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(Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Hallo zusammen,

mit großem Interesse habe ich in den letzten Wochen die Threads über Sound und Durchsetzungsfähigkeit insbesondere von Modellern gelesen.

Als jemand, der mit Modellern keinerlei Erfahrung hat konnte ich in diesen Diskussionen nichts beitragen.

In letzter Zeit habe ich jedoch Erfahrungen in Bezug auf Lautstärke und Durchsetzungsfähigkeit bei Röhrenverstärkern gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Wie vielleicht einige von Euch wissen habe ich mir vor ca. eineinhalb Jahren einen Tweed Deluxe zusammengebaut und spiele diesen seitdem mit Begeisterung in meiner Band. Dabei war es bisher immer so, daß ich diesen bei Gigs aus Lautstärkegründen kaum mal richtig aufreißen konnte.
Und dabei hat das Teil nur 14 Watt und einen 12er Lautsprecher.

Vor ein paar Wochen hatte ich einen, "Projektgig", sprich eine einmalige Sache als "Allstarband" mit zeitweise 4 Gitarristen.
Hier haben sich dann die Grenzen meines 14 Watters gezeigt. Als nämlich die Band im Laufe des Abends kontinuierlich immer lauter wurde, war bei mir irgendwann der Punkt erreicht, daß ich keine Reserven mehr hatte. Nicht daß ich unhörbar gewesen wäre oder daß ich mich selber nicht gehört hätte (ich stand vor dem Amp und hatte einen super Sound!), sondern im Vergleich zu den anderen Verstärkern fehlte mir dann die Lautstärke um meine Soli souverän aus dem Soundteppich rauszuheben.

Mein Fazit:
Ich werde den Tweed Deluxe nur noch bei Gelegenheiten einsezten, wenn ich von vornherein weiß, daß in Bezug auf die Lautstärke eine gewisse Professionalität herrscht. Sprich, daß die Mitmusiker nicht im Laufe des Abends lauter und lauter werden um ihr Ego zu befriedigen.

Für solche Fälle hab ich jetzt meinen alten AC30 wieder auf Vordermann gebracht und mir eine Sackkarre für den Transport zugelegt :-)

Aber mich wundert es ehrlich gesagt doch ein wenig, daß die Lautstärkeunterschiede zwischen einem 14 Watt und einem 40 Watt Verstärker so groß sind. Rein physikalich dürfte der Unterschied doch gar nicht so krass ausfallen, zumal der Verstärker des Kollegen ja auch nicht voll aufgedreht war.

Gruß
Dan

Re: (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Hi Dan,
ich glaube (achtung GLAUBE! - nicht WISSEN) dass das viel mehr in der Dimensionierung der Trafos begründet liegt.
Unser Harper spielt einen 5E3 Stock und ich ja das Proluxe Ding mit Vorstufe 5E3 und der 40Watt Endstufe.
Jetzt habe ich meinem auch mal 6V6 verpasst, Bias abgeglichen und siehe da... er hat dennoch mehr Cleanreserven und wirkt "mächtiger" als der 5E3 vom Harper obwohl ja bis auf die dickeren Trafos der Amp ident. sein müsste.

Grüße
MIKE

Re: (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Mojn Dan,

Der Unterschied zwischen Tweed-Deluxe und Vox dürfte nicht nur in den 16 Watt mehr bedgründet sein, die er raustut, sondern auch in den beiden Lautsprechern. Vergößern der Mebramfäche bringt wesentlich mehr als mehr balls in der Endstufe. Fass doch mal eine Zusatzbox (1x15", geschlossen?) ins Auge, dann kannze die Sackkarre zu Hause lassen.

ne schöne Jrooß, Mathias

Re: (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Hi Dan,

ich glaube bei 4 Gitarristen setzt sich der mit dem "schönsten" Sound am ehesten NICHT durch. Natürlich kommt es irgendwo auch auf die pure Wattzahl an, ein 1959 Marshalltop bürstet jeden Peavey Classic 30 weg, klar. Aber nicht viel weniger ausschlaggebend sind meiner Meinung nach die Frequenzen, die betont werden.
Mit fies kratzenden und harten schneidenden Hochmitten brezelt man sich dann durch. Dieser Amp klingt dann aber für sich allein nicht mehr so schön, eben fies kratzend, hart und schneidend.

Gruß Diet

Re: (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Hi,

Mike und Mathias haben natürlich recht. Ich möchte nur noch etwas absenfen:

die Endstufenleistung bezieht sich ja immer auf einen gewissen Klirrfaktor, also Verzerrungsggrad. Je nach Amp kann man die Emndstufe darüber hinaus noch weit in die Sättigung fahren, also auch nich gut was an Pegel nachlegen. Hierbei spielt, wie Mike sagt, natürlich auch das Netzteil eine große Rolle. Ich habe bei einem Amp mal ein größeres Netzteil einbauen lassen - voll aufgedreht ein ganz anderer Amp.

Neben der reinen Anzahl und Membranfläche der Speaker ist auch deren Wirkungsggrad von enormem Einfluss. Ein vintage Speaker mit 95dB wird von einem modernen mit 100 oder noch mehr dB völlig weggeblasen. Allerdings gibt es sehr wohl auch vintage-style-Speaker, die sehr hohe Wirkungsgrade haben.

Gr00ß, ferdi

Re: (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Hallo Dan,

Ferdi hat meiner Meinung nach einen ganz wichtigen Punkt angesprochen - Lautsprecher bzw. dessen Wirkungsgrad.
So bringt zB. ein 50W Amp gegenüber einem 12W Amp am gleichen Lautsprecher 6dB mehr Lautstärke.
Einige der neuen Eminence (zB Red Fang, Wizard) bringen es auf 103dB/1W/1m, gegenüber 100dB eines V30 oder 97dB eines Greenback oder 95dB eines P12R. D.h. ein Wizard ist "doppelt" so laut wie ein V30 (3dB entspräche doppelter Amp-Leistung) und viermal so laut wie ein Greenback.
Nehmen wir jetzt das Beispiel 50W Amp gegen 12W Amp. 50W mit Greenback ist demnach dann gleich laut wie 12W mit Wizard.

Jetzt noch das Thema Frequenzbetonungen und "bei wieviel Zerrgrad wurde die maximale Leistung angegeben"+"wie steigt die Zerre bei höherer Leistung an" (was ja bedeuten kann, daß zB ein 15W Amp diese bei 0,005% Zerre hat, ein 30W Amp aber zB bei 0,1% spezifiziert ist; der zweite Punkt noch, es können zwei Amps beide xW bei 0,005% Verzerrung haben, aber beim einen steigt bis zur 1,1-fachen Leistung die Verzerrung auf 80%, beim zweiten nur auf 20% an)
Wattangaben sagen also über Lautstärke wirklich nix aus.

Für Dich nutzen kannst Du das, indem Du jetzt sicherlich neugierig mal die Lautsprecher des Vox an den Deluxe hängen wirst, oder?

LG,
Wolfgang


Re: @alle (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit


Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Antworten.
Das mit der Membranfläche und dem Wirkungsgrad der Lautsprecher war mir schon bekannt.

Was mich jedoch wundert, daß der Hot Rod Deluxe des Mitgitarristen doch um so viel lauter ist.
Vielleicht hängt das tatsächlich mit der Dimensionierung des Netzteils zusammen.

Und 6dB mehr Lautstärke aufgrund höherer Leistung sind ja auch durchaus auch hörbar.

Gruß
Dan

Re: @alle (Amps) von kleinen und großen Röhrenamps und deren Durchsetzungsfähigkeit

Mojn Dan,

Was mich jedoch wundert, daß der Hot Rod Deluxe des Mitgitarristen doch um so viel lauter ist.
Vielleicht hängt das tatsächlich mit der Dimensionierung des Netzteils zusammen.


Ne, Fender hat hier gerade bei den kostenintensiven Teilen wie Trafos geknausert. Der Krach von dem Hotrod kommt zuerst von den dort werkseitig verbauten Eminenzen, die wirklich saulaut sind, egal was man sonst über ihren Klang denken mag.

ne schöen Jrooß, Mathias