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(Amps) Power Soak + Psychologie

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Power Soak“ um die Lautstärke meines AC30 in den Griff zu bekommen, hierbei ist mir, nach einem Tip aus diesem Forum übrigens, besonders die „Heizplatte“ von THD ins Auge gestochen. Diese soll (in der 16Ohm Version) besonders gut mit Vöxen harmonieren und hat eine „Frequenzkorrektur“, damit der Sound auch bei niedrigeren Schallpegeln stimmt. Und genau hier beginnt mein Problem:
Das menschliche Gehör hat die Eigenschaft, bei sinkenden Schallpegeln weniger empfindlich auf hohe und niedrige Frequenzen zu reagieren, während es bei ca. 80 dB annähernd „linear“ wahrnimmt. Der gleiche Sound hört sich, leiser gestellt, also „mittiger“ an als bei höheren Pegeln. Dies versucht man bei HiFi-Anlage mit dem LOUDNESS Schalter zu kompensieren, welcher Bässe+Höhen anhebt.
Wenn ich das nun richtig verstanden habe, funktioniert die Frequenzkorrektur bei der HOTPLATE auch auf diese Weise. Wenn ich jetzt aber diesen korrigierten Sound mit dem Mikro auf die PA gebe, klingt das aber anders, als das ohne Powersoak klingen würde, eigentlich müßte ich dann die Korrektur am EQ wieder gegen-korrigieren ?!
Eigentlich wäre es ja einfacher (+korrekter), die Leistung mit einem einfachen Widerstandsnetzwerk (L-Pad) zu verheitzen, oder? Dies hört sich zwar vermutlich direkt am Verstärker nicht so gut an, entspricht aber über die PA eher dem original Sound (mal vom Einfluss der Amp-Lautsprecher abgesehen)
Hat jemand praktische Erfahrungen mit diesem Dilemma ?
Lohnt es sich überhaupt, mit einem 78er AC30 diesen Aufwand zu treiben, oder sollte ich mich langsam mit einem AD60VT anfreunden? Oder mit einem Tonelab direkt ins Pult?

mit ratlosen Grüßen

Martin

Re: (Amps) Power Soak + Psychologie

Hallo ratloser,

also an der HOTPLATE sind zwei Schalter BASS TREBLE die Du beischalten kannst.
Das ist die Frequenzkorrektur - bis zu 2 Stufen abgedimmt ändert sich eh nichts am "Sound". Mehr ist wahrscheinlich auch nicht nötig.
Ich habe meine HOTPLATE in meinen 7ender DeLuxe Reverb Reissue (was für ein toller langer Amp) fest "eingekabelt" um einen Raster reduziert ohne Bass/Treble Anhebung und bin sorglos zufrieden damit. Ich damit auf 6-7 aufdrehen statt auf 2-3.
Das würde Dir sicher auch reichen dei einem AC30.

Ich würde mir um Soundverlust keine Gedanken machen - weil der kommt ja aus den Fingern und nicht aus der HOTPLATE...

gruZZ Lone *

ferdis Märchenstunde, war: Re: (Amps) Power Soak + Psychologie

Hi,

Das menschliche Gehör hat die Eigenschaft, bei sinkenden Schallpegeln weniger empfindlich auf hohe und niedrige Frequenzen zu reagieren, während es bei ca. 80 dB annähernd „linear“ wahrnimmt. Der gleiche Sound hört sich, leiser gestellt, also „mittiger“ an als bei höheren Pegeln. Dies versucht man bei HiFi-Anlage mit dem LOUDNESS Schalter zu kompensieren, welcher Bässe+Höhen anhebt.

genau - man arbeitet da nach einer Kurve, die Fletcher und Munson erstellt haben.


Wenn ich das nun richtig verstanden habe, funktioniert die Frequenzkorrektur bei der HOTPLATE auch auf diese Weise. Wenn ich jetzt aber diesen korrigierten Sound mit dem Mikro auf die PA gebe, klingt das aber anders, als das ohne Powersoak klingen würde, eigentlich müßte ich dann die Korrektur am EQ wieder gegen-korrigieren ?!

Hochinteressanter Punkt! Eigentlich hast du recht, aaaaber ich denke, am wichitgsten ist es, wie man sich selber hört - und das ist ja der Sound aus dem Amp. Wenn der dich nicht nschärft, isses Essig mit der Spielfreude. Den inkompetenten Idioten im Publikum ist doch eh ein Gitarren-Sound so lieb wie der andere ;o)


Eigentlich wäre es ja einfacher (+korrekter), die Leistung mit einem einfachen Widerstandsnetzwerk (L-Pad) zu verheitzen, oder? Dies hört sich zwar vermutlich direkt am Verstärker nicht so gut an, entspricht aber über die PA eher dem original Sound (mal vom Einfluss der Amp-Lautsprecher abgesehen)

Hmmnnjjaaaa also der Einfluss des Lautsprechers ist ja alles andere als eine linear verfälschende Größe. Je nach Frequenz ändern sich die Widerstandswerte, von Dämpfung (bei der Zurückbewegung der Membran wird ja in der Schwingspule Strom induziert) fangen wir mal gar nicht erst an.

Also dass es "in leiser" GLEICH klingt wie "in laut", das kannst du vergessen, auch wenn einige Firmen einigen Aufwand betreiben, um auch die Größe des Speakers mitzuberücksichtigen.

Ich habe bei meinem Twin extra einen aus riesigen Keramikwiderständen bestehenden Spannungsteiler für die Betriebsspannung der Enmdstufenröhren einbauen lassen, und auch der ist nicht soundneutral. Die Höhen werden schärfer. Nicht schlimm, aber eben nicht neutral.

Vielleicht solltest du dich in Gedanken erstmal mit einem Leistungsfresser der besseren Sorte anfreunden. Ich selber habe den Weber Load Dump und find ihn naja - ein zusätzlich eingebautes Mastervolumen hinter der Phasendrehstufe (= soundneutralste Stelle) verfälscht den Sound nicht mehr. Sowas kann dir jeder kompetente Amp-Tech einbauen. Es kann ja irgendwo versteckt sitzen und womöglich per Schalter auch ganz aus dem Signalweg genommen werden können.

Was ICH PERSÖNLICH als erstes mit einem AC30 machen würde (und ich scheue mich nicht vor größeren Eingriffen), ist, ein Pärchen der EL84 abschaltbar zu machen. dann hast du quasi eine AC15-Endstufe. Wieder nicht souindneutral, weil die Trafos usw auf die Power von vier EL84 ausgelegt sind, aber damit bekommst du den gleichen Grad an Endstufensound bei etwa 2/3 sunbjektiv wahrgenommener Power.


Überleg' die aber genau, was du willst. Ich habe da so einen Leidensweg hinter mit. Mein Twin hatte originool 135W. Musste erstmal geblackfaced werden, klar. Also neuer Ausgangsübertrager, neue Schaltung, da waren es "nur" noch 85W - also immer noch brüllend laut. Also zack, zwei 6L6 abschaltbar - etwa 40W. Immer noch brüllend laut. OK, nochmal ran - Spannungsteiler. Da waren es nur noch 20W. *Sehr* laute 20W. Aus Soundoptimierungszwecken kam dann noch eine Kathodenbiasschaltung ohne neg. Rückkopplung rein - ähnlich wie bei deinem Amp. Jetzt leistet er voll auf 60W - echt nur was für draußen - , mit einem Pärchen 6L6 30W (voll auf für Randgruppen wie Nicht-Gitarristen kaum zu ertragen), spannungsreduziert 15W. Voll auf ist das für jeden geschlossenen Raum unter 100m² zu laut, es sei denn, man ist allein. In Siegen habe ich den Twin Tower in der 15W-Stellung gespielt, mit dem Mastervolumen auf "halb" - macht etwa sieben bis zehn Watt, und wenn ich weiter aufgedreht habe, ging gleich das Geschrei los.

Gut - jetzt habe ich also einen Amp, den ich mit sieben Watt und gutem Sound fahren kann, aber er wiegt 40 Kilo... da passt das Verhältnis einfach nicht. Also kam ein zweiter, kleinerer Amp, halbe Endtsufe, ein 15"-Speaker, und der hat einen Powerfresser. Für "klein" nehme ich den.

Ich würde mich an deiner Stelle für ein Powersoak, das andere AC30-Spieler empfehlen, oder aber für eine Umschaltung zwei/vier EL84 entscheiden. Oder, da der AC30 eh ein recht dicker Brocken ist, spar' gleich auf einen AC15.

cu, ferdi


Re: ferdis Märchenstunde, war: Re: (Amps) Power Soak + Psychologie

hi ferdi,

: Gut - jetzt habe ich also einen Amp, den ich mit sieben Watt und gutem Sound fahren kann, aber er wiegt 40 Kilo...

sorry, aber da muß ich schadenfroh grinsen ;-)))) hattest du eigentlich in siegen alle vier speaker befeuert? 15 watt mit einem 12"er wären sicher wesentlich leiser gewesen. selbst der unterschied zwischen 2x12" und 1x12" ist enorm, was mich denn auch bewog, meine ursprünglich 2x12" aagaard/nielsen zu entschlacken. aber wem erzähl ich das.... :-)

gruß falk
rotarymäßig angefixt

ps.: übrigens - so'n amp hat die angewohnheit, mit abnehmender speakerzahl proportional leichter zu werden ;-)).

Re: ferdis Märchenstunde, war: Re: (Amps) Power Soak + Psychologie

Hi,

hattest du eigentlich in siegen alle vier speaker befeuert?

ja, es waren alle vier 12er dran. Damals noch 12A und 12F150... jetzt alles Californias. Boah geil ey. Und viel schwerere Magnete.

selbst der unterschied zwischen 2x12" und 1x12"

Ja... ich habe 1x12 so oft probiert, mir reicht das einfach nicht. 1x15 ist besser. Membranfläche ist durch nichts zu ersetzen. Lieber nen Champ oder Classic 20 an einer 4x12 als einen 100W 1x12. YRMV.



cu, ferdi









"YRMV" steht übrigens für "your Rückenschäden may vary".

12A150

Moin Ferdi,

lese gerade, dass du die Speaker mal wieder getauscht hast. Hast du vielleicht noch einen 12A150 (nix A, B oder so..) in 25W übrig? Hätte ggf. Interesse!

Kannst du vielleicht kurz ansatzuweise den Unterschied zu den Californias beschreiben?

Beste Grüße
Benne

Re: 12A150

Hallo,

nein, beide sind innerhalb von zwei Tagen nach Ankündigung an Aussensaiter gegangen.

Der 12A150 ist ein sehr, sehr bluesiger Speaker. In der C12N-Familie ist er der kraftvollste. Wenn er besonders kraftvoll sein soll, lässt man ihn noch mit Booster-Magnet bauen (hatten meine). Tiiiiefe, druckvolle Bässe, sehr warme, singende Mitten und ein sehr warmes hi-end, das zwar sparkeln, aber nicht beißen kann.

Ein Frequenzplot sähe ungefähr so aus (Bass, Tiefmitten, Mitten, Hochmitten, Höhen, Brillianz):

10 9 8 7 6 6

Die Höhen sind aber keinesfalls stumpf oder unterbelichtet! Aber kein britisch klingender Speaker hat diese irre Bassfülle. Er zerrt ab einem gewissen Pegel schön mit, klingt sehr gut, bereichert Cleansounds mehr als dass es sie beschneidet. Ab 2/3 der Nennbelastbarkeit setzt Kompression ein, er wird dann noch fetter.


Der California hat eine JBL-artige Membran, also glatt, ungerillt, einteilig, flach gewölbt. Er ist im Vergleich völlig clean, also kaum zu Verzerrung zu überreden. Super-knackig, druck- und kraftvoll, laut, klar, super-dynamisch, mit einem Wort: super!


EQ-Plot wäre in 12" ungefähr so

9 9 10 9 9 9

fast neutral, sehr unverfälscht, "pur", der Ampsound kommt voll durch - mit ganz leichter Betonung auf Wärme. Kein quäkige, sondern eine leichte breitbandige Betonung.

in 15" (habe ich auch)


10 9 9 9 9 10

Der 15er hat mehr Brillianz, ist tatsächlich so. Und natürlich ein wuchtigeres lo end.

Mit Aluminium-Kalotte dürften sich die Höhen und Brillianzen auf 10 bis 12 Punkte steigern lassen - ich habe Papierkalotten. Der California braucht lange, bis er seine wahre Stimme findet. 20 Stunden volle Power sollte man ihm schon angedeihen lassen. Vorher sind die Höhen kratzig.


So, das wäre es so ansatzweise. burke hat übrigens auch einen in Betrieb, zusammen mit einem California Bass. Nimmt er für Metal - es ist also kein reiner Cleansound-Speaker.

cu, ferdi

Re: 12A150

Hi Ferdi,

uff, das war ja durchaus mehr als ansatzweise, besten Dank! :-) Wie sich das für mich liest, ist der 12A150 doch die bessere Wahl für mich, denn mein DRRI hat ja bekanntlich Höhen en gros. Hab mich nur immer gescheut, direkt in den USA zu bestellen, da ich keine Kreditkarte habe und auch keine will. Also, falls z-u-f-ä-l-l-i-g jemand hier einen 12A150 (25W) zu veräußern haben sollte.....bitte melde dich! :-)

Beste Grüße
Benne