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Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo ihr Lieben,

seit einer Woche spiele ich ja nicht nur eine neue Saitenstärke (0095 auf 44), sondern habe mir auch das ABM 5050s Trem zugelegt.

Auf der Fender American Standard FSR klang es mega toll, aber leider passten da die originalen ABM Schrauben nicht (Gewindedurchmesser etwas kleiner als bei den Fender-Schrauben, da hatten die ABM-Schrauben keinen vernünftigen Halt im Korpus). Und die Kombination "ABM + Fender-Schrauben" war leider nicht stimmstabil genug für meine Ansprüche (die sich vom Wilkinson VSV ableiten).

Also habe ich das ABM-Trem wieder abgebaut und dann auf meiner Staufer S-Caster ausprobiert. Hier passten die ABM_Schrauben optimal. Mit der Schieblehre nachgemessen war der Gewindedurchmesser bei den ABM-Schrauben ca. 0,1mm größer).

Ehrlich gesagt war ich ein wenig überrascht, weil der Unterschied zum bisher auf dieser Strat verbauten Wilkinson VSV gar nicht mal so groß war. Der Sound ist etwas fester und straffer geworden und die Höhen ein klein wenig seidiger. Im direktem Vergleich geht beim Callaham Trem allerdings noch etwas mehr die Sonne auf. Leider passt das Callaham wegen des breiteren Blocks nicht ohne Holzarbeiten in meine Staufer. Vielleicht muss André da irgendwann noch einmal seine Feile ansetzen...

Zur Stimmstabilität:
Okay, ich bin in diesem Punkt wahnsinnig empfindlich und überstreng. An das in diesem Punkt einfach perfekte VSV kommt das ABM 5050s nicht heran. Aber es ist inzwischen nach etwas Einspielzeit brauchbar genug, damit ich ohne die Krise zu kriegen damit zurecht komme. Sehr problematisch bleibt die g-Saite, damit bin ich nach einem Bending noch nicht zufrieden (g-Saiten bleibt nach einem Bending zu tief, einmal kurz Vibratoarm herunterdrücken behebt das Problem, ist aber trotzdem nicht ideal. Beim VSV ist das deutlich besser und dieser Effekt nur minimal ausgeprägt).

Zurück zum Thread-Titel:
Das ABM wird mit einem zusätzlichem Messingblock geliefert. Bevor ich mir jetzt wieder Arbeit mache und das alles ausprobiere habe ich da eine Frage an euch:

Gibt es so etwas wie eine allgemeine Richtung, in die ein Messingblock den Klang verändert?

Ich weiß, letztendlich muss ich das ohnehin alles selbst ausprobieren, aber eine grobe Richtung würde mir schon helfen :-)

Gruß Martin


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo Martin,

meine Erfahrung ist, dass ich absolut ALLES besser selbst ausprobiere und zwar allein und (noch wichtiger) im Bandkontext. Mit anderen über Sound zu sprechen ist einfach zu ungenau (allein, was verschiedene Gitarristen mit "Mitten" oder "Höhen", ganz geschweige von "Wärme" und "Transparenz" meinen, geht meilenweit auseinander). Ich habe auf drei Strats das VSV und bleibe dabei. Schmiermaterialsattel, gestaggerte Mechaniken, kein Saitenniederhalter, so sind meine Strats stimmstabil genug.

Ich bringe dir morgen den Satz H.A.P. magnum lock mit zum KK.

Probier den Messingblock, zu Hause, in der Band, dann weißte, was er macht. Tendentiell dürfte der Sound fetter, dunkler, satter werden, denke ich, weil Messing schwerer, aber weicher ist, aber was heißt das schon. Mir gefällt zB das VSV klar besser als das Callaham, eben weil es nicht so fett klingt, und beide haben einen Block aus Stahl. Die Geschmäcker sind verschieden und es gibt kein richtig oder falsch. Was für den einen eine entscheidende Nuance ist, ist für den anderen unhörbar.

Gruß, Ferdi


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hi Martin

in deinem Shootout vid hab ich gesehen, dass auf beiden Strats die Saitenniederhalter/string trees drauf sind, auf der Fender immerhin die "rolligen", auf der Staufer die Standarts. Gerade die beinflussen die Stimmstabilität, die Saite bleibt da hängen, auch bei den "rolligen". Mach die weech.....................

Ich hab auf allen 3 Strats keine drauf und auch keine Stimmprobleme (gut, ich mach auch keine dive bombs)

Gruß Wolfgang


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

::Ich hab auf allen 3 Strats keine drauf und auch keine Stimmprobleme (gut, ich mach auch keine dive bombs)::

Hallo Wolfgang,

die Saitenniederhalter auf der Staufer sehen aus wie "Standards", sind aber anders. Nämlich nicht mit eckigen Kanten, an welchen die Saite hängen bleibt, sondern "V"-Förmig mit einer abgerundeten Auflagefläche für die Saiten ausgeführt. Sie sind beide mit langen Abstandshalter versehen, welche die Saiten nur geringfügig nach unten drücken. Die beeinflussen die Stimmstabilität kaum nennenswert, verhindern aber insbesondere bei der G-Saite das "Plingpling" hinter dem Sattel und es klingt mit beiden Saitenniederhaltern meistens besser.

... Tja ... die Stimmprobleme, die Du nicht hast, sind dem Martin schon zuviel ;-)

Viele Grüße

André


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo ihr Lieben,

auf der Staufer hatte ich anfangs trotz VSV große Stimmstabilitätsprobleme. Der originale Knochensattel funktionierte nicht, auch nicht nach diversen Schleifversuchen. Da ist inzwischen ein neuer Knochensattel drauf. Den hat der Meister Kloppmann geschnitzt und TATATATAAAAA... der funktionierte auch nicht. Auch den habe ich selbst so lange peu à peu nachgeschliffen, bis er endlich perfekt funktionierte. 

Im Zuge meiner Versuche habe ich die gestaggerten Mechaniken noch etwas tiefer eingestellt und den Stringtree für die g- und D-Saite rausgenommen und den Stringtree für die h- und e-Saite gegen einen originalen von Fender ausgetauscht. Frag mich nicht warum, aber die funktionierten auf meiner S-Caster einfach besser als die von André beschriebenen.

Diese Kombination war so stimmstabil wie mit einem Floyd Rose. Ich benutze den Whammy Bar eigentlich ständig, der ist quasi mit meiner rechten Hand verwachsen, und trotzdem stimme ich die Gitarre einmal vor dem Gig und kann dann den ganzen Abend super in Tune damit spielen ohne nachzustimmen. Ich habe nicht einmal einen Tuner auf meinem Stressbrett!

Jetzt mit dem ABM Trem hatte ich Montag meinen ersten Gig und war trotz neuer Saiten auch ganz zufrieden. Allerdings werde ich bei Gelegenheit auch noch einen TUSQ XL Sattel und einen Rollenstringtree ausprobieren. Es soll ja schließlich nicht langweilig werden :-)

Gruß Martin


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo Martin, Hallo Ferdi
 allein, was verschiedene Gitarristen mit "Mitten" oder "Höhen", ganz geschweige von "Wärme" und "Transparenz" meinen, geht meilenweit auseinander

Da gehe ich mit Ferdi konform, weil diese Begrifflichkeiten einfach noch nicht klar umrissen und definiert worden sind! Da hört der eine perlige Höhen, was ein anderer schon als harsch empfindet und dann sind es mal zu wenig oder zu viele Bässe...

Tendentiell dürfte der Sound fetter, dunkler, satter werden,

Das hat jetzt mit Strat und Trem nichts mehr zu tun, aber ich kann Ferdis tendenzielle Einschätzung bestätigen, denn ich habe auf meiner Les Paul auch eine ABM-Messingbrücke installiert (aus massivem Block gefräst) und da hat sich das Soundspektrum eher aufgefächert, Höhen sind voll da (aber schön mild.... ja ja ich weiß, Ferdi ;)  ) und untenherum klingt sie jetzt voller.

Grüße, Marc


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Interessant - interessant. Ich war ja schon immer der Meinung, den Wünschen der Musiker an berechtigten Stellen widersprechen zu müssen. Aber irgendwann gibt man sich geschlagen und baut keine Kunststoffsättel mehr ein, sondern Knochen und zwar die ungebleichte Sorte. Da gibt es dann keine langatmige Diskussionen mehr. Vielleicht sollte ich das zukünftig überdenken und nur noch Tusq einbauen - Ende der Diskussion? Oder behaupten, der Sattel sei Knochen (und trotzdem aus Tusq-Material) um Diskussionen zu entkommen? 

Das mit dem String Tree ist interessant. Denn ich hatte dieses Experiment schon öfters genau andersrum gemacht: Fender Custom Shop Dinger weg, Gotoh Dinger dran und Verstimmungsprobleme ade. Es geht doch nichts über Ausprobieren.

Viele Grüße

André


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo André,

ich bin ja ein ganz furchtbarer Traditionalist, aber mit dem Thema Knochensattel bin ich endgültig durch. Auf meinen anderen drei Strats habe ich inzwischen überall TUSQ XL Sättel drauf, und Klang und Funktion sind einfach super!

...und so langsam gewöhne ich mich sogar an den 22. Bund :-)

Wenn ich den TUSQ in die Staufer eingebaut habe dann hole ich auch deinen Gotho Stringtree mal wieder raus. Ich bin mir nicht mehr sicher, in welcher Reihenfolge ich das damals gewechselt habe...

Gruß Martin

P.S.: Soundlich gefällt mir das Callaham von allen Trems am besten, aber ohne Stoffels Sonderbehandlung sind die Teile für mich leider völlig unbrauchbar. 


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo ihr beiden,

.. Die waren doch da schon mal drauf ... in der Lockversion ...

Die waren schon immer und sind auch noch immer drauf auf der Staufer :-)

Aber in einem ordentlichen Gitarristenhaushalt gibt es eben deutlich mehr als eine Strat und deswegen kann man die guten Gotohs mit Locking und in Vintage Optik ja immer ganz gut gebrauchen.

Falls das mit den Bohrungen ohne Probleme passt, werden sie die hässlichen American Standard Mechaniken ersetzen. Meine Fender American Standard hat ja recht untypischerweise ein 6-Loch-Trem, und zusammen mit der kleinen Kopfplatte finde ich die Optik der alten Kluson-Tuner schöner.

Gruß Martin


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

: Hallo ihr beiden,
: .. Die waren doch da schon mal drauf ... in der Lockversion ...
: Die waren schon immer und sind auch noch immer drauf auf der Staufer :-)
: Aber in einem ordentlichen Gitarristenhaushalt gibt es eben deutlich mehr als eine Strat und deswegen kann man die guten Gotohs mit Locking und in Vintage Optik ja immer ganz gut gebrauchen.
: Falls das mit den Bohrungen ohne Probleme passt, werden sie die hässlichen American Standard Mechaniken ersetzen. Meine Fender American Standard hat ja recht untypischerweise ein 6-Loch-Trem, und zusammen mit der kleinen Kopfplatte finde ich die Optik der alten Kluson-Tuner schöner.
: Gruß Martin

Hallo Martin,

Dann bin ich ja beruhigt. Und absolut verständlich, daß man derart gutes Zeugs in jedem Gitarristenhaushalt immer mal brauchen kann ;-)

Auf der Fender müßtest Du diese großen gekapselten Mechaniken mit Konterschraube an der Kopfplattenoberseite haben. Hier passen die Gotoh's nicht "einfach so" drauf, da eine 10er Bohrung vorhanden ist und eine 8,8er gebraucht wird.

Diese sogenannten "Reduzierhülsen" kannst Du für die normalen Gotoh SD-91, also ohne Lockfunktion und ohne Höheneinstellung, nehmen. Die SD-91 mit den Kürzel "HAP", "M" und "HAPM" haben eine dünnere Achse. Die gehen zwar durch die Reduzierhülsen, stehen aber dann schräg, weil zu großes Loch. Unter Saitenzug belastet daß Zahnrad, Schnecke und Aufhängung schon recht stark. Also das 10er Bohrloch in der Kopfplatte zudübeln, mit 8,8 neu aufbohren und die richtigen Hülsen rein. Die Hülsen haben ganz knapp über 10mm Außendurchmesser und decken das Ganze ab.

Klanglich lohnt sich der Aufwand fast immer.

Viele Grüße

André


Re: Trem-Block: Stahl vs. Messing

Hallo André,

okay, dann lass ich die Mechaniken für mein nächstes Stratprojekt auf Lager. Dieser Aufwand ist mir dann doch zu groß und die Gitarre ist hinterher nicht mehr original. Diesen Makel hebt dann m.M.n. auch ein vielleicht minimal besserer Klang nicht auf.

Die Standard Strat funktioniert auch so überraschend gut (sowohl vom Sound wie auch von der Stimmstabilität), da werde ich so schnell gar nichts ändern.

Gruß Martin