Re: (Philosophie) Profimusiker? Da lern' ich doch lieber was anständiges :-)))
[ verfasste Antworten ] [ Thread-Anfang ] [ Aussensaiter-Forum ]
Beitrag von Oly vom Oktober 29. 2003 um 09:59:54:
Als Antwort zu: Re: (Philosophie) Profimusiker? Da lern' ich doch lieber was anständiges :-))) geschrieben von emil am Oktober 28. 2003 um 17:04:10:
Hi, alter Klangverbieger :-)) : p.s.: wenn ich die auf 1+3 klatschende "meute" der zuhörer sehe/höre, empfinde ich scheer körperliches unwohl.
Ich auch :-)))
Da ich aber bezweifle, dass das genetisch bedingt ist, muß es doch wohl 'ne andere Ursache haben, oder? Hocken da grundsätzlich immer 'n paar im Publikum, die "falsch" anfangen zu klatschen und die anderen machen immer mit? Sind es unsere Kinderlieder, mit denen wir aufwachsen? Klatschen Amis bei Marschmusik "fälschlicherweise" auf die 2 und die 4?
Ich bin auch mal so dreist, zu behaupten, dass eine grosse Schuld am allgemeinen Unverständnis in musikalischen Dingen am Musikunterricht in den Schulen liegt. Wenn ich an meinen Musikunterricht denke, graut es mir jetzt noch: Das ist 'ne Viertelnote, das 'ne Pause, 'ne Tonleiter baut sich so auf, ein Orchester besteht aus folgenden Instrumenten, Bach hat von dann bis dann gelebt, an was denkt ihr, wenn ihr die Jagdhörner in der "Moldau" hört, Oktavparalllellllen sind verboten, usw, usf.
Is ja alles schön und gut und fördert die Allgemeinbildung - aber Musik zu "hören" - das wurde gänzlich ausgeschlossen. Mit "hören" meine ich jetzt nicht, 'ne Doppelstunde dazusitzen und 'ne zerkratzte LP von "Karajan dirigiert" anzuhören und dann in die Pause zu gehen, sondern eher analystisches "hören" - was passiert da überhaupt, wie werden die Instrumente eingesetzt, wie ist der Aufbau, usw. - also Sachen, die nichts mit Musitheorie zu tun haben und von jedem nachvollziehbar sind.
Ich vergleiche es mal mit (mmmmmhhhhh, mal überlegen) - American Football :-))) Klar, ich kann mich hinsetzen und darüber freuen, wie sich erwachsene Männer kloppen, Beinchen stellen, mit den Köppen zusammenrasseln etc. Wenn ich aber zusätzlich noch weiß, worum es eigentlich geht und was da passiert, ist es doch zigmal spannennder und interessanter. Und dazu muß ich weder selbst Football spielen, noch muß ich wissen, was ein Running Back macht oder wie weit die Pfosten der Tore auseinanderstehen.
Ok - der Vergleich hinkt natürlich, aber ich versuch es mal zu übertragen: Ein Musikhörer muß nicht hören, ob der Harmoniewechsel auf die Dominante, Subdominante oder wo auch immer hingeht - aber bewußt zu erkennen, DASS ein Wechsel stattgefunden hat, macht einen Song doch schon interessanter. Bewusst zu hören, ob 'n zweistimmiger Gesang in Terzengemütlichkeit sich parallllellll bewegt oder ob da 'n Kontrapunkt gesetzt wird, macht Spass - und dazu muß ich weder wissen, was 'ne Terz ist oder was ein Kontrapunkt ist. Und da sollte IMHO der Musikunterricht einsetzen - die Kiddies mal bewußt drauf hinweisen, zu hören, ob sich die Stimmen gleich bewegen oder ob da zwei verschiedene Melodien gegeneinanderlaufen.
Ich behaupte mal, wenn die Leute Musik wirklich "hören" würden, hätte keiner mehr den zweiten Song von Dieter Bohlen gekauft, weil es dann ganz einfach langweilig wäre :-)))
Gruß
Oly
verfasste Antworten:
Dieser Beitrag ist älter als 3 Monate und kann nicht mehr beantwortet werden.
|