Re: (Philosophie) Zukunft der Tonstudiotechnik
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Beitrag von Matthias vom Januar 06. 2002 um 14:18:14:
Als Antwort zu: (Philosophie) Zukunft der Tonstudiotechnik geschrieben von Der Felix am Januar 04. 2002 um 11:02:58:
Hi Felix!
Zur Information vorab: ich war noch nie in einem Ton-Studio. Vielleicht mal ein paar andere Gedanken dazu. Studiobetrieb ist eine Dienstleistung, die mit der Konkurrenz im Wettbewerb steht. Das klingt vielleicht banal, solltest Du aber nicht außer Betracht lassen. Was will also Dein Konsument?
Liesschen Müller erscheint mit einem Anastacia-Playback unter dem Arm und will genauso klingen wie ihre Heldin. Keine Frage, dass die Frau erstens häßlich ist wie die Nacht und zweitens nicht singen kann. Mit welchen Geräten kannst Du jetzt massiv Eindruck machen und wie biegst Du ihren schiefen Gesang zurecht? Womit Du das zauberst, ist der Frau im Zweifel völlig egal.
Wie nimmst Du am besten den Kirchenchor auf, der zu Weihnachten endlich der Gemeinde die erste CD verticken will? Was machst Du mit diesem durchgeknallten Akustik-Duo, dass dünn klingt aber keine weiteren Spuren aufnehmen will, weil es sonst nicht echt klingt? Wo platzierst Du den Hamburger Gitarristen, der seinen Sovtek voll aufreißen will, weil sonst der Sound nicht kommt? Und wie erklärst Du ihm, dass auf Band eigentlich nur die Ergüsse Deines V-Amps landen? Wie bringst Du die vorproduzierten Spuren des Technodeppen zum Knallen?
Okay, keine weiteren Horrorszenarien, sondern vielleicht etwas strukturierter mal die nicht immer ausgesprochenen Wünsche eines Konsumenten:
1. Gute Stimmung. 2. Der TonI soll alles tun, was ich will. Nicht unbedingt was ich ihm sage, sondern das, was ich WILL. Er soll mich zu meinem Ergebnis führen. 3. Das soll alles schwer beeindruckend aussehen. 4. Wenn ich keine Idee habe, soll er mir eine unterschieben, die ich dann später als meine rausposaune. 5. Er soll die Spuren für mich einspielen, die ich nicht hinbekomme. 6. Es soll alles hinterher total geil klingen. : Wie sieht's aus mit der Tonstudiotechnk? Gibt's da nun endlich einen Trend? : Es ist so: Ich möchte nun endlich mal wissen, worauf sich der professionelle-, aber auch der amarteur-Studiobesitzer eintichten muss.
Mädchen für alles, Beichtschwester, Übervater, Pausenclown, Arrangeur, Mitmusiker, Diplomat, Komponist usw. usf.
Hast Du darüber mal nachgedacht? Die Technik ist imho das kleinste Problem.
Mahlzeit
Matthias
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