit Lesley und klanglich in der gleicher Liga wie o.g. Klavinet. Stell dir einfach vor, deine Klampfe hat Sustain bis der Holzleim unter Dorans Sattel voll durchgetrocknet ist... :-)

Dann hat´s sich aber auch, zumindest was es meine Hörgewohnheiten in Sachen "Standard"Keyboardsounds angeht. Eine Klavierimitation klappt auf so einem Ding überhaupt nicht: Du denkst nur daran, eine Saite zu ziehen (hey, wir sind Aussensaiter) und schon vereiert der Ton in unappetitlichster Art und Weise; Du bist also gezwungen, extremst sauber zu spielen, um einen überzeugenden Klavierpart abzuliefern. Ich kann das nicht.

Um alle übrigen bekannten oder nicht ganz so bekannten Instrumente halbwegs überzeugend zu imitieren, mußt Du dich sehr eingehend mit der Klangcharakteristik (Einschwingen, Anhalten, Abschwingen) der gewünschten Instrumententöne beschäftigen.
Saiteninstrumente wie Cello, Bass usw. sind relativ einfach, Blasinstrumente beispielsweise extrem schwer. Das geht zwar auch bis zu einem gewissen Grad, braucht aber einiges an Zeit. Und ist, wie alle vorher genannten Beispiele, natürlich aauch noch erheblich von der Qualität der eingesetzten Samples abhängig.
Mir gefiel diese Midi-Klampfe zumindest für zwei/drei Abende sehr gut, obwohl mir ein Vintage Set Up Paula/Rat/Fender VibroLux (Hallo Jochen, eine schönen Verstärker hast Du da) letztendlich mehr zusagt. Und DM 2.000 plus würde ich auch für das ganze Vergnügen nicht ausgeben wollen.
Interessant ist das schon, aber muß man wirklich alles haben?

Außensaitigst,
Juergen