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(Gitarre) Picking - der effizienteste Weg

Servus miteinander!

Argh - jetzt hab ich einen 2 Seiten Beitrag geschrieben, und dann aus Versehen das Fenster weggecklickt. Hier nochmal die Kurzfassung:

Ich habe beschlossen, wieder erste Schritte auf der Gitarre zu wagen, obwohl der Arm sich noch nicht so anfühlt wie früher - aber das wird er vielleicht auch nicht mehr. Nachdem ich jetzt über 200 Euro in Physiotherapie gesteckt habe ist meine Geduld mit Ärzten & Co langsam am Ende. Mein Gedankengang ist folgender: Irgendwas muß das Ganze Debakel im Arm ja verursacht haben - also evtl. die falsche Pickingtechnik. Ich habe jetzt verschiedene Fachbücher befragt, im Internet gesurft, und jeder sagt was anderes. Beispiele:

Jamey Andreas: "Be careful not to make the motion just from a movement of the wrist, but rather from the ellbow."
Peter Fischer: "Picking sollte aus dem Handgelenk kommen, den Ellbogen möglichst nicht bewegen"
Tuck: "Before discussing wrist motion, I should emphasize that the most important motions to explore first are shoulder and elbow motion. Learn to play entirely with each of these and have it feel and sound good. Then you are conceptually ready to involve the wrist."


So, da werde noch jemand schlau draus. Was sagt ihr?

Ein zweites, was mir die ganze Fachliteratur genauso wenig eindeutig beantworten konnte: Liegt der Unterarm nun auf der Gitarre auf, oder ist er freischwebend? Auch hier scheiden sich die Geister.

Im Archiv habe ich dann immerhin meine dritte Frage, "Handgelenk aufstützen, ja oder nein?" mit Nein beantwortet bekommen. Aber das andere würde mich noch interessieren.

Servus,
Markus

Re: (Gitarre) Picking - der effizienteste Weg

Mojn Markus,

Jamey Andreas: "Be careful not to make the motion just from a movement of the wrist, but rather from the ellbow."
: Peter Fischer: "Picking sollte aus dem Handgelenk kommen, den Ellbogen möglichst nicht bewegen"
: Tuck: "Before discussing wrist motion, I should emphasize that the most important motions to explore first are shoulder and elbow motion. Learn to play entirely with each of these and have it feel and sound good. Then you are conceptually ready to involve the wrist."
:
: So, da werde noch jemand schlau draus. Was sagt ihr?
:
: Ein zweites, was mir die ganze Fachliteratur genauso wenig eindeutig beantworten konnte: Liegt der Unterarm nun auf der Gitarre auf, oder ist er freischwebend? Auch hier scheiden sich die Geister.
:
: Im Archiv habe ich dann immerhin meine dritte Frage, "Handgelenk aufstützen, ja oder nein?" mit Nein beantwortet bekommen. Aber das andere würde mich noch interessieren.


Kein Wunder dass Du verschiedene Antworten bekommst. Weil jeder anders spielt.

Die orthodoxe klassische Haltung ist:
Der Unterarm bewegt sich nicht.
Er liegt nicht auf der Gitarre auf.
Die Hand stützt sich nicht ab.
Logo dass auch kein Pick benutzt wird.

Außer den Klassik/Flamencogitarristen macht das niemand. Sowenig wie die wenigsten den Dauem der Greifhand immer brav hinter dem Hals verschwinden lassen.

Bei allen anderen Stilen sind alle entgegengesetzte Extreme und alles dazwischen üblich und erlaubt. Denk mal an Jeff Healey.

Ich selber spiele nur mit den Fingern und stütze den Handballen auf dem Steg ab, egal was ich spiele. Wenn ich nur mit dem Daumen die Basssaiten bearbeite, liegt der Ringfinger auf der hohen E.

Oder wie sagte schon der große Wes Montgomery: "Nobody told me not to do it."

Also solltest Du Dir die Stellung erarbeiten, die für Deinen Stil passend ist und die Du als ergonomisch und am schonensten empfindest.

Ne schöne Jrooß, Mathias

Re: (Gitarre) Picking - der effizienteste Weg


Hallo Markus,

Mathias hat ja schon so ziemlich das Wichtigste geschrieben - selber kucken, wie es am besten zum eigenen Körper und zum Spielstil passt.

Auch weinn meine Probleme bei der anderen Hand, der Greifhand, lagen, vielleicht hilft Dir mein Senf ein wenig was. Wünschen täte ich es Dir auf jeden Fall.

An der linken Hand habe ich nach einem Bruch den Ringfinger in Richtung Mittelfinger leicht verwachsen - einige Sachen gehen damit eben nicht. Punkt. Also muss ich für mich einen anderen Weg suchen - Fachbücher-Fotos helfen da gar nichts und haben mich eher in die Verzweiflung getrieben. Andere Haltung probiert - geht besser im Sinne von keine Schmerzen. Viele Menschen habe wohl so Finger wie die in der Fachliteratur, ettliche aber nicht, ich gehöre zu den "ettlichen".

Ich hatte am Bass lange Zeit böse Probeleme mit der Greifhand und Sehnenscheidenentzündungen. Mir hat sehr geholfen, beim Spielen darauf zu kucken, dass das Handgelenk möglichst gerade bleibt. Die Sehnen flutschen dann besser durch die Kanäle, keine große Reibung, kein Aua. Und flinker sind sie auch. Vielleicht hilft das ja auch beim Picken mit der rechten Hand, die Belastungen dürften ja ähnlich sein.

Auch wenn es wieder die falsche Hand ist: Es gibt eine recht interessante Studie "Die linke Hand des Gitrarristen", Autor weiß ich nicht, wenn es von allgeimeinem Interesse ist, kann ich gerne zuhause nachkucken. Das Buch ist leider nicht mehr aufgelegt worden, ich habe es in einer Bibliothek gefunden und kopiert, war es mir wert. Ist schon sehr interessant, die Hand anatomisch mal näher kennen zu lernen, gerade unter dem Gesichtspunkt des Gitarren/Bass-Spielers.

Und es geht ja auch noch weiter: Um die Hand in die-und-die "gesunde" Richtung zu bekommen, ist es auch wichtig, wie die Stellung des Rests vom Körpers dieses unterstützt oder überhaupt möglich macht. Ich spiele seither z.B. den Bass uncool hoch hängend, habe aber seither kaum Probleme mit der Hand und Rückenschmerzen sind auch kein Thema mehr.

Also auch eine Überlegung wert, Körperhaltung allgemein.
Vielleicht hast Du ja Deine Zehen im falschen Winkel gespreitzt? :-)

Viele Grüße
Finn

Re: (Gitarre) Picking - der effizienteste Weg

Hallo Markus !


Mit diesem Thema habe ich mich über die Jahre immer wieder beschäftigt. Ich wollt's von Anfang an richtig machen, damit mein Üben halt im höchsten Maße effizient ist.
Jetzt alles aufzählen was ich alles probiert habe, mir immer wieder andere Techniken abgeschaut habe von Profis und auch von diversen anderen Gitarrenkünstlern, würde schlichtweg den Rahmen sprengen.
Nach langem Überlegen, einigen Rückschlägen und irgendwann auch den Gedanken dem Musizieren vollkommen den Rücken zu kehren, habe ich mich all die guten Ratschläge über Board geworfen und spiele jetzt so, daß es mir in der Hauptsache Spass macht. Völlig schnurz ob es um diese oder jene Sache zu spielen eine noch bessere Möglichkeit gibt. Einfach drauflos spielen, schauen das man im Sitzen und im Stehen locker Stunden spielen kann ... und nicht riskieren, aufgrund einer vermeintlich vorzüglichen Technik nach 5 Minuten wieder aufhören müssen, weil die Muskeln und Bänder nach 'ner Pause schreien.
Ich bediene mich schon länger aller möglicher Techniken, wenn man das überhaupt so nennen kann. Da ich mich oft an Country versuche, verschwindet das Plektrum oft in der Hand und ich spiele mit den Fingern ... und sicherlich mache ich noch einige andere Sachen bei denen viele die Hände überm Kopf zusammenschlagen würden. Is' mir aber egal ... denn seit ich mir nicht mehr den Stress mache, was besser sein könnte habe ich dreimal soviel Spass am Spielen.

---> Fünfe gerade sein lassen !

Schöne Grüße


HaPe

Re: (Gitarre) Picking - der effizienteste Weg

hallo Markus,
leider gibt es in der Tat kaum eine für "alle" perfekte und "richtige" Lösung. Habe auch viel experiementiert, ohne Beobachtung durch Lehrer oder unter zuhilfenahme von Lehrbüchern, allerdings muss ich gestehen das ich dadurch zwar nicht gerade Schmerzen eingestellt haben, aber meine Anschlagstechnik ist eine Kastatrophe, was auch sehr unbefriedigend sein kann. Habe mich seit ein paar Monaten damit beschäftige und mich an eine "Stellung" herangetastet unter Berüchsichtigung einiger Tipps. Herausgekommen ist eine halbundhalb "offizielle" Technik die zumindest berüchsichticht möglichst wenig den ganzen Arm einzusetzen. Entscheidend ist auch ob du meist im Sitzen oder
immer im Stehen spielst. Da bei mir Live bislang nicht erforderlich immer im Sitzen gespielt, viel es mir ausgesprochen schwer auf einmal im Stehen zu spielen, allein die komfortabel Höhe zu finden war nicht einfach. Dir wird nichts anders übrig bleiben als nach Stellungen zu suchen die bei dir am wenigsten zu Verkrampfungen führen. Viel Glück..und einen schnellen Erfolg wünsch ich dir, vertrau ruhig auf dein Gefühl, selten lügt der Bauch, ausser bei mir in Sachen Hunger ;-)