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(Gitarre) Bigsby für Semi-acoustic ..

Hallo Kollechen,

eine der Konstanten im doch häufigen Kommen und Gehen von Gitarren in meinem Haushalt ist eine schöne Yamaha SA 2200 (sowas wie ne japanische 347 könnte man sagen..). Die spiele ich seit Jahren sehr gerne und habe sie bei unseren gelegentlichen Gigs auch fast immer dabei. Vom Halsprofil, der Balance und Schwingungsverhalten her passt mir das Ding einfach 100%ig, dazuhin ist sie noch extrem stimmstabil - was im Live-Betrieb sehr zu würdigen ist.

Was ich evtl. daran noch ändern würde ist:

A) Das Hinzufügen eines Bigsby-Trem-systems, zu dem mich häufiger Konsum von Johnny A. -CD´s und DVD´s motiviert. Keine brachialen, sondern diese sehr subtilen Tremoloeinsätze- die dieser Mensch in Perfektion darbietet - das würde ich gerne mit meiner Semiacoustic auch können.

Hat jmd. hier Erfahrung mit dem Nachrüsten eines Bigsby bei einer Semi oder LP-artigen Gitarre u. kann kurz zurückmelden, auf was man hierbei aufpassen muß? Handelt man sich gravierende Nachteile ein?

B) Evtl. die PU´s: hier sind im Moment die originalen Yamaha-alnico-HB verbaut,die wirklich ziemlich gut klingen. Was hier besonders überzeugt, ist die Möglichkeit die Dinger per push-pull zu splitten - was dann auch wirklich überzeugend funktioniert und  (im Gegensatz zu einigem anderen was ich da probiert habe..) klingt. D.h. wenn ich hier noch ne deutliche Verbesserung zu den Serien-PU´s erreichen könnte, würde ich das Thema angehen. Vom Sound her gefallen mir halt die üblichen Verdächtigen, die mit diesem Gitarreytyp i.v. gebracht werden: R.Ford, L.Carlton und natürlich der schon zitierte Johnny A.

Gute Clean-sounds sind mir sehr wichtig! HiGain hingegen brauche ich praktisch gar nicht, schön definierte Overdrive-sounds dagegen sehr.

Gibt´s dazu Empfehlungen (oder besser noch eigene Erfahrungen??)

ich danke Euch,

teleman


Re: (Gitarre) Bigsby für Semi-acoustic ..

hi teleman!

als vielfach bigsby-erprobter gitarrero mach ich´s mal kurz:

les trem ;)

nee, im ernst...

die bigsbys die für deine gitarre in frage kommen sind das b6 (ohne niederdruckrolle) oder das b7 (mit niederdruckrolle).

der große nachteil des b7 ist, dass du löcher in die decke der gitarre bohren müsstest.

beim b6 wären es nur 1-2 in der zarge. mit etwas glück findest du sogar ein b60 (mit "0" dahinter) das man nur am gurtpin befestigen muß.

dann bleiben allerdings immer noch die löcher vom stop-tailspiece, und nur du weisst nachher ob der saitendruck auf den steg nicht vielleicht doch zu gering ist...

dann bietet sich aktuell noch die kombination aus vibramate (montagesystem ohne zusätzliche bohrungen) und B5 an.

das funktioniert super - ich fand aber, dass das b5 mir nicht sanft genug "warbelt" und hab´s gleich wieder verkauft...

deswegen - les trem ;)

cheers - 68.


Re: (Gitarre) Bigsby für Semi-acoustic ..

Grüßdich Teleman!

Also, Bigsby auf ne Semi. Es gibt mehrer Möglichkeiten.

Variante 1: Du hast ein Stoptailpiece. Dann kannst Du eine Les Trem von Düsenberg nehmen, geht ohne Bohren und sonstige Arbeiten, mussu nur Tailpiece tauschen.

Variante 2a: "echtes" Bigsby. In Deinem Fall würde ich ein B-7 nehmen (mit Andruckrolle), vorausgesetzt deine ES ist ungefähr so groß wie eine ES-335.

Wenn du ein STP hast, runter damit. Bigsby B-7 wird in der Zarge und auf der Decke verschraubt, in der Decke mit 2 Löchern in der Zarge mit 4 (reichen aber auch 2). Man muß manchmal schauen wo geerdet ist und die dann neu verlegen, kommt drauf an was Du hast.

Am Besten das Bigsby mit dem Gurthalteknopf vorerst fixieren (entweder hat das Bigsby eine Bohrung dafür, oder eine große Öffnung, dann kannst Du eine Konterplatte unter den Gurtpin tun um es zu fixen.). E-Saiten einfädeln, da empfiehlt sich ein Kapo,-)) Dann das Bigsby ausrichten und Bohrlöcher markieren, bohren und Bigsby festmachen.

Wegen Stimmproblemen: nimm locking Mechaniken, falls von nöten und um den Saitenwechsel zu vereinfachen die Austauschrolle von Düsenberg mit Bohrungen für die Saiten anstatt der Stifte (super nervig). Die passt aber nur bei Original Bisgbys, also nicht auf die lizensierten aus Fernost, sondern nur auf die aus den USA.

Variante 2b: Du hast einen Saitenhalter wie bei Jazzmamas, der nur an der Zarge befestigt ist und eine höher gelegte Bridge als bei einer ES-335, dann kann man auch ein B-6 nehmen. Vorteil: keine Bohrungen in der Decke, sondern nur in der Zarge.

Variante 3: Bigsby B-7 oder B-6 in Verbindung mit einem Vibramate. Das gibt es für Les Pauls, ich weiß aber nicht, ob es das auch schon für ES Typen gibt. Das würde Bohrungen fast gänzlich unnötig machen, ne feine Sache.

Tipp: bestelle in den USA, da ist das Zeug billiger. Es gibt mittlerweile auch wirklich fast alle Varianten des Bigsby, also auch diejenigen wie aus den 50ern mit stationary arms, Duane Eddie style Armen, oder dem VF-Arm, der ist voll schick imo. Den wire handle gibt es ja schon ewig und es gibt auch einen extralangen Arm für große Gitarren, so dass der Hebel nicht in Höhe des Steges aufhört sondern weiter nach vorne geht, kann manchmal nützlich sein.

Nochmal wegen Stimmproblemen: imo, wenn Sattel und Steg ordentlich bearbeitet sind und dort keine Grate sind, die die Saite verklemmen bzw. die Kerben zu eng sind, das sie die Saiten klemmen ist so ein Bigsby ne relativ stimmstabile Sache.

Was passieren kann: die Gitarre passt nicht mehr in den Koffer, weil das Bigsby mit dem Arm etwas höher baut als die Variante mit STP oder Saitenhalter.

Um's nochmal zu sagen: kauf ein USA Bigsby, nimm die Austauschrolle von Düsenberg mit den Bohrungen für die Saiten und locking tuner, dann ist das Saitenaufziehen w e s e n t l i c h angenehmer.

Man kann übrigens auch Bigsby Federn in versch. Stärken bekommen, falls die mitgelieferte also zu schwach oder zu stark ist geht da noch was. Früher hatten die nur einen Hartgummiblock drin, Wahnsinn....

Mach's gut! 


Re: (Gitarre) Bigsby für Semi-acoustic ..

Hi,

ich glaube alles was zum Bigsby zu sagen ist, haben die beiden Vorposter schon geschrieben.

Aber Johnny A.! Höre ich auch immer wieder gerne. Wir haben auch seit seine erste CD herauskam vier Stücke von ihm immer noch fest im Programm. Wir spielen Lullaby for Nicole, Sometime Tuesday Morning, O Yeah und seine Version von Wichita Lineman.

Auf meiner ES 135 habe ich auch ein Bigsby. Mit Niederdruckrolle, ich habe also zwei Löcher in die Decke gebohrt. Die Löcher sind mir aber völlig egal, weil ich das Bigsby nie wieder abbauen würde. Ich finde das Wabbelding einfach nur genial. Die Gitarre und das Bigsby kannst Du in meiner website guitartest.de in den Gitarrentestberichten anschauen.

Gruß Diet