Aussensaiter Forum

Diskussionen mit neuen Beiträgen

Hier darf jeder frei heraus seine Meinung sagen, solange niemand beleidigt wird. Auf Postings von Vollidioten sinnvollerweise gar nicht erst antworten.
Extrem unerwünscht sind reine Werbe-Beiträge. Danke.

(-) Header verbergen



Übersicht

Kontrabaßaufnahme?

Grüß euch, Leute,

nächstes Wochenende stehen bei mir Demoaufnahmen mit einer befreundeten Band an, und der Bassist dieser Band hat eine wunderschöne große Hundehütte. So ein Ding habe ich noch nie aufgenommen, deshalb meine Frage: Hat von euch jemand Erfahrung mit Kontrabaß-Aufnahme?
Der Baß wird meistens gezupft, bei ein/zwei Stücken aber auch gestrichen. Musikrichtung ist Popmusik im weiteren Sinne. Zur Verfügung stehen: 1 Fishman Piezo-Pickup, 2 Sennheiser MD 441, ein Shure SM57, ein unbekanntes Vokal-Kondensator-Mikrophon (letzteres kenne ich selber nicht, das bringt der Bassist mit).
Wie nehme ich am besten auf? Parallel Mikrophon und Pickup? Wie positioniere ich das Mikro am besten? Fragen über Fragen...

Johannes

Re: Kontrabaßaufnahme?

:huhu...

oha, das ist so 'ne Sache... leider scheint Janni noch im Urlaub zu sein, der ist da naemlich beschlagen...

Der Piezo scheint natuerlich zunaechst mal eine Gute Sache zu sein, denn er ist ja fuer solche Zwecke da...

Wenn Du mehrere Spuren aufnehmen kannst, dann wuerde ich auf alle Faelle sagen, Piezo plus... s.u.

Wenn Du allerdings sofort auf eine Spur Mischen musst bei der aufnahme, dann sollte nur ein System verwendet werden, denn bloede Phasenschweinereien zwischen den Kanaelen kriegt man waehrend der Aufnahgme nicht unbedingt mit...

Zu Mikros... das 57er, so lieb es mir auch ist, scheint hier die schlechtesten Karten zu haben, so richtig Nahfeld haben wir bei einem Kontra ja nicht...

Allerdings ist die Frage, welches Mikro wohin, nicht einfacher zu beantworten, als die Frage: Wie moechte ich den Bass denn haben. Letztlich klappt so ein Kontra wie eine A-Gitarre...

natuerlich kannst Du auf das F-Losch zielen - dann hast Du viel Druck, aber wenig Differenz...

Irgendwo zehn cm. oberhalb des Stegs (also, oben ist Richtung Hals)... dann hast Du evtl. wenig Dynamik aber feine Abbildung des Sounds...

Weiter nach oben, Richtung Halsansatz... da kommts dann darauf an, wie laut gezupft wird, und eben, ob man das haben will, kann ja toll sein, oder eben nicht...

Was ich bei A-Klampfen haeufig mache, wenn nicht bis zum Halsende gespielt wird: Hoechste Griffposition fuer das Stueck bestimmen, und kurz danach Richtung Halsende abnehmen... das gibt sehr schoene Sounds, aber nur, wenn der Raum drumrum ruhig ist...

Wenn er Richtig reinhaut, kannst Du natuerlich auch anfangen mit Raummikro, je nach Raum... tut diesen tiefen Frequenzen ganz gut, aber eben nur, wenn auf einer anderen Spur eine Nahaufnahme bereit liegt...

Du siehst, es hiulft nur: Soundcheck, mindestens eine Stunde, gerne zwei - das ist es Wert, Du glaubst gar nicht, wie unterschiedlich ein Kontra klingen kann...

PS: Gute Kopfhoerer, und gute, gute Abhoere bereithalten...
Auch (Vielleicht gerade) wenn beim Kontra die Bassfrequenzen nicht so im Vordergrund stehen... Du musst hoeren koennen, was Du tust!

viel Erfolg!!

ullli


Re: Kontrabaßaufnahme?

Guten Morgen Johannes,
ich kann Dir nur erzählen, wie's der Tonmeister bei unserer Studioaufnahme gemacht hat (bin ja nur Schlagzeuger):
Er hat drei Wege gefahren - 1. Pick-Up in den Verstärker - vor dem Verstärker 'n Mikro, ich glaub es war das D112
2. Mikro Richtung F-Loch und ins Pult. 3. Mikro in Höhe des Halses - dort wo er beginnt "frei" zu sein und dann ca. 10cm tiefer (ich hoffe Du weisst jetzt wo). Das dritte Mikro hat er aber nur dazugemischt, wenn geslappt wurde.
Wenn Du wissen willst was für Mikros verwendet wurden, lass' es mich wissen, dann frag ich nach - da wir heut' eh spielen könnte ich's Dir morgen sagen.
Gruß
Klaus

Re: Kontrabaßaufnahme?

Tach Johannes

Also ich spiel das Teil nur und habe keine Ahnung von Mikros, frag mich daher nicht nach Fabrikaten. Das nur als Einstiegsinformation

Als ich das letzte mal im Studio war haben wir wie folgt aufgenommen: Auf meinem Kontra sind ein Schaller Magnet PU und ein Piezo von David Gage "the realist" fix montiert.

Mikrophone wurden 3 Stück benutzt. Eines am Griffbret für den Perkussiven Teil der Greifgeräusche. Eines auf das diskante F-Loch (von vorne das rechte) aus ca 30 cm Distanz. Ein drittes in Schaumgummi eingewickelt und von unten durch die Bogenöffnung im Steg geschoben, also nach oben gerichtet.

Aufgenommen wurden alle fünf Spuren. Im Mix übriggeblieben sind hauptsächlich die beiden Mikros beim Korpus, ein bischen Mikro vom Fingerboard (auch bei nicht geslappten Stücken - diese Rockabilly Sachen kann ich gar nicht - leider :-) ) und ganz wenig Magnet PU für den Tiefen BOOOM.

Das ganze hat stattgefunden im Rahmen einer Tontechnickerausbildung bei der ich als Aufnahmeopfer fungierte. Da ich eigentlich keine Ahnung von dem Zeugs hab, hoff ich dass ichs halbwegs richtig wiedergegeben hab.

Gruss und viel Spass, Manuel

Re: Nur mal ′ne doofe Frage ...

Tach RainerB

Tja, man kann glaub ich sogar behaupten, dass das ganze auf dem Kontra erfunden wurde.
So in den Anfängen des Rock'n'Roll, aber auch schon früher bei gewissen Jazzsachen, hatten die Meister der Hundehütte ein Lautstärkeproblem. Mit Slappen konnte man das z.T. wieder ausgleichen.

Und wie das funktioniert? Ganz einfach; Finger unter die Saite, feste ziehen, loslassen. Bei Bedarf kann man mit der Zupfhand zum schluss noch festes auf die Saiten/das Griffbrett hauen, dass macht dann noch zusätzlich "Slackkkk".

Tonbeispiele? - na ja z.B. alles von Stray Cats, oder Buddy Holly oder so.

Das mit den fehlenden Bünden ist eigentlich kein Problem. Ich slappe zwischendurch auf meinem E-Frettless rum, das hört sich ganz lustig an, mehr so "holzig" und weniger "klirrr".

Alles klar? :-)
Gruss Manuel



Re: Nur mal ′ne doofe Frage ...

Grauuuuuuuuuuenhaft ....

: Und wie das funktioniert? Ganz einfach; Finger unter die Saite, feste ziehen, loslassen. Bei Bedarf kann man mit der Zupfhand zum schluss noch festes auf die Saiten/das Griffbrett hauen, dass macht dann noch zusätzlich "Slackkkk".

Also mehr ein Pop als ein Slap, hätte ich mir ja denken können.

Re: Nur mal ′ne doofe Frage ...

: Also mehr ein Pop als ein Slap, hätte ich mir ja denken können.

Ja genau, und falls sich das vorhin so angehört haben sollte wie wenn das alles keine Problem und sowieso Kinderkram....

...also ich kann das nicht, und bin immer feste neidisch wenn jemand so satte triolen vor sich hin slapt ...slagedaslagedaslageda... und lääächeln....und Jacke aus Leopardenimitat und die scharfen Schuhe... haben wir alle das Bild?...It's a one for the money, a two for the show.....

Gruss Manuel


Re: Nur mal ′ne doofe Frage ...

Hallo Manuel,

: ...also ich kann das nicht, und bin immer feste neidisch wenn jemand so satte triolen vor sich hin slapt ...slagedaslagedaslageda... und lääächeln....und Jacke aus Leopardenimitat und die scharfen Schuhe... haben wir alle das Bild?...It's a one for the money, a two for the show.....

schade daß Du nicht im Süden Deutschlands bist, da könntet Dir das alles heute anschauen...
Weisser Kontra und 50% der Stücke sind geslappt - spitze Schuhe obligatorisch, natürlich hat er auch die RayBan von Roy O. und die Tolle fehlt natürlich auch nicht...

Nur.. wenn mehr als zwei Gigs pro Woche sind die Finger "getaped". Er hat zwar ordentlich Hornhaut auf den Fingern, jedoch die Mischung aus Schweiß und heissen Fingern lassen gern unter der Hornhaut Blutblasen entstehen.
Es ist nicht nur einmal vorgekommen, daß leise Bluttropfen den weißen Bass verzierten...
Schmerzfreies
a wababalula a wab bäm bum
Gruß
Klaus
PS: Ich schick unserem Netzmeister 'n Bild (Bass und Schlagzeug), vielleicht zeigt er's dann im "wiw"