Nabend,
meine etwa 20 Jahre alte Yamaha "Western"-Gitarre stellt mich vor ein Rätsel, welches ich hiermit mal euch zum Fraße vorwerfen möchte, auf daß sich jemand finden möge, der es löst.
Bisher dachte ich, daß Folgendes grundsätzlich immer gilt:
- Dickere Saiten haben einen höheren Zug und sorgen dafür, daß der Hals sich stärker krümmt und dadurch die Saitenlage höher wird.
- Ist die Saitenlage zu hoch, muß man den Stahlstab stärker spannen, damit dieser stärker dem Saitenzug entgegenwirkt und den Hals wieder dahin bringt, wo er hin soll.
Sollten diese Annahmen ganz oder teilweise falsch sein, bitte ich um Aufklärung.
Nun habe ich auf der Gitarre ziemlich dicke Saiten aufgezogen, seit ein paar Wochen. Den Stahlstab habe ich dabei zu keinem Zeitpunkt angefasst.
Demnach hätte ich nun erwartet, daß die Saitenlage sich etwas erhöht, weil ja der erhöhte Saitenzug nunmal stärker am Hals zieht.
Das Gegenteil ist der Fall.
Die Saitenlage wird immer flacher. So richtig Ultra-Juergen-flach. Einige Saiten schnarren schon, wenn man sie im 2. oder 3. Bund greift.
Kann mir das bitte mal jemand erklären?
Sieht für mich so aus, als ob die neuen dickeren Saiten einen viel geringeren Saitenzug hätten als die dünneren Saiten, die vorher drauf waren. Eigentlich würde ich den Stahlstab nun etwas lockern, damit der Hals wieder etwas nachgeben kann.
Was meint ihr? Vielen Dank für eure Antworten.
Keep rockin'
Friedlieb
P.S.: Heute las ich irgendwo "andere Seiten aufziehen" und da wurde mir schlecht.
Übersicht
- (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses - gestartet von Friedlieb 27. März 2008 um 23:47h
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
the stooge
am 28. März 2008 um 10:40
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Friedlieb
am 28. März 2008 um 12:47
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Manuel
am 28. März 2008 um 14:15
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Manuel
am 28. März 2008 um 14:20
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Manuel
am 28. März 2008 um 14:20
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Manuel
am 28. März 2008 um 14:15
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
Friedlieb
am 28. März 2008 um 12:47
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
wego
am 28. März 2008 um 10:29
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
lmkv15
am 28. März 2008 um 07:09
- Re: (Gitarre) Seltsames Verhalten eines Akustik-Gitarrenhalses
- von
the stooge
am 28. März 2008 um 10:40
Hi Friedlieb,
Also wenn mich mein technisches Verständnis auch ausserhalb von Tansistoren und IC's nicht im Stich lässt, wird mit dem Spannen des Stabes die Krümmung des Halses grösser. Ein lösen der Trusrodmutter wirkt dann dem Saitenzug entgegen und der Hals wird gerader und damit die Saitenlage niedriger.
Falls das jetzt doch falsch war nicht gleich steinigen.
MFG uwe
Also wenn mich mein technisches Verständnis auch ausserhalb von Tansistoren und IC's nicht im Stich lässt, wird mit dem Spannen des Stabes die Krümmung des Halses grösser. Ein lösen der Trusrodmutter wirkt dann dem Saitenzug entgegen und der Hals wird gerader und damit die Saitenlage niedriger.
Falls das jetzt doch falsch war nicht gleich steinigen.
MFG uwe
:
: - Dickere Saiten haben einen höheren Zug und sorgen dafür, daß der Hals sich stärker krümmt und dadurch die Saitenlage höher wird.
:
Si isset eigentlich.
In Deinem Falle gehe ich eher davon aus, dass sich die klimatischen Verhältnisse im Raum geändert habe.
Möglicherweise ist auch die Decke aufgrund zu hoher Belastung im Schalllochbereich eingesunken, Bracing hat sich gelöst, ...
jm2c.
Werner
: - Dickere Saiten haben einen höheren Zug und sorgen dafür, daß der Hals sich stärker krümmt und dadurch die Saitenlage höher wird.
:
Si isset eigentlich.
In Deinem Falle gehe ich eher davon aus, dass sich die klimatischen Verhältnisse im Raum geändert habe.
Möglicherweise ist auch die Decke aufgrund zu hoher Belastung im Schalllochbereich eingesunken, Bracing hat sich gelöst, ...
jm2c.
Werner
Mojn Friedlieb
- Dickere Saiten haben einen höheren Zug und sorgen dafür, daß der Hals sich stärker krümmt und dadurch die Saitenlage höher wird.
- Ist die Saitenlage zu hoch, muß man den Stahlstab stärker spannen, damit dieser stärker dem Saitenzug entgegenwirkt und den Hals wieder dahin bringt, wo er hin soll.
Sollten diese Annahmen ganz oder teilweise falsch sein, bitte ich um Aufklärung.
Distinguo.
Diese Annahmen sind nicht falsch, aber auch nicht richtig.
Der Saitenzug hält nicht von dem in 0.inch auf der Packung angebebenen messbaren Duchmesser ab, sondern vom Durchmesser des Saitenkerns. Der kann von Hersteller zu Hersteller, von Sorte zu Sorte differieren. Und dies mag bereits das merkwürdige Benehmen Deiner Yammahamma erklären.
Die Halskrümmung wirkt indirekt latürnich auch auf die Saitenlage, aber ihre Einstellung soll in erster Linie verhindern, dass die Saiten wg. ihrer Auslenkung auf den Bünden schnarren und die Klampfe trotzdem gut bespielbar bleibt. Bei dünneren Saiten ist sie höher, deswegen muss mehr Krümmung eingestellt werden. Richtwert: 0,1-0,2mm am 12. Bund bei gedrückter Saite im 1. und letzten Bund.
Die Saitenlage regelt man mit der Höhe des Stegs, nicht mit dem Halseinstellstab.
Sicher weißt Du das Meiste, aber ich habe es noch einmal genauer aufgeschrieben, weil es den einen oder anderen hier gibt, der es nicht weiß.
Stay tuned un ne schöne Jrooß, Mathias
- Dickere Saiten haben einen höheren Zug und sorgen dafür, daß der Hals sich stärker krümmt und dadurch die Saitenlage höher wird.
- Ist die Saitenlage zu hoch, muß man den Stahlstab stärker spannen, damit dieser stärker dem Saitenzug entgegenwirkt und den Hals wieder dahin bringt, wo er hin soll.
Sollten diese Annahmen ganz oder teilweise falsch sein, bitte ich um Aufklärung.
Distinguo.
Diese Annahmen sind nicht falsch, aber auch nicht richtig.
Der Saitenzug hält nicht von dem in 0.inch auf der Packung angebebenen messbaren Duchmesser ab, sondern vom Durchmesser des Saitenkerns. Der kann von Hersteller zu Hersteller, von Sorte zu Sorte differieren. Und dies mag bereits das merkwürdige Benehmen Deiner Yammahamma erklären.
Die Halskrümmung wirkt indirekt latürnich auch auf die Saitenlage, aber ihre Einstellung soll in erster Linie verhindern, dass die Saiten wg. ihrer Auslenkung auf den Bünden schnarren und die Klampfe trotzdem gut bespielbar bleibt. Bei dünneren Saiten ist sie höher, deswegen muss mehr Krümmung eingestellt werden. Richtwert: 0,1-0,2mm am 12. Bund bei gedrückter Saite im 1. und letzten Bund.
Die Saitenlage regelt man mit der Höhe des Stegs, nicht mit dem Halseinstellstab.
Sicher weißt Du das Meiste, aber ich habe es noch einmal genauer aufgeschrieben, weil es den einen oder anderen hier gibt, der es nicht weiß.
Stay tuned un ne schöne Jrooß, Mathias
Hi Mathias,
: Die Saitenlage regelt man mit der Höhe des Stegs, nicht mit dem Halseinstellstab.
das wäre tatsächlich eine Idee: dass die Gummibandtonabnehmerstegeinlage durch den erhöhten Saitendruck so stark zusammengequetscht wurde, dass der Steg dadurch nun niedriger liegt. Aber sooo dick war sie auch nicht, und funktionieren tut sie nach wie vor.
Keep rockin'
Friedlieb
: Die Saitenlage regelt man mit der Höhe des Stegs, nicht mit dem Halseinstellstab.
das wäre tatsächlich eine Idee: dass die Gummibandtonabnehmerstegeinlage durch den erhöhten Saitendruck so stark zusammengequetscht wurde, dass der Steg dadurch nun niedriger liegt. Aber sooo dick war sie auch nicht, und funktionieren tut sie nach wie vor.
Keep rockin'
Friedlieb
das wäre tatsächlich eine Idee: dass die Gummibandtonabnehmerstegeinlage durch den erhöhten Saitendruck so stark zusammengequetscht wurde, dass der Steg dadurch nun niedriger liegt
Handkehrum würde eine höherer Saitenzug sich auch auf die Wölbung der Decke auswirken, diese nach aussen ziehen, und eher für eine höhere statt niederigere Saitenlage sorgen.
Hätte ich das Instrument vor mir, würde ich es mit einem Metallineal - 50cm noch besser 70 cm - ausmessen. Sonst ist Diagnose aus der Ferne eher schwierig, weil die Symptome hier gegen die Theorie sprechen.
Schlussendlich sind es jedoch vier Komponenten die im Spiel sind.
Sattel, Hals, Steg, Deckenwölbung, allenfalls noch Halswinkel zum Korpus.
Irgendwo wird der Haase begraben liegen.
Gruss Manuel
Handkehrum würde eine höherer Saitenzug sich auch auf die Wölbung der Decke auswirken, diese nach aussen ziehen, und eher für eine höhere statt niederigere Saitenlage sorgen.
Hätte ich das Instrument vor mir, würde ich es mit einem Metallineal - 50cm noch besser 70 cm - ausmessen. Sonst ist Diagnose aus der Ferne eher schwierig, weil die Symptome hier gegen die Theorie sprechen.
Schlussendlich sind es jedoch vier Komponenten die im Spiel sind.
Sattel, Hals, Steg, Deckenwölbung, allenfalls noch Halswinkel zum Korpus.
Irgendwo wird der Haase begraben liegen.
Gruss Manuel
... ah ja. Manchmal gibt es bei billigen Gitarre den Effekt, dass die Decke schlecht beballkt ist, dh zu wenig Stabilität von unten hat. Dann habe ich schon gesehen, dass der Steg quasi wie nach vorne, richung Hals kippt. Dass kann tatäschlich zu einer Reduktion der Saitenlage führen, ausserdem wäre die Intonation komplett im Eimer.
Das letzte mal dass ich das gesehen habe war allerdings eine ultra billig Eko aus den 70'ern kurz bevor der Steg aussriss.
Nochmals Gruss Manuel
Das letzte mal dass ich das gesehen habe war allerdings eine ultra billig Eko aus den 70'ern kurz bevor der Steg aussriss.
Nochmals Gruss Manuel