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(G.A.S.) strat faded colour

hi liebe aussensaiter

ich bin ja eigentlich schon jahrelang G.A.S. frei, bis auf eine ausnahme, die pehneunzich höfner colorama.

aber jetzt und bei dem preis konnte ich nicht anders.

baujahr 1978, aber eine sehr merkwürdige, seltene lackveränderung.mir gefällt´s. der rest, sound, hals, flair und sonst noch was, alles tippi toppi.

weiß jemand denn etwas zu dem faded lack zu sagen?

martin? du hattest doch auch son ähnliches teil mal gepostet?

p.s. original bridge pickup ist wieder drin!

danke und grüße

hayman

strat 78 photo strat1.jpg

strat 78 photo strat2.jpg

strat 78 photo strat3.jpg


Re: (G.A.S.) strat faded colour

Servus!

Jö! Ich hatte so eine in Weinrot.
Klang fantastisch, hatte einen fetten Hals mit U Profil und war sehr sehr schwer.
Ich mochte die Gitarre sehr, habe sie dann aber in einer Geldbeschaffungsaktion mit viel anderem Equipment verkauft (und nur meine 76er Strat behalten).

Sei's drum: Diese Art Lackveränderung sieht man oft bei 78er/79er/80er Strats. Der Decklack wird brüchig, "crackelt" und an den Bruchstellen gibt's diese milchige Verfärbung. Bei meiner war's weit nicht so arg wie bei dieser hier, und im Laufe der Jahre ist das Milchige seltsamerweise auch komplett verschwunden und nur bei hoher Luftfeuchtigkeit (oder viel Bühnenschweiß) für kurze Zeit wieder gekommen.

Obwohl diese Gitarren unter Fender Kennern verschmäht werden: Ich kenne einige spät 70er Strats und fand die klanglich alle super. Muss aber sagen: Diese Gitarren brauchen oft viel Zuwendung um gut zu funktionieren. Die Halsbefestigung ist oft wackelig, das Gusstremolo mit Guss-Böckchen ist weich und klanglich nicht der Hammer und die Bünde sind natürlich oft runtergespielt. Außerdem leiden viele CBS Strats unter sehr mikrofonischen Pickups. Lässt sich aber alles "auf gut" trimmen und dann hat man eine super Strat mit viel Flair (IMHO)

Nette Grüße,
Ed


Re: (G.A.S.) strat faded colour

Hallo hayman,

diese "seltene" Lackveränderung ist für die Baujahre 1978-1980 eher "typisch". Das waren praktisch die ersten Jahre, in welchen auch Custom Colours (vorher nur Sunburst) komplett mit Polyester lackiert wurden. Davor hatte man nur eine Polyestergrundierung und lackierte Farbe und Decklack in Nitro drüber.

Diese Lackveränderung nennt sich "Verbundstörung". D.h. der Verbund zwischen Grundierung, Farbe und klarem Decklack ist gestört und er haftet nicht richtig zusammen. In diesem Beispiel befindet sich die Störung zwischen Farbe und Klarlack. Das hat hauptsächlich drei Ursachen: 1.) nicht oder unzureichend zwischen den Lackschickten geschliffen (bei Nitro brauchte man das nicht, bei Poly ist das zwingend notwendig). 2.) Schleifstaub wurde nicht entfernt. 3.) Mischungsverhältnis Stammlack plus Härter war falsch. Möglicherweise hat man den Lack auch zuwenig verdünnt oder man machte alle Fehler gleichzeitig. Egal: An den weißen Stellen ist der Decklack jedenfalls "lose".

Wer meint, daß das nur 78-80 vorkam, kann ich gerne auch Exemplare aus der jüngeren Fender Zeit (Mexico aber auch USA) nennen, bei welche sich Farbe und Decklack großflächig zusammen vom Untergrund lösen. Nur wird es hier nicht weiß, da das Zeug sich zusammen mit der Farbe direkt von der Grundierung löst. Manch einer weiß deshalb auch gar nicht, daß seine Fender ein Problem hat ...

Die berühmteste Fehllackierungen sind die ersten 500 Anniversary Strats von 1979, welche in Pearlwhite (Porsche-Farbe) lackiert wurden. Bei denen war das Mischungsverhältnis zwischen Stammlack und Härter falsch. Der Lack versprödete und viel vom Instrument ab. Die wurden dann praktisch alle im Werk neu lackiert und zwar in silber, wie das die späteren rund 10.000 mal gebauten Anniversarys standardmäßig hatten. Wer so eine weiße im intakten Originalzustand hat, dürfte eine der seltensten aller jemals gebauten Fender besitzen!

Viele Grüße

André


Re: (G.A.S.) strat faded colour


: Obwohl diese Gitarren unter Fender Kennern verschmäht werden: Ich kenne einige spät 70er Strats und fand die klanglich alle super. Muss aber sagen: Diese Gitarren brauchen oft viel Zuwendung um gut zu funktionieren. Die Halsbefestigung ist oft wackelig, das Gusstremolo mit Guss-Böckchen ist weich und klanglich nicht der Hammer und die Bünde sind natürlich oft runtergespielt. Außerdem leiden viele CBS Strats unter sehr mikrofonischen Pickups. Lässt sich aber alles "auf gut" trimmen und dann hat man eine super Strat mit viel Flair (IMHO)

hi ed und danke!

kein wackelhals ;-))

bünde sind noch erstaunlich gut, kaum gespielt worden, das teil. "guss-sound" ist  prima. gewicht 3,5 g, ist tragbar ;-))

mirophonie werde ich demnächst im ü-raum testen.

gruß hayman


Re: (G.A.S.) strat faded colour

: Hi André,
: Manch einer weiß deshalb auch gar nicht, daß seine Fender ein Problem hat ...
: Ernst gemeinte Frage: Ist das denn überhaupt ein Problem?
: Was kann passieren?
: Gruß Diet

Das der Lack doch irgendwann abfällt, wenn an diese Stelle mal eine Macke drangehauen werden sollte. Ist die Gitarre dann erst mal fünf Jahre oder älter, ist's halt mit Gewährleistung/Garantie auch nicht mehr weit her. Auch wenn sie bei Garantieangelegenheiten bei Fender üblicherweise nicht so kleinlich sind, wie manch andere.

Viele Grüße

André