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(Technik) Harmonielehre / Einsatz von Modes

Hi Leute!

In den letzten Wochen bin ich immer am Überlegen gewesen, wie ich meine Improvisationsfähigkeit verbessern kann. Als Ausdrucksmittel gehören da die Modes bzw. Kirchtonleitern auf jeden Fall dazu. Doch meistens will man diese Mittel nicht einsetzen, da sie immer wieder so kompliziert vermittelt werden (Viele Lehrer erklären die Modes auch unterschiedlich, weshalb es ohnehin schwer ist, hier einen gemeinsamen Nenner zu finden).

Ich möchte jetzt allerdings keine Modes erklären, aber dafür meine Erfahrung über den Einsatz von Modes. Auch sind die Informationen hier jetzt nicht authentisch und empirisch geprüft, sondern beruhen auch nur auf meiner Meinung und meinem Geschmack. Vielleicht wird jeder Berkley oder GIT-Absolvent sich darüber schlapp lachen, aber dann habe ich mit dem Artikel wenigstens jemand zum Lachen gebracht! :-)

Jede Mode hat bekanntlicherweise ihren eigenen Chrakter. Manchmal ist es von Vorteil diesen Charakter voll auszuspielen und manchmal ist es besser, den Klang etwas "offener" zu lassen. Für diese Zwecke habe ich mir vor einigen Monaten eine Modes-Tabelle angefertigt, die ich hier mal veröffentlichen will. Der Einfachheit halber gebe ich immer nur eine Oktave auf dem Griffbrett an. Mit Grün zeichne ich die Töne, welche stark charaktierisch wirken, während blau nur noch schwach charakterbildend ist. Schwarze Töne halten sich relativ neutral bzw. offen. Für die nicht-Harmonie-Lehre-Freaks und die Autodidakten schreibe ich hinter dem Intervall jeweils noch mal die Zahl bzw. ihren Platz in der Tonleiter.


  • Prim (1)

  • Sekunde (2)

  • Terz (3)

  • Quarte (4)

  • Quinte (5)

  • Sexte (6)

  • Septime (7)

IONISCH (DUR) (I.)


Beim Einsatz der ionischen Tonleiter sind vor allem die große Terz (3) und die große Septime (7) klangbildend. Auch die große Sexte (6)gibt noch Anhaltspunkte, die die ionische Tonleiter erkennen lassen können.

DORISCH (II.)


Die kleine Terz (3) und die große Sexte (6) geben der dorischen Tonleiter ihren traurig/fröhlichen Klang. Unter Umständen kann sich diese Tonleiter durch seine kleine Septime (7) verraten.

PRYGISCH (III.)


Die kleine Sekunde (2) ist es, welche eine leicht schrägen (spanischen?) Klang erzeugt. Die kleine Sexte (6) gibt auch noch einen relativ stark geprägten Charakter ab, während die allesentscheidende Terz (3) hier gar nicht mehr so ins Gewicht fällt.

LYDISCH (IV.)


Der frische Klang der lydischen Tonleiter entsteht hauptsächlich durch die übermäßige Quarte (4) und der großen Septime (7). Die große Sexte (6) bildet auch hier noch Charakter und evtl. auch noch die große Terz (3), die ich hier aber nicht mehr gekennzeichnet habe.

MIXOLYDISCH (V.)


Mixolydisch ist eine ziemlich spannungslose Tonleiter, weswegen es schwer ist klangbildende Töne zu finden. Ich habe mich hier für die große Terz (3) und die kleine Septime (7) entschieden. Die große Sexte (6) könnte man noch als schwach charakterisierend hinzufügen.

AEOLISCH (MOLL) (VI.)


Aeolisch, besser bekannt als Moll, hat bekanntlicherweise einen etwas traurigeren Charakter. Dieser kommt besonders durch die kleine Terz (3) und die kleine Sexte (6) zum Ausdruck. Zusätzlich kann man noch die kleine Septime (7) einsetzen um den Charakter zu vestärken.

LOKRISCH (VII.)



Diese Tonleiter wird äußerst selten eingesetzt (eigentlich nur im Jazz), da sie einen extem schrägen Charakter hat. Dieser wird besonders durch die kleine Sekunde (7) und die verminderte Quinte (5) spürbar. Die kleine Terz (3) und kleine Sexte (6) tragen abschließend ihren Teil dazu bei.

Ich hoffe, daß ich die ganze Sache nicht zu kompliziert gestaltet habe, und jemand dardurch evtl. mal wieder einen etwas kreativen Anstoss bekommt!

Gruß Benjamin



Re: (Technik) Harmonielehre / Einsatz von Modes

Äh, ..., wie sag' ich das jetzt ...

Also man sollte so allgemein nicht den Weg wählen 'ich spiel jetzt mal dorisch, mal sehn, wie das klingt ...'. Der Sinn der Modes ist ja das Vermeiden von Inkonsistenzen (Disharmonien). Wenn also der Keyboarder gerade einen A-Moll in die Tasten haut und der Guitarrero mit A-Lokrisch drübergeht, wird das etwas schräg klingen, es sei denn, man ist Punker und da muss das so sein.

Der eigentliche Sinn in den Modes ist eher der, dass über eine vorgegeben Kadenz (-> Harmonisierung, -> Stufenakkorde) die jeweiligen Akkorde und die dazu verwendete Leiter zusammenpassen, sprich: die gleichen Noten verwenden. Und wenn man Modes 'einfach so' verwendet, kann es passieren, dass der Keyboarder eine 5 im Akkord hat, und der Guitarrero spielt eine #4 dazu, was quietscht.

Mal so allgemein gesprochen ...



Re: (Technik) Harmonielehre / Einsatz von Modes

Hallo Rainer!

Das hatte ich eigentlich vorrausgesetzt. Natürlich sollte man über Moll-Akkorde irgendwelche unpassende Dur-Tonleiter spielen (es sei denn einem gefällts! :-)).

Mit dem Artikel wollte ich auch nur mal aufsetzen, wie man den Charakter dieser Tonleiter verstärken bzw. zurückhalten kann.

Also liebe Kinder, macht das nicht zuhause nach! Und wenn ihr eine Dur-Akkord spielt, der auf der V. Stufe liegt, spielt nur die Mixolydische Tonleiter drüber! ;-)

Aber diese ganz Erklärung mit den Kirchtonleitern wollte ich mir eigentlich ersparen, deswegen habe ich versucht dieses Posting kürzer zu halten.

Man könnte natürlich auch gleich noch dazuschreiben, auf welcher Stufe sich welcher Akkord befindet usw. aber dann wird das Posting gleich ellenlang... :-)

Gruß Benjamin

Re: (Technik) Harmonielehre / Einsatz von Modes

Hallo Benjamin,

habe mir Dein Posting gleich ausgedruckt. Als Freund von Benutzerfreundlichen Dingen (und Feind der in unserer Computerwelt üblichen Benutzerfeindlichkeit) kann ich mit
deiner Übersicht schnell was anfangen (und diese Dings äh Modes, die ich auch schon mal gelernt habe - und selten gebraucht- mal wieder zu probieren).

Besten Dank. C.B.

Re: (Technik) Harmonielehre / Einsatz von Modes

Was bei sowas auch immer vergessen wird ist der Hinweis auf's RUmprobieren. Ich habe eigentlich dieses "Ueber den Akkord spiel ich die Skala"-Zeugs satt. Das gleiche gilt auch fuer Arpeggios.
Das Problem ist ja, dass Modes oft so vermittelt werden... dabei kann man damit einiges mehr anfangen als nur passend zum Akkord zu dudeln. Im Endeffekt bleibt da der Melodieeffekt naemnlich oft auf der Strecke, und es wird schnell nach "Skala-rauf-runter"-klingen....
Aber trotzdem schon mal ne gute Idee und ein einfacher Einstieg, Benjamin. Nuetzt im Endeffekt wahrscheinlich mehr als sich ueber die Analysen nen Wolf zu tippen
Eric

jawoll!

Hallo Ben und Gratulation!!

Ich habe es nie verstanden! Wenn ich über C-Dur irgendeine F-Dur Tonleiter spiele, aber eben nur von C bis C, dann war das doch - mikrolydorfrügisch? Wie jetzt?

Die Idee, einfach mal damit rumzuspielen und vor allem die "big points" zu zeigen ist super. Und jetzt spiele ich mir ein dämliches C-Dur Backing auf ein Tape und dann wird aber gemodet!!

Matthias