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(Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hi Gemeinde,

Ich will einen neuen Lautssprecher (50 Watt, 8 Ohm) einbrummen. Nun hab ich mich erstmal an Meister Ferdi gehalten, der empfohlen hat, ein Gitarrenkabel einzustecken und das offene Ende auf ein 9V-Netzteil zu legen um Netzbrummen einzufangen. Sodann wäre der Amp auf 1/3 Volume einzustellen, Master ganz auf. Dann raus aus dem Probenraum und Tür zu, wenn Du von der Dröhnung nicht verrückt werden willst.

Nun gut, hab ich gemacht. Aber dat Dingens war nicht sehr laut, so für eine halbe Stunde bis Stunde konnte ich durchaus daneben sitzen und Aussensaiter lesen, ohne den Brummkoller zu kriegen.

Vielleicht war das Volume nicht weit genug aufgedreht? Der Amp hat ja nur 40 Watt, 10 weniger als der Lautsprecher.

Also Ferdis zweiten Rat befolgt und beim Hersteller Ted W. in der Q&A-Abteilung nachgeschlagen:


OK, on to 'breaking in' a speaker. If you really want to speed up the breaking in period, the easist method is to connect the speaker to a filament transformer. Having said that, let's look at the precautions you need to take. Since you will be driving the speaker with a steady state signal, you don't want to drive it at its rated power or it will burn up the voice coil. 1/3 power rating is a safe figure to use. So, let's say you have a 50 watt speaker and it is 8 Ohm. 1/3 power is about 17 watts, and at 8 Ohm, that works out to be around 11.5 volts. Using a 12.6 volt transformer will put 20 watts into the speaker. I wouldn't have a problem with that in our products, but just to be safe, you might want to go with a 6.3 volt filament voltage, which will put about 5 watts into your speaker. Another option is to use a variac into the primary side of the 12.6 volt filament transformer and dial in the voltage you want on the secondary. That way, you can dial in the 11.5 volts we originally calculated at the 1/3 power level. I'd also suggest performing the operation in a garage or closet, because listening to the loud 60hz hum from the speaker will grate on your nerves very quickly. Also, if you leave the speaker out of the cabinet, the rear radiation of the speaker will cancel alot of the front radiation and reduce the noise. You need to lay the speaker face up though, so the cone can move as much as possible since the whole idea of this operation is to loosen up the cone and spider. Laying the speaker face down would trap air between the cone and the surface of the table and restrict cone movement. You're going to be surprised how much the cone moves and how loud the speaker is, even at 1/3 power.
Here's the math for determining the correct voltage to use in case you have a different wattage and impedance rating than our example above:
1. Take the power rating of the speaker and divide it by 3.
2. Take that number and multiply it by the speaker's Ohm rating (4, 8, or 16)
3. Use your calculator to find the square root of that number.
4. The result is the voltage you need to use to drive the speaker at 1/3 its rated power.


Quintessenz auf Deutsch: Einbrummspannung U ist die Wurzel aus ( Speakerleistung * Impedanz / 3 ), also 11,5 V für 50 W und 8 Ohm.
Aber nun: was ist ein "filament transformer" und wie sieht das Signal aus?
Ich hab keinen Frequenzgenerator, die Sache mit dem offenen Gitarrenende klingt praktikabler. Wie sieht da das Signal aus, das beim Speaker ankommt? Sinus-Wechselspannung?

Ich hab mal mein Mulitmeter auf Wechselspannung-Messen gestellt und den brummenden Speaker abgegriffen. Siehe da: nur 0,6 V.
Kann ich nun die VOl. aufdrehen bis dort 11,5 V Wechselspannung anliegen?

Und zum zweiten: Ferdi, Du empfiehlst das Einbrummen v.a. um das "Dope" (die Gummierung am äußeren Rand der Papiermembran) aufzulockern. Ich hab aber einen ungedopten Lautsprecher, bringt da das Einbrummen überhaupt was?
Ted W. geht in obigen Hinweisen gar nicht auf Dope ein.

Gruß
Kurt

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

tach kurt,

: Nun gut, hab ich gemacht. Aber dat Dingens war nicht sehr laut, so für eine halbe Stunde bis Stunde konnte ich durchaus daneben sitzen und Aussensaiter lesen, ohne den Brummkoller zu kriegen.

es kommt darauf an, wie du genau den stecker zum netzteil positionierst - je nach dem wird's dann mäßig bis heftig laut. probier ruhig mal damit herum - du wirst erhebliche lautstärkeunterschiede feststellen.

gruß falk

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hallo Kurt

Filament Transformer ist der Tranformator für die Röhrenheizung. Die Spannung ist da üblicherweise 6.3V
Wenn Du nicht genau weisst, wo Du die Heizspannung abgreifen kannst, lässt Du besser die Finger davon und benutzt Ferdi's Methode. Oder noch besser einen Netztrafo (z.B. 9V AC) und zwei Widerstände (z.B. 100kOhm und 1kOhm) als Spannungsteiler auf den Gitarreneingang.
Davon ausgehend, dass das Signal in etwa sinusförmig und amplitudenseitig stabil ist, funktioniert das genauso gut. Die Spannung kannste dann am Volumenregler des Amps einstellen, genau wie Du vorschlugst.

Gruss: Christoph

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hallo Falk,


: es kommt darauf an, wie du genau den stecker zum netzteil positionierst - je nach dem wird's dann mäßig bis heftig laut. probier ruhig mal damit herum - du wirst erhebliche lautstärkeunterschiede feststellen.


Ja, klar, das ist mir auch aufgefallen. Und weil Ferdis erste Empfehlung "Loses Steckerende über NEtzteil gelegt und Amp auf 1/3 aufgedreht" so sehr von nicht validierbaren Faktoren abhängen, möchte ich lieber die Belastung des Lautsprechers messen und dadurch präzise einstellen. Wenn schon Einbrummen, dann auch effektiv und kein stundenlanges Gebrumme, das zwar nervt aber nix bringt.

Danke+Gruß
Kurt

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hi Kurt,
in Ermangelung von verfilzten Transformatoren oder so was ähnlichem hab ich meinen Weber einfach eingebaut und
geb ihm jetzt mindestens 2x die Woche ordentlich was auf die Membran.
Und ja... er veränderte sich in den ersten 2-3 Wochen doch deutlich hörbar.
Inzwischen hat er auch schon einen Gig mitgemacht und eine Veränderung kann ich nun nicht mehr feststellen.

Soll unter´m Strich schlicht heißen... ich bin schon bescheuert und für so Sachen wie tolle Speaker, Röhren PU´s zu haben, aber man muss auch nicht alles auf die Spitze treiben.
Bau das Ding ein, spiel Gitarre, tu das ordentlich laut und lange und in 2 Wochen ist´s auch eingebrummt.

Grüße
MIKE


Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Moin Kurt,
einbrummen bzw. einspielen macht bei jedem Lautsprecher bzw. Box sinn. Jeder Lautsprecher zeigt erst nach dem Einspielen sein wahres Gesicht und behält das dann auch dauerhaft bei.
Nun gibts viele Möglichkeiten des Einspielens, Gitarre dran und los gehts ist die einfachste. Trafo dran und brummen lassen eine andere. Genauso geht cd-Player dran und musik laufen lassen.
Allen Methoden gemein ist, daß es schon laut sein soll - also nachbarschaftsfreundlich gehts nicht. Und 20 Stunden ununterbrochen ist ein ganz guter Wert, um sicher zu gehen nimmste die doppelte Zeit, dann passts sicher.
Gruß
Günther

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hallo,

es gibt diese kleinen Wandsteckdosennetzteile für Effektgeräte die 12 Volt Wechselspannung abgeben. Habe bei mir selbst gleich zwei Stück ausfindig gemacht. Ein Netzteil gehört zum Reussenzehn Daniel D., das andere ist von Hughes & Kettner und speist das Replex Echogerät mit Strom.
Vielleicht hast du ja auch sowas. Aber unbedingt darauf achten, das Wechselspannung (AC) abgegeben wird.

Grüße
Michael

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hallo Michael,


: es gibt diese kleinen Wandsteckdosennetzteile für Effektgeräte die 12 Volt Wechselspannung abgeben. ... Reussenzehn Daniel D., ... Hughes & Kettner Replex Echogerät ...
: Vielleicht hast du ja auch sowas. Aber unbedingt darauf achten, das Wechselspannung (AC) abgegeben wird.



danke für den Tip! Leider habe ich weder das eine noch das andere, meine Tretminen arbeiten alle mit 9 V Gleichstrom.

Aber wenn der Speaker mit 1/3 seiner Belastbarkeit, d.h. mit 17 W bei 50-W-Speaker, eingebrummt werden soll, dann
wären das bei 8 Ohm 11,5 V und 1,4 A. Bringt so ein NEtzteil überhaupt 1400 mA???
Der andere Vorschlag eines Kollegen war, mit einem Spannungsteiler 10:1 ein Wechselstromsignal von 0,9 bis 1 V zu erzeugen und damit in den Input des Verstärkers zu gehen und aufdrehen, bis am Lautsprecher 11,5 V anliegen. Das scheint mir sinniger.

Gruß
Kurt




Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hi Kurt,
wie wäre es mit einem CD-Player oder ähnlichem, da kannst du einfach das Signal das du brauchst auf ne CD brennen und dann am CD-Player recht leise drehen und direkt in den Verstärker gehen, oder auch in den Effektweg, musst du halt ausprobieren. Zum Einbrummen würde sich übrigens Weißes Rauschem oder MLS besser eignen, da dann alle Frequenzen angeregt werden. Das ist wichtig da die Membransteifigkeit und die Hauptschwingung der Membran frequenzabhängig ist. Das heißt mit 60Hz Brummen erreichst du nicht das Optimum.
Was die Messung der Wechselspannung angeht so würde ich dir dazu raten ein Leistungsmessgerät zu nehmen, die Impedanz eines Lautsprechers ist sowohl Frequenzabhängig als auch meist nicht genu richtig angegeben, also für die Formel nur bedingt zu gebrauchen.

Grüße
Roman

Re: (Amps) Immer wieder gern gelesen: Speaker einbrummen

Hi,

der "filament transformer" liefert die Heizspannung von mW 6,3V. Ich empfehle nach wie vor die Wandwarzen/Netzteil-Methode, weil einfacher. Sollte in etwa ein 50Hz Sinuswellensignal sein. Du solltest den Amp unbedingt so laut brummen lassen wie dir noch gesund erscheint. Wenn du dabei ungestört lesen kannst, solltest du dringend weiter aufdrehen oder zum Ohrenarzt gehen :o)

Ich schätze, dass man mit 8 Stunden Brummen etwa die doppelte Zeit Einspielen "simulieren" kann, weil es die tiefen Frequenzen sind, bei denen sich Speaker zu Anfang schwer tun. Unerklärlicher Weise werden die Höhen dadurch auch angenehmer, aber die theoretischen Hintergründe interessieren mich ehrlich gesagt nicht die Bohne.

Das Doping hat damit zwar viel zu tun, weil ja gerade die (gedopte) Aufhängung der Membran die größten Bewegungen ausführen muss. Meine fünf Californias sind aber allesamt ungedopt und drei haben vom Einbrummen deutlich profitiert. Es hat schon die ganze Membran was davon, und bei einem 50Hz-Ton bewegt sich ja nicht nur die Aufhängung.

Die Californias in der Zusatzbox habe ich noch nicht gebrummt, nur ein paar Mal gespielt - sie kommen wegen Brachialität der Pegel und Abgelegenheit des Proberaums nicht zum Brummen. Im Vergleich klingen die reichlich gebrummten und 2-3x wöchentlich gespielten Speaker im Twin lebhafter und williger.

cu, ferdi