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(Rezept) Leber, Venezianisch und nach Markus

Servus miteinander!

Weil ich's gerade koche (ihr werdet gleich merken, warum man da noch nebenbei schreiben kann) ist mir eingefallen, das ich dieses wunderbare Rezept doch hier mal niederschreiben könne (nebenbei: Ein paar meiner Rezepte sind noch nicht in der offiziellen Datenbank drin - kann das einer mal machen?).

Los geht's:

Leber, so wie's da Markus immer macht



Es wird benötigt:

Zwiebeln (ich rechne immer so mit 3 großen oder 4-5 kleinen pro Person. Kein Witz - ich liebe Zwiebeln.)
Leber (ca. 200g pro Person. Am besten Kalb, zur Not Schwein)
Mehl
Weißwein
Petersilie (frisch)
Pfeffer, Salz
Planzenöl

Für die Beilage (Kartoffelbrei):

Menge mehligkochende Kartoffel nach Wunsch (ich nehm so pro Person immer 3-4 kleine)
Milch
Muskat, Salz
evtl. eine kleine Knoblauchzehe

Die Zwiebeln in Ringe oder Halbringe schneiden - brauchen nicht dünn zu sein. Öl in einer Pfanne erhitzen - dann auf mittlere Hitze schalten, Zwiebeln hinein, kurz andünsten (so das die Ringe auseinanderfallen), Hitze zurückstellen - und zwar soweit, das die Zwiebeln gerade noch im Öl ein wenig brutzeln. Das sollen sie jetzt so ca. 1h bis 1,5h machen - je länger, desto besser. Auf gaaanz kleiner Flamme. Wenn's doch mal schneller gehen soll, immer kurz ein wenig mehr Hitze geben, dann 10min zurückdrehen usw... Bei mir brutzeln die Zwiebeln gerade, deshalb hab' ich Zeit das hier niederzuschreiben. Am Ende sollten die Zwiebeln eine schön dunkle Färbung angenommen haben und unheimlich süß schmecken. Zwiebeln aus der Pfanne nehmen, irgendwo beiseitelegen.

Leber in Streifen schneiden, in Mehl wenden. Frisches Öl in die Pfanne, die Leber kurz und scharf anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen. Hitze zurücknehmen, ein guter Schuss Wein zum ablöschen dazugeben, und die Zwiebeln wieder in die Pfanne. Das ganze noch 5 Minuten köcheln lassen, frische, kleingehackte Petersilie kurz vor Schluß noch dazu - fertig.

Und den Kartoffelbrei nebenbei machen: Wasser (mit einem Hauch Salz) in Topf kochen lassen, geschälte Kartoffeln rein, gar werden lassen (dauert je nach Größe der Kartoffeln so 15-25 Minuten). Wasser abgießen, ein wenig Milch zu den Kartoffeln geben, und dann die Kartoffeln mit einem Stampfer zerquetschen. Danach noch Milch dazu, bis ein fester Brei entsteht. Mit einer Messerspitze Salz, frisch geriebener Muskatnuss und evtl einer zerdrückten Knoblauchzehe würzen.

Hmmm - ich freu mich jetzt auf das Mittagessen.

Servus,
Markus

Re: (Rezept) Leber, Venezianisch und nach Markus

Tach Markus

Mit allem einverstanden ausser mit .... Öl. Norditalien, und dazu gehört der Veneto, ist Butterküche. Also Butter an die Zwiebeln resp. die Leber und ja nicht zu heiss braten, sonst verbrennt das Eiweiss in der Butter. Leber ist von der Struktur eh sehr hitzeempfindlich, also so oder so vorsicht mit der Temperatur. Sonst ist es kein Fegato ala venetiana. Ganz korrekt gehört noch ein kleine Menge frischer Salbei dazu.

Was Du aber probieren kannst ist in Deinen Kartoffelbrei - wo per se auch ein gehöriger Löffel Butter reingehören täte - selbiges durch Olivenöl (gutes, Kaltgepresstes) zu ersetzen. Ein kleines Stückchen Selerie mitkochen und unterstampfen kann auch ganz spannend sein.

Und jetzt kommt noch der Geheimtipp der Profis; Topf mit Püree vom Herd nehmen, zuerst ein Küchentuch und dann ein Deckel drauf und dann den Topf in den vorgeheizten Ofen bei rund 90 Grad für 10 Minuten. Du wirst staunen wie luftig Dein Kartoffelbrei wird.

Sorry für die Belehrung aber ich bin von Köchen verwand- und freundschaftlich umzingelt, ging nicht anders.

Gruss und guten Appetit, Manuel

Re: (Rezept) Leber, Venezianisch und nach Markus

Mojn,

Sorry für die Belehrung

Wieso sorry? - ist doch sehr nützlich. Und wenn ich gleich mal frei weg von der Leber meinen Senf zu eben derselben geben darf: Sie steht und fällt mit dem Metzger, auf den man sich unbedingt verlassen können muss. Und da sich nicht nur beim Menschen alles an Dreck, was freiwillig oder unfreiwillig zu sich genommen wird, in diesem Organ anreichert, sind ein paar Cent mehr beim Bio-Fleischer in jeder Hinsicht gut angelegt.

aber ich bin von Köchen verwand- und freundschaftlich umzingelt, ging nicht anders.

Beneidenswert. Sieht man Dir gar nicht an, so schlank wie Du immer noch bist ;-)).

ne schöne Jrooß, Mathias

Re: (Rezept) Leber, Venezianisch und nach Markus

Tach Mathias,

Wieso sorry?


.. naja, weil ich selber bei Besserwisserei immer ein bisschen komisch reagiere ohne selber davon gefeit zu sein.

Aber in dem Fall war ich das meinem Papa selig schuldig. Und ausserdem ist doch kochen mindestens so leidenschaftlich wie Musik machen :-)

Schönen Gruss auch im neuen Jahr (gilt für alle), Manuel


Re: (Rezept) Leber, Venezianisch und nach Markus

Tach Manuel!

Ers'ma' frohes Neues :-)

: .. naja, weil ich selber bei Besserwisserei immer ein bisschen komisch reagiere ohne selber davon gefeit zu sein.

Hmm, kommt drauf an, glaub ich ... wenn man tatsächlich etwas besser weiss, spricht nichts dagegen, das auch in die Diskussion einzubringen. Davon lebt zum Beispiel dieses Forum :-)

Was mir auch aufstösst, sind a) Leute, die ihr vorhandenes Wissen überheblich rüberbringen (auch wenn ich dann keine Probleme habe, mir dieses Wissen irgendwann zunutze zu machen) und b) Leute, die keine Ahnung haben, aber trotzdem vorbehaltlos die Klappe aufreissen :-)

Nos vemos en infierno, Pepe (selbst einer der grössten Klugscheisser vor dem Herrn, aber hoffentlich nur bei Themen, bei denen ich mich auskenne, s.o. :-) )