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(Sonstiges) ANTWORT AUF ALLE FRAGEN!!!

Yo Leute!

Ihr wolltet schon immer wissen, wie gut das Effektgerät xy ist? Oder wie positiv sich eine neue Gitarre der Marke Gibder auf euer Spiel auswirkt? Oder was die Vorteile und Nachteile der neuen Ampserie von Hughshall & Line-o-boogie sind?

Tja, all das werdet ihr leider nicht erfahren, wenn ihr Buddy Guy live seht...aber ich kann trotzdem jedem empfehlen, sich mal ein Konzert von ihm anzutun. Habe ich heute abend getan (Volkshaus, ZH), und ich kann zwar die Frage nach dem Sinn des Lebens immer noch nicht stellen, obwohl ich die Antwort 42 schon länger kenne, aber dieses Konzert war absolute Klasse.
Ein Mann, eine Gitarre, ein Amp, und ein Ton, der Geschichten erzählt. Und natürlich eine Band. Und eine Probelektion in "Ausdrucksmöglichkeiten im elektrischen Gitarrenspiel". Damn right he's got the Blues!
Da gehen Mundwinkel nach oben, beginnt Puls zu schlagen, Herz zu öffnen und Hirn nachzudenken.
Und eigentlich wollte ich ja nur sagen: HINGEHEN LEUTE!

Gruäss (kann man vom Adrenalin eigentlich auf den Ewigen kommen ?!)

Silvio


Re: (Sonstiges) ANTWORT AUF ALLE FRAGEN!!!

Hi Silvio -

Buddy Guy ist wirklich einer der ganz, ganz Großen und Live ein Ereignis sondergleichen. Gesang: Wahnsinn pur ... selbst 'n Meterfuffzig vom Micro weg trifft diese Stimme noch den letzten Nerv. Gitarre: Ein Meister des elektrischen Blues. Nicht ein Lick klingt nach Duddelei und jeder Ton erzählt eine kleine Geschichte.

Höhepunkt vieler Buddy Guy Shows ist seine kleine Imitationseinlage. Hier bekommen von B.B. King über Eric Clapton bis zu Jimi Hendrix humorvoll ihr Fett weg. Vor ein paar Jahren beim Hamburger Stadtpark OpenAir kam es zu folgender Szene: Kaum setzte Buddy Guy zu einer kleinen spieltechnischen Verneigung zu SRV an, startete im Hintergrund ein Rettungshubschrauber ... Buddy Guy hörte auf zu spielen, die Band hörte auf zu spielen und als der Hubschrauber nicht mehr zu hören war, hätte man für ein paar Sekunden eine Stecknadel im Stadtpark fallen hören können. Das Solo das dann folgte trieb hunderten von SRV Fans Tränen in die Augen. Ich sag nur: schöner kann man Respekt nicht zollen.

Wer die Nase voll hat von Tinitus nach Gigs von Joe Satriani oder Ohrenfeindt, der sollte sich die Chance nicht entgehen lassen eine der letzten echten Gitarrenlegenden Live zu sehen und zu hören.

slide on ...
bO²gie

NP: Junior Wells & Buddy Guy | Country Girl

Re: (Sonstiges) ANTWORT AUF ALLE FRAGEN!!!

: Wer die Nase voll hat von Tinitus nach Gigs von Joe Satriani oder Ohrenfeindt,

Au weia, da sagst Du was... telefoniere ich doch gestern mit dem Gitarristen unseres Musick & Lyrick Projekts, und der erzählt mir, daß er letzte Woche einen Hörsturz hatte. Seitdem Pfeifen im Ohr... Dabei war er noch nicht mal bei euch auf einem Gig (Satriani würde er glaube ich sowieso nícht hören :-), einfach zu viel Streß.
Das ist für mich eine richtige Horrorvorstellung.

Johannes

Nachtrag

Uff, auch das schönste Adrenalinflash verschwindet irgendwann wieder, spätestens Donnerstag morgens in der Algebravorlesung...

Konzertbericht

Schon vor dem Eingang las der Besucher auf einem, dass aufgrund einer "technischen Fahrzeugpanne" (was soll denn eine Fahrzeugpanne anders sein als technisch?...) die Vorband, wer immer es auch gewesen wäre, ausfiel, und deshalb betrat dann auch punkt viertel nach acht Buddy Guy und seine Band die Bühne. Es ging los mit einem Hammerblues, voller Dynamik, Ausdruck und Drive.
Schon zu Beginn, nach dem ersten Song, entschuldigte er sich, dass er eine leichte Erkältung habe und deshalb nicht so viel singen könne. Er wolle es aber durch umso mehr Spielen ausgleichen. Und tatsächlich, ich hatte nie das Gefühl, dass während dem Konzert irgend etwas fehlte. Die Stellen, die er sang, waren genial.
Ungefähr nach dem dritten Song verschwand der Meister plötzlich neben der Bühne, mitten in einem Solo, und tauchte plötzlich neben der Bühne im Publikum auf. Er genoss es sichtlich, solierend duch die Menge zu schreiten, durch die ganze Halle bis in den Vorraum, wo er dann etwa drei Minuten einfach mit der Gitarre an der Bar stand und spielte.
Zurück auf der Bühne kam dann bald einmal die von bo(2)gie erwähnte Imitationseinlage. Obwohl ich nicht jeden kannte, war es nur schon einfach mitreissend, wie der Mann seine Persönlichkeit einsetzte. Er hatte die Leute total im Griff.
Genial war die Clapton-Einlage, wo er mit borniertem Ausdruck und geziertem Gehabe einen Cream-Song spielte...aber dabei keineswegs verachtend wirkte, sondern mit viel Gefühl Claptons Stil imitierte!
Doch bald schon verabschiedete sich die Band nach knapp eineinviertel Stunden ("I love you Geneva...Zurich, sorry!"...), um dann nach fünf Minuten nochmals für einen Zugabe-Jam zu erscheinen. Um viertel nach zehn war dann definitiv fertig, was allen ein wenig kurz vorkam, in Anbetracht dessen, dass kein Support Act da war. Doch vielleicht müssen ältere Leute halt früher ins Bett... :-)

Es war ungeachtet dessen aber ein geniales Erlebnis, diesen Mann live zu sehen. Ironie, Bühnenpräsenz, Musikalität und riesen Spassfaktor ("I took a pee out of my windowi"...)vereinen sich bei ihm, und die Spielfreude merkt man bei jedem Ton. Auch der Gitarrist No. 2 war übrigens top, was ihn Buddy Guy mit vielen Solos und Leadgesang bei einem Song demonstrieren liess, während er diskret im Hintergrund war. Natürlich überzeugte auch der Rest der Band, allen voran auch der Pianist, mit welchem sich Buddy zwischendurch mal Lick-Duelle lieferte.

Geht hin und seht ihn euch an!

Gruäss

Silvio

NP Count Basie - April in Paris