Aussensaiter Forum

Diskussionen mit neuen Beiträgen

Hier darf jeder frei heraus seine Meinung sagen, solange niemand beleidigt wird. Auf Postings von Vollidioten sinnvollerweise gar nicht erst antworten.
Extrem unerwünscht sind reine Werbe-Beiträge. Danke.

(-) Header verbergen



Übersicht

Halsradius - gleichmäßig oder compound?




 

Hallo liebe Aussensaiter!

 

Das Stück Holz hier wird der neue Gitarrenhals für meine 79er Strat. Momentan bin ich am überlegen, wie es weitergehen soll.

 

Mein Gitarrenbauer fragt mich nun, wie er denn den Halsradius machen soll. Er schhlägt mir allerlei Varianten vor, z.B. Compound 10" auf 16", oder 12" straight, oder 12" auf 16", oder 12" auf ganz flach 20"??

 

Ein regelmäßiges 12" wäre quasi so wie bei einer Les Paul, das ist gerade mein Favorit. Dies würde mir auf jeden Fall eine flachere Saitenlage als bei meinen jetzigen Strathälsen ermöglichen.


Compound Griffbretter habe ich noch nie in der Hand gehabt (einmal kurz bei Andi-o, aber so genau daran erinnern kann ich mich jetzt auch nicht mehr...).

 

Was würdet ihr mir empfehlen?

 

Gruß Martin

 

P.S.:

Weitere Parts werden die Gotoh Lock Mechaniken und ein weißer Tusq XL Sattel werden. Saitenniederhalter werden diesmal keine zum Einsatz kommen. Der Hals wird 21 Bünde und eine kleine Kopfplatte haben. Fender Decal muss natürlich drauf. Als Bünde habe ich 6200er ausgewählt.

 

Der alte rissige Lack vom Korpus kommt runter und wird neu lackiert, in glänzend schwarz. Vorher werde ich noch etwas Holz bei der Armauflage wegnehmen lassen, die Stelle ist bei meiner Strat schon fast Tele-mäßig eckig ausgefallen. Und jedes Gramm weniger tut diesem extrem schweren Eschekorpus nur gut!

 

Zusammen mit dem One-Piece-Maple Hals und dem weißen Schlagbrett wird dann also so eine Art "Blacky" (Eric Clapton Urstrat) dabei herauskommen.

 

Die Tonabnehmer sind ja schon drin, und zwar das 67er Set vom Kloppmann.


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hi,

meine Erlen-Strat hat compound (10 auf 16 oder so, Warmoth eben), die Swampash 12". Beides keine typischen Fender-Hälse, und ich würde auch keinen wollen.

Ich finde Compound einen Hauch geiler, aber nur einen Hauch.

Oben gilt "je flacher je besser", und untenrum greift sich ein stärker gewölbtes Griffbrett schon sehr komfortabel. Aber obenrum eben nicht.

Gruß, ferdi

P.S.: Bei Bundstäbchen käme für ich ja nur 6105, 6115 oder 6100 in Frage - sehr hoch und schön breit. Finde ich angenehmer.


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hallo Martin

In einem Anfall von Lebensversicherungsauszahlung habe ich mir neulich eine original USA Fender Tele-Luxus-Dingens Tele gegönnt. Die hat einen Compundhals. Von 9.5" auf 14" ( glaube ich ). Ich finde das sehr angenehm: Akkorde gehen "unten" schön leicht, das Sologegniedel dafür "oben" deutlich angenehmer.

Viele Grüße

Wolfgang


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hi Ferdi,


: P.S.: Bei Bundstäbchen käme für ich ja nur 6105, 6115 oder 6100 in Frage - sehr hoch und schön breit. Finde ich angenehmer.

6105 ist aber nicht sehr breit. 6150 ist hoch und breit... Ich finde nämlich die 6105 auf den Relic- Strats irgendwie komisch. Nur geringfügig breiter als die Vintage- Bünde, aber um einiges höher. Da lassen sich die 6150 auf meiner Staufer wesentlich bequemer spielen.

Gruß, Burkhard


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hallo Martin,

zunächst mal: Der Rohling sieht ja irre aus! Woher hast du denn das feine Stück Holz?

Ich würde dir empfehlen, mal die neuen Fender Strat Deluxe in die Hand zu nehmen. Ich meine, die haben Compound- Radius 10 auf 14. Ich denke, im Bereich, in dem die meisten Akkorde gegriffen werden, ist ein Radius von 10 komfortabel, beim Solieren in hohen Lagen ist es schon angenehmer, einen flacheren Radius zu haben.

Allerdings denke ich auch, dass das etwas überbewertet wird. Das Shaping des Halses, die Bundmaße (ich kann nur 6150 empfehlen; aber die müsstest du von deiner Staufer kennen), die Verarbeitung und insbesondere die Einstellung des Halses und die gute Abrichtung spielen eine wesentliche Rolle. Meine Relic- Strat mit 7.25 Radius und Vintage- Bünden lässt sich fast so komfortabel spielen wie meine Staufer mit 10er Radius und 6150 Bünden.

Insofern: Warum kein Kompromiss: 10 auf 12 Radius, also nur leicht compound? Dazu die Bünde, auf denen du dich wohlfühlst, ein perfektes Shaping und du kannst deiner Kunst fröhnen.

Wer fertigt dir den Hals an?

Beste Grüße, Burkhard


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hallo Burkhard!

"Wer fertigt dir den Hals an?"

Jürgen Dutzek, ein Bekannter von mir, wohnt quasi um die Ecke. Er hat sich vor einiger Zeit selbstständig gemacht, siehe hier: www.jay-dees.de

Er hat schon den Korpus meiner 79er Strat restauriert, und ich war von seinen Holzreparaturen sehr angetan. Andreas Kloppmann hat den Korpus danach auch in der Hand gehabt (als er die 67er Pickups eingebaut hat), und meinte, er hätte die Holzarbeiten ganz genauso gemacht.

Neulich hat er mal wieder eine Gitarre gebaut (sehr in Anlehnung an eine PRS), und da habe ich gemerkt, dass der Jürgen aus einem Stück Holz wirklich gute Hälse bauen kann. Griffbrett-Reparaturen / Auswechselungen macht er auch.

Gruß Martin

P.S.:

Die Bünde auf meiner Staufer fühlen sich gut an, sind aber einfach zu weich. Ich habe sie jetzt - nach 1 1/2 Jahren - schon ziemlich runter gespielt, da sind so große Kerben drin, dass Abrichten wohl gar nicht mehr lohnen wird, sondern gleich neue Bünde fällig sind. Die 6200er haben (glaube ich) fast die gleichen Dimensionen wie die auf der Staufer, aber sie sind härter. Stahlbünde geht nicht, weil Jürgen sich weigert, sie zu verarbeiten. Dann müsste ich mir jemand anderes für den Hals suchen bzw. gleich einen fertigen Warmoth-Hals kaufen.



Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hallo Martin,

sehe ich das richtig, dass dann nur noch der Korpus von der Originalgitarre stammt? Witzig, bei meiner Duesenberg-Bastelcaster geht´s mir ja ähnlich. Nach und nach sind alle Originalteil "abgeflogen" :-) Bin gespannt, wie du mit dem Endresultat zufrieden sein wirst.

In Sachen Hals kann ich dir leider nicht wirklich weiterhelfen. Meine Launhardt hat (glaube ich) eine Compound Radius von 10" auf 16", das finde ich ganz gut, hebt die Gitarre jetzt auch nicht von meinen anderen in Sachen Bespielbarkeit ab...

Wenn ich die Möglichkeit hätte, mir aus einem Stück Holz einen Hals meiner Wahl schnitzen zu lassen, würde ich vermutlich versuchen, eine Kopie des Halses von Rainers weißer Strat zu bekommen. Den habe ich als grandios bespielbar in Erinnerung.

Viele Grüße,

Andreas


Re: Halsradius - gleichmäßig oder compound?

Hallo Andreas!

"sehe ich das richtig, dass dann nur noch der Korpus von der Originalgitarre stammt?"

Ersteinmal ja.

Aber in einer fernen Zeit, wenn ich den Originalhals von Andreas Kloppmann (bzw. Frank Deiml) fertig restauriert wieder zurück bekommen habe, dann werde ich ausprobieren, welcher Hals mir an der 79er Strat besser gefällt. Im Prinzip werde ich dann aber eine Familienzusammenführung bevorzugen.

Und ja genau, dann hätte ich einen weiteren schönen Strathals in Maple übrig, zu dem ich mir dann noch eine zusätzliche Strat bauen lassen könnte... :-)

Gruß Martin