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Blues-Anfänge

Hallo !

Ich bin nue hier, und auch neu an der Gitarre. Ich habe irgendwann gedacht," Verdammt, wieso denkst du nur immer, solche Riffs sind der Hammer, wieso sollte ich das nicht auch können ?"
Also bin ich los, und habe mir eine Höfner-Gitarre gekauft.

Das Problem ist, ich bin achtzehn und Schüler. Ich habe kein Geld für Gitarrenstunden (da ich sehr viel Sport mache, wollne meine Eltern nicht nochwas bezahlen).
Kennt ihr eine Möglichkeit, wie ich im Grunde autodidaktisch ordentlich Gitarre spielen lernen kann, vielleicht
auch schon jetzt in richtung Blues, Bluesrock ?
Schönen Abend,

Chicago

Re: Blues-Anfänge

Hi Chicago,

Ein paar Stunden solltest Du für den Anfang schon nehmen - 10 oder so. Trial and error ist unökonomisch, zeitraubend und demotivierend. Du solltest auf jeden Fall Einzelunterricht nehmen, und zwar bei jemand, der Dir das beibringt, was Du spielen willst und Dich nicht z.B. durch mixolydische Skalen quält. Dann ist das Geld wirklich gut angelegt.
Vielleicht kannst Du ja im Sport für drei Monate mal ein bisschen kürzer treten - der Zeitaufwand will ja auch berechnet werden.

Gruß'n Blues, stooge

Re: Blues-Anfänge

Tach Chicago! (schomma kein schlechter Nick für Blues ...)

Ich bin selber Autodidakt, und zwar seit sieben Jahren, und ich bin mit meinem Rhythmusspiel einigermaßen zufrieden, mit meinem Solospiel nicht. Aus meiner Sicht stößt man als Autodidakt früher oder später an seine Grenzen. Wenn du mit der Rolle als Sideman zufrieden bist, reichen Noten/Tabulaturen und ein paar Tips von befreundeten Gitarristen ("So sieht ein Barré aus") und ein, zwei Jahre, um in 'ner nicht allzu ambitionierten Band mitspielen zu können. Auf längere Sicht wirst du wohl um Unterricht nicht herumkommen.

Da man sich aber gerade am Anfang ziemlich schnell ein paar schwer ausmerzbare Fehler bei Handhaltung etc. angewöhnen kann, wäre es ganz gut, wenn du deine Eltern so schnell wie möglich davon überzeugen könntest, daß du es ernst mit der Musik meinst. Dann springen vielleicht auch noch ein paar Monate Unterricht dabei raus. Danach ein wenig private Gehörbildung (Platte auflegen - mitspielen! So lernt man's) und evtl. noch ein wenig Fortgeschrittenenunterricht. Kann nicht schaden - beim Bass (spiele ich) kommt man autodidaktisch schon ganz gut durch, denke ich, bei der Gitarre bin ich jedenfalls an meine Grenzen gestoßen.

Nos vemos en infierno, Pepe

Re: Blues-Anfänge

Hey stooge,

ich stimme Dir ja voll und ganz zu, ABER: ;-))

es ist vielleicht sinnvoller, sich ein Gitarrenbuch
zuzulegen (ich weiß, es gibt mittlerweile viel zu viele -
einfach mal anlesen oder in der Bibliothek ausleihen!),
und dann, nach drei, vier Monaten erst Unterricht
zu nehmen.

Bei mir war es zumindest so, dass ich zunächst autodidaktisch mit Büchern gelernt habe und nur zu CDs
gejammt habe, dann für ein Jahr Unterricht genommen habe,
und dann das gelernte versucht habe umzusetzen. Ich bin mit
dem Ergebnis dieses "Lernplans" ganz zufrieden.

Tschüs
Dominik

Re: Blues-Anfänge

Tachchen Chicago,

vielleicht gibt es ja bei Euch in der Stadt oder in der Nähe einen Gitarrenkurs in der VHS. Es gibt durchaus auch bei den Volkshochschulen fähige Lehrer, durch den Gruppenunterricht wird es dann auch nicht so teuer.

Gruß Jochen


Re: Blues-Anfänge

Hey Dominik,
:
: ich stimme Dir ja voll und ganz zu, ABER: ;-))
:
: es ist vielleicht sinnvoller, sich ein Gitarrenbuch
: zuzulegen (ich weiß, es gibt mittlerweile viel zu viele -
: einfach mal anlesen oder in der Bibliothek ausleihen!),
: und dann, nach drei, vier Monaten erst Unterricht
: zu nehmen.
:
Hi Dominik,

Ich halte einerseits die Anleitung für den Anfang für sinnvoll, weil man sich sonst ewig mit Dingen rumquält, die einem ein Lehrer in einer Stunde klarmachen kann. Ich hatte ewig Schwierigkeiten, gescheite Bendings hinzukriegen; mit Lehrer hatte ich den Bogen in 0,nix raus.
Dann die Kontrolle: Wenn man sich am Anfang was falsch drauf zieht, wird man das schwer wieder los. Korrektes Timing z.B. braucht Kontrolle - und wer nimmt sich schon auf Band auf?
Dies nur als Beispiel.

Gruß'n Blues, stooge

Re: Blues-Anfänge

Hi stooge,

okay, sehe ich ein.

Dass es sinnvoll ist, mit Metronom zu üben, habe ich auch erst eingesehen nachdem es mir mein Lehrer eingeprügelt hat - als ich mich dann rythmisch verbessern wollte, wurde mir auch bewußt dass ich Triolen ´ne Zeit lang einfach falsch gespielt habe (alle Achtel gleich betont, nicht auf die 1 usw.).

Gute Lehrer sind allerdings oft schweineteuer (meiner
kostete mich DM 40 / Schulstunde), und deswegen hätte
ich mich sehr geärgert, wenn ich am Anfang gleich so viel
ausgegeben hätte. Bei mir kam es halt nach 4 Monaten autodidaktischem Gedudel ideal. ;-)

Tschüs
Dominik

Re: Blues-Anfänge

Wenn's unbedingt autodidaktisch sein soll, dann kann ich immer noch ein Buch empfehlen:

"Das Gitarrenbuch" von Peter Bursch aus dem Voggenreiter Verlag. Damit lernt seit 25 Jahren so ziemlich jeder deutsche Gitarrist sein Instrument. Einige davon haben heute einen größeren Namen als der Peter mit seiner "Bröselmaschine" damals. ;-))

Allerdings bin ich auch der Meinung der Kollegen, das ohne ein wenig Unterricht nicht viel geht. Ich habe Gitarre zwar auch autodidaktisch gelernt, allerdings hatte ich da schon 3 Jahre Klavierunterricht. Es gibt halt wichtige Dinge über das eigentliche erlernen des Instruments hinaus, die man mit einem Lehrer viel schneller lernt.

Wenn Du auf Blues stehst, ist Peter Burschs Buch allerdings eine gute Empfehlung. Ich hatte es damals in zwei Monaten durch und damit die Grundlage um alleine weiter zu kommen.
Anschließend kann man neben Akkorden (incl. Bareé) auch schon die wichtigsten Picking Techniken und hat nebenbei auch schon eine Menge über Riffs gelernt und über das Alterieren von Akkorden (auch wenn man da nicht lernt, das es so heißt ;-))

Ohne meinen Klavierunterricht hätte ich allerdings niemals ein irgendwie geartetes musikalisches Niveau erreicht.

Die alten Blueser hatten auch ihre Art von Unterricht, da hat einer dem anderen bestimmte Techniken gezeigt. Allerdings war der wichtigste Lehrer von Muddy Waters die Jukebox in seiner Kneipe ;-) Da hat er die Robert Johnson 78er gespielt, da er den Typ nicht mehr persönlich getroffen hat.

Das wäre übrigens auch ein Tipp: Kauf' Dir die "Complete Recordings" von eben jenem Robert Johnson und Du weißt, wo alles herkommt. Incl. einer Menge Riffs, die man später von den Stones oder Clapton und Hendrix gehört hat.

Re: Blues-Anfänge

Hi Chicago,

: Das wäre übrigens auch ein Tipp: Kauf' Dir die "Complete Recordings" von eben jenem Robert Johnson und Du weißt, wo alles herkommt. Incl. einer Menge Riffs, die man später von den Stones oder Clapton und Hendrix gehört hat.

Das sowieso, und Brownie McGhee und Lightning Hopkins - schöne, einfache und zugleich schwere Sachen zum weitermachen.

Gruß'n Blues, stooge