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Bias - Do it yourself schuld

liebes volk,

da ich hier, fernab der zivilisation gerade im gitarrentechnischen bereich mehr oder weniger auf mich selbst gestellt bin, und da mich d.i.y. sowieso reizt, habe ich schon 'ne ganze weile ausschau nach einem gerät zur bias-einstellung gehalten. neulich fand ich diesen messadapter-bausatz. bei einem lächerlichen preis von 18,50 € hab ich nicht lange überlegt. heute abend hab ich das teil nach der beiliegenden anleitung zusammengebrutzelt. wer nicht zwei linke hände mit je fünf daumen hat und außerdem weiß, wo man den lötkolben anfassen muß, kann das hinkriegen. die bauanleitung ist deppensicher. natürlich hab ich den adapter dann auch gleich ausprobiert.* ich hatte ja außerdem für den jtm45 ein pärchen shuguang KT66 als ersatz für die neulich abgerauchten bestellt. natürlich bin ich die sache mit äußerster vorsicht angegangen. vor derartigen spannungen habe ich dann doch gehörigen respekt. 'n bißchen doof hab ich geguckt, als auf dem meßgerät was von ca. 16 mA stand. also hab ich noch mal in der anleitung bei TT nachgesehen und festgestellt, daß ich depp das meßgerät auf spannungsmessung und nicht auf strommessung einstellen muß :-). na jedenfalls hab ich das teil bei ca. 40 mA eingepegelt (eine röhre bei 39,7 - die andere bei 40,3). das erste mal im leben bias eingestellt - man watt bin ich stolz auf mich ;-). der jtm klingt übrigens um einiges wärmer und satter und ich kann jetzt den egualizer voll aufreißen. und zur krönung des ganzen hab ich dann noch 'ne ecc83 mullard reissue reingestöpselt - gefällt mir ausnehmend gut. eins steht mal fest: der jtm ist jetzt absolut amptlich :-).

gruß falk

*liebe kinder, bitte macht das zu hause nicht nach. spannungen von mehreren hundert volt sind lebensgefährlich.



Re: Bias - Do it yourself schuld

Hi Falk!
Glückwunsch! Ist doch praktisch, wenn man´s selber machen kann! Die Mullard finde ich auch absolut klasse in Marshall Amps! Wie lange hast du den Amp zum einmessen laufen lassen? Sinnvoll wäre zb ein ganzer Nachmittag, und zwischendurch das Teil mal ein bisschen geigen, bis die Werte stabil bleiben. Auf jeden Fall hast du ihn "schön heiss" eingestellt, da klingen die Marshalls erst richtig gut!
Nice day, Grüsse: "ACY"

Re: Bias - Do it yourself schuld

moin holger,

: Wie lange hast du den Amp zum einmessen laufen lassen?

natürlich zu kurz. ich hab ja überhaupt erst mal probiert, ob/wie das funktioniert und allerdings auch gelesen, daß sich das ganze erst nach ein paar betriebsstunden stabilisiert. also werd ich das teil heute tagsüber 'ne weile laufen lassen und heute abend noch mal messen.

gruß falk

ps.: tausche ein g gegen ein q - wer's findet, darfs behalten.

Re: Bias - Do it yourself schuld


Hallo Falk,

das klingt ja wirklich gut!
Woher weiß man denn eigentlich den Zielwert der Spannung? Oder müssen einfach nur beide Röhren gleich eingestellt sein? Vielleicht wärst du ja so nett und beschreibst mal kurz das Vorgehen?!

Viele Grüße,

Sebi


: liebes volk,
:
: da ich hier, fernab der zivilisation gerade im gitarrentechnischen bereich mehr oder weniger auf mich selbst gestellt bin, und da mich d.i.y. sowieso reizt, habe ich schon 'ne ganze weile ausschau nach einem gerät zur bias-einstellung gehalten. neulich fand ich diesen messadapter-bausatz. bei einem lächerlichen preis von 18,50 € hab ich nicht lange überlegt. heute abend hab ich das teil nach der beiliegenden anleitung zusammengebrutzelt. wer nicht zwei linke hände mit je fünf daumen hat und außerdem weiß, wo man den lötkolben anfassen muß, kann das hinkriegen. die bauanleitung ist deppensicher. natürlich hab ich den adapter dann auch gleich ausprobiert.* ich hatte ja außerdem für den jtm45 ein pärchen shuguang KT66 als ersatz für die neulich abgerauchten bestellt. natürlich bin ich die sache mit äußerster vorsicht angegangen. vor derartigen spannungen habe ich dann doch gehörigen respekt. 'n bißchen doof hab ich geguckt, als auf dem meßgerät was von ca. 16 mA stand. also hab ich noch mal in der anleitung bei TT nachgesehen und festgestellt, daß ich depp das meßgerät auf spannungsmessung und nicht auf strommessung einstellen muß :-). na jedenfalls hab ich das teil bei ca. 40 mA eingepegelt (eine röhre bei 39,7 - die andere bei 40,3). das erste mal im leben bias eingestellt - man watt bin ich stolz auf mich ;-). der jtm klingt übrigens um einiges wärmer und satter und ich kann jetzt den egualizer voll aufreißen. und zur krönung des ganzen hab ich dann noch 'ne ecc83 mullard reissue reingestöpselt - gefällt mir ausnehmend gut. eins steht mal fest: der jtm ist jetzt absolut amptlich :-).
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: gruß falk
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: *liebe kinder, bitte macht das zu hause nicht nach. spannungen von mehreren hundert volt sind lebensgefährlich.


Re: Bias - Do it yourself schuld

mist! mist! mist! ich hatte den jtm zusammengeschraubt einfach noch 'n paar stunden laufen lassen. und? als ich nachsehe und den bias noch mal nachregulieren will ist eine von den kt66 abgeraucht! einfach so! spinn ich jetzt? ist das normal? ich habe definitiv nichts falsch gemacht. das kann doch alles gar nicht wahr sein. ich glaub ich laß die 5881er jetzt drin :-((.

gruß falk

Re: Bias - Do it yourself schuld

Servus falk,

für mich hört sich das nach einem Problem im Amp an da die bereits zum 2ten Mal ne Röhre abglüht. Evtl. hat er Probleme mit dem Bias Poti oder schlechten Kpntakt an den Röhrensockeln!?! Ich würde da jetzt dann langsam doch lieber den Fachmann aufsuchen...

cu
Stefan

Re: Bias - Do it yourself schuld

moin moin,
:
: für mich hört sich das nach einem Problem im Amp an da die bereits zum 2ten Mal ne Röhre abglüht. Evtl. hat er Probleme mit dem Bias Poti oder schlechten Kpntakt an den Röhrensockeln!?! Ich würde da jetzt dann langsam doch lieber den Fachmann aufsuchen...

vielleicht keine schlechte idee. allerdings waren die randbedingungen jedesmal völlig verschieden. schlechten kontakt - hm - die röhren sitzen sehr fest in den sockeln...

im netz ist folgender text zu finden:

Lord Valve's field reports indicate that using the Valve Arts (Chinese) KT-66 tubes in the JTM-45 (reissues and originals) can be problematic. The amp design is prone to parasitic oscillation that may kill your tube. The solution: put 5.6K swamp resistors in series with pin 5 on each power tube socket. First unsolder the wire connected to pin 5, then solder the 5.6K resistor directly to the pin socket. Re-connect the wire to the other end of the resistor. The goal is to make the leads on the resistor as short as possible.

was zum geier sind parasitäre schwingungen? kann mir das mal jemand erklären?

gruß falk

Re: Bias - Do it yourself schuld

Servus falk,

: im netz ist folgender text zu finden:

: was zum geier sind parasitäre schwingungen? kann mir das mal jemand erklären?


Parasitäre Schwingungen entsehen wenn der Amp intern oszilliert (meist deutlich ausserhalb des hörbaren Bereichs, nur mit einem Oszilloskop nachzuweisen). Diese Schwingungen belasten die Schaltung stark, ebenso die Endröhren. Leider lässt es sich nicht vorhersagen was genau zur Oszillation führt, das kann das Layout der Kabel sein, gewisse Zustände in Schaltung oder Komponentendegradation. Der Tip mit dem SwampResistor ist gut, nimm am besten eine 1W oder 2W Type damit bist Du auf der sicheren Seite. Ich würde auf jedenfall auch noch die Kontaktfedern der Röhrensockel reinigen und nachbiegen und die check auch die beiden 470Ohm Gridstopper Widerstände die an den Sockeln verlötet sind. Auch den 1k 8W der von diesen beiden Widerständen weg zum Choke geht mal überprüfen, der ist thermisch stark belastet.

cu
Stefan



Re: Bias - Do it yourself schuld

moin stefan,

danke für den tip! übrigens hatte ich zwischen dem abrauchen der beiden alten kt66 und dem abrauchen der einen neuen kt66 einen kompletten gig mit 5881 bestritten - völlig ohne probleme! ich könnte mir durchaus vorstellen, daß die neue kt66 'ne macke hatte.

gruß falk


Re: Bias - Do it yourself schuld

Hi Falk!

Habe den Thread hier mit großem Interesse verfolgt, da ich mir auch soeben KT66er zugelegt habe -die es gerade recht günstig von Groove Tubes gibt- und ebenfalls die 12AX7M (die arschteuer war) um sie in den Soldano einzusetzen, der ja doch schon ein wenig Ähnlichkeit mit deinem JTM45 hat. Mein Ziel ist es, den Amp ein wenig cleaner zu bekommen und wenn möglich einen Ticken wärmer. Da ich ja nun doch 2 linke Hände und Füße habe, werde ich es machen lassen müssen, interssieren täte mich natürlich auf welchen Wert das ganze eingemessen werden sollte. Hast du Ahnung, was die untere und was die obere Grenze ist?
Habe mal gehört, dass man mit den KT's den Amp ein wenig läönger vorheizen sollte, ist da was dran, oder alles Voodoo?

Danke dir schonmal!

P.S.: wenn die KT's drin sind hätte ich ja ein selektiertes Pärchen 6L6 von TAD übrig, falls du Interesse hast,-))


Re: Bias - Do it yourself schuld

Hallo Jonas,

ich mische mich mal ein... sowohl die GT KT66 wie die GT12AX7-M gehen klanglich *deutlich* in die mittig-fett-singende Richtung, was einerseits deiner Vorstellung entsprechen dürfte, andererseits - also - öhm - cleaner wird der Amp damit bestimmt nicht! Gerade die AX7-M hat den zerrintensiven Mittenbereich deutlich betont.

Phänomenal in "clean und warm" bei völlig ausgewogenem Klangbild ist die JAN Philips 12AX7-WA, wobei sie auch einen *astreinen* Zerrsound bietet, Richtung Mullard, aber nicht ganz so fett. Meiner bescheidenen Meinung nach *gibt* es keine bessere 12AX7. Frag mal Jochen, der hat eine von mir, und auch die GT-M. Sollte mich wundern wenn ich da falsch liege. Bei der JJECC83-S, die auch warm und cleaner als die GT ist, fehlt immer ein wenig der Biss, die ist eher was für Marshalls, die obenrum dringend gezähmtm werden müssen.

So, und die KTs ziehen *deutlich* mehr Heizstrom als die 6L6 (nämlich eher wie eine EL34). Dass dein Netzteil das mitmacht, nehme ich zwar an (alte Fenders machen es idR klaglos mit), aber ein schlau machen würde ich mich schon.

cu, ferdi

Re: Bias - Do it yourself schuld

Hi ferdi!

Vielen Dank für deine Antwort!
Zum Thema Mehrverbrauch durch KT66 und Netzteil: der Soldano läuft ja i.d.R. mit 5881ern , und wenn ich Herrn Pittman richtig verstanden habe wird die KT66 explizit für Amps als Replacement empfohlen, die original eben mit 5881ern laufen, daher dachte ich, es sei kein Problem.
Aber des mit der 12AX7M ist getz latürnich schon blöd. Hatte zuerst mal TAD's drin, dann Tesla JJ (kommt verzerrt imho sehr gut) aber bisher sonst immer nur Sovtek für die Input Stage. Mir eigentlich alle, die die 12AX7M gekauft haben geraten, diese als Input Stage Röhre zu nehmen, habe sie bisher aber noch nicht drin, da ich erst die KT's eingemessen haben möchte.
Dass man durch so eine Röhre keinen Fender Sound bekommt, ist mir schon klar, nur leider ist der Soldano so abgestimmt, dass clean so gut wie garnicht, oder eben extrem unbefriedigend möglich ist, daher wollte ich mal ein wenig experimentieren. Leider kenne ich keinen anderen Soldano Beitzer, der ähnliche Sorgen hat, daher informiert sich über Erfahrungsberichte von Leuten mit ähnlichen Amps. War wohl der falsche Weg.
Naja, erstmal die neuen Röhren rein, und dann schreibe ich nochmal, wie's mir (bzw. dem Amp,-)) ergangen ist.

Nochmal vielen Dank für deinen Einwand!

Mach's gut!


Re: Bias - Do it yourself schuld

Moin Jonas!
Um was für einen Soldano geht es denn eigentlich? Hot Rod? Wenn du deinen Amp etwas offener (cleaner) bekommen möchtest, dann solltest du mit deutlich schwächeren Röhren zB in V2/3/4 experimentieren! Und dann eine gut passende (nicht zu heftige) V1dazu setzen. Hier mal ein Link, wo die Gainstufen der versch. Replacement-Typen für 12AX7 (ECC83) Röhren schön dargestellt sind. ( http://thetubestore.com/gainfactor.html ) Ich arbeite hier sehr gerne mit ECC81 und der 12AY7, wenn es darum geht, Amps mit "zuviel" Gain ein wenig den Zahn zu ziehen! Vor kurzem habe ich auf diesem Wege für einen Kunden zB einen Fender Tonrmaster etwas "gemildert", so daß er jetzt so richtig zufrieden ist. Aber auch Marshalls reagieren sehr schön und direkt auf die schwächeren Röhren! In dieser Richtung kannst du sicher auch einiges mit deinem Soldano erreichen, ohne daß am Amp gebastelt werden muß! Mich störte bei meinem HR50 der "zu dünne" Sound im Low-Gain Betrieb, und der generell zu schwache Bass beim Hot Rod! - 2 kleine Modifikationen, und jetzt hat er richtig Kraft und Bauch!
Viel Glück, nice day: "ACY"

Re: Bias - Do it yourself schuld

Hi

Wenn du deinen Amp etwas offener (cleaner) bekommen möchtest, dann solltest du mit deutlich schwächeren Röhren zB in V2/3/4 experimentieren! Und dann eine gut passende (nicht zu heftige) V1dazu setzen.

genau, der Einfluss der verschiedenen Röhrentypen und -fabrikate (!) kann gar nicht überbetont werden.

cu, ferdi

Re: Bias - Do it yourself schuld

: Moin Jonas!
: Um was für einen Soldano geht es denn eigentlich? Hot Rod? Wenn du deinen Amp etwas offener (cleaner) bekommen möchtest, dann solltest du mit deutlich schwächeren Röhren zB in V2/3/4 experimentieren! Und dann eine gut passende (nicht zu heftige) V1dazu setzen. Hier mal ein Link, wo die Gainstufen der versch. Replacement-Typen für 12AX7 (ECC83) Röhren schön dargestellt sind. ( http://thetubestore.com/gainfactor.html ) Ich arbeite hier sehr gerne mit ECC81 und der 12AY7, wenn es darum geht, Amps mit "zuviel" Gain ein wenig den Zahn zu ziehen! Vor kurzem habe ich auf diesem Wege für einen Kunden zB einen Fender Tonrmaster etwas "gemildert", so daß er jetzt so richtig zufrieden ist. Aber auch Marshalls reagieren sehr schön und direkt auf die schwächeren Röhren! In dieser Richtung kannst du sicher auch einiges mit deinem Soldano erreichen, ohne daß am Amp gebastelt werden muß! Mich störte bei meinem HR50 der "zu dünne" Sound im Low-Gain Betrieb, und der generell zu schwache Bass beim Hot Rod! - 2 kleine Modifikationen, und jetzt hat er richtig Kraft und Bauch!
: Viel Glück, nice day: "ACY"


Hi Acy!

Jau, ich habe auch einen HR50, mit denselben Symptomen wie du sie erwähntest: schwacher Bass und low gain sehr dünn. Welche Modifikationen hast du denn genau durchgeführt? Hast du Erfahrung mit KT66 im HR50?

Danke schonmal!

Mach's gut!