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(Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

Tach Jungs,

zurück aus dem Urlaub (Knochen heil geblieben) kann ich mal wieder mit einer schönen Anekdote dienen.

Eins schönes Gefühl wenn neue Röhren im Röhrenamp drin sind - ging doch der Klangverfall schleichend von sich und unbemerkt, so wie neue Saiten den AHA-Effekt bringen...

Neue Röhren von RUBY (Name geändert) eingebaut und sofort klingts frischer, dynamischer sahniger.

Durch Zufall nun habe ich einen Arbeits-Kollegen kennengelernt, der zwar nicht auch Gitarre spielt aber E-Technik studiert hat (was ansich nix heissen soll) und nur durch meine Erzählungen über die Leiden eines Blues-Gitarristen sich für das Thema Röhren-Amps zu interessieren begann.

Wie war das noch: der Amp klingt scheisse - Röhrenwechsel??!!! Neue Röhren rein - raus - rein - raus ... ja, klingt glaube ich schon wieder besser - frischer eben.

Nun besagter Kollege hat einen Nachbarn, auch E-Techniker (Kapazität) der auch in diesen Elektronik-Zeitschriften Workshops und so veröffentlicht hat. Dieser hat nun vor zig Jahren einmal ein Gerät entwickelt/gebaut mit dem sich alle gängigen Röhren testen lassen - ohne ins Detail zu gehen (verstehe ich sowieso nicht) - mit diesem Gerät kann ich zB einfach anzeigen lassen ob eine Röhre noch 100% röhrt oder nur noch 60%.

Also habe ich ihm mehrere Röhren mitgeben (welche die ich für schlapp, kein Basspunch, klirrig in den Höhen gehalten habe) und er hat sie gemessen.

Resultat: bis auf eine waren alle noch sehr gut und die eine war auch noch gut.

Wie sich das Gitarristen-Ohr doch täuschen will...

Schade, daß es so ein Gerät nicht im Taschenformat gibt - oder besser gesagt überhaupt zugänglich gibt. Dieses Teil vom Kollegen Nachbarn fristet sein Dasein jetzt in einer Bastel-Garage und staubt vor sich hin.

Andererseits wollen wir RUBY TUBES (Name geändert) doch nicht in den Konkurs treiben.

Und Batterien kann man leichter messen, da genügt ein einfaches Multimeter.

GRuSS CB "Wer hören will muß zahlen"


Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

: Schade, daß es so ein Gerät nicht im Taschenformat gibt - oder besser gesagt überhaupt zugänglich gibt. Dieses Teil vom Kollegen Nachbarn fristet sein Dasein jetzt in einer Bastel-Garage und staubt vor sich hin.

Nun, waren doch in den seligen 70er Jahren diese Röhren-Messgeräte noch Teil des grauen Alltags, auch ich besaß einmal so ein Teil, kurz nach dem Krieg gebaut. Die Aussagen solcher Messgeräte würde ich jedoch vorsichtig handhaben (ohne nun den Gläubigen Öl in das besagte Feuer gießen zu wollen).

Man misst Innenwiederstand, Fehlströme durch Fremdionen, Aufheizzeit, Isolationswerte, Durchgriff, Kurzschlüsse und und und. Die haben mit dem Klang einer Röhre aber nicht unbedingt etwas Entscheidendes zu tun. Wie sagte Garfield doch so treffend: Man soll nie ein Schiff nach seinem Rumpf beurteilen.
Der genannte E-Techniker wird in diesen Fragen (elektrische Werte vs. Klang) wahrscheinlich genau so verständnislos sein wie ein Schul-Mediziner übelster Coleur bei psychosomatischen Beschwerden.

Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

Ja, er misst so wie ich es verstanden habe nur Ströme im Verhältnis zu Spannungen. Einen Arbeitspunkt (BIAS) stellt er ein und ermittelt den Verstärkungsfaktor der Röhre.

Das besagte Gerät wurde damal speziell entwickelt um Leistungsdaten für Röhren (denke mal für den HiFi-Sektor) zu ermitteln.
Ich habe vor der Messung natürlich lange Gespräche geführt um sicher zu sein, daß was "vernünftiges" gemessen wird.

GruSS CB

P.S. Der Kollege ist also durchaus als "Heilpraktiker" zu bezeichnen.

Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

: Ja, er misst so wie ich es verstanden habe nur Ströme im Verhältnis zu Spannungen. Einen Arbeitspunkt (BIAS) stellt er ein und ermittelt den Verstärkungsfaktor der Röhre.

: Das besagte Gerät wurde damal speziell entwickelt um Leistungsdaten für Röhren (denke mal für den HiFi-Sektor) zu ermitteln.

Das ist genau, was ich meinte. Verstärkungsfaktoren und Leistungswerte haben nix mit dem Klang zu tun. Ich würde (obwohl selbst gelernter Ex-Rdf./Fernsehtechniker und Hardware-Mann) sogar sagen, dass Klang nicht messbar ist.

Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

Bevor wir ins "Missverstanden" abdriften...

Es geht nicht darum den "Klang" einer Röhre zu messen, sondern eine Aussage zu erhalten "wann könnte die Röhre verbraucht sein".

Also wann ist die Leistung so schwach, dass sie nicht mehr gescheit verstärkt und nicht mehr "klingen" kann.

Ich will praktisch meinen Geldbeutel schonen und Röhren nicht zu früh rauswerfen.
Und es sind immer die gleichen einer gleichen Marke.

GRuSS CB


Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

: Das ist genau, was ich meinte. Verstärkungsfaktoren und Leistungswerte haben nix mit dem Klang zu tun. Ich würde (obwohl selbst gelernter Ex-Rdf./Fernsehtechniker und Hardware-Mann) sogar sagen, dass Klang nicht messbar ist.

Jau, letzteres kann ich ich aus meinen Erfahrungen im Hifi-Bereich inclusive abgedrehtestem High-End Zeuchs nur unterschreiben. "Wow, der Verstaerker hat einen Frequenzgang von 5 bis 100000Hz...". Weiter ist der Klang nicht unbedingt proportional zum Preis eines Geraets :)

Was aber das leidige ($$$) Thema Roehren angeht: Bei Endstufenroheren ist es schon schick, selektiertes Material mit bekanntem Ruhestromverhalten zu haben - so kann man auch unter Stressbedingungen (Proberaum ;), Gig...) flux die Roehren wechseln ohne den Bias neu einmessen zu muessen.
Bei Preamproehren sollte schon nach Mikrophonieverhalten selektiert werden (gut, die entspr. Tests werden mit Holzkloeppeln gemacht...). Beim Roehre-Wechsel-Dich-Spiel beim Boogie hatte ich neulich eine rotale Pflaume in der ersten Position, boah nee...

Am Mittwoch mit neuen Endstufenroehren und Netztrafo, Oliver :)

NP: Arena - The Visitor

Re: (Philosophie) Von Batterien, Röhren und großen Ohren...

Hi Rainer, Hi Bux!

Ja, ihr habt beide Recht. Aber Garfiled irrt, wenn er sagt: Du sollst kein verdammtes Schiff nach seinem verdammten Rumpf beurteilen! Denn – abgesehen davon, dass wir es mit Gleitern oder Verdrängern zu tun haben (Rumpf-Formen, nicht Gitarristen) – hat natürlich jedes seagoing vessel seine sogenannte Rumpfgeschwindigkeit. Will meinen: ob du hinter eine bestimmte Wanne mit einem definierten Rumpf einen 70 PS-Aussenborder hängst oder einen mit 370 PS, spielt ab einer gewissen Grenze keine Rolle mehr. Das Boot wird nicht schneller – Rumpfgeschwindigkeit! Wie bei den Äxten und den Tonabnehmern – wenn die Substanz schon festgelegt ist, geht nicht mehr viel...
Back to the Röhren: Wie oft habe ich schon mit meinem 6V6-Fender in Clubs gespielt und gedacht: das ist der Sound für die Ewichkeit!!! Und bei der nächsten Groß-Mucke denselben Amp nur noch für peinlich empfunden. Pseudolösung - Röhren wohl hinüber, Rubys rein. Gailoer Sound! Aber gestern auf der Marktplatz–Mucke, (Kulturamt und so) hatte ich endlich die Erleuchtung: Jo, Du hattest den falschen Amp am falschen Venue! Schön, dass ich ca. 4 Sätze 6V6 aufbewahrt habe. Und ehrlich, ich hab' sie auch zwischendurch mal angetestet. Willma so sagen: So richtig kaputt schienen die mir eigentlich nicht...

Lotsaluv, Jo Nec

NP: Rick Vito – Lucky Devils (den ersten 10-Sekunden-Track unbedingt anhören!)