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Fender American Vintage Strat - eine Begegnung

Hallo ihr Lieben,

neulich war ich als Kleinstädter mal unterwegs in einer etwas größeren Nachbarstadt - Paderborn :-)

Dort gibt es ein ganz gutes Musikgeschäft und ich war neugierig, ob ich dort eine Strat aus der Fender American Vintage Serie anfassen könnte. Hat geklappt, eine einzige aus dieser Serie war zum Antesten bereit.

Wie kam es zu meiner Neugierde? Vor ein paar Jahren war ich mal auf der Frankfurter Musikmesse und habe Marcus Deml gelauscht, wie er auf diesen Instrumenten gespielt hat. Das klang umwerfend! Na ja, er klang eigentlich genau so, wie er auf seiner richtig alten Strat klingt, und das obwohl er auch Fender Amps von der Stange spielte (und nicht sein Errorhead Topteil).

Ich war also neugierig, wie sich so eine Strat mit den alten Vintage Specs so anfühlt. Der Hals war ganz schön dick, ein ziemlich sattes "D" würde ich mal sagen, dazu der recht stark runde 7,25" Radius vom Griffbrett und damit bedingt eine recht hohe Saitenlage.

Für meine kleinen und kurzen Finger war das aber so wirklich gar nichts! Der kräftige Hals dieser Gitarre hat mich recht stark an den Hals meiner Staufer-S-Caster erinnert (der mir aber auch zu dick ist, da muss der André irgendwann mal mit dem Hobel ran...). Aber bei der Staufer ist der Griffbrettradius flacher, die Bünde besser abgerichtet und die Saitenlage deutlich komfortabler.

So, kommen wir nun zu meiner persönlichen Erkenntnis: ja, ich finde Vintage Gitarren toll und sexy, und wenn ich es mir leisten könnte, dann würde ich mir auch so eine Gitarre anschaffen. 

Aber zum wirklichen Spielen ist meine Fender FSR American Standard so viel passender für mich. Der flache C-Hals und der größere Griffbrettradius kommen mir entgegen, die Saitenlage ist optimal, und weil es keine Sammlergitarre ist konnte ich Tremolo, Pickups, Sattel und Mechaniken so optimieren wie es mir gefällt. Diese Gitarre ist jetzt quasi mein eigenes Signature Modell. Mehr an persönlicher Gitarre geht für mich nicht!

Wieso schreibe ich das alles?
Weil ich bisher immer dem heiligen Gral einer echten Vintage Strat hinterher geweint habe, jetzt aber festgestellt habe, dass mein persönlicher Geschmack und meine körperliche Veranlagung (kurze Finger) zu einer ganz anderen Gitarre  führen.

So habe ich des weiteren in dem gleichen Laden eine recht günstige Mexico Road Worn Strat ausprobiert. Nach Aussagen des Verkäufers kam die ab Werk aber nicht in einem besonders tollen Zustand an, da haben sie noch mächtig daran herumgeschraubt. Diese Gitarre hatte auch eher diese modernen Specs (modern C-Profil und flacheres Griffbrett), und auch hier fühlte ich mich gleich viel mehr zuhause.

Ich habe diese Gitarren nicht am Verstärker ausprobiert, ich war einfach nur neugierig, wie sie sich in der Hand anfühlen ("Handling"). Denn das Gefühl in der Hand finde ich unheimlich wichtig. Wenn man sich da nicht auf Anhieb unheimlich wohl fühlt, dann macht einen auch der tollste Sound nicht wirklich glücklich (mich jedenfalls nicht).

Oder kurz gesagt: Ich bin nach einem 3/4 Jahr mit meiner neuen American Standard Strat immer noch unheimlich glücklich! Es hat mich einfach umgehauen, wie toll sich eine so günstige Gitarre anfühlen kann! Die würde ich nicht einmal gegen eine Strat aus dem Fender Custom Shop eintauschen!

Na ja, ich weiß, alles im Prinzip unwichtig, aber hier ist in letzter Zeit so wenig los, da dachte ich, ich schreibe euch einfach mal, wie glücklich ich mit meiner neuen Strat bin! :-)

Gruß Martin

P.S.:
So viel neues Equipment bei den Aussensaitern und keine Session in Sicht... :-(
Loddar, wie sieht es denn aus mit dem Bahnhof diesen Sommer? 


Re: Fender American Vintage Strat - eine Begegnung

H i Martin

interessanter Bericht. Und schön, dass du jetzt dadurch gemerkt hast, dass du angekommen bist, stratmäßig. Herzlichen Glühstrumpf!

Highendklampfen braucht man heute wirklich nicht mehr. Im mittleren Preisbereich wird da schon Schönes gebastelt.

Du schreibst, du hättest kurze Finger, drum kannst du mit dicken Hälsen und runden Griffbrettern nix Gescheites anfangen. Wie wäre es mit ner Paulamensur?

Ich kann da nur von meiner Erfahrung mit der Höfner Colorama 3x P90  ;-) sprechen. Damit kam ich anfangs überhaupt nicht klar, so als jahrelanger Stratist. Kurze Mensur, fast flaches Griffbrett. Hat ne Weile gedauert, jetzt klappt´s hervorragend, trotz meiner langen Finger. So was kleines flaches hat für mich Vorteile, jetzt. Und soundmäßig bin ich angekommen, stratmäßig, die Höfner macht mit ihren 3 p 90 die besten Stratsounds, meine 3 Strats stehen nur noch traurig in ihrem Altar.

Guck dich doch mal in dem Laden nach ner Klampfe mit Paulamensur, flachem Griffbrett und Singlecoils um, nur so, des Handlings wegen..........

Gruß Wolfgang


Re: Fender American Vintage Strat - eine Begegnung

Hallo Wolfgang,

Wie wäre es mit ner Paulamensur?

Paula-Mensur ist okay für mich - auf einer Paula! :-)
Ich habe ja eine ganz gute alte Tokai-Paula, mit der ich prima zurecht komme.

Ganz flache Griffbretter auf einer Strat fühlen sich aber auch wieder merkwürdig an. Das habe ich auf meiner alten Blade Strat machen lassen im Zuge einer Neubundierung. Die Gitarre ließ sich hinterher sehr gut spielen und hatte eine soektakuläre Saitenlage. Trotzdem fühlte es sich irgendwie nicht "richtig" an.

Das gleiche Gefühl hatte ich übrigens auch auf einer Warmoth-Tele vom Andi-O, die dann später über Stoffel zum Uwe gewandert ist. Das war zwar ein Compound-Radius, aber trotzdem irgendwie zu flach.

Dieses spontane Gefühl von "richtig" hatte ich dann schon einmal bei meiner Sonic Blue Mexico-Strat. Modern-C-Profil und 9 1/2 Zoll. Leider klang diese Strat unterirdisch schlecht und musste wieder gehen...
Schade eigentlich, denn mit ihrerm 2-Punkt-Tremolo war diese Strat die stimmstabilste Gitarre, die ich je in den Händen hatte (und das sogar ohne Klemmmechaniken und TUSQ-Sattel).

: Ich kann da nur von meiner Erfahrung mit der Höfner Colorama 3x P90  ;-) sprechen. Damit kam ich anfangs überhaupt nicht klar, so als jahrelanger Stratist. Kurze Mensur, fast flaches Griffbrett. Hat ne Weile gedauert, jetzt klappt´s hervorragend, trotz meiner langen Finger. So was kleines flaches hat für mich Vorteile, jetzt. Und soundmäßig bin ich angekommen, stratmäßig, die Höfner macht mit ihren 3 p 90 die besten Stratsounds, meine 3 Strats stehen nur noch traurig in ihrem Altar.

Stimmt, ich erinnere mich, du hast hier mal Fotos gepostet, auch Aufnahmen glaube ich...?
Dann sind wir ja jetzt schon zu zweit glücklich beim Thema Stratsound! :-)

Neulich meinte ein Freund und begnadeter Gitarrist, nachdem er mich auf der letzten Soul Session gehört hatte: "Martin, das wird jetzt langweilig. Stratsound kannst du jetzt, es wird Zeit, dass du mal wieder deine Paula auspackst!" Gute Idee, habe ich jetzt lange nicht mehr in der Hand gehabt...
Gruß Martin 


Re: Fender American Vintage Strat - eine Begegnung


: Neulich meinte ein Freund und begnadeter Gitarrist, nachdem er mich auf der letzten Soul Session gehört hatte: "Martin, das wird jetzt langweilig. Stratsound kannst du jetzt, es wird Zeit, dass du mal wieder deine Paula auspackst!" Gute Idee, habe ich jetzt lange nicht mehr in der Hand gehabt...

nee nee, dann kommen jetzt erst mal die P90ischs für dich!

Gruß Wolfgang