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(Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

Hallo Jungs,

habe das erste Wochenende seit langem frei und habe im Netz ein bisschen nach Robert Johnson gefandet, von dem ich bisher nur wusste, was im dicken Booklett der "Complete Recordings" stand.

Nun las ich, dass er oft mit dem Rücken zum Publikum spielte und oft abrupt abbrach und wegging, wenn ihn jemand zu genau beobachtete.

Soweit ist das bekannt, aber im Netz las ich, dass "neuere Forschungen" ergeben hätten, dass Robert so nur eine besondere Stimmung verheimlichen wollte und er die auch nicht seinem Stiefsohn und Schüler Robert Lockwood gezeigt hätte.

Weiß jemand, welches Tuning das gewesen sein soll?

Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

: Hallo Jungs,
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: habe das erste Wochenende seit langem frei und habe im Netz ein bisschen nach Robert Johnson gefandet, von dem ich bisher nur wusste, was im dicken Booklett der "Complete Recordings" stand.
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: Nun las ich, dass er oft mit dem Rücken zum Publikum spielte und oft abrupt abbrach und wegging, wenn ihn jemand zu genau beobachtete.
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: Soweit ist das bekannt, aber im Netz las ich, dass "neuere Forschungen" ergeben hätten, dass Robert so nur eine besondere Stimmung verheimlichen wollte und er die auch nicht seinem Stiefsohn und Schüler Robert Lockwood gezeigt hätte.
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: Weiß jemand, welches Tuning das gewesen sein soll?

Hi Rainer,

So geheimnisvoll waren das Tuning bzw. die Tunings nicht. Seine Technik hat er von Son House gelernt, aber viele ander Delta-Blueser spielten ähnlich.
Es handelt sich um die Normalstimmung (Love in vain, Sweet home Chicago) Dropped D, Open A (bzw. G) Open E (D). Er benutzte allerdings häufig einen Capo und stimmte seine Klampfe auch nicht immer nach Kammerton 440 Herz, sondern wie's gerade passte. Bei Hal Leonhard gibt's ein Songbook mit tabs, das keine Wünsche und Fragen offen lässt.
Die Allüren von wegen mit dem Rücken zum Publikum etc. gehören zu dem nicht verbürgten Legendenschatz um R.J.

slide on (sorry bO²gie) und schöne Grüße,

Mathias


Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

So geheimnisvoll waren das Tuning bzw. die Tunings nicht. Seine Technik hat er von Son House gelernt, aber viele ander Delta-Blueser spielten ähnlich.

Das dachte ich auch immer, schön das ich damit nicht allein bin ;-))

Ich höre bei vielen Stücken nämlich ein Standard-Tuning, bzw. die gängigen Open-Tunings. Dachte schon, ich hätte etwas an den Ohren.
Und da er wohl bei Auftritten gar nicht so viel Original-material gespielt hat sondern viele Pop-Nummern der damaligen Zeit (u.a. Bing Crosby) musste er auch allein dafür ein Standard-Tuning spielen.

Zu der Crossroads-Legende:
Ich habe gestern zum ersten mal gelesen, wie sie in Amerika wirklich erzählt wurde - und zwar schon 20 Jahre vor Robert Johnson.

Nach dieser Legende kommt um Mitternacht an der Kreuzung ein schwarzer Mann, nimmt dem jungen Bluesmann die Gitarre, STIMMT sie, spielt ein Stück und gibt sie zurück. Danach kann dann der junge Bluesmann "alles spielen, was er will".

Für mich klingt das einfach nur nach jemandem, dem man gerade Open-Tuning gezeigt hat. Wobei das dann möglicherweise der wahre Kern der Legende ist. Bzgl. Robert Johnson gibt es auch wohl nur einen Ausspruch von Son House, der nicht begreifen konnte, wie aus dem völlig untalentierten Jungen innerhalb von drei Jahren ein guter Gitarrist wurde. Die Crossroads-Legende wurde erst später mit ihm in Verbindung gebracht.

Habe ebenso gelesen, das es auch DIE Kreuzung gibt. Und zwar auf dem Gebiet der Dockery Plantage, wo viele Ur-Blueser lebten. Und das es nicht die Kreuzung Highway 46 und 61 sei, sondern eine kleine Kreuzung einer Dorfstrasse mit dem alten Highway 8.

Dass da mal nachts ein Reisender saß, Klampfe spielte und jemandem begegnete, der ihm ein Open-Tuning zeigte, ist aber wahrscheinlich zu profan für die Blues-Legende ;-))

Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

: Zu der Crossroads-Legende:
: Ich habe gestern zum ersten mal gelesen, wie sie in Amerika wirklich erzählt wurde - und zwar schon 20 Jahre vor Robert Johnson.
:
: Nach dieser Legende kommt um Mitternacht an der Kreuzung ein schwarzer Mann, nimmt dem jungen Bluesmann die Gitarre, STIMMT sie, spielt ein Stück und gibt sie zurück. Danach kann dann der junge Bluesmann "alles spielen, was er will".

Hi Rainer,

danke für Deine Info, das mit der Crossroads Legende kannte ich nicht (wo steht das?).

: Habe ebenso gelesen, das es auch DIE Kreuzung gibt. Und zwar auf dem Gebiet der Dockery Plantage, wo viele Ur-Blueser lebten. Und das es nicht die Kreuzung Highway 46 und 61 sei, sondern eine kleine Kreuzung einer Dorfstrasse mit dem alten Highway 8.

Vielleicht sollte ich da mal hinfahren, Mitternacht bei Neumond/Vollmond ... (oder zur Sommersonnenwende? Halloween?)

Heute abend spielt bO²gie mit CBATFOW in Berlin, mal hören ob er auch da war.

Schöne Grüße, Mathias

Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

: danke für Deine Info, das mit der Crossroads Legende kannte ich nicht (wo steht das?).
:
: Äh, wie jetzt, Du kanntest die Crossroads-Legende nicht oder nur diese Version?

Diese Version kannte ich nicht und die geographischen Angaben. Ansonsten ist sie ja schon im dem musikalisch ganz attraktiven, aber sonst unsäglich langweiligen Film "Brother, where art Thou" verwurstet worden.

Gut's Nächtle, Mathias

PS: gerade bei bO²gie gewesen, er war sicher an der Kreuzung.

Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

Diese Version kannte ich nicht und die geographischen Angaben. Ansonsten ist sie ja schon im dem musikalisch ganz attraktiven, aber sonst unsäglich langweiligen Film "Brother, where art Thou" verwurstet worden.

Apropos Film:
Es gibt einen Dokumentarfilm mit ein paar Spielszenen (Keb Mo als Robert) und Interviews mit damals noch lebenden Zeitgenossen und Freunden Roberts. Das Ding heißt "Can't you hear the Wind howl". Leider kann man es in Deutschland nicht bestellen und für die Ami-Amazon-Variante fehlt mir die obligatorische kreditkarte.

Kennst Du den, lohnt sich die Mühe ihn irgendwie importieren zu lassen?

Ich such' morgen mal die ganzen Links 'raus, auf die ich vorgestern gestoßen bin. Mal so in Kurzform: Die Legende hatte scheinbar ihren Ursprung in afrikanischen Mythen über den Gott der Wegegabelung und was einem an solchen Stellen passieren kann. Daraus hat dann der christliche Einfluss den Teufel gemacht. Und der schleppte seit ungefähr 1900 einen Boss-Tuner statt einer Mistgabel mit sich.

Alle amerikanischen Webseiten nannten einen Tommy Johnson als Quelle (nicht verwandt oder veschwägert ;-))

Jedenfalls kann man sich den Effekt gut vorstellen, ging mir auch so, als ich den Zauber der schwarzen Tasten auf dem Klavier entdeckte - oder auf der Gitarre Open-G.

Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

Moin stooge (und natürlich auch Rainer, superinformativ was ihr da zum Thema Robert Johnson/Crossroad beitragt. Ich wußte bisher leider auch nicht viel mehr als das was im Complete Recording Booklet steht. Bitte mehr davon.)

PS: gerade bei bO²gie gewesen, er war sicher an der Kreuzung.

Aaaaaaaaaaaaaalso, meine Geschichte ist da weniger informativ. Ich hab' das natürlich auch probiert, allerdings wußte ich nicht wo die richtige Kreuzung war. Ausserdem war mein Ziel nicht Robert Johnson zu werden sondern Jimi Hendrix. Anstatt der Kreuzungssitzung hab' ich ein paar Opentunings aus dem Netz gesaugt und fies mit dem Röhrchen hin- und hergeschliddert. Das Ergebnis? Nicht ganz wie gewünscht. Die Hautfarbe stimmt ebensowenig wie die Gitarre, der Gurt hängt falschrum, das Instrument ist praktisch so nicht bespielbar und ein Besuch beim Chiropraktiker ist wohl auch nötig. Und wehe einer sagt mir hänge da was aus der Hose:



slide on ...
bO²gie


Ein paar Links

Habe mal die versprochenen RJ-Links herausgesucht:

Hier ist die Crossroads-Legende mit immerhin einem bisschen Vodoo:

www.mudcat.org/rj-dave.cfm

Hier die Geographie der Kreuzung:
www.soul-patrol.com/soul/johnson.htm

Noch etwas mehr Geographie und sogar Bilder von DER Kreuzung (nach der Quelle oben ist das aber die Falsche ;-)) und auch Bilder von Three Forks, wo er seinen vergifteten Whiskey trank - wobei nicht klar ist, ob es zwar das Haus aber damals noch an anderer Stelle oder zwar die Stelle aber nicht mehr das Haus oder aber anderes Haus und andere Stelle ist ;-)). Jedenfalls ein paar Bilder von vermeintlich Johnsonesquen Stellen:
www.mrjumbo.com/contents/delta99/index.shtml

Hier noch mal ein paar sachliche Infos und die Legende etwas nüchterner interpretiert:
http://www.deltahaze.com/johnson/index.html





Re: (Gitarre) Robert Johnson und Open Tunings ->Boogie?

HEY MEN, Whats up? Ihr schreibt viel Bullshit über mich!!
Besogt euch ne Gibson L-Style, stimmt die Klampfe in OPEN A
und ab geht die Post....YEAH. Fakt ist nur eins: Ich hatte no Peilung vom Gitarrespielen, konnte ein bisschen die Harp blasen, Onkel Son hat mich immer weggejagt wenn ich mir seine National gekrallt habe, ich war dann ein Jahr verschwunden tief imm Mississippidelta (Fultons Point) habe meinen Deal gemacht und den Rest kennt Ihr ja.
Aber denkt immer dran: Hellbound on my Trail!!! So long, Robert.