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(Band) Live-Monitoring ist anders

Hi,



also der "Live ist alles anders"-Thread hat mich gerade inspiriert:



Kennt ihr das: Soundcheck in einer etwas kleineren Location (50 - 100 Leute).

Ihr steht Bühnen-Vorderkante, vor euch ein Monitor. Von Hinten kommt die Gitarre in angenehmer Lautstärke, am Monitor daher nur Gesang (der eigene). Rechts (oder links, je nach Seite) hängt (steht) irgendwo eine P.A.-Box.

Jetzt hört man sich beim Soundcheck ganz gut beim Singen, beim Gig geht der Gesang auf einmal eher unter.

Der Klassiker unter den Technikern ist ja "wenn da erst Leute drin sind klingt dass schon, warts nur ab". Fürs Monitoring funktioniert das IMHO nicht ganz so, denn dann kommt der eigene Gesang nicht mehr aus dem Raum (reflektierend) zurück, deswegen hört man sich dann beim Gig doch nicht so gut.

Ich überleg dass ich dem Tech das nächste mal beim Soundcheck sag er soll doch mal die P.A. abdrehn und ich schau ob nur das Monitoring alleine ausreicht. Macht das irgendwer von euch auch?

lg, Stevo


Re: (Band) Live-Monitoring ist anders

Moin.

Ich mache die PA eigentlich beim Monitorcheck aus. Die geht dann bei der ersten gemeinsamen Nummer wieder an, aber ich versuche einen Monitormix unabhängig von der PA anzubieten. Ich bin bei 2 Bands fester Mischer. Bei 4waystreet werden u.a. die TC Helicon Monitore genutzt. Die haben den Vorteil, das man sich selbst die eigenen Instrumente/den eigenen Gesang lauter machen kann. Das geht mit einem passiven Monitorsystem nicht so einfach. Da ich meist nur 2 Monitorwege fahren kann, erleichtern die Dinger vieles.

Bei nebcube stehen zwar drei Wege bei der eigenen Anlage zur Verfügung, aber auch da splitten wir das Signal. Der Keyboarder hat einen Amp hinter sich, dort kriegt er einmal den Monitorweg und gibt sein Signal direkt rein. So kann er sich nach Bedarf lauter drehen. Der Gitarrist nutzt im Idealfall seinen Amp auch nur als persönlich Monitor. In kleinen Kneipen wird der Krachmacher so gestellt das er über die Bühne strahlt. Beim letzten Gig bekam nur der Trommler etwas Gitarre auf seinen Monitor, ansonsten hatte ich nur Gesänge auf den Monitorkanälen und ganz wenig Keys für den Leadsänger.

Viel Text heute morgen... Was ich eigentlich sagen wollte: Lass den Techniker die PA ruhig mal ausmachen. Und dran denken das man im Laufe des Abends weniger hört. Also ein bißchen Luft nach oben lassen zum nachregeln.

Gruß

Ugorr


Re: (Band) Live-Monitoring ist anders

Das Problem sehe ich nicht ganz. Zwischen Soundcheck und Showtime ändern sich soviele Faktoren, daß es nicht verwundern darf, wenn z.B. das Gesinge nicht mehr so rüberkommt, wie beim Soundcheck. Für den Fall hat der Liebe Gott (oder waren's A&H, Dynacord, Soundcraft...?) Regler an die Pulte gemacht und dann wird der Herr Mischpultbedienungsbeauftragte das Gesinge halt etwas lauter machen und gut is'.

PA beim Monitorcheck zeitweise abzudrehen, ist sicher sinnvoll; komplett den Monitorcheck ohne PA zu fahren, kann aber auch in die Hose gehen.  Beispiele wären Feedbacks über die Monitoranlage, die von der PA angestoßen werden. wenn dann die Hütte voll ist, wird das Monitoring durch den PA-Sound immer noch beeinflusst, denn das Problem rührt ja nicht nur von Reflexionen (respektive deren Wegfall) her, sondern auch daher, daß die PA nur über Hörner einigermaßen gerichtet abstrahlt. Die Subs strahlen in alle Richtungen ab und Direktstrahler Tiefmitteltöner der Topteile schmeissen bis in den niedrigen kHz-Bereich rein auch auf die Bühne. Letzten Endes brächte man eine Entzerrung und Laufzeitanpassung der Monitorboxen auf den die Bühne erreichenden PA-Sound und das kriegt man weder mit anwesendem, noch fehlendem Publikum richtig gebacken.

Letzten Endes hilft für den Techniker nur, auf der Monitoranlage genügend Gain before feedback zu erreichen, um z.B. den unterbelichteten Gesang feedbackfrei anheben zu können und dem Musiker hilft nur langjährige Erfahrung, um beim Soundcheck seinen Monitormix so anzufordern, daß er den Anforderungen bei Showtime möglichst nahe kommen könnte. ;-)

der onk mit Gruß