Aussensaiter Forum

Diskussionen mit neuen Beiträgen

Schön, dass Du wieder da bist!
Hier darf jeder frei heraus seine Meinung sagen, solange niemand beleidigt wird. Auf Postings von Vollidioten sinnvollerweise gar nicht erst antworten.
Extrem unerwünscht sind reine Werbe-Beiträge. Danke.

(-) Header verbergen



Übersicht

(Amps) Röhrenwechsel

Guten Tag,

nach längerem Hin und Her hab ich mich vor ein paar Wochen entschieden meinem Amp einen neuen Röhrensatz zu spendieren.
Grund war eine mangelnde Durchsetzungsfähigkeit im Proberaumkontext (trotz recht weit aufgerissem Mastervolume und 60Watt Leistung) kommt mein Rhytmussound, bzw. kam nur recht verhalten durch. Und der Klang war mir etwas zu Höhen/Mittenlastig.

Nach Reinigung der Röhrensockel, was mit dem alten Röhrensatz schon einen ganzen Teil an Qualität zurückgebracht hat, hab ich gestern einen neuen Satz Röhren eingesetzt.
Ich hab mich vorher auf Kosten von Dirk Munzingers (www.tube-town.de) Nerven :-)) bei ihm beraten lassen um die richtigen Röhren zu bestellen.

Der Amp hat jetzt in der Vorstufe 4 ElectroHarmonix ECC83, wobei 3 Stück für die Vorstufe gekoppelt sind, die Eingangsröhre ist eine "V1" für HighGain Amps selektiert.
In der Endstufe sitzt ein eingemessenes ElectroHarmonix Quartett 6L6GC.

Meine ersten Beobachtungen im Betrieb waren, daß die EH Röhren wesentlich länger brauchen, zum vorwärmen (sei ihnen gegönnt)
Im Betrieb macht sich die selektierte "V1" schon bemerkbar, als daß sie sehr sauber zerrt (sofern in die Sättigung gefahren).
Die Bestückung klingt um Längen wärmer als mein ursprünglicher Satz aus bunt gemischten Endröhren und Ei Eingangsröhren. Und es steht wesentlich mehr Bassanteil zur Verfügung.
Zerrverhalten setzt später ein, als bei den alten Röhren, soll heißen früher ab ca. 1/3 Gainregelung fing es an zu kratzen, was jetzt bis gut 1/2 geht. Ab da allerdings kommt
die Verzerrung beim Hochregeln schnell nach und Klingt sehr sauber (erinnert mich an eine Line6 SoldanoSimulation - hab in wirklich noch keinen gespielt, bis auf Jonas seinen mal kurz angetestet).
Zimmerlautstärke ist mit dem neuen Satz Röhren gar nicht mehr so richtig zu fahren, der Sprung von Master zugedreht über "jetzt kommt was raus ausm Speaker" bis kleiner Schlag ins Gesicht ist echte Frimmelarbeit.

Kurzum - der Wechsel hat sich vollens gelohnt!!!!
*mit Grinsen spiel*

Ach ja - Thema BIAS (war nicht nötig!)
Die Endstufe wurde mal so umgestaltet, daß ein fester Arbeitspunkt eingestellt ist (so wie beim AC30 in etwa)

Rock ON!

Oliver

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Hi Oliver,

60Watt Leistung [aus einem] Quartett 6L6GC. [...] wurde mal so umgestaltet, daß ein fester Arbeitspunkt eingestellt ist (so wie beim AC30 in etwa)

Was ist das für ein Amp?

Wie würdest du die Soundveränderung vor/nach der Modífikationder Endstufe (Kathodenbias) beschreiben?

Ich frage, weil meine Amps quasi die gleiche Schaltung haben (ohne neg. Rückkopplung - deiner?). Allerdings verheizt man die Röhren mit keiner Schaltung so schnell wie mit dieser. Scheiß drauf.

cu, ferdi

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Moin Ferdi,

die Soundveränderung kann ich leider nicht beschreiben,
da ich den Verstärker schon so, wie er ist, gekauft hab.
War ein Gebrauchtschnapp bei Realguitars..

Was da genau gemacht wurde kann ich als Röhrenamptechniklegasteniker leider auch nicht so genau sagen.

Der Verstärker war früher in Original mal ein 82er Fender Showman (Dual Reverb mit Vibratokanal).
Der Modifikator (leider unbekannt) hat aus den zwei Kanälen irgendwie einen gemacht und dafür 3 der Vorstufenröhren genutzt (gekoppelt). Der Amp hatte früher schon ein fixed BIAS, man konnte allerdings über ein Poti die beiden Röhrenpaare gegeneinander abgleichen (justieren).
Da sind jetzt irgendwelche Hochleistungswiderstände (270Ohm?)eingelötet und parallel dazu noch irgendwelche Kondensatoren.
Ein Röhrenpaar läßt sich abschalten, damit man die Endstufe auf halbe Leistung fahren kann.

Die Vorstufe hat zwei Gainregler, der 1. wirkt vor der Klangregelung (BASS/MID/TREB) und der 2. dahinter.
Vibrato gibts leider nicht mehr (das ärgert mich am meisten, da der nach dem Schaltplan her zu urteilen dieses BIAS gesteuerte Tremolo/Vibrato hatte.
Aber den Hall hat er noch (halt der typische Fender Hall)
MasterVOL und einen Presence Regler.

Klanglich hat man so einige Möglichkeiten mit dem Teil:
- Gain1 auf ganz kleiner Flamme (8/9 Uhr), Gain2 bis 12Uhr
gibt einen sehr warmen, ganz, ganz klitze bischen anzerrenden Cleantone (Bass=14, Mid=15, Treb=9 Uhr)
Schaltet man auf halbe Endstufenleistung, verändert das den Klang in Richtung dünner, schneidiger.

dreht man jetzt den Gain1 weiter als 9Uhr, fängts schnell an zu Zerren, wobei die Zerre anfängt einem Boostenden Tubescreamer zu ähneln und dann in einen Marshallartigen Crunch über geht.
Man kann den Gain2 weiter zurück nehmen um den Tone etwas cleaner zu bekommen, dabei nimmt der Bassanteil im Tone aber ab.
Charakterlich kann man mit Gain1 eine Britische Note beimischen und mit Gain2 die Amerikanische (Californische)

Lt. dem Händler, wo ich den Verstärker gekauft hab, hieß
es, es wäre ein Fender Showman auf Dumble umgebaut. Ich weiß jedoch nicht, wie ein Dumble sich spielt oder anhört, außer von einem angespielten Song von RobbenFord, aber der spielt ja wieder ne ganz andere Gitarre und ggf. auch andere Box (also kein Vergleich möglich, jedenfalls kein reeller)

Ansich könnte ich mit dem Verstärker alle nötigen Sounds erzeugen, müsste dann aber bei Bedarf immer am Verstärker drehen...

Bist Du auf der nächsten Session dabei?

bis dann
Oliver

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Hi Oliver,

das hört sich sehr nach der Schaltung meines Twins im zweiten Kanal an. Die Kaskadierung ist bei mir allerdings wie beim Boogie MK IIc, also -mW- erst beide Verstärkungsstufen, dann die Klangregelung.
Durch das Kathodenbias wird der Sound *deutlich* direkter, knalliger, trotz der Leistungseinbuße ("nur" 60 statt 80W) subjektiv lauter.

Dass das Vibrato totgelegt ist, kommt wegen der "Entlastung" auch der Direktheit des Sounds zugute. Du kannst mal intern gucken, ob nicht einfach nur das Poti totgelegt ist - in diesem Falle läge der Draht, der zum (von hinten gesehen) rechten Anschluss des Intensity-Potis führt, sauber isoliert irgendwo vor dem Poti herum. Falls dem so ist, kannst du das Kabel (Lebensgefahr usw) wieder anlöten und das Vibrato läuft wieder - und das Signal wird deutlich schwächer.

Der Hall lässt sich für noch knalligeren Sound übrigens auch noch anders schalten (=> spätere Beimischung), aber das habe ich auch noch nicht gemacht. Die Fender Discussion Page gibt da viele Tipps.

Was mit persönlich am besten gefällt, ist, wenn die negative Feedbackregelung, die für cleanere Wiedergabe sorgt, ersatzlos gestrichen wird. Der Sound wird noch direkter und knalliger, und Leistungsreserven hast du ja eh genug, da braucht man - außer für Surf & Country - keine möglichst cleane Endstufe.

Ja, ich komme zur Session!

cu, ferdi

Präsenzregler habe ich auch... witzig. Der Amp sollte ganu meine Kragenweite sein :o)

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Hi Ferdi,

ich weiß es zwar nicht genau, aber als sich den Amp der Martin Adams (www.madamp.de) angesehen hat, meine ich daß
er festgestellt hat, daß er keine negative Feedback geschaltet hat (oder wie man das ausspricht).
Und das Abgleichpoti ist zwar noch angeschlossen, aber
das Kabel ist irgendwo an einen der Lötpunkte auf der PappPlatine (unten) angelötet, jedoch nicht von dort aus weitergeführt.

Klanglich ist der Verstärker sehr, sehr direkt und knallig.
Im Rock/Crunch Betrieb und meiner EpiSG ist es Klanglich ähnlich ein bissl Pleximäßig.

Kommst Du nicht auch aus der Ruhrgebietsecke?
Falls ja, können wir uns gerne mal treffen und Du spielst das Teil mal an..

cu
Oliver

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Hi,

Klanglich ist der Verstärker sehr, sehr direkt und knallig.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor :o)

Mir hat diese Endstufenschaltung im twin so guit gefallen, dass mein neuer ebendiese spendiert bekommen hat, nur halt mit nur einem Pärchen 6L6 und auch nur einem Kanal - wobei das Mehr an Giftigkeit wohl auch an dem fehlenden Hall liegt. SEHR direkt, geht Grütze rein, kommt Grütze raus, so soll's sein :o).

Ich wohne in PB, also eine Stunde Fahrt bis zu den äußersten Ostausläufern des Ruhrgebiets. Die Session wäre eine günstigere Gelegenheit.

cu, ferdi

Re: (Amps) Röhrenwechsel

Aloha,

ich spiel auch meist ohne Hall drüber, da der im Proberaum über die PA agbenommen ist (so kann ich ihn verhaltener einstellen und brüll den Kollegen nicht so ins Gesicht, auch wenn er direkt, bzw. die 2x12er Box auf dem Boden steht)
Ich mag auch diesen typischen SRV Sound, den ich allerdings (komischerweise) mit meinem HohnerOrgaphon ganz authentisch hinbekomm, mit dem Fender aber nicht sooo, da wurde an der Fender Schaltung wahrscheinlich zuviel in der Vorstufe geändert.

ROCK ON!!! (you hear and play it on SessionX)

see it now :-)

ciao
Oliver