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(Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Liebe Gemeinde!

Aus dem GC Carstensen Verlag gibt es das schöne Buch E-Gitarren von Paul Day, Heinz Rebellius und André Waldenmaier. Alles Weitere dazu bitte hier nachlesen! Wenn ich schon gerade am "Verlinken" bin, möchte ich gerne auf den Friedlink hinweisen, ohne den ich das gar nicht könnte. Soviel zu meinen kleinen technischen Geheimnissen und nun zurück zum Thema.

Der GC Carstensen Verlag hat nun vier Herren beauftragt, ein gleichartiges Buch über akustische Gitarren zu schreiben. Das hat mir meine großartige Madame zum Geburtstag geschenkt, zu dem mir hier mal wieder kein Mensch gratuliert hat, was aber Nebensache ist. Das Buch habe ich mittlerweile zu Ende gelesen.

Die Autoren haben sich reichlich Mühe gegeben, alle Informationen über akustische Gitarren vom Headstock bis zum Endpin einigermaßen lesbar zusammen zu fassen. Die Umschlagseite gibt schon einen guten Überblick und an der hangele ich mich mal lang:

- Western-Gitarren, Archtops, Klassikgitarren
Die Autoren sind Liebhaber von Western-Gitarren, das vorweg. Bei allen Erläuterungen nimmt die Western-Gitarren die Hälfte des Platzes ein, den Rest teilen sich Archtops und Klassische. Wer sich ausschließlich für die klassische Gitarre interessiert, braucht dieses Buch jedenfalls nicht.

-Design und Konstruktionen
Bei akustischen Gitarren hat sich in diesem Punkt nicht viel getan in den letzten Jahren. Daher fand ich das Meiste gähnend langweilig, musste aber doch bei einigen Details feststellen, dass ich das nicht gewusst hatte. Davon mal abgesehen, ist das alles sorgfältig erklärt und verständlich geschrieben.

-Klanghölzer und ihre Sounds
Hier sind die Autoren noch nüchterner als im Rest des Buches und geraten selbst beim Begriff "Rio-Palisander" nicht in Verzückung sondern bleiben gelassen. Sehr schön.

Natürlich kommt hier die Geschichte von der Gitarre, die Taylor aus einer alten Palette und anderem Holzmüll gebaut haben und die toll klingen soll. Passt ja auch. Allerdings - und das zieht sich durch das gesamte Buch - erwähnen die Autoren Taylor, wann immer das geht und das nervt mich schon, denn es bleibt bei sehr wenigen Herstellernamen, die laufend auftauchen (Taylor, Taylor, Martin, Taylor, Gibson, Taylor, Lakewood, Ramirez, Taylor und Taylor und ein paar mehr).

-Elektronik und Verstärkung
Gut gemacht, Jungs! Hätte es dieses Buch vor einigen Jahren gegeben, wäre es nie zu meinen Beiträgen bei Just Chords gekommen. Und endlich teilt jemand meine Skepsis gegenüber Preamps in der Zarge. Danke.

-Vintage-Modelle und Vintage Reissues
Wer jetzt einen Gitarren-Porno erwartet, liegt völlig falsch. Es gibt eh mehr Text als Bilder und Farbbilder fast gar nicht. Auch hier sind die Autoren nüchtern geblieben und geben sogar herrlich hemdsärmelige Tipps wie (sinngemäß) "kauf sunburst statt blond, ohne cutaway statt mit und eine unbekannte L-7 statt einer berühmten L-5 und schon hast du mehrere Tausender gespart und eine gleich gute Gitarre". So einfach ist das also.

-Ratschläge für den Neu- und Gebrauchtkauf
Das hätte Plichtlektüre vor jedem Kauf werden können, ist aber etwas ausführlich geworden und schreckt so ab. So schwer ist es denn doch nicht, eine Gitarre zu kaufen.

-Profi-Tipps zu Pflege und Reparatur
Dieser Teil des Buches ist sehr, sehr gut. Punkt.


-Vorwort von C.F. Martin
Diesen Mann finde ich persönlich zwar reichlich unsympathisch, sicherlich ist aber Martin der wichtigste Hersteller von akustischen Gitarren, ob mir das gefällt oder nicht. In dem Vorwort steht übrigens auch nichts Lesenswertes, daher nun genug davon.

Fazit: Das Buch ist teilweise sehr gut und unterhaltsam geschrieben, streckenweise aber langatmig (Design, Geschichte). Wer noch gar nichts über akustische Gitarren weiß, ist mit diesem Buch gut bedient, der Fortgeschrittene findet noch interessante Details. Mehr geht bei einfach nicht, weil die akustische Gitarre einfach nicht so sehr spannend ist.

Noch Fragen?

Gruß

Matthias

Re: (Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Moin Matthias,

Noch Fragen?

Ja. Gibt es in diesem Buch auch wieder tonnenweise Rechtschreibfehler und Bilder übelster, pixeligster Qualität? Das täte mich interessieren, denn mein letztes Buch aus dem Verlag ("das Praxisbuch der Lichttechnik") war ein 110%iger Reinfall und muss wohl so fiese Resonanz gehabt haben, daß es auf der Website mit keinem Wort erwähnt wird. Das fand ich schade, nicht nur um's Geld, denn durch so Hammerteile wie Henles "Tonstudiohandbuch" hatte GC Carstensen bei mir einen äusserst guten Ruf.

Gruß

Matthias

Re: (Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Hi Matthias,

besten Dank für den Literaturtipp und die kleine Rezension :-)

Wer sind denn die Autoren? Oder hatteste das schon erwähnt...dann hab ich's überlesen.

Ich nehm mal an, dass auch für mich nich so gar viel Neues drinstehen wird, aber trotzdem is sowas als Nachschlagewerk immer mal ganz fein.

Die Geschichte mit der Gitarre aus Palettenholz hat übrigens soweit ich mich erinnere nich Taylor gemacht, sondern Richard Hoover (Santa Cruz).

Bis denne,
Lars

Re: (Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Moin lars,
: Wer sind denn die Autoren? Oder hatteste das schon erwähnt...dann hab ich's überlesen.

ich weiss, das zumindest Teja Gerken mit von der Partie ist. Er war neulich hier und berichtete über das Buchprojekt.
Das mit dem Palettenholzinstrument war wirklich Richard Hoover. Da hast' wohl recht.

groetjes

andreas.

hab ich schon mit der A&M Parlour Padouk Customshop Gitarre angegeben?

Nicht?
Muss ich noch.

Re: (Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Hallo!

Autoren sind:

Teja Gerken
Michael Simmons
Frank Ford
Richard Johnston

:
: Die Geschichte mit der Gitarre aus Palettenholz hat übrigens soweit ich mich erinnere nich Taylor gemacht, sondern Richard Hoover (Santa Cruz).

Da sind die Autoren anderer Ansicht. Seite 223, Zitat: "1998 stellte Bob Taylor denselben Punkt unter Beweis, indem er aus höchst ungewöhnlichen Zutaten ein wohlklingende Gitarre schuf: Für den Boden und die Zargen nahm er eie Versandpalette aus Eichenholz, die er auf seinem Verladedock gefunden hatte, und für die Decke ein von einem Bauprojekt übrig gebliebenes Vierkantholz aus Kiefer."

Soweit diese vier Jungs. Ob Hoover sowas auch gebaut hat, weiß ich aber nicht.

Gruß

Matthias


Re: (Meinung) Buchkritik - Akustische Gitarren, Verlag GC Carstensen

Liebe Leute,
Bin gerade durch Zufall auf diese Diskussion vom Akustische Gitarren Buch gekommen. Als einer der Autoren bin ich natuerlich sehr interessiert daran. Vielen Dank also fuer die ueberwiegend positive Reaktion!
Das Buch wurde vom Autorenteam auf Englisch geschrieben (allerdings habe ich die Deutsche Uebersetzung selber gelesen), und dann von Christoph Arndt uebersetzt. Heinz Rebellius war als Lektor dabei.
Uebrigens werde ich sowohl auch Michael Simmons auf der Musikmesse in Frankfurt sein, und wir wuerden uns freuen Euch am GC Carstensen Stand zu treffen.

Mit freundlichen Gruessen,
Teja Gerken
www.tejagerken.com

: Liebe Gemeinde!
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: Aus dem GC Carstensen Verlag gibt es das schöne Buch E-Gitarren von Paul Day, Heinz Rebellius und André Waldenmaier. Alles Weitere dazu bitte hier nachlesen! Wenn ich schon gerade am "Verlinken" bin, möchte ich gerne auf den Friedlink hinweisen, ohne den ich das gar nicht könnte. Soviel zu meinen kleinen technischen Geheimnissen und nun zurück zum Thema.
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: Der GC Carstensen Verlag hat nun vier Herren beauftragt, ein gleichartiges Buch über akustische Gitarren zu schreiben. Das hat mir meine großartige Madame zum Geburtstag geschenkt, zu dem mir hier mal wieder kein Mensch gratuliert hat, was aber Nebensache ist. Das Buch habe ich mittlerweile zu Ende gelesen.
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: Die Autoren haben sich reichlich Mühe gegeben, alle Informationen über akustische Gitarren vom Headstock bis zum Endpin einigermaßen lesbar zusammen zu fassen. Die Umschlagseite gibt schon einen guten Überblick und an der hangele ich mich mal lang:
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: - Western-Gitarren, Archtops, Klassikgitarren
: Die Autoren sind Liebhaber von Western-Gitarren, das vorweg. Bei allen Erläuterungen nimmt die Western-Gitarren die Hälfte des Platzes ein, den Rest teilen sich Archtops und Klassische. Wer sich ausschließlich für die klassische Gitarre interessiert, braucht dieses Buch jedenfalls nicht.
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: -Design und Konstruktionen
: Bei akustischen Gitarren hat sich in diesem Punkt nicht viel getan in den letzten Jahren. Daher fand ich das Meiste gähnend langweilig, musste aber doch bei einigen Details feststellen, dass ich das nicht gewusst hatte. Davon mal abgesehen, ist das alles sorgfältig erklärt und verständlich geschrieben.
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: -Klanghölzer und ihre Sounds
: Hier sind die Autoren noch nüchterner als im Rest des Buches und geraten selbst beim Begriff "Rio-Palisander" nicht in Verzückung sondern bleiben gelassen. Sehr schön.
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: Natürlich kommt hier die Geschichte von der Gitarre, die Taylor aus einer alten Palette und anderem Holzmüll gebaut haben und die toll klingen soll. Passt ja auch. Allerdings - und das zieht sich durch das gesamte Buch - erwähnen die Autoren Taylor, wann immer das geht und das nervt mich schon, denn es bleibt bei sehr wenigen Herstellernamen, die laufend auftauchen (Taylor, Taylor, Martin, Taylor, Gibson, Taylor, Lakewood, Ramirez, Taylor und Taylor und ein paar mehr).
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: -Elektronik und Verstärkung
: Gut gemacht, Jungs! Hätte es dieses Buch vor einigen Jahren gegeben, wäre es nie zu meinen Beiträgen bei Just Chords gekommen. Und endlich teilt jemand meine Skepsis gegenüber Preamps in der Zarge. Danke.
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: -Vintage-Modelle und Vintage Reissues
: Wer jetzt einen Gitarren-Porno erwartet, liegt völlig falsch. Es gibt eh mehr Text als Bilder und Farbbilder fast gar nicht. Auch hier sind die Autoren nüchtern geblieben und geben sogar herrlich hemdsärmelige Tipps wie (sinngemäß) "kauf sunburst statt blond, ohne cutaway statt mit und eine unbekannte L-7 statt einer berühmten L-5 und schon hast du mehrere Tausender gespart und eine gleich gute Gitarre". So einfach ist das also.
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: -Ratschläge für den Neu- und Gebrauchtkauf
: Das hätte Plichtlektüre vor jedem Kauf werden können, ist aber etwas ausführlich geworden und schreckt so ab. So schwer ist es denn doch nicht, eine Gitarre zu kaufen.
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: -Profi-Tipps zu Pflege und Reparatur
: Dieser Teil des Buches ist sehr, sehr gut. Punkt.
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:
: -Vorwort von C.F. Martin
: Diesen Mann finde ich persönlich zwar reichlich unsympathisch, sicherlich ist aber Martin der wichtigste Hersteller von akustischen Gitarren, ob mir das gefällt oder nicht. In dem Vorwort steht übrigens auch nichts Lesenswertes, daher nun genug davon.
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: Fazit: Das Buch ist teilweise sehr gut und unterhaltsam geschrieben, streckenweise aber langatmig (Design, Geschichte). Wer noch gar nichts über akustische Gitarren weiß, ist mit diesem Buch gut bedient, der Fortgeschrittene findet noch interessante Details. Mehr geht bei einfach nicht, weil die akustische Gitarre einfach nicht so sehr spannend ist.
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: Noch Fragen?
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: Gruß
:
: Matthias