Aussensaiter Forum

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(Philosophie) Was zum Teufel ist eigentlich gut??? Eine Näherung...

Hallo Aussensaiter

Ich verstehe einfach die Leute nicht, die im Grünen um Sein oder Nichtsein in Bezug auf die Line6- und andere Digitalgeräte streiten. Ist doch wahr...ein Gitarrist tönt auf einem POD genauso gut wie auf einem Röhrenamp...vielleicht nicht objektiv, vielleicht hat er ja ein digitales Rauschen nach einer halben Stunde Sustain...aber hat jemand einen Röhrenamp der nicht rauscht??? Meiner rauscht wie der halbe Pazifik und das stört doch eigentlich kein Schwein.
Die Qualität der Musik messe ich nicht nach objektiven Kriterien (Brillanz, Rauschen etc), sondern nach emotionalen (Ausdruck, Gefühl, Dynamik, Phrasierung) und dabei spielt doch keine Rolle worüber man spielt!!!
Natürlich, als Gitarrist ist man von diversen "klassischen" Sounds geprägt worden, vom Hendrix-Sound, vom Metallica-Sound, vom Brown-Sound oder vom Knopfler-Sound - jeder weiss sofort wie das tönen muss. Aber es ist doch absurd, neue Geräte nur danach zu beurteilen, wie gut sie diese Sounds nachbilden können! Ein digitales Teil tönt sicher nicht gleich wie der entsprechende Röhrenamp, aber es öffnet doch gleichzeitig neue Möglichkeiten und den Zugang zu neuen Sounds, die da noch nie über unsere Erde erklingen durften.
Eine Verzerrung war doch in den Pionierzeiten auch ein technischer Defekt an einem Gitarrenamp, als noch kein Mensch von deren Potential als Effekt wusste...bis einer auf die Idee kam, mit Feedback und Distortion könnte man noch lustige Effekte kreieren und sie sogar für den musikalischen Ausdruck nutzen.
Eine Verzerrung ist ja schlussendlich auch nur eine technische Unzulänglichkeit der Röhre...die aber kreativ genutzt wird!
Viele Leute sind einfach in ihren Gewohnheiten extrem festgefahren, was in der Tatsache gipfelt, dass man für alten 60er und 70er Jahre-Krempel tausende von Franken ausgibt, um die "klassischen" Sounds nachzubilden und es wird darüber philosophiert ob jetzt der 1970er oder 1971er mehr Brillanz oder einen transparenteren Sound hatte und auf welchen von beiden Hendrix am 15. März 1972 sein Bier gestellt hat und ob die Tatsache, dass ein Tropfen davon auf den Volume-Regler fiel Auswirkungen auf seinen Sound in seinem späteren Schaffen gehabt hat...

na ja...also...was ich einfach sagen will:

Es gibt im Idealfall kein gut oder schlecht...wenn man sich nicht an Konventionen hält...dann gibt es nur persönliches Empfinden.

Gut oder schlecht entstehen, wenn man einen klassischen Sound nachbilden will, dann kann man objektiv messen, wo der Sound wie anders ist und deshalb ein Urteil bilden, was zu (POD) Diskussionen führen kann, die doch nie ein Ende finden. Was aber ist gut und schlecht? Persönliches Empfinden...bitte oben weiterlesen...

Naja das Thema hat glaub'ich nie ein Ende...ich lasse das mal hier stehen und warte auf Kommentare...

Gruäss

Silvio

PS: und bitte keine "Aber der POD..." und "Ein echter Röhrenamp..." Postings...

So sieht das aus!

Tach Silvio!

Klasse, was Du da geschrieben hast! Ich setze noch einen obendrauf: Man hört mit den Ohren, nicht mit den Augen. Ob Sound gefällt oder nicht, hat mit der Art der Erzeugung nichts zu tun, sondern nur mit dem, was die Ohren ans Gehirn melden.

Laßt uns endlich aufhören, auf Bühnen zu schielen und über Innereien von Werkzeug (Amps) zu debattieren und statt dessen die Ohren aufmachen.

Matthias

Re: So sieht das aus!

Kommt an meine Brust und laßt euch drücken!

Mir persönlich bringen die 'philosophischen' Postings tausendmal mehr, als irgendein Posting über 'welchen Amp ich zu kaufen hab', um zu klingen wie XXX'.

Unter 'philosophisch' zähl ich jetzt auch Matthias' Postings über 'Mein Weg ...' - denn dort erklärt er aus (sofern das möglich ist) objektiver Sicht, wie man Sound macht - und nicht, wie man 'den Sound von XXX' macht - aus meiner Sicht ein Riesenunterschied.

Ich klopf' mir jetzt mal selbst auf die Schulter - aber wenn mir vor 20 Jahren einer die Tips gegeben hätte, die ich im 'Proben'-Posting zu vermitteln versucht habe, hätte ich 'n Haufen Zeit und Ärger gespart.

Also Jungs, weiter so - auf das wir alle bessere Musiker und nicht bessere 'Simulanten' werden.

Gruß

Oly

P.S. Ich hab' nix gegen technische Beiträge - nur gegen nicht endenwollende Geschmacksdiskussionen und -streitereien.

Re: (Philosophie) Was zum Teufel ist eigentlich gut??? Eine Näherung...

Hallo...
ABER EIN ECHTER POD...sorry, Scherz...
also, zu dem thema lohnt es sich fast ncht mehr, was zu schreiben. Gegen diese Diskussionen kommt man einfach nicht an. Die gehoeren zur Gitarre dazu, hab ich das Gefuehl.
Als in den 80er Jahren Marshall mit den Mosfets ( Hybridamps ) rauskam haben auch viele Leute Zeter und Mordio geschrien, und die anderen haben das Ding objektiv ausprobiert und vielleicht auch gekauft.
Aehnliches ging, soweit ich weiss, auch bei Dingen wie dem Floyd Rose, Gitarrensynths, Harmonizern und sonstigen Multieffekten und so weiter ab.
Dabei gibt es immer die Puristen und diejenigen die fuer Neues offen sind ( und natuerlich die die gerne Moden folgen ). Ich gebe einfach allen recht, jeder hat seine Einstellung, seinen Geschmack, seine Gruende usw.
Auch die Geschichte mit Klangunterschieden zwischen verschiedenen Batterien bzw. zwischen goldenen oder schwarzen Vibratosystemen...glaube ich alles. Das heisst ja nicht, dass dass fuer mich zutrifft oder ich mich daran beteiligen muss.
Ich finde Dein posting sehr gut, aber leider wird es nix bringen...solange es Musiker gibt wird es solchen Talk geben.
Grosses Thema, ich mach aber Schluss =)
Nur meine Meinung
Eric

Re: So sieht das aus!

Stimme auch hier vollkommen zu, lieber Matthias.
Ich glaube das beste beispiel war die Moerderdiskussion als Eric Johnson damals in seine original 54er Strat nen DiMarzio eingebaut hat ( Jene Gitarre ist vor kurzem verkauft worden, stoehn =) ). Da sind die puristen die Waende hoch.Johnson hat damals gesagt dass sie nun einfach besser klingt und einfach besser einsetzbar ist.
Also... Sound gegen Kult...=)
Eric