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Gig des Grauens - die Bedienung der Technik mal wieder

Liebe Gemeinde!

Gestern spielten wir einen Gig in einer Kneipe. Eigentlich sollten drei Gruppen spielen, ein Duo löste sich aber kurz vorher auf und wir waren nur zu zweit. Darüber waren wir zwar anfangs nicht erfreut, es stellte sich aber als Vorteil heraus, denn ich kannte die zweite Kapelle bisher noch nicht.

Erst sollte Little is enough (im Folgenden kurz LIE) also mein Duo spielen, danach "DIE BAND" (im Folgenden DB). 18:00 Uhr war Treffen zum Aufbau bzw. Soundcheck angesagt. Die kleine P.A. stand schon fertig verkabelt bereit, als LIE fünf Minuten zu früh kamen. Die normale Reihenfolge, erst DB dann LIE war leider nicht möglich. DB waren nicht da und kamen auch erst eine halbe Stunde später.

Der sehr freundliche und kompetente Techniker und Mischer kannte DB sehr gut und LIE noch gar nicht. Dass DB viel zu spät kamen, nahm er schulterzuckend hin, er war es schon gewöhnt.

Dafür war ich sehr erstaunt über besonderen Support. Mein Streßbrett lag noch nicht ganz auf der Bühne, da spurtete der Techniker schon rüber, bot aus seinem Fundus Patchkabel und Netzteile an, war überrascht, dass ich alles selbst hatte (und Reservekabel dazu) und verlegte säuberlich die Kabel. Der Aufbau dauerte bei uns wie üblich keine fünf Minuten. Der Soundcheck ging auch in fünf disziplinierten Minuten ab, erneut zur Verblüffung des Technikers.

DB war immer noch nicht da. Die drei trudelten nacheinander ein, sehr fröhlich und entspannt. Lange Begrüßungen, Diskussionen, Witze. Aufbauen? Jetzt doch noch nicht, wir sind doch erst eine Stunde im Verzug. Aufbauen möchte ich es auch nicht nennen, das war mehr ein Vollmüllen der Bühne. Diese Bühne hatte ungefähr die Größe des Schlagzeugpodestes im CW, sprich sie war sehr klein.

Der Soundcheck von DB war bereits eine Show für sich.

Gitarrist: "Meine Gitarre geht nicht."
Techniker: "Hast du eine Batterie in der Gitarre?"
Gitarrist: "Nö, die ist noch im Koffer."
Gitarrist frickelt die Batterie in die Gitarre und schlägt einen Akkord an. Es kommt nichts.
Gitarrist: "Meine Gitarre geht nicht."
Techniker: "Hast du den Stecker in die Gitarre gesteckt?"
Gitarrist: "Nö."
Gitarrist steckt den Stecker in die Gitarre und schlägt einen Akkord an. Es kommt nichts.
Gitarrist: "Meine Gitarre geht nicht."
Techniker: "Hast du den Volumenregler aufgedreht?"
Gitarrist: "Nö."
Gitarrist dreht den Volumenregler auf, schlägt einen Akkord an und es kommt tatsächlich was über die Anlage.
Gitarrist: "Klingt ja komisch. Dabei habe ich die Gitarre doch gestern gestimmt."

Über den Rest breiten wir den gnädigen Mantel des Schweigens.

Dieser "Soundcheck" hatte allerdings die angenehme Nebenwirkung, dass sich meine Nervosität völlig auflöste. Dann mußten wir nur noch die Bühne entmüllen, um Platz in Briefmarkengröße zu haben. Als wir dann endlich spielen konnten, war ich ruhig und entspannt und hatte richtig Lust auf Rock´n Roll. Hat dann auch wirklich gedrückt und Spaß gemacht, der Sound war nicht schlecht. Es war ein wirklich schöner und lockerer Gig und ich habe nur einen Song so richtig versemmelt, dass es die Musikerpolizei merkte. Dafür hat einer aus der Hardcore-Musikerpolizei mit Jazzausweis eine CD gekauft. Ich konnte es kaum glauben.

Dann der Umbau für DB. Meine Gitarren runter, den Kram von DB drauf, Mikroständer austauschen, fertig. So war der Plan, es dauerte dann doch noch etwas länger. Dass der Volumenregler der Gitarre wieder nicht aufgedreht war, war dann nur noch die Kirsche auf dem Kuchen. Der Techniker kennt DB seit Urzeiten und hatte eine Engelsgeduld. Lohnte sich dann aber auch. Diese völlig schräge Chaotentruppe coverte Die Ärzte, Westernhagen und sogar Mike Krügers "120 Schweine nach Beirut". Kein Song ohne Timingschwankungen, falsche oder fehlende Akkorde, Schwierigkeiten mit Text und Intonation und Unmengen dummer Sprüche. Alles in allem und gerade deshalb für alle Beteiligten ein ganz, ganz großer Spaß und das meine ich wirklich so.

Wenn ich mir vorstelle, dass noch eine dritte Kapelle hätte spielen sollen, tun sich mir sprachliche Probleme auf. Was ist die Steigerung von Chaos?

Mit fröhlichen Grüßen

Matthias

Re: Gig des Grauens - die Bedienung der Technik mal wieder

Hallo erstmal ;-)


tja so eine Band wie DB kenn ich auch. Spielen auch mal daneben ... machen jede menge dumme Sprüche .. aber ihrem Publikum gefällts. Die Musiker haben jede Menge Spaß beim Gig und sind zufrieden - in ihren Möglichkeiten - oder darunter wen juckts ? Die meisten spielen halt hauptsächlich in ner Band aus Spaß an der Sache. Sie treffen sich einmal die Woche oder so zum Proben trinken 'n paar Bierchen und haben ne gute Zeit. Wenn dann zu den Gigs auch noch reichlich gutgelauntes Publikum kommt - dann ist auch der Veranstalter zufrieden.

Natürlich hat das nichts mit professionellem Auftreten zu tun - und natürlich kann einen das auch nerven wenn man mit denen zusammen spielt ... aber ich finde man sollte das einfach locker sehen - solange alle zufrieden sind.

in diesem Sinne es gibt immer eine Steigerung ;-)


Grüße H.

Re: Gig des Grauens - die Bedienung der Technik mal wieder

Hallo!

: Natürlich hat das nichts mit professionellem Auftreten zu tun - und natürlich kann einen das auch nerven wenn man mit denen zusammen spielt ... aber ich finde man sollte das einfach locker sehen - solange alle zufrieden sind.

Das sehe ich 100%ig genauso und hoffe, dass mein Ursprungsposting auch so zu verstehen ist. War eine richtig schöne Veranstaltung trotz oder wegen mehrerer Nervenzusammenbrüche.

Immer schön fröhlich bleiben.

Matthias

Re: Gig des Grauens - die Bedienung der Technik mal wieder

Liebes Volk,

Gig des Grauens? Da hab ich auch was zu berichten. Gestern habe ich nämlich einen erlebt. Schauplatz des Grauens: Kneipenmeile in unserem Städtchen. Nach seeehr langer Winterpause war das unser erster Gig - Grund genug, etwas nervös zu sein. Also habe ich mich dann auch besonders gut vorbereitet (glaubte ich). Ersatzkabel, Ersatzbatterien - alles eingepackt. Instrumente noch mal gecheckt - also alles bestens.

Dann Ankunft, Aufbau - alles absolut im grünen Bereich - bis ich dann die Akustikgitarre stimmen wollte. Nix. Kam kein Signal aus dem Teil. Batterie voll, Kabel und Stimmgerät in Ordnung. Ist doch tatsächlich die Gitarrenelektrik ausgefallen :-(. Dabei ging sie zuhause noch. So ein Mist aber auch. Na gut, da ich eh nur 3 Titel am Set mit der Akustik spiele .... werd ich die dann auch noch mit der Strat spielen.

Dann wollte unsere 14jährige Tochter Lisa zusammen mit 'nem Kumpel auch einen Titel spielen/singen - sozusagen als Special Guests. War ja auch alles vorbereitet und geprobt - konnte eigentlich nix schiefgehen. Eigentlich. Ihr Kumpel kam dann auch gleich auf mich zu und meinte, sein Gitarrenamp geht nicht so richtig - also manchmal ja - und manchmal nicht. Also beschloß ich, daß er über meinen Amp und Lisa (die eigentlich über meine Akustik spielen sollte :-( ) das Rhythmusgeschrammel über die Strat direkt ins Pult spielt. mit "direkt" meine ich direkt. also ohne Preamp oder D.I.-Box oder so'n Weicheierzeug ;-). Ich greife mal vor - es hat dann auch ganz gut funktioniert.

Woran ich jedoch richtig zu knabbern hatte: ich kannte zwar den Raum - habe allerdings seine Größe unterschätzt und nur den Champ mitgenommen. Der hatte bis jetzt noch für jede Kneipe gereicht - hat ja schließlich einen 12"-Speaker drin und bissig-böse Höhen. Bis jetzt. Diesmal nicht. Wenn so etwas auf 'ner AS-Session passiert ist das ärgerlich - stimmt's Jochen? ;-))). Aber beim Gig ist das 'ne Katastrophe. Es ist einfach ein besch*** Gefühl, Null Reserven zu haben. In meiner grenzenlosen Selbstüberschätzung hatte ich natürlich auch das E 609 zuhause gelassen. Wozu hab ich das eigentlich gekauft? :-( Gottseidank hatte ich den Diablo am Start und hab ihn als Booster nutzen können. Es hat allerdings einige Zeit gedauert, bis ich mich damit eingespielt hatte. Erst hab ich den Cleankanal genommen und den Diablo bei 0 Gain voll aufgedreht. Das ist lauter als der Zerrkanal ohne Diablo - hat aber immer noch nicht gereicht. Da der Champ im Overdrivekanal schon recht früh zerrt, habe ich mich erst davor gescheut, diesen Kanal auch noch zusätzlich zu boosten - kam aber letztendlich nicht drum herum. Nun gut - ich hab dann sogar noch so etwas wie "Druck" aufbauen können. Über den Sound und die Zerre wollen wir jetzt mal lieber nicht reden - obwohl das vom Publikum ganz sicher keiner gemerkt hat. Und die Musikerpolizei wird geglaubt haben, das muß so ;-).

Daß Kneipenmeilen für die Musiker 'n recht undankbarer Job sind, wird der eine oder andere hier auch schon erfahren haben. Man hat genau eine Dreiviertelstunde Zeit, um Stimmung aufzubauen. Dann wechselt das Publikum und man fängt damit wieder von vorne an. Egal - wir haben uns trotz allem wacker geschlagen und gut gespielt. Was uns dann der Wirt zum Schluß auch bestätigte: Wir seien die beste Band gewesen, die dort zur Kneipenmeile je gespielt hat. (Außer Kneipenmeile läuft in dem Laden live nix.) Na so'n Spruch entschädigt doch für alles :o).

Gruß Falk

Re: Gig des Grauens - die Bedienung der Technik mal wieder

Hi Falk.

Ich schätze mal, du hast schon nach den Kabeln in der Gitarre geschaut? Wenn dort alles i.O. ist, dann könnte evtl. noch der Pre-Amp gestorben sein.
Meist ist das ein relativ simpler Op-Amp, leider ist häufig genug die Bezeichnung weg gelassen, weg gekratzt o.ä.. Bei einigen Pre-Amps sind die OPs auch inzwischen SMDs, dann wird es löttechnisch und bauteil-feststell-technisch ekelig.
Andere Möglichkeit ist auch, das das Poti der Lautstärkeregelung (und/oder des EQs) einen Kurzen hat, und das gesamte Signal auf Masse zieht.
Ich hoffe, ich konnte dir einen hilfreichen Tipp geben.

Gruß
Catz