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(Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hallo,

ich hab vor kurzem meine Strat wieder zusammengebaut und dabei einen Satz neue (bzw, andere) PUs eingebaut. Nun stellt sich mir die Frage nach der Höheneinstellung. Angst und Schrecken verbreitende Begriffe wie Stratitis und änhliches sind mir da noch im Gedächtnis.
Ich hab schon des öfteren gesehen, dass mindestens bei Hals und mittlerem PU die Bassseite deutlich weiter von den Saiten weg eingestellt war. hat das klanglich irgendwelche Vorteile, oder dient das nur der Vermeidung der eben so gefürchteten Stratitis? Der Stegpickup war oft gerade eingestellt. Ist dort die Gefahr von Stratitis kleiner? Ich kenn mich nicht gut aus damit. Gibt es irgendwelche allegemeinen Tipps, oder sollte ich Dinger solange keine Stratitis auftritt einfach nach Gehör einstellen?

Über Ratschläge der Straterfahrenen unter euch würde ich mich freuen.

Grüße

Clemens

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hi
Wenn die TAs geneigt sind, dann nach meinem laienhaften Verständnis, damit die Basssaiten im Verhältnis nicht zu laut werden - da sie mehr Masse (genauer: Magnetfeldbeeinflussung) pro Längeneinheit haben, und danach würde ich die Neigung justieren.
Die tieferen Hals- und Mittel-TAs würde ich auch so einstellen, dass sie gleich laut zum Stegtonabnehmer sind (der höher stehen muss, weil am Steg die Saiten weniger weit ausschwingen). Vorausgesetzt, man will das so haben, muss ja nicht sein. Mit dem Rezept habe ich noch keine Probleme mit Stratitis gehabt.
Nur meine 2 Eurocent...
Gruß, RaiF

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Mojn Cleemens,

Ich hab schon des öfteren gesehen, dass mindestens bei Hals und mittlerem PU die Bassseite deutlich weiter von den Saiten weg eingestellt war. hat das klanglich irgendwelche Vorteile, oder dient das nur der Vermeidung der eben so gefürchteten Stratitis? Der Stegpickup war oft gerade eingestellt. Ist dort die Gefahr von Stratitis kleiner?

Ob das klangliche Vorteile hat, hängt von Deinen klanglichen Vorstellungen ab ;-)).
Stratitis kann man auch Tellitus nennen, denn dort tritt dasselbe Phänomen auf, v.a. wenn man am Hals PU die Kappe abmacht. Die tiefen Saiten werden wg. größerer Masse stärker von den Magneten angezogen, dünnere Saitensärken ebenfalls, weil sie stärker auslenken. Deswegen kann man auch nicht die amtlichen cm angeben, die die Magneten von den Saiten weg müssen. Außerdem variiert der Effekt latürnich noch nach der Magnetstärke. Am besten, Du stellst Dich mit eingestöpselter Klampfe vor den Amp und schraubst die PUs hoch, bis Du etwas Verdächtiges hörst; dann wieder ein Stück zurück. Stratitis verbreitet nur dann Angst und Schrecken, wenn Du sie hörst.

ne schöne Jrooß, Mathias


Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hi,

das Magnetfeld der Strat-Pickups öffnet sich kegelförmig nach oben. Soll heißen, je weiter der Pickup von den Saiten entfernt wird, desto breiter das Stück Saite, das "gelesen" wird. In der Praxis klingt ein weit runtergeschraubter Stratpickup weicher, voller, obertonreicher (bei niedrigerem Output), ein nah an den Saiten sitzender schärfer (bei höherem Output).

Stratitis ist in der Tat eine Pest, tritt idR vor allem auf den Basssaiten in höheren Lagen auf. Halspickup runterdrehen bis besser, lautet mein Rat.

Ich selber spiele in meiner Hauptstrat sehr zahme Pickups (Staufer "True Vintage" am Halse und in der Mitte, "Blues" mit Baseplate am Stege), und habe den am Hals einen Hauch UNTER Pickguardniveau, Mitte einen Hauch über Pickguardniveau und den am Steg auf halbem Wege zwischen Pickguard und Saiten.

Bei meiner Lipstick-Strat sitzen die Pickups etwas höher, aber da die Lipsticks eh fast keinen Output haben tut das keinen Schaden.

Soundlich hat hoher Output für den klassischen Stratsound nur Nachteile, finde ich.

Die Position des Mittelpickups ist wichtig für den Sound der Zwischenstellungen. Je näher der Mittelpickup an den Saiten ist, desto ausgeprägter die Phasenauslöschung des typischen Mittelstellungssounds, finde ich.

Das Experimentieren lohnt sich!

Gr00ß, ferdi

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hi,
da möchte ich auch noch meinen Senf dazu geben. Was die Kollegen zuvor geschrieben haben, kann ich aus meiner Sicht auch nur bestätigen. Und Stratitis ist es wirklich nur, wenn es stört! Könnte die Frage aufkommen, was und wie es eigentlich stört? Hier meine Testmethode: Ich nehme irgendeinen Modeller und stelle einen fetten Bratzeldsound ein. Line6 Insane o.ä. Dann Kopfhörer auf und die Saiten einzeln und in verschieden Bünden anspielen und klingen lassen. Bei Stratitis hört man nach kurzer Zeit Phasenverschiebungen, die den eigentlichen Ton dämpfen und bald ganz absterben lassen. Es entsteht so ein insanes Getute aus allen möglichen Ober- undwasauchimmer- Tönen. PU runternudeln und wiederholen, bis der eigentliche Ton sauber stehen bleibt. Fettisch!

Viele Grüße!

Gerald

P.S. Humbucker-Spieler kenne das Problem in erster Linie deshalb nicht, weil sie eh vermutlich taub sind ;-) duckundwech

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hi,
da möchte ich auch noch meinen Senf dazu geben. Was die Kollegen zuvor geschrieben haben, kann ich aus meiner Sicht auch nur bestätigen. Und Stratitis ist es wirklich nur, wenn es stört! Könnte die Frage aufkommen, was und wie es eigentlich stört? Hier meine Testmethode: Ich nehme irgendeinen Modeller und stelle einen fetten Bratzeldsound ein. Line6 Insane o.ä. Dann Kopfhörer auf und die Saiten einzeln und in verschieden Bünden anspielen und klingen lassen. Bei Stratitis hört man nach kurzer Zeit Phasenverschiebungen, die den eigentlichen Ton dämpfen und bald ganz absterben lassen. Es entsteht so ein insanes Getute aus allen möglichen Ober- undwasauchimmer- Tönen. PU runternudeln und wiederholen, bis der eigentliche Ton sauber stehen bleibt. Fettisch!

Viele Grüße!

Gerald

P.S. Humbucker-Spieler kenne das Problem in erster Linie deshalb nicht, weil sie eh vermutlich taub sind ;-) duckundwech

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Mojn Gerald,

Humbucker-Spieler kenne das Problem in erster Linie deshalb nicht, weil sie eh vermutlich taub sind ;-) duckundwech

Ne, weil die Magneten unter der Spule liegen und deswegen die Saiten nicht anziehen können. Gilt übrigens auch für P-90er, Klingentonabnehmer, den Horseshoe- oder den Charlie-Christian-PU und die SCs mit Barrenmagneten unter den Pole-Pieces. Letztere müssen kein billiger Ausschuss aus Kung-Fu sein, wie die G&L Magnetic-Fields beweisen

ne schöne Jrooß, Mathias


Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Greetinx,

also ich habe meine PU´s immer nur so ca. zwischen 2-4 mm rausgucken.

ferdi hats beschreiben - warum.

Allerding so weit rein wie er - ist mir zuweit drin. Ich muss Strat immer abwechselnd mit einer Paula spielen - und dann wäre der Lautstärke-Unterschied zu groß.

IMHO klingt eine Strat besser mit eher weiter reingedrehten - als mit sehr weit herausgedrehten.
Stratitis ist kein Problem - das kann man ja leicht lösen - bei Bedarf.

Prominente Vorbilder spielen teilweise weit herausgedreht (habe ich beobachtet) - aber die können ja auch spielen ...

GRuZZ *

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber

Hi.

Zu Relation möchte ich hier anmerken, dass natürlich der Abstand der Saiten zu den Magneten zählt, nicht der zwischen Saiten und Pickupgehäuse.

Wer jetzt ferdis Beispiel folgt, aber nicht so bemerkenswert prominent herausragende Magneten sein bescheidenes Eigen nennt, wie Staufer Pickups sie besitzen, sondern - als Beispiel - über solche Klangspuler verfügt, welche ihr Schöpfer mit weniger penetrierenden oder gar planen Magneten ausgestattet hat, dem muss es nicht Wunder nehmen, sollte ihm der ferdische Sound bei dieser nunmehr großen Kluft zwischen der schwingendem Saite und dem ihr aufspürendem Metall versagt bleiben.


Gruß,
robert
*

Re: (Gitarre) Von der richtige Einstellung von Stratpickups und dem Unwissen darüber


Hi,

>> Soundlich hat hoher Output für den klassischen Stratsound nur Nachteile, finde ich <<

das dachte ich auch, bis ich die Leosounds 62er Overwound NonStaggered in die Mitte und den Hals gesteckt habe. Klar, der BigMag am Steg tönt schon anders als ein Vintage Strat Bridgepickup und das soll er auch. Aber mit den Overwounds geht mir in den Höhen nichts ab und die Mitten sind auch nicht zuviel. Das hat auch viel damit zu tun, wie die Teile gewickelt werden. Bei im 22. Bund gedrückter Saite ist der Abstand zwischen Magnetoberkannte und Saitenunterkannte der hohen e knapp unter 3mm, das ist nicht viel. Die NoLoad Tone-Pots sorgen auch dafür, dass sich keine Höhen vertschüssen.

Wie groß der Abstand zwischen den Saiten sein soll, kann man gar nicht sagen, das ist nämlich von Pickup zu Pickup unterschiedlich, man muss den Sweet-Spot der Dinger finden. Übrigens, SRV hatte auf der Lenny (seine Strat mit Maple-Griffbrett) die Pickups auch ziemlich hochgedreht...

Grüße
Christian