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Üb mal wieder - Selbstgespräche

Liebe Gemeinde!

Meine Tipps zielen darauf, dass wir bewusst spielen und nicht nur die Finger gniedeln lassen. Bewusste Tonauswahl, bewusster Einsatz von Stilmitteln etc. Das ist alles sehr kopf- oder besser ohrgesteuert. Bleibt dabei nicht der der oft zitierte Bauch auf der Strecke? Verdirbt Üben nicht den persönlichen Stil?

Wer mit seinem Gitarrenspiel zufrieden ist, ist ja nicht gezwungen, etwas daran zu ändern. Es besteht lediglich die Gefahr, immer wieder das Gleiche zu spielen, wenn man einfach "rauslässt". Glücklicherweise ist es aber nicht nötig, sich auf "Kopf" oder "Bauch" festzulegen. Wer also ein längeres Solo spielt, kann ja gerne den Einstieg sehr überlegt angehen um dann im weiteren Verlauf einfach die Sau rauszulassen. Mit diesen einleitenden Worten kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen.

Phrygolymixische Skalen sind mir persönlich sowas von egal, dass mir kein griffiger Vergleich einfällt. Spielen wir doch lieber die Töne, die wir an der Stelle hören wollen. Nehmen wir uns also wieder unser schon bekanntes Playback und singen oder pfeifen oder scatten unser Solo darüber. Dieses Solo bearbeiten wir so lange, bis es uns gefällt. Und dann spielen wir es einfach auf der Gitarre. Der letzte Schritt ist nur blöderweise ziemlich schwierig. Wie kann ich es schaffen, die Töne, die ich spielen will, quasi vorher im Kopf zu "hören"?

Her mit der handelsüblichen Gitarre, Playback hat erstmal Pause. Die erste Übung klingt altbacken und sehr langweilig und verdammt nach Ricky King: Wir spielen Melodien, genauer gesagt Gesangsmelodien, am besten uralte Ohrwürmer. Für alle, denen außer Hiphop nicht einfällt: Somewhere over the rainbow, Herzilein, Yesterday, Einer geht noch, Beethovens Neunte, Griechischer Wein, Zieht den Bayern die Lederhosen aus, Klingglöckchenklingelingeling, Summertime, Hoch auf dem gelben Wagen etc.

Das ist gar nicht so einfach, schafft aber eine Verbindung zwischen den Tönen auf dem Griffbrett und dem Ohr.

Die Übung Nummer zwei ist das in den wilden Siebzigern beliebte Spiel "Question and Answer", hier allerdings als Selbstgespräch. Die Gitarre spielt ein Lick, das Lick wird anschließend noch einmal ohne Gitarre gesungen/gepfiffen/gescattet und hinterher zum dritten gemeinsam gespielt und gesungen.

Das Ohr lernt hier, aber das ist Schwerstarbeit. Nichts überstürzen. Das dauert.

Im zweiten Schritt erst singen, dann spielen. Das geht häufig noch daneben, wird aber mit der Zeit immer besser.

Im dritten Schritt gleichzeitig spielen und singen.
Im vierten Schritt den Gesang dann bitte nur noch "im Kopf".

Und der Merksatz für heute: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten.

Gruß

Matthias

Re: Üb mal wieder - Selbstgespräche

Hi Matthias,

hmmm - wenn ich mich nun mal so frage - wie übe ich eigentlich...:

- ich kann keine Noten (werde sie auch nicht mehr lernen - will auch gar net mehr)
- ich bin kein TheorieFAN (ggf. bekomme ich irgendwann mal dafür die Retourkutsche)
- ich spiele rein nach Gehör

aaaaaaaaalso.
Ich dudle viel rum (was in erster Linie nicht wirklich üben ist, außer, daß ich beim Dudeln Technisch darauf achte, daß Anschlag, Dämpfung und Greifen sauber ausgeführt wird).
Beim Dudeln kommen dann oftmals kleine Licks oder Melodieläufe zu Tage, die ich erstmal unterbewußt wahrnehme und dann wiederhole. Wenn es klingt, merke ich mir den Tonlauf, verändere ihn ein bichen, um zu sehen, obs ggf. besser klingt und häng mich dann rein ihn entsprechend mit Bendings, Vibrato etc. auszustatten, sofern es vom "Thema" her passt. Dann lege ich das in eine Geistige Schublade ab - so, daß es in eine ungefähre Stilrichtung passt (Countrylike - Blues - Rock oder sonstwas - auch Stimmung zählt)
Ich kann das nicht in klare Worte fassen, es ist einfach ein Gefühl, was ich bei der Melodie, dem Ton habe, was ich innerlich verspüre. Bei Gelegenheit versuche ich das dann nochmal abzurufen indem ich eine Akkordfolge bastel (auch wieder nach Schema F) und es dann als Solo/Bridge oder was weiß ich einbaue.

Da ich momentan keinen Anschluß an eine Band hab, spiele ich zu Hause oftmals Ziellos, aber ich lebe meistens einfach meine Stimmung aus.
Oft merke ich, daß, wenn ich etwas angespannt und agressiev gelaunt bin, ich auch entsprechend auf mehr verzerrtes stehe und auch häftiger spiele - aber ich nutzte das dann aus und versuche kreativ was draus zu machen (Akkordfolgen, Licks etc.) wie die Finger gerade wollen.

Bislang hab ich Spaß dran und hoffe, daß ich das bald als Beitrag zu einem Song oder als Idee zusammen mit anderen (Band etc.) ausarbeiten kann - just PHUUN !!

So üb ich täglich :-)

ciao
Oliver

P.S.: ist jetzt nicht 100% auf Deiner Beitragsthemenschiene, aber mich würd mal interessieren, wie Ihr allgemein mit "Üben" umgeht.
Vielleicht läßt sich Dein Thread, Matthias, damit in Kombination bringen....