Liebe Gemeinde!
Vor einiger Zeit berichtete ich über meinen Neuerwerb meiner Seagull Grand Artist. Diese Gitarre machte Magenschmerzen. Sie kam mit völlig verrosteten Saiten und einem total ausgetrockneten Griffbrett an. So weit der Zustand der Saiten es zuließ, konnte ich schon einen tollen Ton raushören. Alles bisschen schön machen, Öl drauf, neue Saiten und probieren. Es schnarrte an allen Ecken und Enden, der Hals war viel zu flach eingestellt. Als die Halskrümmung okay war, war die Saitenlage barbarisch hoch. Beim Runterfeilen des Sattels war ich zu ungeduldig, da schnarrte es bald bei offenen Saiten. Außerdem ließ sich die Gitarre einfach nicht richtig stimmen war die Oktavreinheit wirklich total im Eimer oder lag das an der viel zu hohen Stegeinlage?
Egal. Ein Tonabnehmer sollte unbedingt rein und Stegeinlage und Sattel aus Kunststoff wollte ich durch Knochen ersetzt haben. Außerdem brauchte ich einen zweiten Gurtpin, was eine knifflige Angelegenheit ist, da Seagull die Hälse verschraubt. Wegen meines Kummers mit der Oktavreinheit beschloss ich, den auf Akustikgitarren spezialisierten Munich Repair Shop zu beauftragen. Adresse: www.guitars.de Der MRS stellte fest, dass die Stegeinlage zwei Millimeter zu weit vorn saß. Nach telefonischer Rücksprache haben die Jungs die Nut verschlossen und da eine gefräst, wo sie hingehört. Tonabnehmer rein, Knochen drauf, Pin rein, eingepackt und zurück. Der MRS hat eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Die verschlossene Nut kann man nur bei gutem Licht erkennen, wenn man weiß, wo man nachsehen muss. Respekt! Ich kann den Munich Repair Shop ohne Einschränkung empfehlen.
Die Gitarre tönt jetzt mit und ohne Verstärkung gar fein und spielt sich extrem lecker. Als ich sie verliebt ansah, traute ich dann meinen Augen nicht und musste erstmal nachmessen. Der Korpus ist nicht symmetrisch, das Schallloch nicht in der Mitte die Abstände zwischen Schallloch und Korpusrand differieren um vier Millimeter. Grund genug, jetzt die Gitarre mal richtig auf bauliche Mängel zu prüfen und an allen Ecken und Enden ist die Verarbeitung tatsächlich etwas rustikal und weist auf etwas eilige Handarbeit hin. Das ist mir zwar grundsätzlich vollkommen egal, überraschte mich doch, bisher habe ich Seagull immer als Fabrikhersteller mit relativ wenig Handarbeit eingeordnet.
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass das eine feine kleine Gitarre ist, an der ich eine Menge Spaß habe. Nein, ist kein G.A.S. Nein, ich brauche diese Gitarre eigentlich nicht. Nein, der Blinderwerb bei ebay war okay, weil ich auch inklusive der MRS-Kosten weniger bezahlt habe als im Laden (wo man diese Gitarre eh nie findet).
Soviel dazu.
Matthias
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- (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop - gestartet von Matthias 23. Juli 2005 um 18:53h
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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wego
am 23. Juli 2005 um 19:39
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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Matthias
am 23. Juli 2005 um 21:05
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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Andr
am 25. Juli 2005 um 10:23
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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Andr
am 25. Juli 2005 um 10:23
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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Matthias
am 23. Juli 2005 um 21:05
- Re: (Gitarre) Seagull Grand Artist und Munich Repair Shop
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wego
am 23. Juli 2005 um 19:39
: Liebe Gemeinde!
Lieber Matthias,
: ... Außerdem brauchte ich einen zweiten Gurtpin, was eine knifflige Angelegenheit ist, da Seagull die Hälse verschraubt.
Macht M.S. doch auch. ;-)
: Wegen meines Kummers mit der Oktavreinheit beschloss ich, den auf Akustikgitarren spezialisierten Munich Repair Shop zu beauftragen.
: ...
: Die Gitarre tönt jetzt mit und ohne Verstärkung gar fein und spielt sich extrem lecker.
Siehste. Muss nicht immer Martin "." sein.
: Als ich sie verliebt ansah, traute ich dann meinen Augen nicht und musste erstmal nachmessen. Der Korpus ist nicht symmetrisch, das Schallloch nicht in der Mitte die Abstände zwischen Schallloch und Korpusrand differieren um vier Millimeter. Grund genug, jetzt die Gitarre mal richtig auf bauliche Mängel zu prüfen ...
Gezz hör mal endlich auf zu meckern!
Ketarre klingt, lässt sich klasse spielen, ...
Wat willze denn noch?
Man könnte echt denken, Du bist Lehrer. *ggg*
Nixfürungut: Die Seagull ist, unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses, und vielleicht auch gerade wegen ihrer universellen Halsabmessungen ein KLASSE INSTRUMENT und sollte (zumindest) in keiner Urlaubsausrüstung fehlen!
jm2c
wego
Lieber Matthias,
: ... Außerdem brauchte ich einen zweiten Gurtpin, was eine knifflige Angelegenheit ist, da Seagull die Hälse verschraubt.
Macht M.S. doch auch. ;-)
: Wegen meines Kummers mit der Oktavreinheit beschloss ich, den auf Akustikgitarren spezialisierten Munich Repair Shop zu beauftragen.
: ...
: Die Gitarre tönt jetzt mit und ohne Verstärkung gar fein und spielt sich extrem lecker.
Siehste. Muss nicht immer Martin "." sein.
: Als ich sie verliebt ansah, traute ich dann meinen Augen nicht und musste erstmal nachmessen. Der Korpus ist nicht symmetrisch, das Schallloch nicht in der Mitte die Abstände zwischen Schallloch und Korpusrand differieren um vier Millimeter. Grund genug, jetzt die Gitarre mal richtig auf bauliche Mängel zu prüfen ...
Gezz hör mal endlich auf zu meckern!
Ketarre klingt, lässt sich klasse spielen, ...
Wat willze denn noch?
Man könnte echt denken, Du bist Lehrer. *ggg*
Nixfürungut: Die Seagull ist, unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses, und vielleicht auch gerade wegen ihrer universellen Halsabmessungen ein KLASSE INSTRUMENT und sollte (zumindest) in keiner Urlaubsausrüstung fehlen!
jm2c
wego
Hallo!
: Gezz hör mal endlich auf zu meckern!
: Ketarre klingt, lässt sich klasse spielen, ...
: Wat willze denn noch?
Ich bin nur überrascht. Gerade bei so einem Massenhersteller wie Seagull/LaSiDo dachte ich immer, die werfen hinten in die Maschine eine Packung Bunddraht, Mechaniken, ein paar Knochen und einen halben Baum in die Maschine und der Rest passiert automatisch. Falsch gedacht, offensichtlich Handarbeit.
Gruß
Matthias
: Gezz hör mal endlich auf zu meckern!
: Ketarre klingt, lässt sich klasse spielen, ...
: Wat willze denn noch?
Ich bin nur überrascht. Gerade bei so einem Massenhersteller wie Seagull/LaSiDo dachte ich immer, die werfen hinten in die Maschine eine Packung Bunddraht, Mechaniken, ein paar Knochen und einen halben Baum in die Maschine und der Rest passiert automatisch. Falsch gedacht, offensichtlich Handarbeit.
Gruß
Matthias
Hallo Matthias
::""Ich bin nur überrascht. Gerade bei so einem Massenhersteller wie Seagull/LaSiDo dachte ich immer, die werfen hinten in die Maschine eine Packung Bunddraht, Mechaniken, ein paar Knochen und einen halben Baum in die Maschine und der Rest passiert automatisch. Falsch gedacht, offensichtlich Handarbeit.""::
Anders als mit "Handarbeit" geht es auch bei "Massenherstellern" nicht. Die Zeitersparnis gegenüber Einzelanfertigungen resultiert aus den standardisierten Arbeitsvorgängen. Dafür rüsten die nicht eine einzige Fräsmaschine 10 x um, sondern nutzen für jeden Arbeitsschritt eine eigene Fräsmaschine mit fest installiertem Fräswerkzeug. Z.B. für die Fräsung von Halsfuß, Kopfplattenübergang, Halsrückseite, Korpus-Bindings usw.
Selbiges habe ich bei spanischen Herstellern schon oft gesehen. "Meiner" hat z.B. keine einzige elektronisch gesteuerte Maschine. Das ist einerseits sehr zeitsparend, andererseits gibt es halt "Tolleranzen", wie Du sie ausgemessen hast, immer wieder. Warum aber die Stegeinlage bei Deiner falsch plaziert ist, ist schon merkwürdig. Denn normalerwiese wird der Steg mit einer am Sattel ausgerichteten Schablone an die unbedingt richtige Position verleimt. Entweder haben die bei Deinem Instrument komplett geschlafen oder eine ganze Serie aufgrund einer verstellten Schablone falsch verleimt.
Viele Grüße
André
::""Ich bin nur überrascht. Gerade bei so einem Massenhersteller wie Seagull/LaSiDo dachte ich immer, die werfen hinten in die Maschine eine Packung Bunddraht, Mechaniken, ein paar Knochen und einen halben Baum in die Maschine und der Rest passiert automatisch. Falsch gedacht, offensichtlich Handarbeit.""::
Anders als mit "Handarbeit" geht es auch bei "Massenherstellern" nicht. Die Zeitersparnis gegenüber Einzelanfertigungen resultiert aus den standardisierten Arbeitsvorgängen. Dafür rüsten die nicht eine einzige Fräsmaschine 10 x um, sondern nutzen für jeden Arbeitsschritt eine eigene Fräsmaschine mit fest installiertem Fräswerkzeug. Z.B. für die Fräsung von Halsfuß, Kopfplattenübergang, Halsrückseite, Korpus-Bindings usw.
Selbiges habe ich bei spanischen Herstellern schon oft gesehen. "Meiner" hat z.B. keine einzige elektronisch gesteuerte Maschine. Das ist einerseits sehr zeitsparend, andererseits gibt es halt "Tolleranzen", wie Du sie ausgemessen hast, immer wieder. Warum aber die Stegeinlage bei Deiner falsch plaziert ist, ist schon merkwürdig. Denn normalerwiese wird der Steg mit einer am Sattel ausgerichteten Schablone an die unbedingt richtige Position verleimt. Entweder haben die bei Deinem Instrument komplett geschlafen oder eine ganze Serie aufgrund einer verstellten Schablone falsch verleimt.
Viele Grüße
André