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(Aussensaiter) Improvisations-skalen

Hi Ich hab da mal ne Frage,

und zwar spiel ich seit ca. 10 Jahren Trompete und Flügelhorn. Allerdings nur so richtig nach Noten. Ist ja an sich noch kein Problem, allerdings hat mich jetzt ein Kumpel angesprochen ob ich nicht in seiner Bluesband im Bläsersatz Trompete spielen will. Klar hab ich gesagt mach ich. War jetzt auch der Probe und bin erstmal super schlecht aufgefallen, weil technisch supa in Ordnung nur Improvisieren geht überhaupt nicht. Ich hab einfach noch kein Gefühl dafür welche Töne in der Tonart gehen und welche nicht.
Gibts da irgendwo skalen für?? Ich weiß das es die für Gitarre gibt, ich bin aber erstmal zu faul mir die alle rauszuschreiben und für mich umzusetzen.

OK schonmal danke

Mücke

Re: (Aussensaiter) Improvisations-skalen

Hallo Mücke!

Du wirst es da ein wenig schwer haben, da Du im Gegensatz zu Saitenfutzis nicht einfach Skalen schieben kannst.

Falls Du eher in gitarrenorientierter Musik spielst solltest Du zunächst die alte Moll-Pentatonik ausprobieren. Was für Gitarristen Kinderkram ist, wird für Dich trotzdem mit viel Kopfarbeit verbunden sein.

So könnte man anfangen:

Grundton : vermiderte Terz : Quinte : Sexte : Moll-Septime

In C: C : Es : F : G : B

Das ist so das Ausgangsmaterial. Dazu ist wie immer alles erlaubt, also hier nur Vorschläge:

- Dur-Terz
- Komplette Dur-Tonleiter mit um einen Halbton runtergesetzer 7 (B über C-Dur)

Blue Note (verm. 5)

Chromatische Durchgangstöne...

ein Buch über Jazz-Improvisation ...

Es gibt schon fast zu viele Möglichkeiten.

Keep on Tuting.

Andy

Re: (Aussensaiter) Improvisations-skalen

Hallo Muecke
Erstmal willkommen hier! :-))
Im Gegensatz zu dem was Andys Posting zu suggerieren scheint (Skalen für Gitarrenfuzzis) würde ich mal behaupten, dass die Skalen für JEDES Instrument dieselben sind! IMHO kannst Du also auch "Gitarrenliteratur" verwenden, musst nur aufpassen, dass Du nicht an sog. Tabulaturen gerätst. Ich würde mal ein Bisschen in "www.justchords.de" rumstöbern, da müsstest Du eigentlich fündig werden. Und lass Dich nicht davon beeindrucken, dass der Autor da ein Bassist ist! :-))
Gruss: Christoph

Re: (Aussensaiter) Improvisations-skalen

Hallo Mücke

: Gibts da irgendwo skalen für?? Ich weiß das es die für Gitarre gibt, ich bin aber erstmal zu faul mir die alle rauszuschreiben und für mich umzusetzen.

Ich kann Dir zwar wenig helfen in Bezug auf die Trompete, aber der Weg zur Improvisation ist imho auf jedem Instrument derselbe. Als Gitarrist kommst Du halt schon am Anfang damit in Kontakt weil Notenlesen für uns so schwierig ist ;-)

Ich würde an Deiner Stelle mal ein paar Franken/Shilling/Mark in ein paar Lektionen bei einem Lehrer, der von Improvisation was versteht, investieren. Einen solchen findest Du bestimmt an jeder Jazzschule. Lass Dich jedenfalls von jemandem beraten, was auf Deinem Instrument der beste Weg ist und lass Dir Buch- und Hörtips geben.
Der Königsweg ist natürlich, in einer Band mitzuspielen oder regelmässig mit anderen Leuten zu jammen und Erfahrungen auszutauschen. Wir hatten von unserer Uni-Big-Band während den Sommersemesterferien so ein Projekt laufen, wir trafen uns einmal die Woche und spielten einfach mal was aus dem Real-Book, mitmachen konnte jeder der wollte, auch Leute ohne Improvisationserfahrung.
Und noch ein Tip: Hör Dir Sachen von den Leuten raus, die Du gut findest - technisch sollte das ja nach 10 Jahren Spielpraxis nicht so ein Problem darstellen. Das trainiert Dein Ohr und gleichzeitig baust Du Dir einen individuellen musikalischen Wortschatz auf, welchen Du wieder und wieder gebrauchen und variieren kannst.
Jedenfalls wünsche ich Dir viel Spass!

Gruss

Silvio

Re: (Aussensaiter) Improvisations-skalen

Hi Muecke ... mach mir den Sommer!

Im Ernst:
Hier mein voellig neuartiger und revolutionaerer Ansatz, auf den hier anscheinend keiner so recht zu sprechen kommen mag:

H Ö R E N

Und fuer die Schlaumeier, die gleich ihre Skalenheftlein parat haben und mit dem Suchen beginnen:

DAS ist KEINE exotische Pentatonik - DAS ist viel essentieller.

Entschuldige wenn das hier ein wenig patzig rueberkommt - aber ich finde es einfach seit geraumer Zeit mehr als ignorant, bei einer schriftlosen Musiktradition auf europaeische Harmonie-Lehre zu verweisen. Natuerlich kann man das machen - es wurde ja so seit Jahrzehnten gehandhabt und auch heute sitzt noch in so mancher Jazz-Uni (mindestens) ein Inhaber eines universitaeren Ehrentitels, der diese Art von Umweg, der an kein Ziel fuehrt, mit bestem Gewissen aufrechterhaelt.

Was ich aber an deiner Stelle mal versuchen wuerde ist Folgendes:

Du spielst seit 10 Jahren ein Instrument - in deinem Stadium solltest du in der Lage sein, eine gehoerte Melodie von kurzer Laenge nachpfeifen zu loennen. Versuche nun das Nachpfeifen durch die Benutzung Deines Instrumentes zu ersetzen.

Nun muesstest du noch ein paar Mark in ein paar gute Bluesplatten investieren und der Spass kann beginnen. Ich schlage einfach mal die Doppel-CD Best of BB King vor.

Versuche nun Soli nachzusingen und dann auch nachzuspielen. Auf diese Weise lernst du auch gleich typische Phrasierungsmoeglichkeiten, die eine Skala natuerlich nicht zu vermitteln versteht.

Wenn du das Gefuehl hast, bestimmte Passagen aufgeschnappt zu haben, die du auch zu anderen Blues-Songs spielen koenntest, dann hast du dein Improvisations-Repertoire bereits erweitert und bist auf dem besten Wege.

Gruesse, Clem