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wie klingt es mit edel-ssl-pult und feinsten zugaben?

nicht wirklich besser, aber auch nicht wirklich schlecht!
hängt halt doch immer davon ab, wie der song ist, wer es einspielt und wer es mischt...

neulich gab es hier doch mal einen thread über die ausbildung bei der sae. in dem zusammenhang habe ich erzählt, was in detmold so im studio herum steht und das ich bei der letzten produktion dort nicht schlecht gestaunt hätte.
ich habe jetzt auch tatsächlich endlich einen "rough"-mix bekommen. wirklich gemischt wird das ganze erst in einem halben jahr, weil der tonmeister erst noch ein praktikum in paris machen wird.

so weit, so gut. ein bisschen enttäuscht war ich beim ersten hören, weil ich die sängerin einfach nicht wirklich gut finde. beim einspielen war da noch nix drauf auf den vocal-spuren.

die gitarrensounds sind mit dem pod pro in kombination mit meinem kleinen marshall combo aufgenommen worden (also direkt mit frequenzkorrektur vom pod ins pult + ohne frequenzkorrektur zum amp und dann micro davor).

die akustik-gitarre ist eine takamine, die sowohl direkt ins pult als auch mit micro abgenommen worden ist.

mit den rhythmus-sounds bin ich sehr zufrieden, aber beim solo-sound habe ich ziemlich heftig auf das falsche pferd gesetzt, nämlich den soldano. zu viel zerre, zu eng der sound. da hätte ich mich lieber auf mein bewährtes boogie-mark II setting verlassen sollen. musste halt alles sehr schnell gehen (wie immer dort...).

wenn ihr euch eine meinung bilden möchtet, hört euch den song "dancing in the moonlight" an unter http://www.virtual-volume.com/artist/rudkowski.

als mp3 encoder habe ich den original frauenhofer-codec benutzt, mit high quality und intensy stereo coding.

trotzdem: wenn ich für so ein studio für einen tag 1000,- bis 2000,- dm bezahlen müsste, wäre ich wohl doch etwas enttäuscht über das ergebnis. ach, war ein song von dem tonmeister, der gemischt hat. singen tut da seine freundin, eine wirklich hübsche...so ist das also!

gruß martin

Re: wie klingt es mit edel-ssl-pult und feinsten zugaben?

Nachdem ich so langsam meine Sprache wiedergefunden habe, möchte ich auf Dein Posting auch gerne antworten, weil es eigentlich schon interessant ist.

trotzdem: wenn ich für so ein studio für einen tag 1000,- bis 2000,- dm bezahlen müsste, wäre ich wohl doch etwas enttäuscht über das ergebnis.

Das wäre ich auch - wenn das der Endmix wäre. Die Gitarren sind aber gut produziert, auch wenn ich Deine Meinung zu dem Sound des Solos teile. Allerdings: Rein qualitativ ist der auch absolut in Ordnung, nur passt es überhaupt nicht zum Stück. Das hätte aber der Produzent hören müssen, dafür ist er da, das ist nicht Deine Schuld.

Alles andere, also was er mit Mikros aufgenommen hat, klingt etwas "seltsam".
Wobei auch das wieder meine Meinung über POD bestätigt. Man kann noch so lästern über das Ding: In 90% der Fälle klingt ein POD ins Pult besser als alle anderen Versuche.
Deshalb gehen m.E. auch alle Vergleiche mit den echten Amps in's Leere: Ein POD klingt nie wie ein Röhrenamp vor dem man direkt *steht*. POD klingt wie ein Amp, nachdem man ihn gut abgenommen und gut bearbeitet hat.

Wobei man den Effekt der MP3-Kompression nicht außer acht lassen darf, denn die Stimmen klingen eher nach SM-58 und nicht nach Großmembran-Condenser.

Ansonsten ist das alles völlig unbearbeitet, da darf man auch nicht überkritisch sein. Die extremen Stereo-Pannings klingen halt ohne Hall ziemlich seltsam, der Bassdrum und der Snare fehlen Kompressoren überdeutlich und die Overheads wird man im Mix deutlich in den Höhen anheben, um dem Song "Air" zu geben.

Trotzdem ist mir das zu viel Close-Miking, da ist ja kaum eine Prise Raum drauf. Die kommt dann im Mix wahrscheinlich aus einem 19"-Rack und dann hat man den typischen SAE-Sound: Extrem clean, aber leblos.

Mir fehlen in der Nummer aber die Höhen, das kann man im Mix auch nur schlecht ausbügeln. So bis 7 kHz klingt das alles völlig normal, aber darüber ist seltsamerweise recht wenig "Fleisch" vorhanden.

Mich würde sehr interessieren, wie der Endmix wird. Kannst Du den mal posten, wenn er fertig ist?


Re: wie klingt es mit edel-ssl-pult und feinsten zugaben?

Afaik ist der Song aber nicht in einem SAE-Studio sodern in einem Studio der Hochrenommierten Hochschule für Musik Detmold aufgenommen worden, das gibt dann schon irgendwie zu denken.

Diese Ausbildungsstätten haben ihr Renomme in Rundfunkanstalten, aber nicht unbedingt auf dem freien Studio-Markt.

Mir fällt zu dem Sound des Stücks noch etwas ein:
Die Sendung "Ohne Filter". Genau SO klingt das, für meine Ohren viel zu bieder.

Ohne Filter schafft es seit 15 Jahren, jede Band gleich langweilig klingen zu lassen, egal wer es ist und welcher Stil da übertragen wird.

Bin da aber vielleicht etwas voreingenommen, da mich der SWR-Sound seit 10 Jahren einfach nur ärgert.

Aber: Auch das ist ein Frage des Geschmacks und Stils, wie in der Musik generell. Wenn Du eine Fusion oder Jazz-Band aufnehmen musst, ist so etwas gefragt und passt dann auch.

Re: wie klingt es mit edel-ssl-pult und feinsten zugaben?

Hi !

Ich habe mir jetzt Dein MP3 nicht runtergeladen, habe aber schon einige Sachen die in Detmold aufgenommen wurden zum Mastern unter den Fingern, bzw. unter den Ohren gehabt.

Dazu kann oder muß ich im großteil der Fälle sagen: "Toll war das alles nicht".

Es ist keine Frage vom SSL Pult ob etwas gut klingt. Der Sound kommt wie beim Gitarrespielen auch "aus den Fingern". Ein schlechter Gitarrist klingt mit Edelequipment auch nicht besser.
Gutes Equipment hilft einem guten Toning. im besten Falle den Sound noch besser zu machen. Andersrum funktioniert es (zum Glück) nicht. Ein mieser Toning. wird mit Nobelgerätschaften nicht besser.
Wobei ich hier niemand angreifen will. Ich habe Dein MP3 wie gesagt nicht gehört. Ich wollte nur allgemein mal etwas dazu sagen.

Schönen Gruß, Olli

Re: wie klingt es mit edel-ssl-pult und feinsten zugaben?

hallo!
vielen dank für´s reinhören erst einmal. wie ich sehe, stehe ich mit meiner einschätzung also nicht alleine da.
in nächster zeit werde ich euch noch eine andere produktion aus dem studio zeigen können, die sogar schon zwei monate eher aufgenommen wurde (ja ja, die sache mit der warterei auf einen mix...).

dort hat ein anderer tonmeister gemischt und es war auch keine "nacheinander-einspiel-aktion" sondern eine live-aufnahme ohne overdubs.

musikalisch war das so eine 70er-jahre jazz-rock einspielung mit einem bunt zusammen gewürfelten haufen an jungen musikern, die sich teilweise im bundes-jugend-jazz-orchester kennen gelernt haben (netterweise war aber keiner der beiden gitarristen die dort spielen dabei, und so durfte ich dann mit spielen). geprobt wurde den ganzen tag vorher, am nächsten tag wurde jeder song zwei mal durchgespielt, ein take davon wird halt genommen, obwohl in jedem take reichlich macken drin sind. es zählt dann einfach nur das bessere feeling einer aufnahme. da auch die soli zusammen mit der ganzen band aufgenommen worden sind, durfte man halt nicht abloosen, da sonst alle den take hätten wiederholen müsse, bzw. man wusste genau, dass die scheiße die man spielt auch auf tape bleibt, egal wie peinlich, wenn der take insgesamt gut war. jedenfalls war ich enorm aufgeregt, weil ich mit meinen 32 jahren gut mehr als 10 jahre älter war als die anderen (aber leider nicht besser...).

ups, schweif ab, was wollte ich sagen? jedenfalls klang diese produktion schon beim abhören so unglaublich gut, dass ich schon angst bekam, der tonmeister könnte noch auf die idee kommen, beim mischen noch irgend etwas tolles auszuprobieren (was dann oft in die hose gehen kann).

wenn ich den mix denn wirklich mal bekomme, melde ich mich wieder hier im forum. ich hoffe ja, dass dann mein eigenes (und euer) urteil anders ausfallen wird.

gruß martin