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Beitrag von Matthias vom März 13. 2001 um 15:05:09:

Als Antwort zu: Re: (PA) Bühnensound (fast) lauter als PA geschrieben von Oly am März 13. 2001 um 14:15:32:

Hallo Oly,

schön, mal wieder was von Dir zu lesen.

Als Bands wie die Beatles noch live spielten, standen sie hinter ihren Verstärkern, weil es noch keine P.A. gab. Der Aufbau war sinnvoll und machte natürlich optisch was her.

Mittlerweile benutzt aber nahezu jede Band eine P.A., die für die Beschallung des Publikums da ist. Darüber brauchen wir wohl nicht diskutieren. Der klassische Bühnenaufbau führt dann aber nun mal zu den Problemen, die Ausgangspunkt dieses Postings waren: zu laut, matschiger Sound und so weiter.

Jetzt kommt Jo Nec und zieht bewusst die Optik dieses Bühnenaufbaus dem besseren Sound der "Sidefill-Lösung" vor.

Nun heißt es gerne "Music is performing art" und ich bin auch der Ansicht, dass Bands und Interpreten gefordert sind, ihr Publikum zu unterhalten. Dazu gehört auch die optische Gestaltung von Gigs. Der oben geschilderte "klasssische Bühnenaufbau" _kann_ _ein_ Gestaltungsmittel sein.

Wenn es trotz des klassischen Aufbaus im Saal gut klingt, ist die Frage ob Amp im Hintergrund oder nicht, rein optischer Natur. Wenn aber - und so verstehe ich Jo Nec - die klanglich vorteilhaftere Aufstellung aus nahezu religiösen Gründen ausgeschlossen wird, habe ich dafür kein Verständnis.

Der Traum, aus dem Jo Nec neben vielen anderen erwachen sollte, ist der, dass wir nur für uns selbst Musik machen. Wir haben meiner Ansicht nach eine Verantwortung für das Publikum. Diese Menschen schenken uns Zeit, in der Hoffnung, unterhalten zu werden. Das ist kein billiger Opportunismus, sondern einfach eine Frage der Qualität aus Respekt vor dem Publikum. Wie diese Qualität zu definieren ist, ist ein anderes Thema.

Zu sagen "der Amp steht hinter mir, weil ich das so schöner finde", ist daher für mich nicht argumentativ nachvollziehbar.

Wenn eine Band bewusst die Entscheidung zur "Boxenwand" fällt und das sogar noch durch Dummyboxen erweitert, ist das imho okay. Ob der Sound dann in Wirklichkeit durch ein POD gefeuert wird oder nicht, ist dem Publikum so egal wie die Farbe der Bassisten-Unterhose. Ein matschiger oder zu lauter Sound durch eine Boxenwand macht im Publikum aber nicht nur Freude.

Habe ich die Sache jetzt genug "reflektiert"?

Matthias


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