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(Technik) Coming out

Hallöle!

Nach einer gewissen Anlaufzeit in diesem Jahr scheint das eine Posting-Woche zu werden...

Mein Coming-Out: Ich kann auch nicht löten. Das macht mir aber fast nichts aus, da ich an meinen Gitarren (weil ja alle bis auf Pickup akustisch) eh nichts zu löten habe.

Nur die Kabelei - da gibt es doch diese Teile zum stecken und schrauben und so. Taugt das was oder ist das dummes Zeuch? Maßgeschneiderte Drähte guter Qualität in Selbstbau ohne Löten fände ich nett.

Meine Güte, ist mir das alles peinlich.

Buchstabn-Spa-Wche

Matthis

Oha! +Anleitung (ob Du willst oder nicht!)


: Nach einer gewissen Anlaufzeit in diesem Jahr scheint das eine Posting-Woche zu werden...

You're welcome, sagt man in England!

: Mein Coming-Out: Ich kann auch nicht löten.

Oha - na und? Das macht doch gar nix!!!

: Nur die Kabelei - da gibt es doch diese Teile zum stecken und schrauben und so. Taugt das was oder ist das dummes Zeuch?

Im allgemeinen ist das nicht zu empfehlen - der Kontakt einer guten Loetung uebertrifft eine Schraubverbindung ums zigfache. Natuerlich uebertrifft die Qualitaet einer Schraubverbindung die einer schlechten Loetung evtl auch um einiges, aber Loeten ist absolut nix, was einen mehr als eine halbe Stunde Uebung kostet!!

Ich moechte ja gerne eine Loetseite bauen im naechsten Semester (im Moment baue ich ja gerade an "Who" Volume II - out soon in a Webpage near you!) - aber wenn Du solange nicht warten kannst, hier nochmal die ultimative Loetanleitung:

Sauberen Loetkolben benutzen, feuchten Schwamm bereit halten, und Kolben aufheizen lassen. Geduld haben. Der Loetkolben ist wirklich heiss genug, wenn man die Spitze zart auf Loetzinn drucken kann, und es faengt sofort an zu fliessen. Solange das nicht ist - nicht loeten.

Loetkolbenspitze herzhaft aber nicht gewalttaetig auf abisoliertes und verdrilltes Kabelende druecken und bis drei zaehlen. Lot (Loetzinn auch genannt) NICHT AN DEN LOETKOLBEN sondern in der Naehe an den Draht halten. Das ist eigentlich auch schon der ganze Trick, denn wenn Du es an den Kolben haeltst, fliesst es, aber nur um den Draht (bzw. die Litze, oder alles, was Du loetest)herum - das wird dann keine echte Verbindung. Wenn der Draht selber heiss genug ist, um das Lot zum fliessen zu bringen, dann ist es gut. Du wirst sehen, dass das fluessige Lot wirklich in die verdrillte Litze einsickert - gib nur solange Lot nach, wie es einsickert - es sollte kein dicker Mantel drumherum entstehen. Was Du gerade gemacht hast, nennt man verzinnen. Verzinne nun auch die andere seite von was immer Du verbinden moechtest - nicht satt, nur zart. Dieses Verzinnen hat den effekt, dass kuenftiges Zinn nicht irgendwo hin sickert, sonder Deine Verbindung herstellt. ausserdem musst Du jetzt nur noch das Lot heiss machen, nicht mehr die Draehte - und das Lot schmilzt schnell... Also, die verbindung zum Metall hast du ja schon gemacht, jetzt musst Du quasi nur noch die beiden Zinn-Oberflaechen verbinden - macht das Sinn?

Jetzt die beiden Teile zusammenbringen - das ist der schwerste Teil, wenn es keine Loetoese ist. Kriegt man aber hin (das ist die halbe Stunde ueben! Echt! Mehr isses nicht!) Loetkolben auf Verbindungstelle drucken, Lot zugeben (wieder: nicht an den Kolben, gerne in der Naehe!) Solange Lot zugeben, bis ein guter Mantel um die Teile steht - nicht so'n riesen Oschi!

Letzte wichtigkeit: waehrend die stelle erstarrt: NICHT BEWEGEN (also: die Teile, dich selbst ansonsten wie Du magst!) wenn die Loetstelle so eine stumpfe Oberflaeche kriegt, hat sie nicht in Ruhe abkuehlen koennen - Krachen im sound ist vorprogrammiert!) Wenn die Loetstelle matt glaenzt - thats it!!

Fang nicht gleich mit einem Neutrik-stecker an, man verholzt schon mal die ersten zwei Steceker, die man macht - das Plastik, in dem sdie Loetfahnen steckt, ist halt fuer den zweck voellig ungeeignet...
Vielleicht kommst du selber drauf, aber irgendein altes Geraet mit einer Buchse ist eine unglaubliche Loethilfe... kann man natuerlich auch selber bauen, aus einem Loch und einer Buchse... Stecker da rein, und los gehts!


SO! NUN WILLST DU ABER WAHRSCHEINLICH GAR NICHT DAS ALLES WISSEN, denn Du willst gar nicht loeten, was?

Dann kauf dir so Schraubteile, aber zieh die Schrauben ab und zu nach... Die Schraubteile sind bestimmt immer noch viel besser als fertige Guenstigkabel, und koenntest Du Dir Monster leisten, wuerdest Du schliesslich gar nicht erst dieses Posting schreiben...

:wirklich in Maßgeschneiderte Drähte guter Qualität in Selbstbau ohne Löten fände ich nett.

Roehrenvorheizer (war glaube ich noch nicht in der Schmaehliste...)

: Meine Güte, ist mir das alles peinlich.

finde muss nicht!

gut Ton!
ullli

Re: Oha! +Anleitung (ob Du willst oder nicht!)

Als alter Löt-Profi stand ich geschraubten/gesteckten/gewuselten Verbindungen immer sehr reserviert gegenüber. Bis ich vor einiger Zeit mal ein paar Kabel für die Stereo-Anlage mit solchen Teilen gemacht habe (frag' mich nicht nach der Firma ...). Ich war überrascht, wie die Technik doch Fortschritte gemacht hat.

Wenn ich mir nun den Zustand der Kabel im Proberaum ansehe, alle gelötet/geschweisst und doch abgerissen, weiss ich nicht, ob das wirklich so schlecht ist mit dem Schraub-Kabeln.

HiFi

High Rainer,

: Als alter Löt-Profi

wir werden es uns merken ¦¬]

nun, diese HiFi-Teile sind tatsaechlich nicht uebel - allerdings kenne ich die zumindest nur aus dem Speakerbereich, wo ja ganz andere Querschnitte und somit Oberflaechen und eben auch Verlustdimensionen ganz anders aussehen...

Problem ist ja, dass die meisten Klampfendraehte so fiddelig sind, dass sie a) empfindlich und b) unzuverlaessig sind - auf der anderen seite ist der Neutrik auch nicht schlecht verarbeitet, vorsichtig gesagt. So weit ich weiss, sind die aber im Verhaeltnis zu den "normalen" Neutriks eben doch teurer als ein Loetkolben...

gut Loet oder schraub
- jeder so wie er glaub
t

!!!

ullli

weia

: Wenn ich mir nun den Zustand der Kabel im Proberaum ansehe, alle gelötet/geschweisst und doch abgerissen,


Ohgoddo, was Ihr (ihr? wenn man Euch sagt, schreibt man doch auch gross, oder? Ihr ist aber so schoen kaiserlich... ullli lernt deutsch...)
also, noch mal...

was Ihr wohl da im Probenraum macht - wuerde ja spaetestens jetzt Angst vor der Session kriegen...

ullli

NP: Torfrock "Presslufthammer B-B-bernhard"

Re: HiFi

Hey Ulli,
wegen den "Loet-Neutriks"... stimme zu, habe mir da vor Jahren mal eine Kiste Stecker und meterweise Kabel besorgt, und verloetet ( aehnlich wie Du in Deiner Anleitung beschrieben hast, jedoch mit einem kleinen Minischraubstock um den Stecker in Position zuhalten...machte alles 200% einfacher )... und habe nie wieder Probleme mit Wackelkontakten etc. gehabt... habe das ganze jetzt seit 3 Jahren im staendigen Gebrauch, und bin sogar so weit gegangen, mir die Kabel in die USA nachschicken zu lassen...
Oder ist das jetzt schon Schleichwerbung ?!?
=)
Eric
NP: Mullmuzzler- Keep It To Yourself

: So weit ich weiss, sind die aber im Verhaeltnis zu den "normalen" Neutriks eben doch teurer als ein Loetkolben...


Re: weia, und noch was zu Kabeln ...

: was Ihr wohl da im Probenraum macht - wuerde ja spaetestens jetzt Angst vor der Session kriegen...

Das ist einfach die Situation, wenn man 17 Leute im Proberaum hat. Einige kapieren noch nach drei Jahren nicht, dass die XLR-Stecker einen Verschluss haben und man sie nicht einfach am Kabel aus der Stagebox herausreissen kann. Sind meistens die Keyboarder, die meinen, das seien die gleichen Dinger wie ihre Micky-Maus-MIDI-Stecker :-))

Aber nun noch eine andere Sache vom Wochenende. Kurzer Abriss: Neues Auto, waren schon gute Lautsprecher drin. Sound vom Radio super, aber meine Cassetten klingen wie von einem alten Grammophon. Cassetten, die mein Bruder für mich aufgenommen hatte, sind aber ok. Also angefangen zu suchen. Mein Recorder? Der CD-Player? Der Verstärker? Das letzte, worauf ich in der Verzweifelung kam, waren die Kabel zwischen Verstärker und Recorder. Mal schnell aus einem alten Gitarren-Kabel einen neuen Satz mit Cinch-Steckern gemacht. Bingo.

Das war dann noch so eine kleine Lehre für mich zum Thema Kabel und Sound.