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(Technik) 2 einfache Fragen

Hi,
2 Fragen:
Ich besitzte zur Zeit eine Ibanez Blazer 550 (np 777 DM), wenn ich nun die Gitarre an meinen Amp anschließe und die Verzerrung voll aufdrehe und dann noch höhen und ein bissel mitten dazu drehe, fängt der Amp an zu pfeifen. Liegt das an den Pcikups der Gitarre?
Dann plane ich mir einen Röhrenamp (Head + Box) zu kaufen, was muß ich im vergleich meines relativ anspruchslosen Transistorübungsamps beachten? Muß der Röhrenamp erst ca. 2 Minuten heiß werden, bevor er klingt? Was muß ich beim anschließen beachten?
MfG
Julian

Re: (Technik) 2 einfache Fragen

hi Julian,

: wenn ich nun die Gitarre an meinen Amp anschließe und die Verzerrung voll aufdrehe und dann noch höhen und ein bissel mitten dazu drehe, fängt der Amp an zu pfeifen.

Wenn Du die Saiten abdämpfst? Dann sind es die Pickups, die sind dann mikrofonisch. Mit Wachs ausgießen. Guido hat da mal was zu geschrieben, vielleicht findest Du es im Archiv.

: Dann plane ich mir einen Röhrenamp (Head + Box) zu kaufen, was muß ich im vergleich meines relativ anspruchslosen Transistorübungsamps beachten?

Der wird auf jeden Fall dann auch pfeifen. :-) Erst Power einschalten, dann Standby. Beim Ausschalten erst Standby ausschalten, dann Power. Ein paar Sekunden dauert es schon, bis die Röhren warm sind. Wenn Dir das zu lange dauert, Tipp: einfach ein paar Minuten früher einschalten. ;-) Amp nie ohne angeschlossene Box betreiben. Vor jedem Einschalten prüfen, ob tatsächlich die Box angeschlossen ist. Kein Gitarrenkabel für die Verbindung Amp->Box nehmen.

Keep rockin'
Friedlieb

Re: (Technik) 2 einfache Fragen

Hilow Julian,

: wenn ich nun die Gitarre an meinen Amp anschließe und die Verzerrung voll aufdrehe und dann noch höhen und ein bissel mitten dazu drehe, fängt der Amp an zu pfeifen.

Ich hatte auch mal ein Transistorteil... war bei meiner alten ibanez auch so.... mit meinem neuen marshall aber auch.... einfach poti bischen runter drehen und schon gehts..

: Dann plane ich mir einen Röhrenamp (Head + Box) zu kaufen, was muß ich im vergleich meines relativ anspruchslosen Transistorübungsamps beachten?

beachten solltest du nur den sound.. und alles was teuer ist, ist automatisch net gut.. wie bei gitarren. es gibt gitarren die sind billig und klingen gut, und welche die sind teuer und hören sich an wie ne mit saitern bespannte blechbüchse.. mir persönlich gefällt der Marshall DSL 100 und der 5150 von peavey ganz gut.. aber was für einen sound du haben willst, ist deine sache....

cu luke

Schaltreihenfolge

Hi Ho!

Röhren brauchen zum Betrieb Heiz- und Anodenspannung.
Während des "Hochheizens" der Röhren unter Anodenspannung wird die Katode stark belastet (Lebensdauerbestimmend ist die Katode), weil das elektrische Feld in der Röhre versucht, aus der "halbwarmen" Katode Elektronen "rauszuzerren" (bildlich gesprochen).

Deshalb ist es besser, wenn man den Amp im "Standby" (ohne Anodenspannung) 5 min hochheizt und dann erst den Standby-Schalter auf "Betrieb" umlegt. Beim Ausschalten ist das nicht so kritisch, da die Kondensatoren der Anodenspannung sich schneller entladen, als die Katode erkaltet. Ganz richtig macht man es, wenn man tatsächlich erst auf "Standby" (Anodenspannung AUS) und unmittelbar danach ganz AUS schaltet.

Das eben gesagte gilt vornehmlich für die hochbelasteten Endröhren, die Vorstufenröhren sind da weniger empfindlich.

Grüße und gut Röhr!
Ingo

Re: Schaltreihenfolge

Hallo zusammen
Ist schon lustig wie man einerseits die Röhren gnadenlos übersteuert (das verkürzt nämlich deren Lebensdauer auch) um den ultimativen High Gain Sound zu erhalten, und dann beim Ein- und Ausschalten die Samthandschuhe hervorzaubert *ggg*
Gruss: Christoph

Re: Schaltreihenfolge

: Hallo zusammen

Hallo auch !

Übersteuern der Endstufe verkürzt nur geringfügig die Röhren-Lebensdauer mehr als Betrieb im cleanen Bereich (es sei denn, die ENDstufe wird ständig am limit gefahren!)! Außerdem habe ich dann was davon (Tinitus für 2 Wochen oder immer, Applaus des Publikums, wilde After-Show-Partys...
;-) ).

Natürlich fließt bei ordentlicher Aussteuerung der ENDstufe pulse-mäßig ein hoher Anodenstrom, dafür isses aber auch ne Endröhre geworden. Für die Lebensdauer entscheidend ist die "elektrische Arbeit", die in der Katode umgesetzt wird, also Strom x Spannung x Zeit (Spannung=Katodenfall). Das ist eine Arte Denkmodell, exakt müßte man die Elektrophysik bemühen. Der ziemlich hohe Katodenfall bei kalter Katode verbrät unnötig viel Lebensdauer, die ich lieber durch schweinelaute Endstufen-Zerrsounds abfeiern möchte.

Das gesagte gilt aber nur für übersteuerte Endstufen. Kommt der Zerrsound von einer High-gain-Vorstufe oder einem Effekt, wird die Endstufe durch Bratensound nicht höher beansprucht. Zu bemerken wäre noch, daß eine High-Gain-Zerrvorstufe mit Röhren selbige nicht höher verschleißen läßt, der Sättigungsbetrieb wird künstlich hervorgerufen, nicht durch Betrieb der Röhren (ECC 83, 12AX7) an der "Strom-Grenze", wie bei Endtufen-Cipping.

Insbesondere Pete Townsend hatte wohl kaum Probleme mit verbrauchten Röhren ;-)

Ingo