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(Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

Guten Morgen!

Ich habe gerade schon die neue Artikel-Suche ausprobiert - grosses Kompliment an denjenigen, der den Geniestreich hatte, die Suchfunktion mal etwas zu überarbeiten: Das klappt ja jetzt wirklich einwandfrei! Super!

Ich wollte gerade nämlich nachforschen, ob schon mal jemand eine bestimmte Frage gestellt hatte - das Ergebnis war negativ und deshalb frage ich jetzt einfach, mit der Hoffnung auf Antworten.

Ein Bekannter von mir spielt nun schon seit etlichen Jahren mit seinem Bass über einen Marshall JCM 800 Turm, und zwar mit einem crunchigen Sound, der sich gar nicht mal so schlecht anhört.
Wie auch immer, ich frage mich jetzt, ob das einen GITARRENverstärker (Unterscheidung: Röhre <--> Transe !?!) juckt, wenn man ihn andauernd dazu missbraucht, Bässe zu verstärken.

Erfahrungen, Wahrheiten, Gerüchte???

Gruss,
WP

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

: Wie auch immer, ich frage mich jetzt, ob das einen GITARRENverstärker (Unterscheidung: Röhre <--> Transe !?!) juckt, wenn man ihn andauernd dazu missbraucht, Bässe zu verstärken.

Den Verstärker juckt das überhaupt nicht, die Boxen schon eher, hier kann man ja schon aufgrund des Grundansinnens, eher bei Gitarre gut zu klingen, keinen allzugroßen Punch erwarten (mmmoment, liebe Metaller, ich meine im Vergleich mit Bass und -Anlagen!!!).

Deshalb könnte man dazu neigen, die Gitarrenbox punchmäßig zu überfordern, was sie auch kaputt machen kann. Wenn man aber auf etwas weichere, angerauchte Bass-sounds steht, ist ein Marshall-stack (Valve ohne -state) vielleicht sogar die bessere Empfehlung als z.B. ein Trace mit ext. Rö-Vorstufe.

Ich hab z.B. den Eindruck, daß das Obertonverhalten eines Rö-Gitarrenverstärkers gut zu einem Fretless paßt.

Gruß, Ingo Z.

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

Hi WP,

: Wie auch immer, ich frage mich jetzt, ob das einen GITARRENverstärker (Unterscheidung: Röhre <--> Transe !?!) juckt, wenn man ihn andauernd dazu missbraucht, Bässe zu verstärken.

Definitiv nein. Die Alten Bass- und Gitarrenamps waren mehr oder minder baugleich, und der Fender Bassman gehört zu den beliebtesten Vintage-Gitarrenverstärkern. Die Klangregelungen und die Resonanz sind natürlich etwas anders abgestimmt, aber Schaden nehmen kann die Schaltung keinesfalls. Der Hauptunterschied besteht in den Lautsprechern: Gitarrenspeaker sind hart aufgehängt, um klare Mitten hervorzubringen, sie sind im Bass dagegen schwach auf der Brust und können von lauten Basssignalen sogar zerstört werden. Bassspeaker sind wegen der Basswiedergabe weich aufgehängt, deswegen hören sich Gitarrensignale darüber schwammig an und bei verzerrten Tönen will auch nicht die rechte Freude aufkommen. Wenn die Boxen von Deinem Kumpel jedoch die Leistung des Verstärkers locker wegstecken, ist nichts dagegen zu sagen - erlaubt ist, was gefällt.

Cruch on, stooge

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

Danke erstmal für die Information, Stooge und Ingo.

Wenn ich Euch recht verstehe, kann der Verstärker also keinen Schaden whatsoever nehmen, während die Lautsprecher in der Tat überfordert werden könnten.

Hier nochmal zwei Beispiele, mit Bitte um mögliche Korrektur.


Bass in...

...Marshall JCM 800 2204 Topteil (50 Watt)
und Marshall 1960 Box (300 Watt Belastbarkeit in Mono) oder gar ZWEI 1960 Boxen (dann 600 Watt).

----> kein Problem (50 Watt <<< 300 Watt)


...ENGL Jive Combo (35 Watt Röhrenverstärker) und eingebautem Celestion G12L-35 (35 Watt Belastbarkeit) Lautsprecher.

----> Risiko !?!?! wie gross? lieber nicht? oder einfach nicht so laut?


Gruss,
WP


Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

: Hier nochmal zwei Beispiele, mit Bitte um mögliche Korrektur.
:
:
: Bass in...
:
: ...Marshall JCM 800 2204 Topteil (50 Watt)
: und Marshall 1960 Box (300 Watt Belastbarkeit in Mono) oder gar ZWEI 1960 Boxen (dann 600 Watt).
:
: ----> kein Problem (50 Watt <<< 300 Watt)
So ist es.

: ...ENGL Jive Combo (35 Watt Röhrenverstärker) und eingebautem Celestion G12L-35 (35 Watt Belastbarkeit) Lautsprecher.
:
: ----> Risiko !?!?! wie gross? lieber nicht? oder einfach nicht so laut?
Zu Hause zum Üben Ok. Sonst lieber nicht. Wie groß das Risiko ist, kann ich nicht sagen, weil ich's noch nicht habe drauf ankommen lassen. Und merke: Röhrenwatt > Transistorwatt!

Crunch on, stooge

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

Hallo, WP und stooge!

Öhmnnn... warum sollte das vorgeschlagene Set nicht auch auf der Bühne tauglich sein, bei richtiger Einstellung/Abnahme kann nichts passieren.

Warum sind Röhrenwatt > Transistorwatt ?? Das hab ich schon sehr oft gelesen, im Grunde ist diese Aussage unkorrekt, da in der Physik Watt gleich Watt ist. "Watt?" werdet Ihr jetzt vielleicht fragen, aber das mit den sog. Nennleistungen bei Verstärkern und Boxen ist so ein Problem (ähnlich wie beim Auto: 100 PS, ja schön, aber bei welcher Drehzahl in welchem Gang ???). O.K., das mit Röhre und Transistor wurde ja schon viel diskutiert.

Trotzdem noch mal meine own humble Sicht der Dinge: Mit einem Sinussignal (1kHz, konst. Amplitude) gespeist, läßt sich exakt die Leistung bestimmen, bis zu der ein Verstärker linear, d.h. mit geringem Klirrfaktor (Zerren) arbeitet (Röhre = Transistor !!!)

Ein komplexes Musiksignal besteht aber aus vielen Bestandteilen mit verschiedenen Amplituden (= Signalgrößen).

Und jetzt kommts: Während ein Transistor-Amp ab einer bestimmten Höhe extrem fies zerrt, ein Röhrenverstärker jedoch nicht (andere Großsignal-Übertragungsfunktion: "weicher" [das könnte man detaillierter diskutieren]), klingt es subjektiv auch bei sehr hohen lautstärken noch gut [Spitzensignale werden weich verzerrt -> kaum hörbar), wo man bei einem Transistorverstärker nur noch einunerträgliches Klippen (mit Gefahr für die angeschlossene Box) hören würde.
Genau deshalb entsteht der subjektive Eindruck (eigtl. Tautologie, wie weißer Schimmel :-) ...daß ein Rö-Verstärker im Vgl zum Transistorverstärker bei gleicher (ehrlicher) Nennleistung "lauter" ist.

Aus dem eben beschriebenen Grunde ist es auch gefährlich, einen zu schwachen TRANSISTOR-Amp vor eine (egal wie starke) Box zu schalten, da die extremen Verzerrungen die Hoch-/Mitteltöner + Frequenzweiche killen können. Auf diese Weise hats uns mal eine SYRINCS S300 abgeraucht (Sommerfest openair, warm und nur 2x 1000 Watt... :-(

Ich denke, man muß bei den beschriebenen Kombinationen darauf achten, daß die Impuls-Belastung der Gitarrenboxen nicht zu hoch wird (Hardcore-mashine-gun-Slapping), ansonsten würde ich keine Probleme sehen.

Gruß Ingo

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

: Hallo, WP und stooge!
:
: Öhmnnn... warum sollte das vorgeschlagene Set nicht auch auf der Bühne tauglich sein, bei richtiger Einstellung/Abnahme kann nichts passieren.
:
: Warum sind Röhrenwatt > Transistorwatt ??

: Trotzdem noch mal meine own humble Sicht der Dinge: Mit einem Sinussignal (1kHz, konst. Amplitude) gespeist, läßt sich exakt die Leistung bestimmen, bis zu der ein Verstärker linear, d.h. mit geringem Klirrfaktor (Zerren) arbeitet (Röhre = Transistor !!!)
:
: Ein komplexes Musiksignal besteht aber aus vielen Bestandteilen mit verschiedenen Amplituden (= Signalgrößen).
:
: Und jetzt kommts: Während ein Transistor-Amp ab einer bestimmten Höhe extrem fies zerrt, ein Röhrenverstärker jedoch nicht (andere Großsignal-Übertragungsfunktion: "weicher" [das könnte man detaillierter diskutieren]), klingt es subjektiv auch bei sehr hohen lautstärken noch gut [Spitzensignale werden weich verzerrt -> kaum hörbar), wo man bei einem Transistorverstärker nur noch einunerträgliches Klippen (mit Gefahr für die angeschlossene Box) hören würde.
: Genau deshalb entsteht der subjektive Eindruck (eigtl. Tautologie, wie weißer Schimmel :-) ...daß ein Rö-Verstärker im Vgl zum Transistorverstärker bei gleicher (ehrlicher) Nennleistung "lauter" ist.

Dies ist nicht nur subjektiv: bei Transe werden ab einem bestimmten Pegel die Spitzen radikal abgeschnitten, so dass das Sinussignal immer mehr zu einem Rechtecksignal wird, während bei Röhren die Spitzen sukzessive 'runder' und sozusagen abgeflacht werden - gemessen wird aber die Wattleistung "bis es zerrt". Deswegen ist das übersteuerte Röhrensignal auch physikalisch lauter. Dazu kommt, dass man aus den von Dir genannten Gründen das zerren bei Röhren eine ganze Zeitlang 'nicht hört', also tatsächlich mehr Watt produziert als in der Leistungsangabe steht. (Nachzulesen bei R. zur Linde, Lemme u.ä.)

Und, um aufs Thema zurückzukommen, wenn man über einem unabgenommenen 35-Watt Gitarrenverstärker Bass spielt und sich gegen den Schlagzeuger durchzusetzen, kommt man zwar in den Genuss dieses Efekkts, der dem hart aufgehägten Lautsprecher jedoch nicht gut bekommt.

Crunch on, stooge

Re: (Amps) und wenn′s mal zuviel war, dann...

>>Und, um aufs Thema zurückzukommen, wenn man über einem >>unabgenommenen 35-Watt Gitarrenverstärker Bass spielt und >>sich gegen den Schlagzeuger durchzusetzen, kommt man zwar >>in den Genuss dieses Efekkts, der dem hart aufgehägten >>Lautsprecher jedoch nicht gut bekommt.

Gut, gut. Dann werde ich also - wenn ich dann mal einen Bass mit dem 35 Watt Gitarrenverstärker verstärken muss - den Amp nur bei geringen Lautstärken fahren und nicht cranken....

....und wenn's dann mal irgendwann zuviel war, ach, mein Gott, dann schmeiss ich den schnöden Celestion 12L-35 einfach wech und hol mir endlich den VINTAGE 8.......

;)

Danke nochmal für die Tipps,
Gruss,
WP

Re: (Amps) Kombination: Gitarrenamp verstärkt Bass

Nabend !

: Dies ist nicht nur subjektiv: bei Transe werden ab einem bestimmten Pegel die Spitzen radikal abgeschnitten, so dass das Sinussignal immer mehr zu einem Rechtecksignal wird, während bei Röhren die Spitzen sukzessive 'runder' und sozusagen abgeflacht werden - gemessen wird aber die Wattleistung "bis es zerrt". Deswegen ist das übersteuerte Röhrensignal auch physikalisch lauter. Dazu kommt, dass man aus den von Dir genannten Gründen das zerren bei Röhren eine ganze Zeitlang 'nicht hört', also tatsächlich mehr Watt produziert als in der Leistungsangabe steht.

hmmmm.... ich weiß schon, was Du meinst, aber auch ein radikal abschneidender Trans.-Amp produziert im und vor dem "Zerr"bereich wesentlich mehr Leistung, als die Sinus-Dauerleistung nach DIN... ("Musik"- oder "Sprech"-Leistung, von der perversen Oberwellenleistung geht ja die Zerstörung der Boxen aus)

Aber wir sind ja einer Meinung im Bezug auf die Hörbarkeit des Zerrens. Und da schneidet der Röhrenverstärker besser ab, da geradzahlige Oberwellen im Zerrbereich stärker ausgeprägt sind, ja sogar einen Beitrag zur Musikleistung bringen, ohne daß es unsauber klingt. Du meinst bestimmt, daß man den Sinus auf dem Meßplatz deshalb wesentlich stärker "ausfahren" kann, als bei Trans.-Amps, wo genau dann Sense ist, wenn man die Abkantung im Oszillogramm erkennt. Eine solche Abkantung gibt es bei Röhrenverstärkern eigentlich nicht... Naja, das stimmt schon!

Werd nochmal im R.z.Linde nachlesen... :-))

Gruß Ingo