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(Philosophie) Mein Weg zum guten Sound - letzte Folge

Guten Tag, liebe Gemeinde!

Heute schlage ich einen thematischen Purzelbaum und versuche zu erklären, warum das, was ich schreibe, unwichtig ist. Kurz: Eine Bankrotterklärung.

Der Weg zum guten Sound ist endlos. Nur durch die Definition, was "guter Sound" überhaupt ist, kann ich diesen Weg beenden. Nehmen wir als Beispiel Picasso in seiner blauen Phase (darunter machen wir´s heute nicht). Er hat irgendwann zu seiner Farbe, dem Sound des Malers gefunden und dann damit gearbeitet, gemalt, Kunst geschaffen.

Unzählige infantile Gitarren-Picassos streiten sich statt dessen über die Frage, welcher Hersteller nund das blaueste Blau liefert und welcher Pinsel am ergonomischsten in der Hand liegt. Es wird nicht gemalt, es wird über Leinwände diskutiert.

Natürlich brauchen Handwerker und Künstler Werkzeug und Material. Abe es kommt doch vor allem darauf an, was Handwerker und Künstler mit dem Werkzeug aus dem Material erschaffen. Die Frage darf daher nicht sein, was das "blaueste Blau" ist, sondern ob jeder einzelne von uns mit seinem Blau arbeiten kann.

Kann ich als Handwerker in einer Tanz- oder Cover-Band (nicht negativ gemeint) meinen jeweiligen Gitarrensound für diesen oder jenen bekannten Gassenhauer anbieten? Wenn ja, dann üben und spielen. Punkt.

Wenn ich mich als Künstler verstehe, erreiche ich dann mit meinem Sound meine "Botschaft", erzeuge ich ds Gefühl, das rüberkommen soll? Wenn ja, dann üben und spielen. Punkt.

Guter Sound ist kein Ziel. Guter Sound ist kein Ausgangspunkt.

Um etwas zu erreichen, sind vier Dinge notwendig:

Wissen
Können
Wollen
Tun.

Macht was draus.

Matthias

Re: (Philosophie) Mein Weg zum guten Sound - letzte Folge

Moin Herr Oberlehrer ;-)

Wissen, Können, Wollen, Tun - wird sofort in den noch zu erstellenden Zitatenschatz übernommen.

Kannste dich noch an das Posting 'Malen nach Zahlen' erinnern? Du hast mit 'Gitarren-Picassos' voll auf den Punkt getroffen - von der Industrie vorgefertigte Schablonen berühmter Künstler werden von der Gitarristengemeinde dazu benutzt, daß zu machen, was ein anderer sowieso besser kann. (Nein, isch abe nix gegen covern, Signores - es geht mit nur darum, daß man keine 10.000,00 Mark-PRS braucht, um Samba Pa Ti zu spielen und daß es ergiebiger ist 2 Jahre nach dem eigenen Sound/Ton zu suchen, als 10 Jahre lang nach dem Santana Sound/Ton.)

Was mir noch einfällt: Man sollte sich auch Gedanken machen, für wen und aus welchem Grund man Musik macht. Für sich selbst (aus Spaß oder wegen der Message), für andere Musiker, für 'einfach nur Musikhörenden', für Auftraggeber, usw.

Meine ureigene, persönliche Einstellung: Ich mach's aus Spaß und für die 'einfach nur Musik hörenden' - das bedeutet für mich, daß ich den Sound/Ton suche der mir gefällt, mit dem ich am besten klarkomme (und wenn ich meine, daß mein Sultans of Swing Solo am besten rüberkommt, wenn ich's verzerrt spiele, dann mach ich das - das Musik hörende Publikum wirds mir danken und die drei Jungs von der Musikerpolizei sind mir schnurpiepegal.)

Ich kann auch jedem empfehlen, eigene Songs zu schreiben - ob die jemals gespielt werden is auch sch...egal - man geht aber dann automatisch dazu über, den eigenen Sound/Ton zu finden.

Ich muß jetzt leider zu nem Meeting - eventuell später mehr.

Gruß

Oly

ich bin ein bekennender Aussensaiter!

Hi!

Auch diese Folgen werde ich NICHT ins Grüne stellen. Natürlich ist die Geburtsstunde der Aussensaiter irgendwo im Grünen gewesen, trotzdem sehe ich einen freundlichen Wettbewerb darin, welche Seite die interessantere ist.

Zur Zeit ist die Antwort ziemlich eindeutig - für alle, die sich nicht für PODs interessieren...

Matthias

Re: (Philosophie) Mein Weg zum guten Sound - letzte Folge

Hi Matthias,
es ist nur zu schade dass niemand sich nach Appellen wie diesen richten will.
Ich hatte da irgendwann auch mal drueber geschrieben... solange man sich nicht hinsetzt und versucht aus dem bestehenden Gear das beste herauszuholen sondern immer nur den neuesten Trends, Revolutionen und Techniken hinterherrennt, vergisst zu spielen sondern lernt nix weiter als ne Menge Gebrauchsanweisungen...
Der persoenliche "Ton" bleibt da auf der Strecke. Habe neulich auch eine Diskussion beobachtet bei der jemand fragte warum denn seine Gitarre so unflexibel im Sound waere....und wer ihm eine neue vorschlagen koennte... da frag ich mich zuerst...warum hat er sie gekauft ? Und zweitens: wenn ich mir Spieler wie RObben Ford und Steve Morse ansehe/anhoere, die ohne viel Drumrum aus der gleichen Gitarre sehr viele verschiedene Sounds / Facetten herausholen koennen.... einfach durch ihre Spielweise, Ihren Ton.... dann frag ich mich schon manchmal...wozu eigentlich ?
Ich glaube fuer viele gehoert es schon fast zur Entwicklung dazu, Gear zu wechseln wie andere Leute Unterwaesche, auf der Suche nach besserem Sound und TOn...fragt sich immer nur, wann man den Absprung schafft und tatsaechlich spielt
Nur meine Meinung
Eric

Re: (Philosophie) Mein Weg zum guten Sound - letzte Folge

Hi Matthias!

Recht hast du, dem kann ich im Grunde nur zustimmen. Problem ist nur, das sobald jemand mit der E-Gitarre anfängt, von Idolen beeinflußt wird und sich fragt, wie hat er das bzw. wie hat er den Sound so beeinflußt, das es so klingt bzw. das er es so hinbekommt (oder daß das Blau so aussieht). Irgendwie is ja nun jeder nicht nur von Stilrichtungen beeinflußt. Das Problem ist nur, das einige Leute aus diesem Stadium nicht wieder herauskommen und ewig weitersuchen und nix eigenes daraus kreieren.
Und was die meisten, trotz ständiger Ermahnungen vergessen, ist, das die Hände den Sound wie in der Kunst das Bild beeinflußen. Was nützt es das richtige Blau im Farbtopf zu haben, wenn die Kreativität fehlt? Beides darf ruhig vorhanden sein,es sollte sich nur gegenseitig beeinflußen.

Grützi
flowaro