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Fingerpicking-Anfänger / Tabs mit Bassläufen selbst schreiben ?

Hallo liebe Draht- und Nylongemeinde,

da ich bei meinen Harmonielehrebüchern auf Seite zwei immer aufgegeben habe, schrei’ ich jetzt mal hier um Hilfe :-O :

Ich möchte aus dem mir vorliegenden, aber nicht beherrschten Notenmaterial Tabs mit Melodie UND Bassläufen schreiben. Melodie klappt schon (mit Hilfe von Powertab), aber mit den Bässen hapert’s.

Wenn ich aus den Akkorden nur lauter Dumm Damm Dumm Damm Bässe zaubere, hört sich dass natürlich ziemlich öde an. Ich möchte aus den verwertbaren Basstönen halt Läufe gestalten und wäre daher für Tipps dankbar, in welcher Reihenfolge ich Grundtöne und sonstige Beteiligten, insbesondere bei Akkordwechseln innerhalb eines Taktes, zu einem durchgehenden Wanderbass mit n bißchen Dynamik zusammenbasteln kann.

Walking on Strings von Felix Schell hab’ ich schon, hilft mir aber nicht ganz wie gewünscht. Darin ist leider auch nicht angegeben, welche Finger ich wohin verbiegen muss und hab’ schon ziemlich unorthodoxe Akrobatik versucht, war mit Sicherheit mehrfach total verkorkst, gibt’s da bessere Lehrwerke ?

Schwerpunkt meiner Bemühungen sind Latin Standards (uah), erst mal langsam (3x Amor und so, Tico Tico später...). Zu Bossa & Konsorten passt vielleicht gar kein walking Bass, ich will das aber trotzdem so (!)

Klar brauche ich wieder mal einen Gitarrelehrer, der müsste aber wegen meines Jobs ständig mit mir durch Europa ziehen ... geht also nich' und deshalb

danke ich schon mal für hilfreiche (oder sonstige aufbauende) Antworten

Grüße (derzeit aus Italien)
Christian

Re: Fingerpicking-Anfänger / Tabs mit Bassläufen selbst schreiben ?

Hallo Christian

Weiss nicht, wie "aufbauend" ich da antworten soll, wenn jemand zu Latin Standards Walking Bass spielen will :-))) Als bekennender Latin- Jazz- Liebhaber stehe ich so einem Vorhaben eher skeptisch gegenüber *gg*
Aber trotzdem:
Ich glaube, um ein bisschen Harmonielehre kommst Du da nicht rum. Von mir mal die folgenden paar kleinen Tips:
1) Bis Seite 3 im Harmonielehrbuch weiterlesen (wie werden Dreiklänge gebildet etc...)
2) Für Schlag 1 eines Taktes einen Akkord- eigenen Ton verwenden (welche Töne zu welchen Akkorden gehören, steht dann eben im Harmonielehrbuch)
3) Vornehmlich Töne der zum jeweiligen Akkord passenden Tonleitern verwenden.
4) Läufe über mehrere Takte mit möglichst kleinen Sprüngen bilden
5) Wenn die Melodie nach oben wandert, nach unten "walken"
6) Es macht sich manchmal gut, vor einem Akkordton denjenigen der eine halbe Note darunter oder darüber liegt, zu spielen.
7) Viele Swing- Bassisten anhören, Latin- Bassisten "walken" nur selten.

Viel Spass! :-)

Gruss! Christoph

Re: Fingerpicking-Anfänger / Tabs mit Bassläufen selbst schreiben ?

Hallo Christoph,

danke für Deine detaillierte Wanderführung.
Mit dem 'rauf- und 'runterwalken gegen die Melodie hab' ich's schon probiert, aber nur mit akkordeigenen Tönen, klang ziemlich trocken. Jetzt werde ich erstmal Deinen Tipp mit den tonleitereigenen Tönen und kurzen Sprüngen umsetzen. Mit welchem AKKORDeigenen Ton ich beginne, ist egal ?

Danke nochmal &
Gruß
Christian

Re: Fingerpicking-Anfänger / Tabs mit Bassläufen selbst schreiben ?

Hallo Rainer,
auch Dir ein dickes Danke, sieht gut aus, das Machwerk hinter Deinem Link.

Hab jetzt erst mal Fly me to the moon verbasselt (jo, is kein Lättin), klappt ganz gut mit Christophs Tipp der kleinen Schritte gegen die Melodie.

Eigentlich kann ich jetzt zu jeder mir vorliegenden Grundmelodie die Bassläufe zaubern, genial. Bei Powertab (nicht PROtab wie von mir fälschlicherweise vorab erwähnt) krieg ich allerdings keine unterschiedlichen Notenlängen hin. Z.B. punktierte Note in der Melodieführung ergibt immer die gleiche Länge auch für die Bassnote, und die soll ja immer ein Viertel sein.

Gibt's da n Trick bei Powertab oder gibts bessere Programme ?

Re: Fingerpicking-Anfänger / Tabs mit Bassläufen selbst schreiben ?

Grüss Dich Christian

danke für Deine detaillierte Wanderführung.
ROTFL, gern geschehen :-)
Mit welchem AKKORDeigenen Ton ich beginne, ist egal ?
Naja, zum Start kannst Du ja mal zu Beginn längerer Sequenzen desselben Akkordes mit dem Grundton beginnen. Spätestens wenn aber häufigere Akkordwechsel anstehen, wäre mir wichtiger, nicht zu grosse Sprünge zu machen. Aber ist natürlich alles eine Frage des personlichen Gusto, gell! Wer zu Bossa Walking Bass spielt, darf mit jedem Ton den er will einen Takt beginnen *ggggg*

Grüessli! Christoph

Danke für dieTipps

Hallo Christoph,
bevor ich Dich hier noch zu sehr als online-Lehrer missbrauche, will ich mir jetzt erst mal ne Weile die Finger vebiegen.
Klar kann ich keine Melodie im Bossa-Rhytmus zu sturen vier Viertelen spielen, dass macht nämlich dieses zwischen meinen Ohrwatscheln vermutete Körperteil gar nicht mit bzw. setzt dieser Versuch eine split personality voraus. Ich will nur mal probieren, wie swingende Latinos so rüberkommen könnten, z.B. unser oller blauer Bossa... ich hör's schon, ohne zu spielen, und das klingt GUT (oder-hä?)
Wenns klappt, kriegen die Aussensaiter das Ding mal musikdateimäßig um die Ohren (willbestimmtwiederkeinerhörn)
Gruß und danke noch x
Christian