der Versuch einer metamäßigen Rechtfertigung
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Beitrag von Matthias vom November 18. 2002 um 20:16:00:
Als Antwort zu: Hallo ! Irgendwie... geschrieben von Ingo Z. am November 17. 2002 um 18:22:00:
Liebe Gemeinde!
Vorab möchte ich klarstellen, dass ich Sabine absolut helfen wollte. Klar, der Scherz mit den Gelben Seiten ist mißlungen, vielleicht auch nicht als solcher erkennbar, gebe ich gerne zu. Allein die Tatsache, dass ich eine uralte Antwort von Guido aus dem Archiv gesucht habe, sollte aber mein erkennbar gemacht haben, dass ich vernünftig antworten wollte. Das aber am Rand.
Sicherlich bin ich keiner, der beim Schreiben mit Wattebällchen wirft sondern antworte eher offensiv. Das ist aber nicht persönlich gemeint, vielmehr eine Frage der Streikultur. Ich halte es für grundfalsch und sprachlich erbärmlich langweilig, jede Antwort und jeden einzelnen Halbsatz mit einem "meiner Meinung nach" oder "soweit ich weiß" einzuleiten. Es ist für mich selbstverständlich, dass jeder nur seine eigene Sicht der Dinge vertreten kann. Ich empfinde es aber als wichtig, dass jeder zu seiner Meinung auch steht. Wenn ein anderer eine andere Meinung vertritt, ist es für beide Seiten sinnvoll und fruchtbar, sich auszutauschen und im besten Sinne zu streiten. Anschließend sind hoffentlich alle bereichert und akzeptieren den Standpunkt des anderen. Das ist für mich Toleranz.
Aber bitte doch erst, nachdem man sich auseinander gesetzt hat! Ohne vorherige Auseinandersetzung bleibt eine andere Ansicht fremd und unbegründet. Dann wird der Standpunkt des anderen nur mit einem Achselzucken hingenommen und mehr oder weniger ignoriert. Das hat für mich mit Toleranz nichts mehr zu tun, ich empfinde es sogar als respektlos. In diesem Sinne wünsche ich uns mehr Streit für mehr Toleranz.
Dann erscheint immer häufiger der Vorwurf, Antworten seien oberlehrerhaft. In dem Augenblick, in dem jemand etwas fragt, hat nun mal der Antwortende die Position des "Lehrenden" und der Fragende ist der "Lernende", vulgo Lehrer und Schüler. Dieses Verhältnis kann sich natürlich bei einem anderen Thema sofort umkehren, liegt aber so in der Natur der Sache. Wer fragt, will eine Antwort, etwas lernen, sonst bräuchte und würde er nicht fragen.
Das sind meiner Meinung nach (hier haben wir den sprachlichen Blinddarm wieder) Überlebensfragen für dieses Forum. Wenn keiner mehr streiten und den anderen überzeugen will, wenn alle aus falsch verstandener Bescheidenheit und Höflichkeit auf Fragen nicht mehr antworten, dann können wir den Laden hier dichtmachen.
Und das würde mir nicht gefallen.
Mahlzeit
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