Re: (Gitarre) An die Telefreaks


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Beitrag von Matthias vom Februar 26. 2004 um 12:56:30:

Als Antwort zu: (Gitarre) An die Telefreaks geschrieben von Peacock am Februar 26. 2004 um 12:09:03:

Hallo!

Vorab gleich ein, ich bin weder Telefreak noch besonderer Kenner der Materie Telecaster.

An deiner Stelle würde ich über die Themen Sattel, Bodyholz und Griffbrettradius erstmal überhaupt nicht nachdenken, sondern schlicht ein paar Teles ausprobieren und dabei sehen, fühlen und hören.

Gerade bei Instrumenten wie der Tele lassen sich ja einzelne Komponenten mehr oder weniger problemlos tauschen und das machen ja viele Menschen auch sehr gern. Das hat dann entweder ein hörbares Ergebnis auf den Gesamtsound oder der jeweilige Spieler redet sich das dann ein. Das Ergebnis aus diesem Austauschgeschichten ist regelmäßig ein Beitrag von wegen "seitdem ich die XXX-Teile durch die YYY-Teile getauscht habe, klingt die Gitarre, wie sie soll. YYY rulez!!" Das kann man dann glauben oder auch nicht. Die wenigsten - und da schließe ich mich absolut ein - würden sich eingestehen, dass die tollen neuen Teile leider überhaupt keinen oder wenigstens im Bandkontext keinen hörbaren Einfluß haben. Was gibt es da nicht für tolle Fachsimpelei:

Ohne einteilig Erle/Esche/Mahagoni geht gar nichts.
Der Hals ist das Entscheidende.
Der Kopfplattenwinkel muss unbedingt 17 Grad haben.
Knochensattel bringt´s. Aber nur nicht ausgekochter Knochen von männlichen Rindern.
Mit den richtigen Tonabnehmern bekommst du alles wieder hin.
Die Wicklungen auf den Saiten müssen links rum sein. Hat aber nur ein Hersteller.
Ohne Messinghardware kannst du den Sound gleich vergessen.
Hat Hendrix Monster Cable gehabt? Nein, siehste, nimm ein Spiralkabel.
Wechsel häufiger mal die Buchsen aus, da bleibt der meiste Sound stecken.
Das richtige Plektrum ist unglaublich wichtig.
Die Einstellung der Klampfe ist das Wichtigste.
Der Sound kommt eh aus den Fingern.

Jetzt behaupte ich mal ganz frech, dass davon zwar das meiste stimmt, diese ganzen Faktoren aber völlig egal sind. Mit einem Großteil der heute hergestellten Instrumente lässt sich fast ab Werk ein brauchbarer Sound erzielen. Eine immense Soundverbesserung würde sich sicherlich ergeben, wenn der Spieler weniger an seiner Gitarre arbeiten würde und mehr an seiner Spieltechnik und an seiner Musik.

Oder hat Michelangelo dauernd an seiner Palette rumgeschnitzt oder Pinsel modifiziert?

Also such dir eine hübsche, angenehm spielbare und gut klingende Tele und spiel das Ding einfach.

Matthias grüßt und fasst sich an die eigene Nase.


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